Category Archives: Jochen Robes

23Mai/24

Forum Offene KI in der Bildung – Abschlussveranstaltung

Quelle: Weiterbildungsblog Autor: jrobes

Das „Forum Offene KI in der Bildung“ ist ein Projekt bzw. Veranstaltungsformat der Wikimedia Deutschland gewesen. Es ist am 29. November 2023 mit einer Ideenwerkstatt gestartet. Ziel des Formats war es, „den Einsatz von KI in der Bildung frühzeitig mitzugestalten“ und entsprechende Handlungsempfehlungen zu entwickeln. Am 14. Mai 2024 fand das Abschlussevent in Berlin statt, auf dem die Handlungsempfehlungen vorgestellt und anschließend mit Politiker:innen der SPD, FDP, Bündnis 90/ Die Grünen und CDU/ CSU diskutiert wurden. Die Aufzeichnung dieser Veranstaltung liegt jetzt vor (1:13 Std.).

Hier kurz die Handlungsempfehlungen:

Infrastruktur und Zugang
1. Kurzfristig: Bundesländer schaffen Zugänge zu KI-Systemen für alle
2. Mittelfristig: Bund und Länder fördern die (Weiter-)Entwicklung von offenen, gemeinwohlorientierten KI-Alternativen für die Bildung.
3. Mittelfristig: Bund und Länder stellen öffentliche digitale Infrastrukturen zum Hosten offener KI-Systeme bereit.

Offene Bildungspraxis
4. Kurzfristig: Bund und Länder stellen alle öffentlich finanzierten Lern- und Weiterbildungsressourcen zu KI unter freien Lizenzen zur Verfügung.
5. Kurzfristig: Bundesländer fördern den Aufbau von Offenheitskompetenzen im Kontext der Digital- und Medienbildung.
6. Mittelfristig: Bundesländer fördern eine neue Fortbildungskultur und -struktur mit offenen Formaten zum Peer-to-Peer- und Selbstlernen.
7. Mittelfristig: Bundesländer unterstützen die Veränderung der Lern- und Prüfungskultur.

Grundrechte im Digitalen
8. Kurzfristig: Der Bund gewährleistet durch regulatorische Maßnahmen die Nachvollziehbarkeit von spezifischen KI-Anwendungen für Nutzende.
9. Kurzfristig: Bund und Länder gewährleisten Datenschutz bei der Nutzung von KI-Anwendungen in der Bildung.
10. Mittelfristig: Bund und Länder führen eine unabhängige KI-Prüfstelle ein.
Wikimedia Deutschland, Mai 2024 

22Mai/24

Ausgewählte Ressourcen für Wissen und Insights zum Thema „Future Skills“

Quelle: Weiterbildungsblog Autor: jrobes

Diese von Joachim Niemeier zusammengestellte Übersicht begleitet eine „Lunch & Learn“-Session der Corporate Learning Community. Vorgestellt und verlinkt werden Studien von verschiedenen Autor:innen, Organisationen (Stifterverband/ McKinsey, Bertelsmann) sowie Projekten (Next Skills), die in den letzten Jahren entstanden sind. Eine Mischung aus Rahmenkonzepten, Skills-Aufstellungen und Meta-Analysen.

„Diese Studien bieten umfassende Einblicke und Handlungsempfehlungen, wie die Bildungssysteme darauf vorbereitet werden können, die heutige Erwerbsbevölkerung, aber auch zukünftige Generationen auf die Herausforderungen der modernen Arbeitswelt vorzubereiten.“
Joachim Niemeier, Corporate Learning Community, 21. Mai 2024

Bildquelle: „Future Skills Kompetenzen für den Standort Baden-Württemberg“ (2021)

21Mai/24

Auswirkungen generativer KI auf Wirtschaft und Arbeit

Quelle: Weiterbildungsblog Autor: jrobes

Holger Schmidt füllt verschiedene Rollen aus. Mir begegnet er seit einiger Zeit mit seinem wöchentlichen Briefing zur digitalen Wirtschaft, F.A.Z. PRO D:ECONOMY. Nun ist die FAZ nicht gerade meine Hauslektüre, aber das Briefing ist schon in seiner gekürzten, kostenlosen Version lesenswert. Und so sind es auch diese Folien, die Holger Schmidt selbst mit diesen Stichpunkten zusammenfasst:

„- Produktivitätseffekte sind Pflicht, Innovationseffekte die Kür
– KI-generierte Geschäftsmodelle
– Herausforderungen für das Management
– Vom „Warum der Arbeit“ zum „Wie der Arbeit“
– Warum Weiterbildung noch nie so wichtig war wie heute“

Mit vielen interessanten Schaubildern.
Holger Schmidt, LinkedIn, 20. Mai 2024

20Mai/24

Wie menschlich verhält sich ChatGPT?

Quelle: Weiterbildungsblog Autor: jrobes

Barbara Geyer, Professorin für E-Learning und Knowledge Management an der FH Burgenland, verweist hier auf einen Artikel, der das „Verhalten“ von KI-Chatbots wie ChatGPT näher untersucht (Mei, Q. u.a.: A Turing test of whether AI chatbots are behaviorally similar to humans, PNAS, 22.02.2024). Dafür wurden die ChatGPTs (3.5 und 4) dem Big Five-Persönlichkeitstest unterzogen und durften an klassischen verhaltensökonomischen Spielen (Diktatorspiel, Ultimatumspiel, Vertrauensspiel usw.) teilnehmen. Die Antworten wurden anschließend über 100.000 Datensätzen, gewonnen vor allem aus den Befragungen Studierender, gegenübergestellt.

Die Ergebnisse fasst Barbara Geyer wie folgt zusammen:

„- Verhaltensunterschiede: Die Handlungen von ChatGPT-4 waren oft nicht von menschlichen Reaktionen zu unterscheiden und zeigten in einigen Fällen sogar mehr Altruismus und Kooperationsbereitschaft. ChatGPT-3.5 zeigte ähnliche Verhaltensmuster, war aber insgesamt weniger konsistent.
– Persönlichkeitsmerkmale: Beide ChatGPT-Versionen zeigten Big Five Persönlichkeitsmerkmale innerhalb der menschlichen Verteilungen, wobei ChatGPT-4 näher an den menschlichen Durchschnittswerten lag.
– Strategische Fähigkeiten: ChatGPT-4 erreichte oder übertraf menschliche Strategien in mehreren Spielen, was auf ein ausgeprägtes strategisches Denken und soziales Verständnis hinweist.“

Ihre Einschätzung: „Bedeutung für die #Bildung: Diese #Studie die Fähigkeit von #KI, vertrauenswürdige und kooperative Rollen zu übernehmen, was für Bildungseinrichtungen von großer Bedeutung ist. So kann #ChatGPT beispielsweise sinnvoll für Rollenspiele eingesetzt werden.“ 
Barbara Geyer, LinkedIn, Mai 2024

Bildquelle: Mei, Q. u.a. (2024)

17Mai/24

KI-Campus. Quo vadis?

Quelle: Weiterbildungsblog Autor: jrobes

In den letzten Jahren sind einige nationale Bildungsprojekte aufgesetzt worden: zum Beispiel Mein Bildungsraum, jüngst die Future Skills Journey und, bereits 2019 und vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert, der KI Campus. Der KI-Campus entwickelt eigene Lernangebote, stellt aber auch die Lernangebote Dritter auf seiner Plattform zur Verfügung. Alle Lernangebote sind kostenlos verfügbar. Rechnen sich diese Projekte? Sind sie erfolgreich? Ohne zu recherchieren, würde ich sagen: Das ist schwierig zu beurteilen und hängt sicher davon ab, ob und inwieweit die Lernangebote in die Curricula der Bildungsinstitutionen vor Ort eingebunden werden. Und das passiert sicher nicht auf Zuruf. Auf der anderen Seite heißt es bei Bildungsprojekten ja oft so schön: „Nichtstun ist keine Option!“

Das aber nur als kurzer persönlicher Vorspann. Marco Kalz (PH Heidelberg) berichtet in diesem Artikel von einem Kursangebot, das er und andere 2021/ 22 entwickelt haben, das anschließend in den KI-Campus integriert wurde und das vor einigen Wochen von den Betreibern des KI-Campus ins Archiv geschoben wurde. Diese Aktion hat bei Marco Kalz natürlich einiges Nachfragen und Nachdenken ausgelöst. Die Informationen, die er in diesem Zusammenhang recherchiert hat sowie die Fragen, die er stellt, sind aufschlussreich und interessant, wenn auch einige Antworten der „anderen Seite“ fehlen.

Hier einige der Fragen, die Marco Kalz an den KI-Campus bzw. seine Betreiber gestellt hat:
„- Welche Lernziele sind im übergreifenden Kompetenzrahmenwerk zu Futureskills und Datenkompetenz des KI-Campus erreicht worden sind und welche nicht?
– Wie sieht die Abbruchquote in den Kursen aus?
– Wie viele Zertifikate wurden über den KI-Campus ausgegeben?
– In wie weit werden die Zertifikate in den Hochschulen oder bei Arbeitgebern anerkannt?
Welches Niveau von Transfer in die Praxis konnte aus Lernersicht erreicht werden?“
(via Gabi Reinmann)
Marco Kalz, Blog, 9. Mai 2024

17Mai/24

Navigating the Future. Open Educational Resources (OER) in Higher Education

Quelle: Weiterbildungsblog Autor: jrobes

Auch wenn der Fokus auf Higher Education liegt, zeigt diese Präsentation von Sandra Schön (TU Graz) sehr schön die Herausforderungen und Möglichkeiten auf, die mit digitaler Bildung und der Nutzung digitaler Ressourcen einhergehen. Die Slides beginnen mit alltäglichen Nutzungsszenarien, nehmen die Geschichte von Open Educational Resources (OER) mit, streifen die vielfältigen Aktivitäten der TU Graz, um schließlich mit kurzen, praktischen Hinweisen („How to start“) abzuschließen.

„The keynote explores the transformative role of open educational resources (OER) amidst the challenges posed by copyright and digitalisation. It highlights how OER, defined as freely accessible, reusable, and adaptable learning materials, are pivotal in promoting open and accessible education. The discussion includes the development and milestones of the OER movement, along with its integration into educational practices. This keynote then presents what kind of applications use and built upon OER and address applications that are needed to provide further support of OER development and movement.“


Sandra Schön, TU Graz, 16. Mai 2024

17Mai/24

Die Wissensmanagement-Mindmap ist online!

Quelle: Weiterbildungsblog Autor: jrobes

Es gibt einige interessante Nachrichten im aktuellen Newsletter der Gesellschaft für Wissensmanagement (GfWM). Ich möchte an dieser Stelle auf die Wissensmanagement-Map hinweisen, die jetzt von einer Fachgruppe der GfWM veröffentlicht wurde. Sie „soll einen systematischen Überblick über die wesentlichen Handlungsfelder, Modelle, Methoden und Tools im Bereich des Wissensmanagements geben. Sie wurde entwickelt, um Interessierten einen erleichterten Einstieg in dieses vielfältige Themenfeld zu ermöglichen.“

Im Moment werden Nutzer eingeladen, die Map zum „Stöbern“ zu nutzen. Ich könnte mir aber vorstellen, dass sie im nächsten Schritt mit weiteren Informationen hinterlegt oder verknüpft wird. Eventuell auch mit Hilfe eines KI-Tools.
Sonja Kaiser, Martin Harnisch, Dirk Liesch, Florian Schmuhl, Gabriele Vollmar und Sabine Wax, gfwm newsletter, 2. Quartal 2024, 16. Mai 2024

17Mai/24

Impuls AI-gestütztes Wissensmanagement und Peer Learning als Antwort auf den demografischen Wandel

Quelle: Weiterbildungsblog Autor: jrobes

Ich verlinke an dieser Stelle diesen Impuls von Jan Foelsing, obwohl man ohne die Tonspur des Experten etwas Fantasie braucht, um die Stichworte zu Ende zu denken. Aber vielleicht funktioniert es ja bei dem einen oder anderen. Die Stichworte – Wissensmanagement, KI und Peer Learning – sind jedenfalls reizvoll genug. Und vielleicht gibt es ja in einigen Tagen auch eine Aufzeichnung dieser Session von der COPETRI
Jan Foelsing, slideshare, 16. Mai 2024

16Mai/24

Immersive Learning News Nugget

Quelle: Weiterbildungsblog Autor: jrobes

Wer sich für Immersive Learning, Virtual Reality und das Metaverse interessiert, hat sicher Torsten Fell und seine Plattform „Immersive Learning News“ bereits auf dem Schirm. Jetzt hat Torsten Fell sein Angebot um einen Podcast, und zwar einen „AI fully automatic Podcast“, erweitert. So wird er angekündigt:

„Jede Woche bespricht die KI-Version von Torsten Fell einige Neuigkeiten der letzten Tage, die unter https://www.immersivelearning.news veröffentlicht wurden.
Die Inhalte werden von KI automatisch erstellt, bearbeitet und aufbereitet. Auch Bilder, Titel und Beschreibungstexte werden automatisch durch KI erstellt.“

Die bisher erschienenen Folgen sind zwischen zwei und vier Minuten lang. Das Ergebnis? Nun ja, die Stimme von Torsten Fell ist klar und deutlich zu erkennen, aber es fehlen die Betonungen und Pausen. Zudem verweist die Stimme auf „Beiträge“, ohne dass klar ist, ob es sich um News auf der Plattform (und, wenn ja, welche) oder um die nächsten Sekunden des Podcasts handelt. Aber bitte selbst reinhören!
KI-Version von Torsten Fell, Mai 2024

15Mai/24

Social Learning – Innovative Zusammenarbeit im digitalen Zeitalter gestalten mit der Methode Working Out Loud

Quelle: Weiterbildungsblog Autor: jrobes

Die Leitfäden von Working Out Loud (WOL) und lernOS umfassen in der Regel 12 Wochen. Genauso lang dauert ein Hochschulsemester. Von daher liegt es auf der Hand, das Format WOL auch einmal in der Hochschullehre einzusetzen. Das ist im vorliegenden Fall im Sommer- und Wintersemester 2021 an der Universität Hildesheim geschehen. Der Artikel schildert die Ziele der Lehrveranstaltung, ihr didaktisches Konzept sowie die Erfahrungen der Beteiligten. Im Wesentlichen, so mein Eindruck, hat es gut funktioniert. Um die Lizenzkosten zu vermeiden, wurde auf eine frühere, offene Version der WOL-Guides zurückgegriffen. Angemerkt wurde von den Studierenden, dass sie gerne mehr Unterstützung bei der individuellen Zielfindung gehabt hätten; und dass der WOL-Guide und einige seiner Aufgaben nicht für den Hochschulkontext passen. Hier das Fazit der Autor:innen:

„Das übergreifende Ziel der beiden WOL-Veranstaltungen war Studierenden in Zeiten von Social Distancing den systematischen Beziehungsaufbau bei gleichzeitiger Kompetenzentwicklung zu ermöglichen. Dieses Ziel wurde erreicht. Auch kann wohl behauptet werden, dass eine digitale Kultur in der Lehre durch die Methode WOL gestärkt und weiterentwickelt wurde. Auch die Netzwerkkompetenz, Selbstlernkompetenz und die Fähigkeit kollaborativ zu arbeiten wurde durch diese Methode gefördert. Gleichzeitig zeigte sich, dass der Guide auf den Hochschulkontext anzupassen ist. Insgesamt ist unklar geblieben, welche konkreten Anpassungen es braucht, damit die Methode WOL sich effektiv in den Hochschulkontext einbettet und erwünschte Wirkungen zielsicher ermöglicht. Um belastbare Antworten auf diese Fragen zu finden, sind tiefergehende Evaluationen und begleitende Forschung zukünftig erforderlich.“

Der Artikel ist aus dem Buch „Digitale Kulturen der Lehre entwickeln. Rahmenbedingungen, Konzepte und Werkzeuge“, das 2023 bei Springer VS Wiesbaden erschienen und als Open Access offen zugänglich ist. Vielleicht komme ich noch dazu, einen Blick auf weitere Artikel des Buches zu werfen.
Birgit Oelker und Anne Meißner, in: Lorenz Mrohs, Julia Franz, Dominik Herrmann, Konstantin Lindner, Thorsten Staake (Hrsg.): Digitale Kulturen der Lehre entwickeln. Rahmenbedingungen, Konzepte und Werkzeuge, Springer VS Wiesbaden, 2023, S. 185-208