Category Archives: Jochen Robes

18Mai/18

„Corporate Learning Is More Important Than Ever”. An Interview with Josh Bersin

Quelle: Weiterbildungsblog Autor: jrobes

Auf zwei Dinge ist in Interviews mit Josh Bersin Verlass: Zum einen betont er unermüdlich, wie wichtig Corporate Learning in Zeiten des technologischen Wandels und einer boomenden Wirtschaft ist (und dem werde ich nicht widersprechen); zum anderen liefert er uns immer einen Ausblick auf die Technologien, die Lernprozesse zukünftig formen werden. So heißt es dieses Mal: “Artificial intelligence, chatbots, video, and virtual and augmented reality will significantly change learning in the years ahead.”

Weitere Stichworte fallen eher en passent: die Bedeutung einer Lernkultur für den Erfolg von Corporate Learning; die Impulse, die Design Thinking für ein besseres Verständnis der Lernbedürfnisse freisetzt; „learning experience design“ und „learning experience platforms“ als „hot topics“; die Unterscheidung zwischen „micro-learning“ und „macro-learning“. Und einiges mehr. Ein paar lobende Sätze für Blackboard, dem Betreiber dieses Blogs, gibts obendrauf.
Priscila Zigunovas and Josh Bersin, e-learn, 17. Mai 2018

17Mai/18

E-learning: Why employees expect a Netflix experience

Quelle: Weiterbildungsblog Autor: jrobes

Das Bild ist irgendwie schief oder zumindest unvollständig: Denn die „Netflix experience“, die der Skillsoft-Autor hier beschreibt, dreht sich ganz um den Konsum von Inhalten und um die benutzerfreundliche, personalisierte Suche nach solchen. So wie man halt heute Fernsehserien oder Filme konsumiert. Was diesem Weckruf fehlt, sind die Elemente, die Lernprozesse, vor allem informelle Lernprozesse, auszeichnen: Probleme lösen, Hilfe bekommen, zusammen an etwas arbeiten, Erfahrungen reflektieren, aus Fehlern lernen. Und so weiter. Was nicht bedeutet, dass sich Lernplattformen nichts von Netflix abschauen dürfen.
Steve Wainwright, Personnel Today, 13. Mai 2018

Bildquelle: Charles Deluvio (Unsplash)

15Mai/18

Schulzeugnisse ade?!

Quelle: Weiterbildungsblog Autor: jrobes

Über den „Zertifikats- und Abschluss-Wahnsinn“ schimpft Anja C. Wagner im akuellen Newsletter. Aber eigentlich ist es auch ein Blick auf unterschiedliche Systeme, Welten mit unterschiedlichen Geschwindigkeiten, und die daran anschließende Frage, ob Industrie 4.0, ob Automatisierung und Künstliche Intelligenz, darauf Rücksicht nehmen werden.

„Mein Fazit, je länger ich über dieses Thema nachdenke:
– Bei den Grossunternehmen spielen Abschlüsse, Zertifikate und CV kaum mehr eine Rolle – dort arbeitet man an smarten Lösungen, um geeignete Fachkräfte zu finden.
– Die KMU wissen es nicht besser. Deren HR-Abteilungen filtern womöglich noch manuell entlang dieser Indikatoren. Allerdings nicht sklavisch. Hier kann man mit beruflicher Erfahrung in seinem CV sicherlich viel wettmachen. Und hier werden die privaten Plattformen der Tech-Giganten ihr Geschäftsmodell suchen und bessere Matchings empfehlen.
– Die einzigen, die weiterhin primär entlang der formalen Abschlüsse einstellen, ist der öffentliche Dienst. Es ist also ein geschlossener Kreis, eine Filterblase sozusagen.“

FrolleinFlow / FLOWCAMPUS, The NeWoS, Mai 2018

15Mai/18

What’s the point of an LMS in the modern workplace?

Quelle: Weiterbildungsblog Autor: jrobes

Das Lernen in Unternehmen und Organisationen hat sich verändert und verändert sich weiter: es findet an vielen Stellen (online) statt, ist offener, informeller, selbstorganisierter und vernetzter geworden. Das hat auch die Rolle eines Learning Management Systems verändert. Jane Hart hat diesbezüglich ein kleine Thesensammlung erstellt und gibt uns gleich ihre Einschätzungen mit:

„1. It’s the place to manage compliance and regulatory training –  PROBABLY …
2. It’s the place to track access to and use of e-learning – IT CAN HELP …
3. It’s the place to host performance support and other resources – NOT IDEAL …
4. It’s the place to host social learning – NOT THE BEST …
5. It’s a source of continuous learning – PARTLY …
6. It’s the best way to engage people with learning – UNLIKELY …
7. It’s the place to track everything everyone learns in the organisation – AN IMPOSSIBLE TASK …
8. It’s the place to manage an employee’s own personal and professional learning – A BIG NO …
9. It’s the hub for all things learning – NO LONGER THE CASE …
10. It’s the only learning technology that a L&D department needs – BY NO MEANS …“

Jane Hart, Modern Workplace Learning Magazine, 15. Mai 2018

Bildquelle: Ken Treloar (Unsplash)

14Mai/18

Virtual Reality Learning – Zeit für didaktische Konzepte

Quelle: Weiterbildungsblog Autor: jrobes

Lutz Goertz legt nach: „Es gibt heute schon gute Beispiele“, schreibt er, „in denen das Lernen mit Virtual Reality (VR) durchdachten didaktischen Konzepten folgt.“ Diese lassen sich grob in die Szenarien „Komplexe Prozesse verstehen“, „Verhaltenstraining“, „Schulung von Softskills“ und „Motorik trainieren“. Doch am Anfang steht eine genaue Prüfung der Themen auf ihre „VR-Tauglichkeit“: „Ist es sinnvoll, dass sich Lerner durch einen Raum bewegen oder können sie auf einer Stelle stehen bzw. sitzen? Sollen Lernende für sich alleine lernen oder mit anderen gemeinsam? Ist es aufwändig, die Lernumgebung künstlich im Rechner zu erzeugen oder wäre ein 3D-Foto oder -Video geeigneter?“

Es gibt in dieser „Pionierphase“ zwar noch nicht viele Beispiele und VR-Projekte aus der Weiterbildung. Aber einiges hat Lutz Goertz hier verlinkt.
Lutz Goertz, Bertelsmann Stiftung/ Digitalisierung der Bildung, 14. Mai 2018

Bildquelle: pixel2013 (pixabay, CCO)

11Mai/18

Open Education bei der re:publica 2018

Quelle: Weiterbildungsblog Autor: jrobes

Bildung auf der re:publica. Ich hatte bisher nur die Gelegenheit, überall mal kurz reinzuhören. Aber die Eindrücke reichen für eine Empfehlung. Free Knowledge, öffentliche Bibliotheken, edulabs, Makerspaces, Domain of One’s Own, natürlich Open Education sind einige Stichworte, die fallen. Referenten waren unter anderem Philipp Schmidt und „Edupunk“ Jim Groom. Kuratiert hat die kleine Sammlung Jöran Muuß-Merholz.
Jöran Muuß-Merholz, Jöran und Konsorten, 7. Mai 2018

11Mai/18

Warum muss Lernen agil werden?

Quelle: Weiterbildungsblog Autor: jrobes

Es war nur eine Frage der Zeit, bis „Lernen“ und „agil“ zueinanderfinden. Leider. Aber abgesehen davon, kann ich dem Gedankengang von Werner Sauter folgen. Es geht um eine Lebenswelt, die sich immer schneller verändert. Also müssen wir uns und unsere Arbeits- und Lernprozesse immer wieder neu justieren. Dafür steht Agilität. Werner Sauter bringt noch Kompetenzen, die Ermöglichungsdidaktik und das Lernen im Netz ins Spiel. Am Ende wird agil zum Akronym:

A   lternierende Phasen von Lernen, Anwenden und Anpassen
G   emeinsame Werte- und Kompetenzziele und selbstorganisierte Kollaboration im Team
I    terative Sprints mit Reflektion und Adjustierung der Kompetenzziele
L   ernprojekte aus realen Arbeitsprozessen mit direkter Anwendungsorientierung“

Der Artikel ist übrigens Teil eines neuen Dossiers „Arbeit 4.0 und lebenslanges Lernen“ auf wb-web, das vorletzte Woche noch von einem Webinar „Weiterbildungs-Arbeit 4.0“ flankiert wurde.
Werner Sauter, wb-web, 24. April 2018

Bildquelle: geralt (pixabay, CC0)

 

10Mai/18

Online learning and disruptive change at the UK Open University

Quelle: Weiterbildungsblog Autor: jrobes

Berichte über die Open University in UK machen mich immer neugierig. Ist sie die Referenz, wenn es um das Lernen in der digitalen Welt geht, das Rollenmodell für lebenslanges Lernen? Eine Benchmark für Hochschulen, die an ihrer Digitalstrategie arbeiten? Oder wenigstens ein Laboratorium für neue didaktische Konzepte?

Nach der Lektüre dieses Reiseberichts von Tony Bates, der eine Keynote auf der 7. eSTEeM Konferenz der Open University halten durfte, ist man ernüchtert.

1. Die Open University steckt in einer schweren Krise. Finanzen, Führung, Zahlen der Studierenden – überall knirscht es.

2. Die Open University ist „online but not digital“. Tony Bates schreibt, dass ihn diese Erkenntnis wie ein Schock getroffen hat:
„It is clear that many of the teaching staff have not really ‘got it’ with regard to digital learning. … with a heavy emphasis on content transmission. … In particular, the OU is really weak in its exploitation of the networking and student collaboration that the web offers and in its integration of social media within the design of courses.“

3. Leitmedium der Open University ist nach wie vor Print. Die Studierenden wollen es, die Lehrenden sind es gewohnt. Aber wer, wenn nicht die Open University, wäre besser geeignet, diesen Teufelskreis zu durchbrechen und ihre Studierenden auf die Zukunft vorzubereiten: „This requires thinking digitally when designing courses, which is difficult if your first and preferred option is always print.“

Ein interessanter Beitrag, für den sich sicher auch hierzulande Parallelen finden lassen. Tony Bates plant übrigens noch zwei Fortsetzungen.
Tony Bates, e-learning and distant education resources, 2. Mai 2018

Bildquelle: Chmee2 (Wikimedia, CC BY-SA 3.0)

09Mai/18

10 free online courses to shape the future of the education

Quelle: Weiterbildungsblog Autor: jrobes

„Auf dem Laufenden bleiben“ schreiben die Experten aus Monterrey Lehrenden ins Stammbuch. Dafür haben sie zehn passende Online-Kurse aufgelistet, die ich an dieser Stelle einfach durchreiche:

  1. Design and Development of Educational Technology – edX – MITx
  2. Design Thinking for Leading and Learning – edX – MITx
  3. Leading Change: Go Beyond Gamification with Gameful Learning – edX – University of Michigan / Microsoft
  4. Educational Technology – Udacity – Georgia Tech
  5. Creating Effective Online and Blended Courses – Stanford / edX – Stanford University
  6. Foundations of Computer Science for Teachers – edX – UTAustinX
  7. Using Data to Improve Student Outcomes – Future Learn – AACTE
  8. Using Virtual Scenarios to Create Effective Learning – Future Learn – St George’s University of London
  9. Powerful Tools for Teaching and Learning: Digital Storytelling – Coursera – University of Houston System
  10. Instructional Design and Technology – edX – University System of Maryland

Christian Guijosa, Observatory of Educational Innovation/ Tecnológico de Monterrey, 4. Mai 2018

08Mai/18

Zukunft der Arbeit: Was machen wir morgen?

Quelle: Weiterbildungsblog Autor: jrobes

In diesem ZEIT-Dossier geht es um die Frage, die derzeit viele bewegt: Was passiert mit unserer Arbeit, unseren Jobs und Tätigkeiten, wenn immer mehr Unternehmen auf Automatisierung und Künstliche Intelligenz setzen? Alle „großen“ Stichworte fallen: Von der Initial-Studie der Briten Frey/Osborne, dem Job-Futuromaten, dem „zweiten Maschinenzeitalter“ (Brynjolfsson/ McAfee) bis zur Gig-Economy. Dazwischen Bilder von Orten, an denen bereits „Arbeit ohne Menschen“ stattfindet: ein Containerhafen, eine Autofabrik.

Die Autoren versuchen, zwei Szenarien gegenüberzustellen, ganz nach dem Motto: Es liegt in unserer Hand, wohin die Reise geht. Vielleicht doch das bedingungslose Grundeinkommen, sinnstiftende „High-Performance-Work“ und die „Neuerfindung der Organisation? Das Problem: Die Szenarien der „Arbeit ohne Menschen“ sind bereits da, sie kommen in jedem Fall; für die Sozial- und Arbeits-Utopien wird ein „neuer Gesellschaftsvertrag“ gesucht. Das stimmt irgendwie nicht optimistisch.

„Technologie ist nur ein Handwerkszeug, sie ist nicht gut und auch nicht böse. Das gilt auch für den bevorstehenden größten Umbruch der Arbeitswelt seit der Industrialisierung. Möglich, dass die Deutschen in einen Strudel geraten von Verlustängsten, gesellschaftlichen Spannungen und Entsolidarisierung. Dass sich alles noch verstärkt, was jetzt schon in die falsche Richtung läuft. Gut möglich aber auch, dass sie den Schub durch intelligente Computer und Roboter anders nutzen: gemeinnütziger, weiser. Dass sie Leben und Arbeiten neu und besser organisieren.

Dafür braucht es einen neuen Sozialkontrakt für eine Gesellschaft, die traditionelle Erwerbsarbeit durch neue Gemeinschaftsarbeit ersetzt. In der Bürger frei von materieller Not entscheiden können – und wollen –, wohin sie sich entwickeln. Alles geht. Noch.“

Uwe Jean Heuser, Caterina Lobenstein, Kolja Rudzio und Heinrich Wefing, ZEIT Online, 25. April 2018

Bildquelle: Mauro Licul (Unsplash)