20Jun/17

Erschienen: Konzept OER-Zertifizierung an österreichischen Hochschulen (#fnma #OER)

Quelle: Sandra Schön Autor: sansch

Die Arbeitsgruppe „Open Educational Resources“ des „Forum Neue Medien in der Lehre Austria (fnm-austria) hat sich Gedanken dazu gemaht, wie ein Konzept für eine OER-Zertifizierung an österreichischen Hochschulen aussehen könnte. Ein „OER-Hochschule“ wäre dann zukünftig ein Qualitätsmerkmal – das könnte OER in Österreich deutlich voran bringen.

  • Ebner, M., Kopp, M., Hafner, R., Budroni, P., Buschbeck, V., Enkhbayar, A., Ferus, A., Freisleben-Teutscher, C. F., Gröblinger, O., Matt, I., Ofner, S., Schmitt, F., Schön, S., Seissl, M., Seitz, P., Skokan, E., Vogt, E., Waller, D. & Zwiauer, C. (2017). Konzept OER-Zertifizierung an österreichischen Hochschulen. Forum Neue Medien in der Lehre Austria. URL: http://www.fnm-austria.at/fileadmin/user_upload/documents/Buecher/OER_Labeling_2017.pdf

19Jun/17

How Do You Define Digital Learning?

Quelle: weiterbildungsblog Autor: jrobes

Josh Bersin, auf den ich ja regelmäßig an dieser Stelle verweise, schreibt einleitend: “Digital learning isn’t about the tools. It’s about how to integrate them into work …” Und mit Blick auf das Tempo der Veränderungen in der digitalisierten Arbeitswelt braucht es um so drängender eine “digital learning strategy”.

So weit, so gut. In seiner Glosse zitiert Josh Bersin aber noch einmal Ergebnisse und Stimmen, die auf täglich 20 Minuten oder gar nur acht Minuten hinweisen, die Mitarbeiter heute durchschnittlich für das Lernen haben. Diese Hinweise irritieren. Denn wenn es gilt, dass “work is learning and learning is the work” (Harold Jarche), dann sind solche Minutenzählereien überflüssig.
Josh Bersin, Chief Learning Officer, 11. Juni 2017

19Jun/17

„Auf Dauer wird der Mehrwert von Open Educational Resources bei den Lehrkräften ankommen.“

Quelle: bildungsserver Blog Autor: Schumann

 Open Educational Resources (1)

Burkhart Firgau, Landesbildungsserver Baden-Württemberg und Dr. Margret Groß-Hardt, Landesbildungsserver Rheinland-Pfalz

INTERVIEW. Schon seit ihrer Gründung stellen Landesbildungsserver Lehrerinnen und Lehrern Unterrichtsmaterialien für verschiedene Fächer und Schulformen bereit. So gesehen sind sie eigentlich die natürlichen Partner für Open Educational Resources (OER) – und haben auch gemeinsam mit dem Deutschen Bildungsserver eine Selbstverpflichtung zu OER formuliert. Aber ein paar Hürden gibt es noch. Wir haben das jährliche Redaktionstreffen der Bildungsserver am 18. Mai 2017 in Frankfurt/M. genutzt, um mit Margret Groß-Hardt vom Landesbildungsserver Rheinland-Pfalz und Burkhart Firgau vom Landesbildungsserver Baden-Württemberg zu sprechen – über die Akzeptanz von OER bei Vorgesetzten und Lehrkräften, über rechtliche Widrigkeiten und Lizenzfragen und über noch unausgereiften Technologien.

Frau Groß-Hardt, Herr Firgau, Landesbildungsserver stellen Unterrichtsmaterialien für verschiedene Fächer und Schulformen bereit. Wie viele Materialien kann man auf Ihren Bildungsservern finden?

Margret Groß-Hardt: Der Großteil unseres Materials wird auf der Plattform für Mediendistribution Omega bereitgestellt und ist über eine Schnittstelle in das Angebot des Bildungsservers integriert. Das sind rund 16.000 unterschiedlich komplexe Bausteine – einzelne Arbeitsblätter, Bilder, Filme und konkrete Unterrichtsbeispiele. Die von uns erarbeiteten Materialien machen nur einen Bruchteil aus. Auf dem Bildungsserver werden zusätzlich ca. 14.000 Seiten durch Redakteurinnen und Redakteuren aus dem Pädagogischen Landesinstitut und dem Bildungsministerium gepflegt. Hierbei handelt es sich nicht nur um Unterrichtsmaterial. Es werden vielfältige Informationen, Beratungs- und Fortbildungsangebote zu allen pädagogischen Themen auf unserem Bildungsserver dargestellt. Die Anzahl der reinen Unterrichtsmaterialien ist hier schwer zu schätzen.

Burkhart Firgau: In Baden-Württemberg gibt es drei Instanzen, die Materialien produzieren: Der Lehrerfortbildungsserver, das Landesmedienzentrum und der Landesbildungsserver. Der besteht aus einem Team von 40 Lehrerinnen und Lehrern, die jeweils für ein gewisses Stundendeputat freigestellt sind, um Unterrichtsmaterialien/OER zu erarbeiten. Insgesamt haben wir etwa 60.000 Seiten, das ist aber nicht gleichzusetzen mit der Anzahl der Materialien. Ein Unterrichtsmaterial kann ein kurzer Infotext mit Bild sein, aber auch eine komplette Unterrichtssequenz mit 20 weiteren Unterordnern. Grob geschätzt kommen wir beim Landesbildungsserver auf 10.000 Materialien.

Und wie viele davon kann man als Open Educational Resources bezeichnen?

Burkhart Firgau: Bei uns auf dem Landesbildungsserver ist eigentlich alles OER; sämtliche Materialien können übrigens auch über ELIXIER, dem gemeinsamen Ressourcenpool der Bildungsserver für Lehr-/Lernmaterialien für den Schulunterricht aufgerufen werden. Unser Lehrerfortbildungsserver, der ausschließlich Materialien zur Lehrerfortbildung anbietet, , veröffentlicht inzwischen auch unter CC-BY SA. Nur das Landesmedienzentrum, das sich um die Distribution von Medien kümmert, kämpft sehr mit den Lizenzen und ist noch weit weg davon, OER anbieten zu können.

Margret Groß-Hardt: Wir beteiligen uns ebenfalls an ELIXIER. Einerseits ist ELIXIER eine Quelle für Materialien, die Lehrkräfte über unsere Mediendistributionsplattform OMEGA recherchieren können und andererseits stellen wir unsere Metadaten von Materialien, die bisher noch nicht über ELIXIER erschlossen wurden, auch wieder dort ein. Die vom Pädagogischen Landesinstitut bereitgestellten Unterrichtsmaterialien sind bisher zwar noch keine OER, wir haben jedoch damit begonnen, eine Lizenzempfehlung für die Materialerstellung im Haus zu entwickeln. Mit unserem Projekt OER@RLP im Rahmen der Förderlinie OERinfo haben wir zudem eine bildungsbereichsübergreifende Initiative gestartet, die OER eine stärkere Aufmerksamkeit und Präsenz im Bildungsalltag verleihen soll. Neben der Schule haben wir hier auch die Weiterbildung und die Hochschulen in Rheinland-Pfalz im Blick. Außer uns gibt es noch einen weiteren Landesbildungsserver, der an der Förderlinie OERinfo beteiligt ist: Das Landesinstitut für Schule und Medien Berlin-Brandenburg mit dem Projekt OSM@BB – OER für die schulbezogene Medienbildung.

Nochmal zum Verständnis: Worin unterscheiden sich denn Open Educational Resources von den bisherigen Unterrichtsmaterialien?

Margret Groß-Hardt: Durch die Lizenzen und die Möglichkeit sie weiter zu bearbeiten. Copyright-geschützte Handreichungen mit konkreten Beispielen können im Unterricht nur so genutzt werden wie sie zur Verfügung gestellt wurden; individuelle Anpassungen zum Beispiel auf ein aktuelles Schwerpunktthema sind nicht möglich. Auch wenn ich Material an eine Kollegin oder einen Kollegen weitergebe, befinde ich mich in einer rechtlichen Grauzone. Mit der Vergabe von Lizenzen ist das jetzt kein Problem mehr, die rechtliche Unsicherheit schwindet, zumindest weitgehend. Deshalb kam die Creative Commons-Diskussion für uns genau richtig. Unter den CC-Lizenzen gibt es zwei, drei Varianten, die für Open Educational Resources gut geeignet sind.

Die Frage nach Rechten und Lizenzen scheint untrennbar mit dem Thema OER verbunden zu sein?

Burkhart Firgau: Die Rechtefrage wird dann relevant, wenn diese Materialien weiter publiziert werden. Deshalb müssen wir die Sensibilität bei den Lehrkräften wecken, ihr Material mit einer CC-Lizenz zu versehen und versuchen, ihre Haltung zu ändern. Wir haben mal einen Moodle-Kurs erstellt, den Lehrkräfte in ihre eigenen Kurse integrieren können. Auf Wunsch haben  wir das Ganze noch einmal größer angelegt, mit dem Ergebnis, dass Bilder wieder einfach aus Schulbüchern oder aus anderen Kontexten hochgeladen wurden, ohne dass Quellen- oder Rechteangaben dokumentiert oder geprüft worden wären. Als wir dann aber im Rahmen eines Wettbewerbs Moodle-Kurse nach festen Kriterien erarbeiten ließen  konnten wir 10 bis 15 mit einer cc-Lizenz versehenen Kurse auf einer Moodle-Plattform bereitstellen. Man muss den richtigen Dreh finden, das ist nicht ganz einfach.

Stellen eigentlich viele Lehrkräfte ihr eigenes Unterrichtsmaterial in die Bildungsserver ein?

Burkhart Firgau: Das ist eher die Ausnahme als die Regel. Es zeigt sich leider immer wieder, dass Lehrer Einzelkämpfer sind und auch so ausgebildet werden. Manche haben auch Sorge, sich der Kritik der Kollegen auszusetzen. Die Kultur des Teilens ist einfach noch nicht sehr stark ausgeprägt, das muss stärker gefördert werden.

Margret Groß-Hardt: Neben den Bildungsservern gibt es ja auch noch viele andere, meist fachspezifisch ausgerichtete Portale, die auch OER oder Unterrichtsmaterialien bereitstellen. Im Geschichtsbereich ist dafür die Lernplattform für offenen Geschichtsunterricht „segu“ ein Beispiel, oder das Chemiewiki. Engagierte Fachlehrer stellen ihr Material dort ein – oder bei Portalen wie Lehrerfreund, die für eine Veröffentlichung Honorare zahlen. Aktuell bieten wir unseren Lehrkräften noch keine Möglichkeit, ihren „Content“ bei uns einzustellen. Wir sind aber dabei, dies zu ändern und werden künftig ein Repository anbieten, auf welchem Materialien abgelegt und geteilt werden können.

Inwieweit unterstützen eigentlich die Schulverwaltungen Open Educational Resources?

Margret Groß-Hardt: Die Aufmerksamkeit dafür, Unterrichtsmaterialien so zu erstellen, dass sie in den Schulen auch genutzt und weiterbearbeitet werden können – also mit offenen Lizenzen zu arbeiten – ist bei uns im Haus und auch im Ministerium da. Ich bin mir jedoch nicht sicher, ob die Möglichkeiten von OER auch in den Aufsichts- und Dienstleistungsdirektionen (ADD) gesehen werden. Mit unserem Projekt OER@RLP wollen wir deshalb auch an diese herantreten, dort und im Ministerium sind bspw. die regionalen Fachberater für die Schulen verortet. Seitens des Ministeriums wird das Thema OER grundsätzlich unterstützt. Damit Lehrkräfte jedoch aktiv OER-Material erstellen, veröffentlichen und teilen, wünsche ich mir, dass auch über Anreizsysteme diskutiert wird.

Burkhart Firgau: Beim Landesbildungsserver Baden-Württemberg publizieren wir ja offiziell OER, also mit ordentlichen Lizenzen versehene Materialien. Die Schulverwaltungen tragen das aber nicht weiter, oft wissen sie gar nicht, was das ist. Das betrifft weniger das Landesinstitut für Schulentwicklung oder das Kultusministerium als das Regierungspräsidium oder die staatlichen Schulämter. Bei denen ist das Thema noch nicht wirklich angekommen.

Angesichts der vielen Anforderungen an Lehrkräfte – haben die überhaupt noch Zeit und Lust sich mit den Möglichkeiten der digitalen Unterrichtsgestaltung auseinanderzusetzen?

Margret Groß-Hardt: Sie müssen! Das Thema Digitalisierung wird in der Schule und im Unterricht einiges ändern. Sicherlich ist das ein Prozess, aber ich gehe davon aus, dass der Mehrwert und die Möglichkeit bei den Lehrkräften ankommen. Und wenn man sieht, dass man von Materialien der Kollegen profitieren kann, ist man eher bereit, sein eigenes Material zu teilen – bewährtes Material, das im eigenen Unterricht schon länger eingesetzt wird und das man vielleicht schon mit Kollegen geteilt hat.

Burkhart Firgau: Das sehe ich genauso. Jetzt braucht es erst mal die Infrastruktur, wie zum Beispiel die diversen Bildungsclouds, die in den Ländern konzeptionell Form annehmen. Sobald es dann eine gut funktionierende Plattform gibt, wird deutlich werden, wie das Material der Anderen die eigene Arbeit erleichtert. Dann ist auch die Hürde, das eigene Material zur Verfügung zu stellen, nicht mehr so groß. Und natürlich muss das auch von der Bildungsadministration gewollt sein, sie muss Lehrkräften eine unterstützende Umgebung anbieten.

Vielen Dank für das Gespräch, liebe Frau Groß-Hardt, lieber Herr Firgau!


Auch zu empfehlen

Praktische Infos und Tipps zu OER hier:

19Jun/17

„Fachdatenbanken sind unerlässlich für die kritische Beobachtung der eigenen Disziplin.“

Quelle: bildungsserver Blog Autor: Schumann

 25 Jahre FIS Bildung Literaturdatenbank (1)

Alexander Botte, langjähriger Leiter der FIS Bildung Literaturdatenbank


INTERVIEW
Alexander Botte kann man getrost als „Vater“ des Fachinformationssystems Bildung, kurz FIS Bildung bezeichnen. Er leitete schon den Modellversuch FIS Bildung ab Januar 1992, bevor die Koordinierungsstelle FIS Bildung 1997 zur Daueraufgabe des DIPF wurde. Seit 2005 ist die Datenbank zentraler Bestandteil des Fachportals Pädagogik. Das Fachportal Pädagogik ist der kostenfreie und zentrale Einstieg in die wissenschaftliche Fachinformation – Literaturdatenbanken, Forschungsdatenquellen und umfassende Informationssammlungen – für Bildungsforschung, Erziehungswissenschaft und pädagogische Praxis.

 

 

 

Herr Botte, die FIS Bildung Literaturdatenbank kann man als Herz des Fachportals Pädagogik bezeichnen, oder?

Ja, das kann man wirklich so sagen. Und das aus verschiedenen Gründen: Die FIS Bildung ist schon bedeutend älter als das Fachportal Pädagogik und bildete den Kern, um den herum dann die ergänzenden Angebote des Fachportals Pädagogik entwickelt wurden. Wenn es um die Beschaffung von Literatur oder um vertiefende Begleitinformationen zu einem relevanten Titel geht, übernimmt heute die FIS Bildung eine zentrale Verteilungsfunktion für die anderen Angebote. Normalerweise beginnt der Nutzer mit einer Recherche in FIS, um dann über die Trefferliste immer wieder mal auf pedocs, den Fachinformationsdienst (FID) – und künftig auch auf Forschungsdaten – verwiesen zu werden. Das zeigen auch die Nutzungszahlen: Lange Zeit entfielen 90% der Fachportal-Nutzerinnen und Nutzer auf die FIS Bildung. Als 2008 dann der Dokumentenserver „pedocs“ hinzukam, hatte er zwar die größeren Steigerungsraten in der Nutzung – weil er proportional gesehen auch größere Steigerungszahlen bei der Anzahl der nachgewiesenen Volltexte aufweist – aber mit zurzeit fast eine Mio. Literaturnachweisen und ca. 20.000 Neuzugängen pro Jahr liegt die FIS Bildung Literaturdatenbank schon rein quantitativ uneinholbar voraus. Sie gehört zu den größten sozialwissenschaftlichen Publikationsdatenbanken im deutschen Sprachraum.

 Was ist das Charakteristische an der FIS Bildung?

Ohne Zweifel die große Anzahl der fachspezifischen Partner, die der Datenbank Literaturnachweise zu liefern. Die Größe unseres Verbunds mit seinen 25 bis 30 Partnern dürfte einmalig sein. Und wir sind stolz darauf, dass dieser Partnerverbund auch nach über 25 Jahren so lebendig und effizient ist. Natürlich gab es Fluktuation, zum Beispiel wenn unsere Partnereinrichtungen – übrigens durchweg öffentlich-rechtliche Institutionen – aufgrund finanzieller Schwierigkeiten ihre dokumentarische oder auch ihre gesamte Tätigkeit einstellen mussten. Aber es ist uns immer wieder gelungen, neue Partner hinzu zu gewinnen oder die Aufgaben neu zu verteilen. In jüngster Zeit haben wir auch öfter mal „outgesourct“, also Aufträge an kommerzielle Dienstleister vergeben, um Lücken wieder zu schließen. Eine Möglichkeit übrigens, die uns erst durch die Förderung im Rahmen des Fachportals Pädagogik eröffnet wurde.

Es sind also die Partnereinrichtungen, die die Literatur erschließen und sie an die FIS Bildung liefern?

Zentrale Themen des FIS Bildung Literaturdatenbank

Ja, die verteilte Erschließung hat den großen Vorteil, dass die Fachliteratur eng am Bedarf der Community ausgewählt wird, also aus der Sicht der Klientel der Partnereinrichtungen in Schulbildung, Weiterbildung, Beruflicher Bildung oder auch pädagogischer Psychologie. Eine zentrale Stelle könnte das für all die verzweigten Teilbereiche der Erziehungswissenschaft und Bildungsforschung gar nicht mit der gleichen Kompetenz bewerkstelligen. Die Datenbank hat ja den Anspruch, alle Bildungsbereiche zu bedienen und dabei auch praxisnahe Publikationen von akademischer Relevanz einzubeziehen. Es ist bestimmt auch diese subdisziplinäre Expertise, die die überwiegend aus dem akademischen Bereich stammenden Nutzer so sehr an der FIS Bildung Literaturdatenbank schätzen.

Ist eine Publikationsdatenbank heute noch zeitgemäß?

Im Gegensatz zu Google-Scholar, das sehr schnell ganz aktuelle Literatur nachweisen kann, basieren unsere Prozesse auf der verteilten intellektuellen Erschließung und sind dadurch naturgemäß langsamer. Dennoch wählen viele Nutzer für die thematische Suche unsere Fachdatenbank, einfach weil sie die fachlich relevante Literatur präziser in den Vordergrund stellt. Allerdings nutzen die meisten ohnehin kein Google-Scholar, sondern „googeln“ einfach, und da fällt bei einer thematischen Suche jedem sehr schnell auf, wo er oder sie fachlich einschlägige Literatur in zeitlich sortierter Reihenfolge schneller finden kann. Man darf auch nicht übersehen, dass Google als Wirtschaftsunternehmen die Reihenfolge der Trefferanzeigen und die Auswahl von Literaturnachweisen auf Basis von kommerziellen Entscheidungen gestaltet.

Die FIS Bildung steht also außerhalb der Konkurrenz und wird gut genutzt?

Literaturdatenbanken werden für die Nutzung erstellt und solange die nicht nachlässt, rechtfertigt der Bedarf ihre Existenz. Hinzu kommt aber noch die zentrale Bedeutung von Publikationen für die akademische Welt. Forschung und Lehre fokussieren weiterhin ihre Ergebnisse in Publikationen, ob gedruckt oder digital. Sie sind Dreh- und Angelpunkt für die Verbreitung und für die Rezeption von Forschungsergebnissen und –daten; sie bieten jedem Fach einen Spiegel seiner Produktivität und sind die besten Datenquellen für eine Beobachtung der Entwicklung einer Disziplin. Zum Beispiel wäre der von uns (DIPF) maßgeblich mitverantwortete Review Bildungsforschung in Deutschland ohne die FIS Bildung Literaturdatenbank so nicht möglich gewesen. Das gilt auch für zentrale Kapitel der alle vier Jahre erscheinenden Reihe Datenreport Erziehungswissenschaft. Insofern haben Fachdatenbanken auch eine wichtige Funktion für die Selbstdarstellung und natürlich auch für die kritische Beobachtung der einzelnen Disziplinen.

Vielen Dank für das Gespräch, lieber Herr Botte!


Dieser Text steht unter der CC BY 4.0-Lizenz. Der Name des Urhebers soll bei einer Weiterverwendung wie folgt genannt werden: Christine Schumann für Deutscher Bildungsserver

16Jun/17

Wetten über die Zukunft von Lernmaterialien

Quelle: weiterbildungsblog Autor: jrobes

Es gibt verschiedene Wege, um sich zukünftigen Bildungs- und Lernwelten zu nähern: Szenario-Techniken, Delphi-Methoden, Road-Mapping – und Wetten. Der Beitrag beschreibt, wie im Rahmen von L3T-Bet diese Methode umgesetzt wurde. Ich zitiere aus der Einleitung:

“Aus dem Wettverhalten, so die Erfahrung bei Sportwetten und Präsidentschaftswahlen, lassen sich relative gute Vorhersagen für den Ausgang von Sportereignissen und Wahlen ableiten. In diesem Beitrag wird das Konzept und Erfahrungen mit einer Live-Wette beschrieben, bei der Expertinnen und Experten auf kurzfristige Entwicklungen im Bereich der Lern- und Lehrmaterialien wetten. Der Beitrag schließt mit Empfehlungen für Nachahmer/innen.”
Sandra Schön und Martin Ebner, in: „Trendy, hip und cool”: Auf dem Weg zu einer innovativen Hochschule?. Hrsg. von Bücker, D., u.a., Bielefeld 2017, S. 33-44 (via E-Learning Blog)

14Jun/17

Online-Event zur Nutzung digitaler Bildungsressourcen: Was ist in frei zugänglichen virtuellen Räumen zu beachten?

Quelle: e-teaching.org-Blog Autor: e-teaching.org-Blog

Im Online-Event am 19. Juni um 14 Uhr wird diskutiert, welche Besonderheiten sich in frei zugänglichen virtuellen Räumen des Internets bezüglich digitaler Bildungsressourcen ergeben, mit welchen Konzepten sich Lehrende in diesem Raum sicher bewegen können und welche Rolle Open Educational Resources (OER) dabei spielen können.

14Jun/17

Erschienen: OER-Booklet zum Selbstfalten #oeaustria #oer #cc0

Quelle: Sandra Schön Autor: sansch

Bildschirmfoto 2017-06-12 um 09.02.20.pngIm Rahmen des Open Education Austria Projektes habe ich mit Martin Ebner ein OER-Booklet erstellt mit der Idee, dass man schnell etwas Übersichtliches in der Hand hat. Das Prinzip ist simpel – man druckt sich einfach das A4-Blatt aus und dann muss man es richtig falten 🙂 Damit das mit dem Falten klappt (Lehrer/innen im Primarschulbereich ist das Prinzip meist vertraut) haben wir auch noch ein Video davon gemacht, damit es auch sicher klappt. Viel Spaß damit und wir freuen uns, wenn es weiterverbreitet wird 🙂 – Das Booklet haben wir unter CC 0 veröffentlicht!

[OER-Booklet als .pdf] [OER-Booklet als .odg]

13Jun/17

“Auf der Blockchain können wir das Lernen neu erfinden”

Quelle: weiterbildungsblog Autor: jrobes

Ganz ehrlich, der Beitrag wirft mehr Fragen auf, als dass er Antworten gibt. Es scheint offensichtlich sehr schwer, das Prinzip Blockchain zu beschreiben (oder es zu verstehen …). Okay, es ist eine “neue Technologie, die uns zum ersten Mal wirkliche Peer-to-Peer-Transaktionen ohne Plattform oder Mittelsmann dazwischen ermöglicht”. Hier ahnt man, ich formuliere es mal vorsichtig, Potenzial. Will man nun wissen, wie es wirklich funktioniert, im Alltag und im Kleingedruckten, stolpert man über Sätze wie “Über das Protokoll auf dem Peer-to-Peer-Netzwerk wird per demokratischem Beschluss aller Rechner aus dem Netzwerk über die Transaktion entschieden”. Aha!?

Doch im Interview geht es natürlich auch um Hochschulen und ihre Zukunft. Auch hier kommt das Peer-to-Peer-Prinzip zur Anwendung, denn Hochschulen stellen sich ja heute als Mittler zwischen zwei und mehr Menschen, die voneinander und miteinander lernen wollen. Als zentrale Instanz, die Abschlüsse vergibt, werden sie im Web 3.0 mit Hilfe der Blockchain überflüssig. So die Theorie. Aber vieles, so die Expertin, steckt noch in den Kinderschuhen. Aus meiner Sicht auch die Sprache der Beschreibungen.
Helena Häußler, Interview mit Shermin Voshmgir, Hochschulforum Digitalisierung/ Blog, 7. Juni 2017