Category Archives: Jochen Robes

07Jun/24

Which institution is the world leader in digital and distance education?

Quelle: Weiterbildungsblog Autor: jrobes

Tony Bates war eingeladen worden, eine Keynote zum 35. Geburtstag der Tec de Monterrey zu halten. Tec de Monterrey, das als kurzer Einschub, ist eine private Hochschule in Mexiko, die für die Entwicklung und den Einsatz digitaler Bildungskonzepte bekannt ist. Seine Keynote hatte den Titel „How has online and distance learning changed over the last 35 years and what can we expect for the next 35 years?“, und Tony Bates fasst in diesem Blogbeitrag die zentralen Punkte seines Ausblicks kurz zusammen. Diese Punkte sind nicht lang, aber lesenswert, weil sie sich mit verschiedenen Aspekten des Nebeneinanders von online- und vor Ort-Angeboten und dem Einsatz von KI auseinandersetzen, zum Beispiel:

„- students will want to choose the mix of online (distant) and in-person that best suits them; it will be a challenge for institutions to be completely flexible, so a more limited range of ‘core modes’ will be offered; this will require good decision-models for deciding the best mix of in-person and digital learning for different courses …“

Die Antwort auf die Frage im Titel gibt es auch, aber sie ist wenig überraschend …
Tony Bates, Online Learning and Distance Education Resources, 7. Juni 2024

Bildquelle: Tony Bates

07Jun/24

Künstliche Intelligenz in Learning & Development

Quelle: Weiterbildungsblog Autor: jrobes

Viel steht nicht in diesem Trendreport des bitkom, den man wohl eher als Stellungnahme lesen darf. 90 Prozent der Unternehmen, heißt es einleitend, sehen in KI-Systemen Hilfsinstrumente bzw. Innovationstreiber, aber nur 3 Prozent nutzen sie heute schon. Dabei ist der Ausblick bekannt: Adaptive Lernsysteme versprechen personalisiertes Lernen, also Lernangebote, die sich dynamisch den Erfahrungen und Aktivitäten der Nutzenden anpassen. Wenn die Rahmenbedingungen auf organisationaler Ebene  (Lernstrategie, Lernkultur) stimmen, wenn Führungskräfte mitspielen und die Lernenden offen für entsprechende Angebote sind. Es folgt die Aufzählung einiger Einsatzszenarien und Anwendungsbeispiele von KI sowie ein „Quick Tip für gutes Prompting“. 13 Seiten insgesamt.
Maximilian Albrecht u.a., bitkom (Hrsg.), 2024

07Jun/24

Wie man Communitys im Unternehmen baut. Winfried Ebner zu Gast im New Work Chat.

Quelle: Weiterbildungsblog Autor: jrobes

Winfried Ebner war lange Zeit bei der Deutschen Telekom im Bereich Corporate Communications aktiv, befindet sich gerade (noch) im Sabbatical und berichtet hier über seine New Work-Erfahrungen. Dazu gehören unter anderem die Einführung eines Social Networks im Konzern sowie verschiedene Community-Programme. Das wiederum führt im Gespräch mit Gastgeber Gabriel Rath auch zum Stichwort „Corporate Influencer“. Den Podcast “ New Work Chat“ kann ich übrigens nur empfehlen.
Gabriel Rath, Gespräch mit Winfried Ebner, New Work Chat, 5. Juni 2024

06Jun/24

Future Skills für Hochschulen: eine kritische Bestandsaufnahme

Quelle: Weiterbildungsblog Autor: jrobes

Das umfangreiche Dokument (44 S.) ist als Vorveröffentlichung einer Studie deklariert, die im Juli 2024 erscheinen soll („Future Skills lehren und lernen – Schlaglichter aus Hochschule, Schule und Weiterbildung“). Herausgegeben wurde es vom Stifterverband, der ein Autor:innenkollektiv aus unterschiedlichen Disziplinen zusammengebracht hat. Ich habe es mit Blick auf die laufende Diskussion um und über Future Skills mit Gewinn gelesen, da es sehr differenziert auf viele Fragen eingeht, die in der Aufzählung und Beschreibung entsprechender Skills oft zu kurz kommen. In der Einleitung heißt es: 

„Die Diskussion um Future Skills in der Hochschulbildung und darüber hinaus ist im vollen Gange. Sie zeichnet sich durch eine Vielfalt von Perspektiven, Zugängen, Definitionen, Euphorie und Kritik aus. Doch was ist nun dran an Future Skills – alles nur heiße Luft?

Befürwortende des Konzepts argumentieren, dass Future Skills unerlässlich sind, um Studierende auf unvorhersehbare zukünftige Herausforderungen vorzubereiten, und sie befähigen, verantwortungsbewusste und aktive Bürgerinnen und Bürger in einer zunehmend vernetzten und komplexen Welt zu sein. Kritikerinnen und Kritiker bemängeln, dass der Fokus auf Future Skills zu einer Ökonomisierung der Bildung führen kann.“

Der letzte Satz deutet an, dass die Diskussion um Future Skills durchaus als Fortsetzung der Debatte um das Selbstverständnis der Hochschulen im 21. Jahrhundert verstanden werden darf. „Kompetenzorientierung 2.0“, wenn man so will. Natürlich macht sich das Autorenkollektiv für das Thema „Future Skills“ und eine damit verbundene Verankerung in der Hochschullehre stark. Es geht aber zugleich (selbst-)kritisch auf die offenen Fragen ein, zum Beispiel mit Blick auf eine bildungstheoretische Herleitung von Future Skills sowie auf die Entwicklung entsprechender Messinstrumente und Evaluationsmethoden. So heißt es an einer Stelle: „Die Frage, ob Future Skills schon in der Lehre angekommen sind, muss derzeit also noch mit einem „Jein“ beantwortet werden.“ (S. 26) 

Natürlich plädieren die Autor:innen „für eine tiefgreifende Weiterentwicklung der Forschung und Umsetzung von Future Skills“ (S. 32) und konkretisieren dieses Plädoyer in ihrem abschließenden Ausblick. Da sich aber der Gegenstand der Debatte selbst laufend verändert – denken wir nur an das Stichwort „KI-Kompetenzen“ -, hat man beim Lesen das Gefühl, dass hier der Weg das erste Ziel ist.
Ulf-Daniel Ehlers, Laura Eigbrecht, Nina Horstmann, Wibke Matthes, David Piesk und Florian Rampelt, Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft (Hrsg.), Juni 2024 

 

Aus: „Future Skills für Hochschulen: eine kritische Bestandsaufnahme“, S. 6

04Jun/24

Wie HSG-Studierende ChatGPT nutzen

Quelle: Weiterbildungsblog Autor: jrobes

An der Universität St. Gallen hat man untersucht, „wie Studierende an der HSG ChatGPT nutzen und welche Sorgen sie bezüglich der Technologie haben“ („Student Perspectives on Ethical Academic Writing with ChatGPT: An Empirical Study in Higher Education“, 2024). Einige der Ergebnisse dieser Studie fasst Sabine Seufert in diesem Video (3:19 Min.) zusammen. Ein Punkt: Auf der einen Seite haben viele Hochschulen die Eigenständigkeitserklärungen, die Studierende mit ihren Abschlussarbeiten abgeben müssen, angepasst. Es besteht häufig eine Kennzeichnungspflicht, was den Einsatz von KI-Tools wie ChatGPT betrifft. Auf der anderen Seite wissen Studierende nicht, ob und wie der Einsatz von KI die Benotung beeinflusst.

„Ähnliche Sorgen unter allen Studierenden:
– Unabhängig davon, ob Vielnutzer oder kein Nutzer, teilen alle ähnliche Sorgen.
– Befürchtung, schlechter benotet zu werden, wenn die Verwendung von KI angegeben wird, wie es in der neuen Eigenständigkeitserklärung gefordert wird.
– Grosse Unsicherheiten darüber, wie die neuen Regelungen angewendet werden sollen
– Sorgen, dass harte Arbeit künftig an der Universität nicht mehr belohnt werden könnte.“ (Sabine Seufert)
HSGUniStGallen, YouTube, 29. Mai 2024

31Mai/24

ENC300 – KI Upskilling mit dem CLC Promptathon – Retrospective des Orgateams #CLCPrompth24

Quelle: Weiterbildungsblog Autor: jrobes

Im Moment komme ich mit dem Hören der neuen Folgen des Education NewsCast nicht mehr hinterher. Das nur als kleine Vorwarnung, wenn ich später noch einmal ältere Folgen an dieser Stelle verlinke. Mit dieser Folge, übrigens die 300. (!), bin ich aber aktuell. In ihr reflektiert Gastgeber Thomas Jenewein (SAP) zusammen mit dem Orgateam den CLC Promptathon, der am 24. April online und in Walldorf stattfand. Es geht unter anderem um den Ablauf und die Organisation des Events, das hybride Setting des Promptathons, das Miro-Whiteboard als zentrale Infrastruktur, die Gruppenbildung sowie die Challenges, mit denen sich die Gruppen auseinandergesetzt haben. „Selbstorganisiertes Lernen und Handeln“ ist ein Stichwort, das im Gespräch mehrmals fiel. Und es war sicher nicht der letzte Promptathon, der in diesem Jahr stattgefunden hat.
Thomas Jenewein, Education NewsCast, Episode 300, 27. Mai 2024

31Mai/24

„Prompt-A-Thon+“ an der UHH. Künstliche Intelligenz für den eigenen Arbeitsalltag nutzen

Quelle: Weiterbildungsblog Autor: jrobes

Ein Erfahrungsbericht von der Universität Hamburg. Dort hat man in den letzten Monaten schon mehrere Promptathons durchgeführt und das ursprüngliche Konzept sogar erweitert. Es umfasst jetzt den eigentlichen Promptathon, also die Lösung von Aufgaben in kleinen Gruppen. Doch danach geht es weiter, denn die Gruppen sollen sich auch in den folgenden vier Monaten austauschen, um anschließend auf einem Abschlussevent ihre Ergebnisse zu präsentieren und zu besprechen. Das macht in Summe dann einen „Prompt-A-Thon+“ (den Begriff hat man sich sogar markenrechtlich schützen lassen …). Zu den Rahmenbedingungen dieses Formats gehört auch, dass die Universität Hamburg allen Mitgliedern seit April 2024 via UHHGPT einen Zugang zu ChatGPT zur Verfügung stellt.

„„Wir haben dieses Format erweitert, um sicherzustellen, dass alle Teilnehmenden einen Plan haben, wie sie generative KI nach der Veranstaltung im wirklichen Leben nutzen können, und um diese Nutzung mithilfe großartiger freiwilliger Coaches zu reflektieren. Es ist wirklich ermutigend zu sehen, dass so viele Menschen aus Fakultäten, zentraler Verwaltung und Einrichtungen mitmachen und bereit sind zu lernen, zu erforschen und zu teilen“, sagt Prof. Dr. Tilo Böhmann, Vizepräsident der Universität Hamburg und Initiator des Formats.“
Universität Hamburg, Newsroom-Redaktion, 29. Mai 2024

31Mai/24

re:publica24 Nachlese 1/3: Meine inhaltlichen Learnings

Quelle: Weiterbildungsblog Autor: jrobes

Vom 27. – 29. Mai hat ja in Berlin die re:publica stattgefunden. Nele Hirsch war vor Ort und schreibt rückblickend: „Die Programmpunkte zu Bildung und Lernen waren in diesem Jahr zwar leider sehr überschaubar. Umso spannender war es für mich aber, in andere Bereiche reinzuschnuppern und mir zu überlegen, was die Darstellungen jeweils für den Bildungskontext bedeuten.“ Ihre Eindrücke hat sie in drei Blogposts festgehalten. Auf den ersten Post mit ihren „Learnings“ verlinke ich hier. Folgende Kapitelmarken hat Nele Hirsch gesetzt:

„Learning 1: Durch die Beschäftigung mit Quanten können wir unser Denken verändern …
Learning 2: Superintelligenz bei KI ist nur eine anekdotische Evidenz …
Learning 3: Reichweite auf Social Media ist ein Taschenspielertrick …
Learning 4: KI birgt nicht nur potentielle Risiken, sondern hat real schädliche Auswirkungen …
Learning 5: Das Prinzip der Pre-Empathie kann Zusammenarbeit verbessern …
Learning 6: Gemeinwohlorientierte Digitalisierung ist eine wichtige, öffentliche Herausforderung …“
Nele Hirsch, eBildungslabor, 29. Mai 2024

29Mai/24

A futurist decarbonizes his professional travel in 2024: problems and options

Quelle: Weiterbildungsblog Autor: jrobes

Die Herausforderung: „How can we travel without contributing to global warming?“ Bryan Alexander ist ein amerikanischer Bildungsexperte und spielt in diesem Beitrag sein Mobilitätsverhalten im Arbeitsalltag einmal durch. Dabei geht er auch auf die Möglichkeiten ein, die ihm mit Blick auf Infrastruktur und Verkehrssysteme zur Verfügung stehen. In Summe sieht es nicht gut aus, da ja der öffentliche Nahverkehr in den USA nur wenig ausgebaut ist. Eigentlich bleibt ihm realistisch gesehen nur ein Verzicht auf einzelne Reisen und ein Ausbau der Online-Optionen.

Der Beitrag zeigt natürlich, dass der Umgang mit dem Klimawandel vor allem ein gesellschaftliches Problem ist. Aber das schließt solche Überlegungen wie die von Bryan Alexander natürlich ein.
Bryan Alexander, Blog, 27. Mai 2024

Bildquelle: Bryan Alexander

28Mai/24

Jetzt online: Die Website zur OER-Strategie

Quelle: Weiterbildungsblog Autor: jrobes

Auch wenn das Thema in der betrieblichen Weiterbildung bis heute kaum Spuren hinterlassen hat: Seit 2022 gibt es ja eine OER-Strategie des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF). Diese Strategie hat jetzt ein Zuhause im Netz gefunden. Noch ist die Website sehr übersichtlich. Deshalb hier ein Blick auf die mit der Plattform verbundenen Ziele:

„Die Website www.oer-strategie.de richtet sich an alle, die mit OER in der Bundesrepublik arbeiten wollen, um eine innovative Lehr- und Lernkultur voranzubringen. Wir bieten Hintergrundinformationen zur OER-Strategie, berichten über aktuelle Fördervorhaben des BMBF rund um OER, betten unsere Aktivitäten von der internationalen Perspektive der UNESCO über wissenschaftliche Erkenntnisse ganz allgemein bis hin zu Aktivitäten der Länder ein, verschaffen unseren geförderten Projekten Sichtbarkeit und zeigen Wege der Zusammenarbeit und Vernetzung auf.“
Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF), 6. Mai 2024