Category Archives: Jochen Robes

18Jan/19

Arbeiten und Lernen 2025: Was tun wir eigentlich?

Quelle: Weiterbildungsblog Autor: jrobes

Karlheinz Pape verbindet das Motto des nächsten Corporate Learning Camps in Hamburg (#CLC19HH) am 28./29. März 2019 gleich mit einem Appell an uns Corporate Learning Professionals: Denn unsere Kompetenzen und unsere Kompetenzentwicklung bilden wesentliche Voraussetzungen, um das Motto des Camps in der Praxis umsetzen zu können. Und er schiebt gleich einige Fragen nach, zum Beispiel:

  • Wenn die Vernetzung der Mitarbeiter über Abteilungs- und Bereichsgrenzen hinweg ein zentrales Unternehmensziel ist, wie steht es um unsere eigene Vernetzung, und was tun wir, um das Lernen in Netzwerken zu fördern?
  • Und wenn die Arbeit in selbstorganisierten, agilen Teams immer wichtiger wird, wie steht es eigentlich um die Agilität der Teams in Corporate Learning?

Die Liste der Fragen geht weiter. Einige Fragen hat das Team von Ottobock vor einigen Wochen in vier Kompetenz-Cluster für Corporate Learning Professionals sortiert. Hier können Interessierte den Ball direkt aufnehmen. Oder in Hamburg.
Karlheinz Pape, Corporate Learning Community, 17. Januar 2019

17Jan/19

The MOOC pivot

Quelle: Weiterbildungsblog Autor: jrobes

Um welchen „Schwenk“ geht es hier? MOOCs sind ja 2012 angetreten, die Hochschulbildung zu revolutionieren und sie in alle Ecken dieser Welt zu tragen (okay, zumindest dorthin, wo Internetanschluss zur Verfügung steht). Heute sieht das Geschäftsmodell der Anbieter etwas nüchterner aus: „… helping universities outsource their online master’s degrees for professionals“.

Um besser nachvollziehen zu können, was zu dieser Entwicklung geführt hat, haben sich die Autoren die Daten der edX-Plattform und unzähliger Kurse der letzten Jahre angeschaut. Ihre Erkenntnisse:
„The vast majority of MOOC learners never return after their first year, the growth in MOOC participation has been concentrated almost entirely in the world’s most affluent countries, and the bane of MOOCs – low completion rates – has not improved over 6 years.“

Das hat dazu geführt, dass sich die MOOC-Anbieter ganz auf zahlungskräftigere Lerner konzentrieren. Für die Hochschulen sind sie als Outsourcing-Partner attraktiv, weil sie ihre Prozesse skalieren und automatisieren können und damit preiswerter als etablierte Anbieter wie Pearson sind. Natürlich bedingt das Geschäftsmodell, dass die entsprechenden Kurse nicht mehr frei verfügbar im Netz stehen. Und deshalb taucht auch der Begriff „MOOC“ in der neuen Welt immer seltener auf …
Justin Reich und José A. Ruipérez-Valiente, Science, Vol. 363, No. 6423, Seite  130-131 (via Researchgate) 

Bildquelle: Science, 11. Januar 2019, Vol 363, Issue 6423

16Jan/19

Beyond the Industrial Revolution education model: Sal Khan on training and skills in the 21st century

Quelle: Weiterbildungsblog Autor: jrobes

Derzeit hilft die Khan Academy mit ihren Online-Tools, Lücken zu schließen, die das Bildungssystem nicht schließen kann bzw. will. Als persönlicher Nachhilfelehrer, Tutor oder Coach der Lernenden. Aber eigentlich möchte Salman Khan mehr. Er möchte Schulen und ein Bildungssystem, in dem die Lernenden in ihrem eigenen, individuellen Tempo lernen. Also hat er 2014 die Khan Lab School gegründet, „a mastery-based, student-centered model“. Natürlich im Silicon Valley. Und damit steht das Experiment in einer Reihe philantropischer Bildungsprojekte amerikanischer IT-Größen.

Ansonsten: „The founder of online-learning not-for-profit Khan Academy shares what an era of automation and artificial intelligence means for education.“
Rik Kirkland, Interview mit Salman Khan, McKinsey, Januar 2019

Bildquelle: Kevin Krejci (flickr, CC BY 2.0)

15Jan/19

Sehr geehrter Herr Heilmann, …

Quelle: Weiterbildungsblog Autor: jrobes

Joachim Sucker hätte am 30. Januar nach Berlin fahren können, um an einer Expertenrunde teilzunehmen, die sich mit MILLA, der Bildungsidee (auch: „Weiterbildungswende“) der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, auseinandersetzt. Eingeladen hat ihn der Abgeordnete Thomas Heilmann, einer der MILLA-Initiatoren. Eingeladen, obwohl oder weil Joachim Sucker sich kritisch über die Idee einer zentralen Lernplattform geäußert hat? Jedenfalls hat er die Einladung abgelehnt, und die Absage gleich öffentlich gemacht. Die Lektüre kann ich nur empfehlen.

Joachim Sucker ist übrigens gerne bereit, eine andere Frage zu diskutieren: „Wie können wir mit einem Einsatz von jährlich 3 Mrd. € das Ziel einer Teilhabe und Zukunftssicherung in der digitalisierten Gesellschaft auf eine sehr breite Basis stellen? Diese Frage würde ich öffentlich stellen und einen Ideenwettstreit, an dem am Ende die Gesellschaft als Gewinner dasteht, ausrufen.“

Da wäre ich auch dabei.
Joachim Sucker, allesauszucker, 14. Januar 2019

Bildquelle: Pexels (pixabay, CC0)

15Jan/19

10 things you need to know to before you buy or build a chatbot

Quelle: Weiterbildungsblog Autor: jrobes

Während andere noch grübeln, was Chatbots sind oder was sie leisten können, wenn es um Lernprozesse geht, ist Donald Clark schon einen Schritt weiter. Er hat gleich eine kleine Checkliste für die geschrieben, die mit dem Einsatz von Chatbots liebäugeln und dafür die Unterstützung eines entsprechenden Anbieters suchen. Die Liste umfasst Dinge, die man beachten sollte (domain knowledge, voice, natural language processing), aber vor allem die Botschaft: realistisch bleiben!

„We are only at the start of the use of chatbots in learning. The trick is to play around with all of the demos online, before you start.“
Donald Clark, Donald Clark Plan B, 10. Januar 2019

Bildquelle: John Jackson (Pexels)

11Jan/19

Innovating Pedagogy 2019

Quelle: Weiterbildungsblog Autor: jrobes

Die Open University UK gibt einen jährlichen Report heraus, „Innovating Pedagogy“, der neuen Formen des Lehrens und Lernens auf der Spur ist. Dem Horizon Report nicht unähnlich, aber etwas weniger technologisch, mehr pädagogisch orientiert. Kernstück des Reports sind zehn Innovationen, denen ein nachhaltiger Einfluss auf das Bildungsgeschehen zugeschrieben wird.

Ein schönes Zitat von Stephen Downes unterstreicht den Blickwinkel der AutorInnen: „… the core of learning is found not in what is defined in the curriculum, but in how teachers help students discover new possibilities from familiar things, and then from new things.”

In dieser siebten Auflage werden folgende Innovationen hervorgehoben:

  1. Playful learning
  2. Learning with robots
  3. Decolonising learning
  4. Drone-based learning
  5. Learning through wonder
  6. Action learning
  7. Virtual studios
  8. Place-based learning
  9. Making thinking visible
  10.  Roots of empathy

Die AutorInnen betonen, dass einige Innovationen, z. B. playful learning, bereits eine längere Geschichte haben (und trotzdem hat sich etwas entwickelt, das es wert ist, sie in diese Liste aufzunehmen). Viele nützliche Links ergänzen die kurzen Beschreibungen.
Ferguson, R. u.a., Open University, 2. Januar 2019

09Jan/19

Wie der Fußball im Thermomix unsere Zukunft rettet

Quelle: Weiterbildungsblog Autor: jrobes

Wie sehr viele Akteure auf zukunftsweisende Beiträge der Politik zur Weiterbildung gewartet haben, zeigt sich daran, dass auch in der Weihnachtspause weitergedacht und -geschrieben wurde. Von Joachim Sucker zum Beispiel. Aber so richtig begeistern kann auch ihn MILLA nicht. Er sieht hier jedenfalls keine Impulse oder Konzepte, um das Interesse am lebenslangen Lernen im großen Stil zu entfachen.

„Was bleibt: Eine langersehnte Initiative aus der Berliner Politik. Dafür ist in jedem Fall zu danken. Gedanklich passend für die Jahrtausendwende ist sie 2018 vom Ansatz her nicht mehr relevant. Neues Interesse an Weiterbildung zu wecken kann nicht über eine Datenbank erfolgreich sein. Bei aller Kritik ist dieser Schritt mutig und sollte zum Anlass für weitere Debatten genommen werden.“

Und wenn ich schon mal dabei bin, hole ich gleich ein Versäumnis nach: Denn Markus Deimann hatte bereits im November darüber geklagt, dass beim Stichwort Bildung alle nur reflexartig an eine zentrale, nationale Lernplattform denken („Und täglich grüßt die Super-Plattform“). Zuerst die „Schulcloud“, dann die „nationale Plattform für digitale Hochschullehre“ und jetzt MILLA, das „Bildungs-Netflix“:

„Allen drei Plattformbeispielen ist gemeinsam, dass sie Menschen in einen abgeschlossenen virtuellen Raum einsperren wollen. Dies ist das genaue Gegenteil von dem, wie man sich ursprünglich die digitale Gesellschaft vorgestellt hat.“

Joachim Sucker, allesauszucker, 4. Januar 2019

Bildquelle: Pexels (pixabay, CC0)

08Jan/19

Community Canvas: Am Beispiel CLC

Quelle: Weiterbildungsblog Autor: jrobes

Zuerst: Was ist ein Community Canvas? Im Kern ist es eine Vorlage, um systematisch Communities zu entwickeln, zu analysieren oder zu verbessern. Er erinnert nicht zufällig an den Business Model Canvas und ist in drei Sektionen (identity, experience, structure) und 17 Themen aufgeteilt. Wenn ich es richtig sehe, ist der Canvas von Fabian Pfortmüller, Nico Luchsinger und Sascha Mombartz entwickelt worden und wurde dann auf dem letzten CommunityCamp in Berlin von Tanja Laub vorgestellt. Sie hat auch in einem längeren Blogbeitrag einige „erkenntnisleitende“ Fragen für die einzelnen Sektionen und Themen des Canvas zusammengestellt.

Bildquelle: https://community-canvas.org, CC BY-NC-SA 4.0

Karlheinz Pape hat dann gleich die Corporate Learning Community (CLC) einem Lackmustest unterzogen. Der Canvas, so seine Einschätzung, bietet einige nützliche Hinweise, um über Aufbau und Austausch in der Community nachzudenken. Ganz oben steht aber die Frage: Ist die CLC überhaupt eine klassische Community bzw. will sie eine sein?

Nimmt man sich die Kriterien für Communities und Netzwerke vor, die sich in den letzten Jahren (Wenger, Jarche) herausgebildet haben, so liegt die CLC derzeit zwischen beiden Strukturen: Sie ist informeller und offener als eine Community (of Practice), aber formaler als ein Netzwerk von Personen, die sich über ein gemeinsames Thema austauschen. Punkt.
Karlheinz Pape, Corporate Learning Community, 3. Januar 2019

Bildquelle: https://community-canvas.org, CC BY-NC-SA 4.0

08Jan/19

The Business of ‚Ed-Tech Trends‘

Quelle: Weiterbildungsblog Autor: jrobes

Das passt zu den vielen Trendberichten (und ist vielleicht die letzte Übersicht, die uns Audrey Watters schreibt!): Wie schon in den Jahren zuvor, hat sie wieder einen kritischen Blick auf Ed-Tech geworfen, also die Investitionen in Educational Technology bzw. Bildungstechnologien. Hier ihre wichtigsten Beobachtungen:

  • „… it was another record-setting year for ed-tech investment: Investment dollars: $4.46 billion“
  • „The most well-funded types of education company this year were those who offered tutoring. Tutoring, to be clear, here mostly means test prep.“
  • „Of the twenty some-odd tutoring companies that raised funding this year, ten were Chinese.“
  • „The industry’s fixation on “the future of learning” certainly seems to prevent many people from taking a good look at the past.“
    Zum Beispiel MOOC-Anbieter Udacity: „This year, Udacity ended its money-back guarantee. It upped the price of its “nanodegrees.” (Its MOOC competitor edX also announced this year that many of its courses would no longer be free.) Udacity laid off about a quarter of its staff mid-year. And its CEO stepped down.“
  • „The connections between tech and authoritarianism became a lot more obvious this year, I’d hope.“
  • The Business of Education Philanthropy: „… billionaires – tech billionaires and otherwise – all seem convinced that through their philanthropic efforts they can reshape education, reshape how education is funded and what is taught.“
    Aber: „… philanthropy is no substitute for not paying your taxes.“

Wie an anderer Stelle schon gesagt: Wenn Audrey Watters Analysen künftig fehlen werden, entsteht eine riesige Lücke!
Audrey Watters, Hack Education, 31. Dezember 2018

08Jan/19

A Whole New World (of Learning)

Quelle: Weiterbildungsblog Autor: jrobes

„While I hate to say it, the end of the LMS as we know it is coming.“ Keine neue Story, die Josh Bersin hier zum Jahresbeginn erzählt, aber sie rückt die Perspektiven und Prioritäten noch einmal zurecht. Systeme, so die Botschaft, die das Erfüllen regulatorischer Anforderungen unterstützen, die Erinnerungen an Mitarbeiter und Führungskräfte verschicken, bestimmten Aufgaben nachzukommen, gehören ins Backoffice. Auch ein LMS. Immer mehr Unternehmen scheinen dies zu erkennen.

via Andreas Wittke (@onlinebynature)

„What most companies are doing now is simply “starving investment” in the LMS so they can spend their money on learning experience platforms, new content libraries, advanced VR and microlearning systems, and tools that help people share video and other types of information, collaborate and implement performance support. … Let’s all get excited about the new world of learning, which I call “learning in the flow of work.” That’s where this world is going, and that’s where the new investment will be.“

Josh Bersin, Chief Learning Officer, 3. Januar 2019

Bildquelle: Luca Upper (Unsplash)