Category Archives: Jochen Robes

14Jun/19

Internet Trends 2019

Quelle: Weiterbildungsblog Autor: jrobes

Mary Meeker hat ihren jährlichen Internet Trends-Report veröffentlicht. 334 Slides. „Education“ ist ein eigenes Kapitel (ab S. 234), überschrieben mit „Online Education = Big numbers + Big growth“. Dort finden wir einige, vor allem den US-amerikanischen Markt betreffende Statistiken und Player. Kosten, Enrollments, Completion Rates, Plattformen (Coursera, Udemy, Lambda, Chegg). Später gibt es noch zwei Seiten über den chinesischen Bildungsmarkt. Zwei interessante Zahlen, die YouTube betreffen: 4,5 Milliarden „Annual Hours of ‘How-To’ Video Viewership“ und „59% Gen Z Users Cite YouTube as Preferred Learning Tool“.

Kurz: Die interessanteren „Education“-Trends stecken in den weiteren Kapiteln: Users, E-Commerce + Advertising, Usage, Freemium Business Models, Data Growth, Usage, Work, Healthcare und China. 
Mary Meeker, Bond Capital, 11. Juni 2019

Bildquelle: Internet Trends 2019, S. 252

13Jun/19

Investition in Weiterbildung: zu oft verschwendet

Quelle: Weiterbildungsblog Autor: jrobes

Die Ausgaben in Fort- und Weiterbildung steigen. Und Umfragen bestätigen die Bereitschaft der Mitarbeiter, sich weiterzubilden. Wenn jetzt noch die Bildungsmaßnahmen halten, was sie versprechen, wäre alles gut. Doch wir wissen es besser. Denn die Praxis kommt in klassischen Seminaren zu kurz, das „Learning by doing“ wird häufig vernachlässigt, der Erfolg von Bildungsmaßnahmen selten evaluiert. Die McKinsey-AutorInnen fordern eigentlich Selbstverständliches in Sachen Kompetenzentwicklung: anspruchsvolle Projekte, in den Arbeitsalltag integrierte Weiterbildung, Job-Rotation, Job-Shadowing – und Flipped Classroom:

„Bei einem unserer Klienten beispielsweise werden die Mitarbeiter zunächst über Online-Seminare mit wichtigen Zukunftsfähigkeiten wie agiles Arbeiten vertraut macht. Anschließend sind die Mitarbeiter gefordert, das Erlernte direkt in Kleinstprojekten im Arbeitsalltag anzuwenden. Alle zwei Wochen finden halbtägige Coaching-Sessions statt, um inhaltliche Fragen zu klären, Praxiserfahrungen auszutauschen und nächste Schritte zu besprechen. Online-Input und Offline-Diskussion, also die Flipped-Classroom-Methode, gekoppelt an die unmittelbare Anwendung des Erlernten haben sich als besonders wirksamer Programmansatz erwiesen.“
Julian Kirchherr und Julia Klier, Haufe.de, 7. Juni 2019

Bildquelle: fudowakira0 (pixabay)

13Jun/19

The End of the Line for iTunes U?

Quelle: Weiterbildungsblog Autor: jrobes

Seit 2007 haben Hochschulen weltweit Kurse und Kursmaterialien auf  iTunes U veröffentlicht. Manche behaupten sogar, dass die Plattform damit ein Vorbote der Massive Open Online Courses (MOOCs) war. Im Fahrwasser von iTunes droht jetzt auch iTunes U das Ende. Der Artikel präsentiert einige Hintergrundinformationen zur Nutzung und versammelt Stimmen von betroffenen Hochschulen. Fürs Protokoll. 
Lindsay McKenzie,  Inside Higher Ed, 12. Juni 2019

Bildquelle: Apple

12Jun/19

Nationale Weiterbildungsstrategie

Quelle: Weiterbildungsblog Autor: jrobes

Auf 23 Seiten haben BMAS und BMBF jetzt ihre „Nationale Weiterbildungsstrategie“ beschrieben. Nichts weniger als eine „neue Weiterbildungskultur“ soll in Deutschland entstehen: „Die Weiterbildungsstrategie formuliert Antworten auf den Wandel der Arbeitswelt und gibt Impulse für eine neue Weiterbildungskultur in Deutschland, die die selbstbestimmte Gestaltung individueller Bildungs- und Erwerbsbiografien und die gestiegene Verantwortung der Weiterbildungsakteure unterstreicht.“

Diese Impulse werden in zehn Handlungszielen zusammengefasst. Die Handlungsziele sind zum Teil bereits mit konkreten Maßnahmen verbunden. Verbindliche Zeitpläne für die Umsetzung einzelner Maßnahmen sollen ab Herbst erarbeitet werden. Im Juni 2021 will man prüfen, wo man mit der neuen Weiterbildungskultur steht. Hier die Handlungsziele:

„1. Die Transparenz von Weiterbildungsmöglichkeiten und -angeboten unterstützen …
2. Förderlücken schließen, neue Anreize setzen, bestehende Fördersysteme anpassen …
3. Lebensbegleitende Weiterbil-dungsberatung flächendeckend vernetzen und Qualifizierungsberatung insbesondere für kleine und mittlere Unternehmen stärken …
4. Die Verantwortung der Sozialpartner stärken …
5. Die Qualität und Qualitätsbewertung von Weiterbildungsangeboten prüfen und stärken …
6. Erworbene Kompetenzen von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern in der beruflichen Bildung sichtbar machen und anerkennen …
7. Fortbildungsabschlüsse und Weiterbildungsangebote entwickeln …
8. Bildungseinrichtungen als Kompetenzzentren für berufliche Weiterbil-dung strategisch weiterenwickeln …
9. Das Personal in der Weiterbildung stärken und für den digitalen Wandel qualifizieren …
10. Die strategische Vorausschau stärken und die Weiterbildungssta-tistik optimieren …“

MILLA („Modulares Interaktives Lebensbegleitendes Lernen für Alle“), das Konzept der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, das seit seinem Erscheinen im November 2018 für Diskussionsstoff sorgte, ist jetzt – so meine Lesart – Teil der Weiterbildungsstrategie. Zumindest lässt das folgende „Transparenz“-Ziel eine große Nähe zur unsprünglichen Idee erkennen:

„Das BMBF wird nach bewährter Konsultation mit Wirtschafts- und Sozialpartnern und Ländern mit seinem geplanten Innovationswettbewerb „Digitale Plattform Berufliche Weiterbildung“ interaktive Lernplattformstrukturen entwickeln, die die individuellen Möglichkeiten, passgenaue Weiterbildungsangebote zu erhalten, erweitern und erleichtern und die kompatibel mit nationa-len und europäischen Initiativen (z. B. Europass) ausgestaltet werden und bestehende relevante Plattformen einbeziehen sollen.“

Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) und Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF), Juni 2019 (pdf)

11Jun/19

Moving From 5% to 85% Completion Rates for Online Courses

Quelle: Weiterbildungsblog Autor: jrobes

Die hohen Zahlen der Kursabbrecher sind ein Thema, solange es MOOCs gibt. Wie aber kommt man zu einer Abschlussquote von 85 Prozent? Nun, die einfachste, wenig überraschende Antwort lautet: Der Kurs muss etwas kosten. Aber es gibt weitere Stellhebel. Sieben, meist nützliche, listet der Artikel auf (inklusive der Option „Preisticket“):

1. Make students put skin in the game. …
2. Avoid on-demand learning and instead impose deadlines. …
3. Combine synchronous and asynchronous learning. …
4. Use the power of peer pressure. …
5. Make students feel seen. …
6. Don’t be afraid to dangle prize money or other incentives at the end of a course. …
7. Design assignments that help adult learners complete projects for work. …
Amy Ahearn, EdSurge, 6. Juni 2019

Bildquelle: Jon Tyson (Unsplash)

07Jun/19

Nur locker bewölkt: Warum die Schul-Cloud in Deutschland nicht vom Fleck kommt

Quelle: Weiterbildungsblog Autor: jrobes

Ulrich Schmid (mmb Institut) ist in seiner Analyse hin- und hergerissen: Auf der einen Seite kann er es gut nachvollziehen, dass die Bundesländer gegenwärtig eher auf eigene Lösungen setzen, als sich unter einer zentralen Schul-Cloud zu versammeln. Man gibt schließlich Steuerungsmöglichkeiten ab.

Auf der anderen Seite sieht er die Chancen, denn „eine solche bundesweite Plattform [würde] Nutzungs- und Nutzerdaten in großer Menge generieren, sprich „Big Data“. Dadurch würden auch KI-basierte Services möglich, etwa für das „adaptive“ und „predictive learning“ sowie für die pädagogische Analyse und individuelle Beratung.“

Letztendlich plädiert er nicht zuletzt deshalb für einen schnellen und einheitlichen Weg zur digitalen Schule.
Ulrich Schmid, Bertelsmann Stiftung/ Digitalisierung der Bildung, 7. Juni 2019

Bildquelle: Alex Machado (Unsplash)

06Jun/19

Education in 2030

Quelle: Weiterbildungsblog Autor: jrobes

Eine sehr interessante Studie (61 S.), die die Experten von Holon IQ („a global education intelligence platform“) hier vorgelegen! Im Mittelpunkt stehen fünf Bildungs-Szenarien, die 2030 möglich sind: „education as usual“, „global giants“, „regional rising“, „peer-to-peer“ und „robo revolution“. Sie stellen unterschiedliche Kombinationen einzelner Treiber dar (Globalisierung, Bevölkerungswachstum, Wirtschaft, Zukunft der Arbeit usw.) und werden ausführlich beschrieben.

  • „Education-as-Usual. Traditional education institutions remain the trusted source of learning and the most effective vehicle for jobs and prosperity. Higher education consolidates, global talent platforms emerge and government remains the core source of funding around the world.
  • Regional Rising. Regional alliances dominate the competitive education landscape, supported by strategic and political cooperation. Cooperative blended delivery and regional talent hubs cross-load labor supply and demand strengthen regions.
  • Global Giants. This global free market environment has fostered the emergence of „mega-organizations“ with ubiquitous brand recognition and the scale to achieve significant efficiences and industry power.
  • Peer-to-Peer. Learning online through rich, personalized human to human experiences dominates the post-secondary and skills training sectors. Blockchain technology fundamentally reconfigures credentialing and unlocks the collective creativity and IP of teachers.
  • Robo Revolution. AI drives a complete reversal in „who leads learning“, with virtual tutors and mentors structuring learning paths, providing assessment tasks, giving feedback, adjusting according to progress and organizing human tutoring when needed.“

Dafür haben die Experten Informationen „top down“ – zum Beispiel aus Studien von World Bank und OECD – und „bottom up“ – gewonnen aus Artikeln, Blogposts, Kommentaren und weiteren Quellen – ausgewertet. Neben den Szenarien werden in einzelnen Kapiteln „global drivers“ und „global learning & teaching“ beschrieben und mit Schaubildern visualisiert. So gibt es zum Beispiel kurze Schlaglichter zum LMS und zu MOOCs.
Holon IQ, 6. Juni 2019

 

03Jun/19

Hören ist das neue Lernen

Quelle: Weiterbildungsblog Autor: jrobes

Ein weiterer Versuch, Podcasts und betriebliche Weiterbildung zusammenzubringen. Denn Podcasts werden geschätzt, manche sprechen sogar wieder von einem Trend. Auch Wissens-Podcasts gehören dazu. Gudrun Porath geht in ihrer Kolumne sogar noch einen Schritt weiter:

„Weil der technische Aufwand gering ist, können Mitarbeitende diese auch selbst produzieren und ihr Wissen und ihre Erfahrungen beispielsweise als Interview teilen – unkompliziert und zugleich wirksam. Neben dem Lerneffekt steckt da noch etwas ganz anderes drin: Gehört zu werden, ist eine Bestätigung und eine gute Motivation für jeden. Nutzen wir sie.“
Gudrun Porath, Haufe.de, 29. Mai 2019

31Mai/19

eduTrends: Alternative Credentials

Quelle: Weiterbildungsblog Autor: jrobes

Einen guten Überblick über die neuen Währungen, die sich auf dem Bildungsmarkt breit machen, haben die Experten des Observatory of Educational Innovation aus Monterrey hier zusammengetragen (50 S.). Systematisch skizzieren sie zuerst die gesellschaftlichen Treiber („Vierte Industrielle Revolution“) und den daraus resultierenden neuen Blick auf Bildung und Lernen („from a four-year degree to a lifelong education“). Anschließend führen sie uns in den MOOC-Markt, mit etwas Geschichte und kurzen Profilen der großen Anbieter.

Das Herzstück dieser Studie bildet das Kapitel „What are Alternative Cedentials?“ „Alternative credentials refer tothe competencies, skills, andlearning outcomes derived from assessment-based, non-degree activities and align to specif ic and timely needs in the workplace.“ (S. 24)

Die folgende Klassifikation umfasst drei Kategorien: 1) Labor Market Training and Credentialing, 2) MOOCs and Other Online Microcredentials, 3) Competency-Based Education Programs.

Es folgen Beispiele (vor allem) amerikanischer Hochschulen, die auf dem Markt alternativer Zertifikate bereits aktiv sind, sowie einiger Unternehmen wie IBM, die die Badge-Plattform von Acclaim einsetzen. Dann das obligatorische Kapitel über die Bedeutung der Blockchain sowie ein abwägender Ausblick. Ein ausführliches Literaturverzeichnis. Lesenswert.

„Education institutions with the ability to adapt to this new reality will stand out when faced with the imminent transformation of the world of training. The growing supply of alternative credentials must not be seen as a threat to traditional degrees; on the contrary, we hope that this transformation contributes to the evolution of degree programs and to remove access barriers. Traditional degrees and alternative credentials may and will have to coexist and learn from each other, strengthening learning opportunities for society.“ (S. 45)
Observatory of Educational Innovation,  Tecnológico de Monterrey, Mai 2019

31Mai/19

Rolle und Aufgaben von L&D: das ACADEMIES-Modell

Quelle: Weiterbildungsblog Autor: jrobes

Christoph Meier (scil) hat das neue Buch von Nick van Dam, Global CLO McKinsey, gelesen. Es heißt: „Elevating Learning & Development. Insights and Practical Guidance from the Field“. Vor allem den Bezugsrahmen des Autors, das ACADEMIES-Modell, fand er ganz hilfreich. Sein Fazit:

„Beim Durchblättern des Buchs fand ich die ersten Kapitel besonders interessant (z.B. Struktur und Governance von L&D); die späteren Kapitel dagegen zum Teil weniger ergiebig (z.B. zu Kuratieren als Erweiterung des Inhalte-Managements). Das hier vorgestellte ACADEMIES-Modell erscheint mir aber als eine sehr anschlussfähige Darstellung der zentralen Aufgaben und Herausforderungen für L&D.“
Christoph Meier, scil-blog, 29. Mai 2019

Bildquelle: Nick van Dam: Elevating Learning & Development, 2018, S. 21