Category Archives: Jochen Robes

15Jun/18

To Siri With Love – how chatbots are becoming social companions and teachers…

Quelle: Weiterbildungsblog Autor: jrobes

Wir sollten uns langsam an Chatbots gewöhnen, auch in Lernprozessen, meint Donald Clark. Täglich hören und lesen wir von neuen Beispielen. „The Georgia Tech tutor bot not only passed this test, the students put it up for a teaching award. Google Duplex has successfully executed bot calls to a restaurant and hairdressers, completing appointments. Bots in general, whether useful, benign or malicious, are now part of our social networks.“

Chatbots können Supportaufgaben übernehmen, motivieren, als Tutor, Mentor oder in Assessments eingesetzt werden. Einige Fragen sind noch zu klären, zum Beispiel, ob sich Bots als solche zu erkennen geben müssen. Und wie sie in Konzepte und Modelle des sozialen Lernens passen. Was Donald Clark in seiner Aufzählung nicht anspricht: Sollten wir nicht selbst eigene Bots entwerfen können, die nach unseren persönlichen Regeln spielen?

„What bots can and will do, is scale social learning. They don’t sleep eight hours a day, get distracted and bored. They can also download, network and learn from both us and themselves. And they never die – they only get better.“
Donald Clark, Donald Clark Plan B, 14. Juni 2018

15Jun/18

Raus aus dem LMS – ein Vorschlag für eine moderne Lernumgebung

Quelle: Weiterbildungsblog Autor: jrobes

Man könnte natürlich anmerken, dass die Lernaktivitäten schon heute an vielen Hochschulen auf verschiedenen Plattformen stattfinden. Die dann im Alltag der Lehrenden und Studierenden flexibel um Google, Dropbox und WhatsApp ergänzt werden. Aber man kann natürlich auch, wie Monika Schlatter es in diesem Beitrag tut, die heutigen Learning Management Systeme (LMS) in den Blick nehmen und fragen, ob sie die richtige Antwort sind, um dem Wunsch nach „selbst-bestimmtem, kollaborativem und kompetenz-orientiertem Lernen“ nachzukommen. Eine Diskussion, die übrigens fast so alt ist, wie die Lernsysteme selbst. Wie auch immer, Monika Schlatter zeichnet das Bild einer Lernumgebung, die Virtuelle Bibliothek, eine Plattform für Artefakte, ein geschlossenes Dashboard sowie Kommunikation/ Kollaboration umfasst.

„Mit dieser Kombination von virtueller Bibliothek, einer Domain of One’s Own und einem geschlossenen Dashboard wird es möglich, den Studierenden eine grösst-mögliche Freiheit innerhalb einer Organisation und eines Bewertungssystems zu bieten. Mit der virtuellen Bibliothek als bleibende Ressource, der Ownership der Artefakte durch die DOO und dem Aufbau eines Lernnetzwerkes wird die Transferierbarkeit des Erarbeiteten nach Verlassen der Hochschule ermöglicht und so mitgeholfen, den Grundstein zum lebenslangen Lernen zu setzen. What happens in Vegas doesn’t stay in Vegas anymore.“
Monika Schlatter, Relatris‘ Blog, 14. Juni 2018

Bildquelle: Monika Schlatter

14Jun/18

Free MOOCs Face the Music

Quelle: Weiterbildungsblog Autor: jrobes

Es ist nur ein kleiner, weiterer Schritt in dieselbe Richtung: Schon seit längerer Zeit sind die großen MOOC-Provider wie Coursera oder Udacity dabei, das Angebot an offenen, kostenlosen Kursen und Inhalten immer weiter zurückzufahren. edX, als Non-Profit, hinkte dieser Entwicklung etwas hinterher. Zwar müssen Nutzer auch hier für Zertifikate zahlen, aber der Zugang zu den Kursinhalten stand jedem offen. Jetzt wird mit neuen Optionen experimentiert: „On May 3, edX began testing the introduction of a “modest support fee” that will “enable edX and partners to continue to invest in our global learning platform.”

Der Artikel ordnet die Nachricht ein und lässt Beteiligte wie Experten zu Wort kommen.
Lindsay McKenzie, Inside Higher Ed, 14. Juni 2018

13Jun/18

Was uns der Fall Facebook/ Cambridge Analytica lehren sollte

Quelle: Weiterbildungsblog Autor: jrobes

Fast hätte ich übersehen, dass sich hinter diesem Titel der vierte Eintrag im digitalen Tagebuch des Dr. D. verbirgt. Dr. D., mit bürgerlichem Namen Markus Deimann und Bildungsforscher aus Lübeck, nimmt den Fall Facebook/ Cambridge Analytica zum Anlass, um noch einmal auf die Illusion des sozialen Internets hinzuweisen, über die sich längst die Wirklichkeit einer kommerziellen Dienstleistung gelegt hat.

Können hier technologische, politische und juristische Regelungen helfen? Wahrscheinlich nicht. Weil sie den Aktivitäten von Facebook und Co. nur hinterherlaufen. Markus Deimann hält die Fahne der Bildung als „eine Art persönliches Betriebssystem“ hoch, „das verantwortlich ist, wie wir die Welt wahrnehmen und uns zu ihr verhalten“. Das ist gut, doch sicher auch kein Stoppschild für die Netzgiganten. Markus Deimann legt deshalb nach:

„Eine zweite, bisher nur ansatzweise diskutierte Möglichkeit zur Förderung von Ordnung beziehungsweise Orientierung ist darum eine aktive Medienarbeit. Diese sollte über instrumentelle Aspekte wie Anleitungen zur Nutzung von Tablets oder Apps hinausgehen und insbesondere die sozialen und kulturellen Implikationen der Digitalisierung in den Blick nehmen. … Es gilt, die Medienbildungspotenziale der Digitalisierung systematisch und ideologiefrei zu untersuchen und entsprechende Konzepte für Schule, Hochschule und Zivilgesellschaft zu entwickeln.“

Nun ja …
Markus Deimann, MERTON – Onlinemagazin des Stifterverbandes, 22. Mai 2018

Bildquelle: Book Catalog (Flickr, CC BY 2.0)

13Jun/18

Bildung im digitalen Wandel

Quelle: Weiterbildungsblog Autor: jrobes

Bei der Beschäftigung mit dem digitalen Wandel, so Sandra Hofhues (Universität zu Köln), sollte es nicht nur darum gehen, neue digitale Medien und Technologien im Lehren und Lernen einzusetzen. Das wäre nur „Toolisierung“. Idealerweise machen Bildungsinstitutionen deshalb auch das Medienhandeln im Alltag zum Thema, schauen, wie sich Kommunikationsprozesse verändern, und wie die Digitalisierung einzelne Lebensbereiche durchdringt und verändert. Das wäre der Schritt von „digitaler Bildung“ zur „Bildung in der digitalen Welt“.

„Zudem bremst die weit verbreitete Unterscheidung in digital und analog mehr als vielfach bedacht. Digitale Medien sind längst keine Modeerscheinung jenseits der bekannten, „analogen“ Welt mehr. Weil sie allgegenwärtig sind, sollte man über Werkzeuge und Infrastrukturen hinaus über die Bildung in einer digitalen Gesellschaft beraten.“
Sandra Hofhues, Goethe-Institut e. V., Redaktion Magazin Sprache, Mai 2018

12Jun/18

The 2018 L&D Global Sentiment Survey

Quelle: Weiterbildungsblog Autor: jrobes

Donald Taylor’s Report (27 Seiten) fragt: „What do you think will be hot in L&D in 2018?“ 1,051 Menschen aus 47 Ländern haben geantwortet. Dabei standen ihnen 16 Optionen zur Verfügung, aus denen sie drei auswählen konnten. Ganz oben stehen „personalization/ adaptive delivery“ (11,9 Prozent), „collaborative/social learning“ (10,1 Prozent) und „artificial intelligence“ (9,0 Prozent). Nichts Überraschendes, aber alles natürlich eine Frage der Perspektive. Für Donald Taylor wird 2018 jedenfalls „the year of Artificial intelligence (AI)“. Darüber hinaus legt er vier Jahre Global Sentiment Survey nebeneinander und interpretiert die Bewegungen einzelner Themen.

In einem Blogpost schreibt er über den Trend AI: „Whatever happens with AI and learning technology vendors this year, however, I believe that the longer term picture is very clear: Artificial Intelligence is going to revolutionize our lives, including learning. In particular, the traditional role of L&D in creating and distributing content will change for ever. The huge amount of content available both inside and outside the organisation […] will lead to our role as L&D professionals being far less about creating content, and far more about supporting learning.“
Donald H. Taylor, Juni 2018

12Jun/18

Teens, Social Media & Technology 2018

Quelle: Weiterbildungsblog Autor: jrobes

Fürs Protokoll: Die Ergebnisse einer Befragung amerikanischer Jugendlicher (13 – 17 Jahre) haben jetzt noch einmal unterstrichen, wie sich die Präferenzen verschoben haben. YouTube, Instagram und Snapchat liegen in der Gunst vorne, Facebook folgt auf Platz 4, dann Twitter. Und ohne Smartphones geht im Alltag Jugendlicher nichts mehr. 45 Prozent von ihnen sagen, dass sie rund um die Uhr online sind.
Monica Anderson und Jingjing Jiang, Pew Research Center, 31. Mai 2018

11Jun/18

Agilität durch Design Thinking – auch für Bildungsverantwortliche

Quelle: Weiterbildungsblog Autor: jrobes

Natürlich ist Design Thinking auch in der Personalentwicklung und Weiterbildung längst angekommen. Doch Erfahrungsberichte darüber, wie man sich an einem Tag mit der Methode auseinandersetzt, sind selten. Diese Lücke schließt der Artikel. Nach einer kurzen Einführung wird beschrieben, wie sich die Teilnehmenden mit den einzelnen Prozessschritten – von der Problemdefinition bis zum Prototyping – auseinandergesetzt haben. Ausgangspunkt war die Frage: „Wie können wir lebenslanges Lernen am Arbeitsplatz nachhaltig unterstützen?“ Am Ende des Tages gab es zwei Prototypen: eine App, die verschiedene Weiterbildungskurse in der Umgebung anzeigte, und eine Smartwatch, die immer wieder Lernimpulse setzte. Wie die Teilnehmenden dorthin kamen, hält der Artikel fest. Spannend.
Pascal Frank, scil-Blog, 18. Mai 2018

Bildquelle: Christine Prefontaine  (Flickr, CC BY-SA 2.0)

08Jun/18

Zukunft des Lernens

Quelle: Weiterbildungsblog Autor: jrobes

Hinter diesem Titel von ergreifender Schlichtheit verbirgt sich ein kurzer Vortrag, den ich am Donnerstag in Hamburg auf dem next Drehmoment der Volksbanken Raiffeisenbanken halten durfte. next ist das Netzwerk der rund 10.000 Auszubildenden der VR in Deutschland. Ein ausgewählter Kreis von 50 Auszubildenden war eingeladen, um sich gemeinsam mit ihrer Zukunft auseinanderzusetzen – also mit der Bank, der Arbeit, dem Lernen und dem Azubi der Zukunft.

Meine Aufgabe war es, einige Impulse zum Stichwort „Lernen der Zukunft“ zu geben. 15 Minuten lang, mit Stoppuhr (nur am Rande: Ich bin in der Zeit geblieben!). Danach durften die Teilnehmer*innen selbst aktiv werden und das Thema Lernen schrittweise auf zwei Herausforderungen herunterbrechen, die aus ihrer Sicht das größte Potenzial für die weitere Diskussion bieten. Am Ende des ersten Tages, das nur am Rande, standen „Lernen durch Vernetzung“ und „Kreativräume“ (als zukünftige Lernumgebungen) ganz oben auf den Flipcharts. Dann musste ich die Heimreise antreten.

Die Organisatoren hatten sich übrigens viel Mühe gegeben, um den Teilnehmern ein Ambiente zu bieten, das zum Nachdenken über Zukunft des Bankers motiviert – von VR Brillen, Video-Statements, Hashtags bis zu einem mobilen, kamerabestückten Roboter, mit dessen Hilfe eine Teilnehmerin aus Nordfriesland auf der Veranstaltung präsent war.
Jochen Robes, SlideShare, 7. Juni 2018

07Jun/18

Studium digital: Brauchen wir eine nationale Hochschulplattform für Lehre und Weiterbildung?

Quelle: Weiterbildungsblog Autor: jrobes

Für Menschen wie mich, die es noch nicht geschafft haben, die aktuelle „Machbarkeitsstudie für eine nationale Plattform für die Hochschullehre“ zu lesen, hat Ulrich Schmid (mmb Institut) wahrscheinlich diesen Artikel geschrieben. Um mit dem Ende zu beginnen: Der Beitrag schließt mit einem Plädoyer für eine gemeinsame hochschul- und länderübergreifende Bildungsplattform. Das mag als Ergebnis einer Machbarkeitsstudie wenig überraschend sein, mit Blick auf die Rahmenbedingungen digitaler Bildung ist es aber zumindest herausfordernd.

Ausgangspunkt des Artikels ist die „virtuelle Zurückhaltung“ der deutschen Hochschulen in Sachen digitaler Bildung. Dabei teilt Ulrich Schmid digitale Bildung in drei Marktsegmente ein: a) nutzergenerierter Micro-Content, b) Open Learning und MOOCs sowie c) Virtuelles Studium. Beim Punkt „nutzergenerierter Micro-Content“ kann ich jetzt auf den ersten Blick das Marktsegment nicht so richtig erkennen, aber vielleicht muss man einfach den Begriff hier sehr offen lesen.

Der Artikel führt die bekannten Gründe auf, die hinter der virtuellen Zurückhaltung gesehen werden: von organisatorischen Fragen bis zum fehlenden digitalen Mindset vieler Hochschullehrer*innen – ohne allerdings näher auf diese Gründe einzugehen. Das macht dann auch den nächsten Schritt, die Entwicklung einer nationalen Bildungsplattform, und ihre Einordnung schwer. Ulrich Schmidt gibt dem Projekt mit Blick auf den Markt digitaler Bildung und mögliche Ziele erste Konturen:

„Es bräuchte also wahrscheinlich beides: Einerseits eine technologisch zeitgemäße Plattformlösung, die das vorhandene und künftig entstehende digitale Angebot der Hochschulen maximal vernetzt und erschließbar macht, und andererseits neue Inhalte, Kurse, MOOCs, Video-Lectures aus den Hochschulen heraus, die didaktisch, fachlich und methodisch gleichermaßen attraktiv wie hochwertig sind und daher auf ein breites Interesse der Nutzer aus Hochschulen, Unternehmen und dem privaten Umfeld rechnen dürfen.“

Er nennt das Projekt bildungspolitisch einen „großen Wurf“. Da nicke ich erst einmal, denn die Gründe, die zur „virtuellen Zurückhaltung“ geführt haben, sind ja nicht aus der Welt. Aber vielleicht schließt die Machbarkeitsstudie hier noch einige Lücken …
Ulrich Schmid, Digitalisierung der Bildung/ Bertelsmann Stiftung, 7. Juni 2018