Category Archives: Jochen Robes

25Jun/19

Der maschinelle Weg zum passenden Personal. Zur Rolle algorithmischer Systeme in der Personalauswahl

Quelle: Weiterbildungsblog Autor: jrobes

Man muss kein Prophet sein, um vorauszusagen, dass algorithmische Systeme zukünftig in allen Bereichen des Personalmanagements eingesetzt werden. Am intensivsten, wen wundert’s, wird ihr Einsatz in der Personalauswahl diskutiert. Insofern lohnt der Blick in diese Studie, denn die Fragen, Chancen und Risiken, die mit dem Einsatz von Algorithmen verbunden sind, werden sich auch in Personalentwicklung und Weiterbildung stellen. Die Bertelsmann Stiftung beschäftigt sich ja an verschiedenen Stellen mit dem Thema KI und Algorithmen. In diesem Kontext von Projekten, Workshops und Diskussionsrunden ist auch der vorliegende einführende Überblick entstanden.

Was bietet die Studie nun? Sie umfasst folgende Kapitel: 1. Automatisierung im Personalwesen: Anwendungsbereiche und Beispiele, 2. Chancen und Risiken algorithmischer Systeme im Personalwesen, 3. Transparenz und Nachvollziehbarkeit, 4. Veränderungen im Berufsbild Personaler.

Als Teaser einige Stichworte aus den Kapiteln: „Wettrüsten“ von Bewerber:innen und Recruiter:innen; Qualitätssiegel für Recruiting-Algorithmen; „ein schlechter automatisierter Prozess bleibt ein schlechter Prozess …“ (S. 13); „algorithmische Systeme sind von Menschen gemacht und somit nie fehlerfrei“ (S. 15); „Personaler, macht euch auf, die Algorithmen zu verstehen!” (Aufruf eines Workshop-Teilnehmers, S. 23).

Und ein kurzes Zitat mit unmittelbarem Bezug zur Personal- und Organisationsentwicklung: „Wenn die richtigen Mitarbeiter:innen gefunden sind, haben die Algorithmen ihren Job im Personalbereich noch nicht getan. Auch für Personal- und Organisationsentwicklung wird Software zunehmend an Bedeutung gewinnen. Zwei Beispiele: Peakon14 etwa misst, wie zufrieden und wie produktiv Mitarbeiter:innen auf ihren aktuellen Stellen sind und macht Vorschläge für Verbesserungsmaßnahmen. Tandemploy15 wiederum hat sich auf die effektive Vernetzung und Teamzusammensetzung innerhalb von Unternehmen spezialisiert.“ (S. 12)
Tobias Knobloch und Carla Hustedt, Bertelsmann Stiftung (Hrsg.), Juni 2019

21Jun/19

openSAP – The Numbers Behind the Courses

Quelle: Weiterbildungsblog Autor: jrobes

Auf der Webseite heißt es: „Seit 2013 bietet openSAP kostenlose MOOCs (Massive Open Online Courses) für alle an, die daran interessiert sind, sich zu den neuesten Innovationen der SAP auszubilden und zu lernen wie man im digitalen Zeitalter besteht.“ Clemens Link hat jetzt in einem Beitrag einige Daten zur Nutzung von openSAP veröffentlicht. Wir erfahren zum Beispiel, dass im Mai 2019 über 820.000 Lernende auf openSAP angemeldet waren. Er präsentiert aber darüber hinaus auch Überlegungen zur MOOC-Statistik, etwa zur Frage, auf welche Nutzergruppe sich die berühmten „completion levels“ beziehen sollen: auf alle, die sich für einen Kurs angemeldet haben (aber nie den Kurs gestartet haben), oder nur auf die aktiven Nutzer oder … Dieser Teil ist dann eher für den inneren Kern der MOOC-Community.
Clemens Link, SAP Community Blogs, 20. Juni 2019    

21Jun/19

Vom Unbehagen mit „den Bibliotheken‟ von Aat Vos

Quelle: Weiterbildungsblog Autor: jrobes

Sind die neuen Bibliotheken vielleicht gar nicht so offen, wie alle meinen, sondern vor allem für den Geschmack einer gut-situierten Schicht gebaut? Ähneln sie nicht alle höherpreisigen Coffeeshops und Co-Workingspaces? Braucht es für die Entwicklung von Bibliotheken vielleicht etwas weniger Design und Design Thinking und etwas mehr Soziologie bzw. den soziologischen Blick?

Diese und weitere Fragen stellt der Bibliothekswissenschafter Karsten Schuldt. Das laute Nachdenken führt ihn zu Pierre Bourdieu, Henri Lefebvre, Jürgen Habermas und Ray Oldenburg. Lesenswert!

„Zusammengefasst: Ich habe ein grossen Unbehagen mit den neu gebauten Bibliotheken, die aktuell durch die bibliothekarischen Publikationen als neu und zukunftsweisend gereicht werden. Und mit etwas Theorie scheint mir das Unbehagen mehr als eine rein subjektive Abneigung. Mir scheint sogar, ungewollt aber doch real, hat man hier Räume gebaut, die noch mehr ausgrenzen, als man das schon von „langweiligen Bibliotheksräumen‟ vermutet hat. Stimmt das? Das müsste empirisch überprüft werden. (Aber man kann es erst überprüfen, wenn man den Verdacht äussert und zeigt, wieso es so sein könnte – was ich hier versuche.)“ (via Joachim Sucker)
Karsten Schuldt, Bibliotheken als Bildungseinrichtung, 19. Juni 2019

Bildquelle: geralt (pixabay)

20Jun/19

Can Khan Academy Scale to Educate Anyone, Anywhere?

Quelle: Weiterbildungsblog Autor: jrobes

Die Case Study-Methode ist ja das Herzstück von Harvard. Bill Sahlman hat jetzt eine Case Study über die Khan Academy geschrieben, gegründet 2007 von Salman Khan und eine der erfolgreichsten Lernplattformen weltweit. Ihre Mission: „… to provide a free world-class education for anyone, anywhere.“ Es ist die zweite Case Study über die Khan Academy. Die erste wurde 2012 veröffentlicht, und die zweite beschäftigt sich mit der Entwicklung eines kleinen Teams von enthusiastischen Pionieren, allen voran Salman Khan, zu einer Company mit 180 Mitarbeitern. Kurz: Es geht um „Scaling“, um strategisches Handeln und die Einführung von Strukturen und Prozessen. Dafür kam Ginny Lee an Bord, erfolgreiche Managerin in einem Software-Unternehmen.

Die Case Study kostet 8,95 Dollar, aber das ausführliche Interview mit Bill Sahlman steht als Text und Podcast offen im Netz.
Brian Kenny, Interview mit Bill Sahlman, Harvard Business School Working Knowledge, 18. Juni 2019

19Jun/19

Search engines as research tools, yay or nay?

Quelle: Weiterbildungsblog Autor: jrobes

Der Beitrag gehört zweifelsohne in die Rubrik „digitale Kompetenzen“. Verschiedene Punkte werden sortiert: Googlen wir, um schnell Informationen zu erhalten oder um systematisch Wissen aufzubauen? Während in der analogen Welt hier Bibliotheken eine wichtige Aufgabe in der Systematisierung von Ressourcen übernehmen, liefern online SEO und SEM die bestimmenden Kriterien für die Präsentation von Ergebnissen. Die Aufgaben für Lehrende: Kritisches Denken vermitteln und an Tools zur Recherche wissenschaftlicher Quellen erinnern.
Sofía García-Bullé, Observatory of Educational Innovation,  Tecnológico de Monterrey, 12. Juni 2019

Bildquelle: Christian Wiediger (Unsplash)

18Jun/19

Individuelles Engagement sichtbar machen: das HFDcert als Modell – #CLSprint am 28.06.2019

Quelle: Weiterbildungsblog Autor: jrobes

Mein Interesse am HDFcert des Hochschulforum Digitalisierung habe ich an dieser Stelle ja schon kundgetan. Und da wir gerade dabei waren, die nächste Ausgabe unserer CLSprints zu planen, habe ich Yasmin Djabarian vom HFD dafür gewinnen können, uns in diesem Rahmen das Konzept „HFDcert“ einmal näher vorzustellen und von den Erfahrungen der ersten Monate zu berichten. Am Freitag, den 28. Juni, um 13:00 Uhr, ist es soweit. Eine Online-Session. Um zahlreiches Erscheinen wird gebeten!
Jochen Robes, Corporate Learning Community, 18. Juni 2019

18Jun/19

4 Takeaways from EMOOCs 2019

Quelle: Weiterbildungsblog Autor: jrobes

Laurie Pickard war auf der EMOOCs 2019 in Neapel und hat ihre Eindrücke festgehalten. Man muss nicht groß zwischen den Zeilen lesen, um zu erfahren, dass sie eigentlich keine Nachrichten zu erzählen hat. Übereinstimmende Botschaften in den Keynotes („striking similarities among the addresses“), eine gemeinsame Vision („scaled online learning“), ähnliche Geschäftsmodelle („MOOC platforms have also converged on a common business model“) und dann noch die Tatsache, dass sich die Anbieter unter einem Label versammeln, das sie sich selbst schon lange nicht mehr zuschreiben.

„Already, the term “MOOC” seems a bit quaint. Most MOOCs are no longer massive or open. None of what we call MOOC platforms refer to themselves in those terms. Only the regional platforms (e.g. ThaiMOOC, FUN MOOC) do that. Is it time to move on from MOOCs in favor of the next thing?“
Laurie Pickard, Class Central MOOC Report, 12. Juni 2019

17Jun/19

Eine (inter-)nationale Plattform für die Hochschullehre – Interview mit Volker Zimmermann & Ulrich Schmid

Quelle: Weiterbildungsblog Autor: jrobes

Meine #dlmeetups-Mitstreiter Volker Zimmermann und Ulrich Schmid werben an dieser Stelle noch einmal für eine nationale, virtuelle Plattform für die Hochschullehre. Aber es fehlen etwas die schlagenden Argumente. Oder der Leidensdruck. Oder die Geschäftsidee. Oder die Angebote, die man heute schon vernetzen (kuratieren) könnte … Vielleicht, wenn der Rektor der TU München oder der Präsident der HRK hier die Bühne betreten würden!?
Katharina Fischer, Hochschulforum Digitalisierung, 5. Juni 2019

Bildquelle: Machbarkeitsstudie für eine (inter-)nationale Plattform für die Hochschullehre, 2018

17Jun/19

Zusammenfassender Überblick zum OERcamp in Lübeck

Quelle: Weiterbildungsblog Autor: jrobes

Am 13. und 14. Juni 2019 hat ja das OERcamp an der TH Lübeck stattgefunden. Nele Hirsch hat zusammengestellt, was in den zwei Tagen passiert ist. Ihre Kapitel lauten: „Was beim #OERcamp alles weiternutzbar geteilt wurde …“, „Was beim OERcamp gemacht und geplant wurde …“ und „Wozu beim OERcamp diskutiert und gelernt wurde …“ Sehr ausführlich und mit hilfreichen Kommentaren! Und mit dem abschließenden Hinweis, unter dem Hashtag „#TIL“ (= Today I Learned) den Ball selbst aufzunehmen.
Nele Hirsch, ebildungslabor.de, 15. Juni 2019

Bildquelle: https://www.oercamp.de

14Jun/19

10 reasons why you don’t need “learning technologies” to enable learning at work

Quelle: Weiterbildungsblog Autor: jrobes

Das LMS: ein Backoffice-System. Authoring-Tools: eine Sache für Spezialisten. Kurz: Von „Lerntechnologien“ sprechen ohnehin nur Bildungsmanager und Medienpädagogen. Alle anderen von YouTube, Netzwerken und Apps. Selbstorganisiertes Lernen eben.

„3. Learning is not something that is done to people, most of it happens through daily work activities and explorations on the Web. Hence work tools and platforms and Web tools and platforms are the real “learning technologies”. These are the ones that should be encouraged and promoted.“
Jane Hart, Modern Workplace Learning Magazine, 14. Juni 2019

Bildquelle: royalty free (Flickr)