Category Archives: Guido Brombach

17Jul/17

Edubarcamp-Kalender

Quelle: Dotcom-Blog Autor: gibro

Ich habe einen abonnierbaren Edubarcamp-Kalender gebaut. Falls ihr ein Barcamp im Bildungsbereich kennt, das ich noch eintragen soll, sagt mir Bescheid. Die Idee geht auf eine Initiative von Jöran zurück, der im vergangenen Jahr im Rahmen vom Podcast JRA alle Edubarcamp Orgas angerufen hat. Die Podcasts geben einen Überblick über die breite Szene von Bildungsbarcamps in Deutschland. 

Im losen Zusammenschluss aller Barcamp-Aktiven wurde der Ruf nach mehr Vernetzung laut. Ich habe deshalb mal diesen Kalender gebaut.

06Apr/17

Metadaten sichtbar machen

Quelle: Dotcom-Blog Autor: gibro

An dieser Stelle ein kleiner Tip für alle Medienpädagog_innen unter euch: Metadaten sind ja immer wieder in der Diskussion. Was ist das überhaupt und was sollte daran schon problematisch sein, reines Nerdgequatsche. Stimmt aber nicht. Metadaten sind eine wirklich interessante Informationsquelle. Sie beantworten im Prinzip viele der klassischen W-Fragen. Dafür ist der Inhalt vollkommen unerheblich, der lenkt meist nur von den eigentlichen Fakten ab:

  • Wer?
  • Wann?
  • Wo?
  • Warum?
  • Was?
  • Wie?
  • Wozu?

Welche davon können allein mit den Metadaten beantwortet werden?

  • Wer?
  • Wann?
  • Wo?
  • Wozu?

Das Wozu wird zwar nicht direkt in die Metadaten geschrieben, ist aber auf der anderen Seite meist einfach herzuleiten, sobald die ersten 3 Fragen geklärt sind.

Aber wo kann man Metadaten sehen?

Alle Kommunikationsdaten müssen Metadaten enthalten, die auch nicht verschlüsselbar sind, weil sonst der Server nicht weiß, wohin er die Daten schicken soll oder was er sonst damit machen soll. In Bildern stecken sie auch drin und nicht zu knapp. Um das zu zeigen haben ich im Seminar die Webseite Jeffrey’s Image Metadata Viewer gezeigt. Dort kann man entweder eine Bilder-URL angeben, oder auch ein Bild zur Analyse hochladen.

Unwissend, was mich erwartet, habe ich zur Demonstration ein Bild von der Webseite des Tagungszentrums, an dem ich arbeite, verwendet. Hier die Webseite: https://www.dgb-tagungszentren.de/hattingen Es ging um das Bild in der Mitte, hier die Bildadresse: https://www.dgb-tagungszentren.de/sites/dgb-tagungszentren.de/dateien/hattingen/material/homberg_0091.jpg Die habe ich dann in Jeffrey’s Metadaten Viewer eingegeben und habe einen ganzen Zoo an Metadaten erhalten. Müsst ihr auch mal machen.

Anschließend habe ich ein Bild von meinem Smartphone bei Jeffrey hochgeladen und habe mir die Exif-Daten angeschaut. Exif ist ein Format zum Speichern von Metadaten in Bildern. Auch darin waren interessante Informationen enthalten. Da steht sogar mit welcher der beiden Linsen in meinem Smartphone ich das Bild aufgenommen habe.

Weitere Tools

Um das im Seminar praktikabler zu machen habe ich mir auch mal diverse Plugins angeschaut. Am besten hat mir EXIF-Viewer gefallen. Ich habe allerdings nur für den Chrome recherchiert, weitere Browserempfehlungen gerne in die Kommentare. Und was man sonst noch so mit Metadaten machen kann kann man bei Immersions bestaunen. Das ist eine Visualisierung deines Mail-Netzwerkes. Wenn du der uni Zugriff auf dein Mailverzeichnis ermöglichst, können sie dir eine beeindruckende Grafik deiner Netzwerke erstellen. Aus der Zeit, in der ich Googlemail genutzt habe, stammt diese Grafik:

Bildschirmfoto 2017-04-05 um 21.33.45.png

Wer das Selbstexperiment von Malte spitz noch nicht kennt oder wieder vergssen hat, dem sei auch noch die Bewegungsdatenanalyse, die die Zeit angefertigt hat, ans Herz gelegt. Und da soll noch mal jemand sagen Metadaten seien nicht interessant.

23Mrz/17

Digitale Medien und Ablenkung

Quelle: Dotcom-Blog Autor: gibro

Ich sprach schon bei BZT drüber. Ich merke an mir, bei dem Schreiben von Texten, wie sehr sich mein Hirn den digitalen Möglichkeiten hingegeben hat. Kopieren, Ausschneiden und Einfügen sind bei allem, was ich tue, überlege, erfinde und konzipiere, also wenn ich als Wissensarbeiter funktioniere, zentrale Konzepte. Wenn ich etwas neues zum Beispiel auf einer Tagung höre, beginne ich es nachzurecherchieren, zu strukturieren, in Zusammenhänge (meine Diigo Outliner) einzubetten und schließlich aufzuschreiben. 

Meine Tochter musste letztens einen längeren Text schreiben. Während ich ihr erklärte, wie ich mich an solche komplexen Aufgabenstellungen mache, wurde mir klar, wie schwer es für mich geworden ist, längere Texte linear von oben nach unten zu schreiben. Ich arbeite häufig steinbruchartig an verschiedenen Absätzen/Kapiteln und häufig wird Geschriebenes mit cut + paste an andere Orte verschoben. 

Ich kann mich nicht mehr an die Zeit erinnern, wo ich Texte linear von oben nach unten schreiben konnte, aber bei meiner Deutsch Abiklausur musste ich es noch gekonnt haben, denn die habe ich komplett auf Papier geschrieben, seitenlang. Heute fällt es mir schwer, Gedanken auf Papier zusammenzuschreiben, weil die Struktur beim Schreiben entsteht und sich verändert. Dafür ist Papier nur bedingt gut geeignet. Outliner bilden exakt die Arbeitsweise ab, die mir beim Strukturieren von Informationen hilft. Hier kann ich ganze hierarchische Bäume verschieben, anderen Strukturen unterordnen oder einfach auch nur in andere Zusammenhänge kopieren. Ich kann beliebig komplex werden und Komplexität sichtbar machen oder verbergen.

Die Außensicht auf das meinen Weg Zusammenhänge hervorzubringen muss sehr chaotisch wirken. Es ist geradezu die Ablenkung, also das Springen zwischen den Kontexten, das mir hilft, Zusammenhänge herzustellen. Was wenn wir in Lernprozessen Menschen zwingen, linear zu lernen, und das tun wir, solange Papier unser Datenträger von Wissen bleibt. Erst die Nutzung digitaler Werkzeuge ermöglicht, alinear zu rezipieren, das wissen wir spätestens seit unseren Untersuchungen zu Hypertexten.

Ich glaube, in der heutigen Schule würde ich mit meiner digitalen Sozialisation untergehen. Vielleicht geht es einigen Kindern genauso?

08Feb/17

Wie ich verstand, das digitale Netze die Bildung revolutionieren werden

Quelle: Dotcom-Blog Autor: gibro

Mir geht es um das Gefühl, das man hat, wenn irgendetwas so fundamental anders ist, als man es bisher gewohnt war. Vor vielen Jahren war Michael Wesch (Kansas State University) der erste mir bekannte Professor, der mit seinen Studierenden zusammen Youtube Videos machte, die in der Lage waren das Missverhältnis von analog und digital in Bilder zu kleiden. Seine Videos haben mir geholfen, den kulturellen Eigenheiten des Digitalen auf die Spur zu kommen. Natürlich habe ich das nicht für mich behalten, sondern es in meinen Seminaren gezeigt (Twitter und Facebook gab es noch nicht). Blöd war nur, dass die englische Sprache für meine Teilnehmenden teilweise schwer zu verstehen war:

Also habe ich mir beigebracht, wie man Untertitel schreibt und welcher Standard in Videos benötigt wird, damit der Text erstens passend zu den Bewegtbildern und zweitens unabhängig von der Videoplattform Youtube abspielbar ist. Anschließend habe ich das Video von Youtube heruntergeladen, meine Textdatei erstellt und später im Seminar in vlc abgespielt, mit synchronen Untertiteln (heute macht Youtube das entweder durch seine KI  automatisch oder gibt dem Nutzenden einen Video-Editor an die Hand).

Später dann, in einem Moment des Übermuts, habe ich die E-Mail Adresse von Michael Wesch gesucht, und ihm eine Mail geschrieben und den Untertitel angehangen. 2 Tage später schrieb er zurück, dass er die Untertitelung seinem Video auf Youtube hinzugefügt hätte und bis heute klebt dort meine deutsche Übersetzung unter dem Video.

Es wurde mir klar…

  • wie einfach es ist, vor allem mit den großartigen Menschen auf diesem Planeten in Kontakt zu kommen.
  • wie einfach es ist, sich Fähigkeiten anzueignen und
  • wie schnell man das selbst angeeignete auch wieder vergisst und wie unproblematisch das ist.
  • wie motivierend es ist, nicht nur mein Seminarproblem gelöst zu haben, sondern wahrscheinlich auch vielen Anderen geholfen zu haben.
  • dass das Netzwerk schon da war, aber ich bis dahin nie auf die Idee gekommen wäre es auf diese Art zu nutzen
  • das ich am besten lernen kann, wenn es mit aktivem Tun verbunden ist und wie häufig ich das auch schon vorher getan hatte, ohne es explizit als Lernen bezeichnet zu haben.
  • das Lernprozesse bei mir dann gut funktionieren, wenn sie ein Problem für mich lösen und wie selten Lernprozesse das in der Vergangenheit taten.
  • wie unerlässlich die digitalen Netze sind, um das “Gelernte” (das Objekt am Ende des Lernprozesses) mit anderen zu teilen.
  • wie universell die Maschine (Computer/digitale Netze) ist, um durch sie zu lernen

Aber das wohl bekannteste Video von Michael Wesch ist dieses hier über Hypertexte:

Aber dazu vielleicht mehr in einem anderen Blogpost.

21Dez/16

Seminarplanungstools

Quelle: Dotcom-Blog Autor: gibro

Für die pädagogischen Planungen meiner Seminare arbeite ich schon seit Jahren mit Tabellen, in denen ich die Zeiten, Themen, Materialien und Bemerkungen/ToDos festhalte. Seitdem ich fast ausschließlich auf digital vorliegendes Material zurückgreifen kann, ist das besonders effizient. Die lokal erstellten Tabellen sind im Laufe der Jahre ins Netz gewandert. Dort ist es vor allem Google Docs, dass mich bei der kollaborativen Planung von Seminaren unterstützt.

Natürlich ist das Google Doc auch prima dazu geeignet, Teile eines Seminars in ein anderes zu integrieren, also digitalen Errungenschaften wie cut, copy, paste zu nutzen. Das Problem ist nur die fremde Plattform. Durch Google Drive habe ich aber zumindest das Gefühl, dass die Daten auch auf meiner eigenen Infrastruktur abgespeichert werden. Es bleibt aber ein latentes Unwohlsein. Ich bekomme immer wieder die volle Wucht der Plattform zu spüren und in sofern muss vor allen dingen die kritische Infrastruktur und dazu gehört ohne Zweifel die Seminarplanung, wenn man eigentlich nichts anderes macht, als Seminare zu planen und auf dieser Basis auch durchzuführen, die dauerhafte Suche nach einer alternativen selbstgehosteten Infrastruktur. 

Vor ein paar Wochen kam dann Ralf Appelt mit Trainedon (Ein Einladungslink, der auch meier Freischaltung für Premiumfunktionen zugute kommt) um die Ecke. Für einen gemeinsamen Workshop haben wir es ausprobiert und im Gegensatz zu einer einfachen Tabelle kommt das Tool als mehrdimensionale Datenbank daher. Die einzelnen Elemente können während des Seminars hin und her geschoben werden. Die veranschlagten Zeiten werden mit berücksichtigt und zeigen dir immer an, ob eine Umplanung im Seminarverlauf zeitlich passen würde. Man kann sich Materiallisten ausgeben lassen, man kann natürlich kollaborativ arbeiten. Ihr könnt eine Seminarteilebibliothek anlegen, die ihr mit anderen austauschen könnt, um eure Seminare umzustricken:

Hier noch ein Video, damit ihr euch genauer vollstellen könnt, was Trainedon tut:

Das ist allerdings so schlimmer als Google Doc, weil es ausser pdf keine Exportschnittstelle gibt. Wer sich also auf Trainedon einläßt und nicht mit der Plattformpolitik zurecht kommt muss sämtliche Arbeit dort hinterlassen und kann nichts mitnehmen. Das kann keine Lösung sein! Es muss doch kaufbare Lösungen geben, die analog zu Trainedon funktionieren, sich aber auf meinem Computer/einem Server installieren lassen um dort die Seminarplanung kollaborativ zu bearbeiten. Ich bin für jeden Tip dankbar!

20Sep/16

Diigo und mein Wissensmanagement

Quelle: Dotcom-Blog Autor: gibro

In regelmäßigen Abständen habe ich in den letzten Jahren, immer mal wieder meine Personal Learning Environment (PLE) vorgestellt. An dieser Stelle wär mal wieder ganz dringend ein Update erforderlich, aber ich merke wie zentral in den letzten Wochen Diigo für mich geworden ist. Deshalb habe ich mich entschieden zwei Artikel zu veröffentlichen einen in dem ich meine Workflows in Diigo erkläre und einen zweiten, später, in dem ich den Rest meiner Lernumgebung aufzeige.

Diigo hat in den letzten Monaten einige wichtige strategische Entscheidungen für die Weiterentwicklung ihrer Plattform getroffen. Eine davon war, die Netzwerkfunktionen ein wenig zurückzunehmen und dafür das individuelle Wissensmanagement mit weiteren Features anzureichern.

Seit ca. 4 Jahren bin ich bereit für den Dienst jährlich knapp 30 € zu bezahlen. Diigo selbst benutze ich sicherlich schon deutlich länger. Es war allerdings auch immer klar, dass Wissensmanagement hochgradig individualisiert ist. Die Community-Funktionen habe ich deshalb immer nur benutzt, um einen Feed für meinen Feedreader bereitzustellen, der mir alle Webseiten anzeigt, die meine befreundeten Nutzer_innen bei Digo gemeldet hatten. Ansonsten habe ich für mich selbst gesammelt und sortiert. Umso erstaunter war ich, dass es Diigo nie gelungen ist, eine vernünftige App umzusetzen, die die Funktionen der Webseite abbilden konnte. In dieser Hinsicht waren andere Wissensmanagementsysteme immer deutlich besser zu nutzen. Evernote hatte zum Beispiel von Beginn an eine akzeptable App, mit der es möglich war, auch mobil komfortabel zu arbeiten.

Zusammen mit dem Richtungswechsel von Community zu Individualisierung wurden eine Reihe neuer Funktionen gelauncht, von denen ich im Nachhinein einige als revolutionär bezeichnen würde. Natürlich waren manche Entscheidungen auch von zu viel Aktionismus geprägt, darunter fiel zum Beispiel die erste Version der Annotierbarkeit von PDFs. Diigo musste sich immer dem direkten Vergleich zu Evernote stellen und dort war das annotieren von PDFs von Beginn an ausgereift und durchdacht (wenig bis keine Abstütze, Reduktion auf die nötigsten Funktionen, aufbereitete Zusammenfassung aller Annotationen am Anfang des PDFs, Downloadbar inkl. aller Annotationen …).

Aber kommen wir vielleicht mal zu den nützlichen Funktionen, die Diigo für mein Wissensmanagement und darüber hinaus für meine Seminarvorbereitungen leistet.

Annotation

Ich persönlich bin begeistert von Annotationssystemen. Im Zusammenhang mit der universitären Lehre hatte ich dazu auch mal von einem interessanten Experiment berichtet. Wenn also Unterstreichungen zu einem gelesenen Artikel vorliegen, wird die spätere Rezeption desselben Artikels um ein vielfaches beschleunigt. So ist es möglich, mit dem Text verknüpftes Wissen zu einem beliebigen späteren Zeitpunkt zu reaktivieren. Und das ist nicht nur eine theoretische Annahme, sondern entspricht meiner täglich gelebten Praxis.

Ich arbeite bei Digitalen Unterstreichungen nur mit einer Farbe und in den seltensten Fällen mit hinzugefügten Notizen.

Outliner

Lange Zeit hat Diigo, genauso wie alle anderen Akteure im Wissensmanagement, auf Kategorisierung und Verschlagwortung gesetzt. Für den Anfang konnten so die Erwartungen an Sortierfunktionen erfüllt werden. Die Kategorisierung ist jedoch in einem Wissensmanagement nicht zielführend, weil es immer mehr als einen Zusammenhang gibt, dem ein Informationsfragment zugeordnet werden können muss. Kategorien bilden darüber hinaus ein in sich geschlossenes System ab. Soll eine neue Kategorie hinzugefügt werden, muss in der Regel der Rest des Kategoriensystems angepasst werden. Und damit sind alle Knoten und Verbindungen des System zur Kategorie auch wieder in Frage gestellt. Das heißt, Kategorisierung ist relativ resistent gegen den Umbau der bestehenden Ordnung.

Diigo hatte deswegen vor einigen Monaten parallel zu den Kategorien Outliner bereitgestellt. Outliner sind für sich genommen ein universelles Sortiersystem, indem Informationen hierarchisch angeordnet werden. Outliner sind nichts anderes als Listen, die ineinander verschachtelt sind. Jede Unterliste bildet eine eigene Ordnung ab und lässt sich mit einem Klick ein und ausblenden.

Die gefundenen und annotierten Webseiten können nicht nur einem Outliner hinzugefügt werden, sondern direkt mehreren. Später hinzugefügte Outliner können einer komplett anderen Sortierlogik folgen und darunter lassen sich wiederum die bereits gefundenen Informationen neu anordnen. So lassen sich an die jeweiligen Bedarfe angepasst immer wieder neue Wissensysteme mit dem bestehenden Informationen bereitstellen. Damit wird auch die Mehrfachverwendung eines Inhaltes in ganz neuen Zusammenhängen möglich.

output_vyn8tqIch habe zum Beispiel zu jedem meiner Seminar einen Outliner erstellt. Wenn ich Artikel lese, überlege ich, in welchen Outliner ich ihn sortiere. Der Outliner selbst besteht allerdings nicht nur aus den gelesenen Webseiten, sondern auch aus editierbaren Listen, die dem Seminarplan entsprechen. Jedem Thema kann ich dann die annotierten Webseiten oder Podcasts oder Youtube-Video unterordnen.

Ich habe allerdings jenseits dieser Ordnung einen sehr großen Outliner mit Webtools, die ich entweder selbst ausprobiert habe oder empfohlen bekommen habe. Der Outliner ist als Sortierkonzept erstmalig universell und kann beliebig erweitert werden.

Da Diigo gerade seine Plattform auf neue Füße stellt, sind die Outliner noch komfortabler geworden. Es gibt erweitere Tastaturkürzel für die Sortierung der Outliner, Volltextsuche in einem Outliner und komfortable Möglichkeiten und die vorhandene Diigobibliothek nach Artikel abzusuchen, die zu Outlinern hinzugefügt werden sollen.

Was die Outliner nicht leisten ist gleichzeitig mit verschiedenen Menschen an ihnen zu arbeiten. Kollaboration ist, wie gesgat, zur Zeit keine Funktion, an der Diigo arbeitet.

Diigo App

In der Zwischenzeit sind eine ganze Reihe an Diigo Apps erschienen aber alle bisherigen sind nicht zu gebrauchen. Deshalb hier noch einmal die Links zu den Apps der beiden größten App Stores: iOS und Android.

Im Folgenden kann ich natürlich nur über die iOS App sprechen. Die Funktionen sind im Vergleich zur Webseite extrem abgespeckt, was der Benutzung aber keinen Abbruch tut. Es ist eh so, dass sich die mobile Nutzung von der auf der Webseite, zumindest in meinem Fall, deutlich unterscheidet: Während ich im Web eher sortiere, arrangiere oder suche, nutze ich die mobile Version vor allem zum Lesen und Annotieren.

Noch vor einigen Wochen unterschied Diigo zwischen gelesen und ungelesen. Daraus ist jetzt ein Star und Unstar geworden. Hier sieht man vielleicht, es ist nicht alles Gold was glänzt. Ein Usability-Fehltritt, der in der Summe aber nicht ins Gewicht fällt.

Mit der App wurde aber auch eine Weiterleite- Funktion ins Betriebssystem integriert. Deshalb ist es nicht mehr notwendig, dass Browser oder Feedreader zwangsläufig nach Diigo weiterleiten können. Das lässt sich jetzt, neuerdings, dank der App, über das iOS Weiterleitungmenü lösen.

Die App selber bringt eine Readlater-Funktion mit, in der die Webseite auf den reinen Text reduziert wird. So lassen sich noch zu lesende Artikel in Diigo sammeln. Immer wenn es die Zeit erlaubt, kann ich dann einen Artikel aus der Leseliste auswählen und beim Lesen direkt annotieren. Ehrlich gesagt lese ich seitdem wieder vielmehr Blogs. Ich kann mir sicher sein, dass es nicht nur dem Zeitvertreib dient, sondern innerhalb der Diigo Bibliothek in meinen unterschiedlichen Zusammenhängen Anwendung finden wird, weil ich mich auf einen Vortrag, einen Podcast oder ein Seminar vorbereite.

Die Suche

Gesucht werden kann im Titel, in den Schlagwörtern, den Annotationen oder in der URL. In der Preview auf die neue Version kann man auch schon eine Volltextsuche durchführen. Vor allem die Volltextsuche kommt mir sehr entgegen. Wer auf der Suche nach Artikeln zu einem bestimmten Thema ist, möchte nicht nur das offensichtliche finden, sondern auch die versteckten und vergrabenen Artikel, die sich nicht über den Titel matchen lassen. Es schließt mir so auch die Artikel wieder auf, die ich damals aus Faulheit zwar bei Diigo integriert hatte, die ich aber weder verschlagwortet, noch annotiert hatte. Es wird alles gefunden, was die persönliche Datenbank hergibt. Und das funktioniert, soweit ich das bisher beurteilen kann sehr gut.

Fazit

Diigo hat sich zu einem beeindruckenden Werkzeug gemausert. Dank der App, fällt die Nutzung von Instapaper als Readlater App damit weg. Ebenso das Erstellen eines Seminarverzeichnisses. Alles was verlinkbar ist, wird bei Diigo abgelegt, Verschlagwortet, annotiert und zum Schluss einem Outliner zugeordnet.

PDFs werden nach wie vor bei Evernote gespeichert und annotiert. Eine zufriednestellende Lösung für eine Zusammenführung der beiden Dienste habe ich noch nicht gefunden. Als Brückentechnologie nutze ich die Evernotelinks, um sie in meine Diigo Outliner zu integrieren.