Category Archives: Jochen Robes

19Mai/20

Damit aus der Wahl keine Qual wird: Lernkuratoren machen E-Learning genießbar

Quelle: Weiterbildungsblog Autor: jrobes

Content Curation ist ein aktuelles Thema. Das Internet bietet uns Zugang zu einer Fülle von Informationen. Doch wie wählen wir aus? Wie finden wir die Informationen, die wir suchen und die zu uns passen, unseren Zielen, unseren Anforderungen, unseren Routinen? Vor diesem Hintergrund beschreibt Lars-Peter Linke die Rolle von Lernkuratoren, die diese Aufgabe übernehmen und Menschen bei der Suche nach Lerninhalten unterstützen. Er nennt es eine „Kernkompetenz für Lernverantwortliche“, die sich aus vier zentralen Tätigkeiten zusammensetzt: Auswählen, Arrangieren, Aktualisieren, Anpreisen.

Vielleicht sei an dieser Stelle kurz daran erinnert, dass uns Content Curation im Alltag schon häufig begegnet: die Experten, denen wir auf Twitter oder LinkedIn folgen, schätzen wir, weil sie genau diese Rolle einnehmen; daneben unterstützen uns intelligente Systeme, wenn sie unsere Profile und Aktivitäten in Empfehlungen übersetzen. Und letztendlich ist Content Curation eine wichtige Kompetenz, mit der wir uns auch selbst auseinandersetzen sollten. Das nur als Ergänzung.
Lars-Peter Linke, eLearning Journal, 14. Mai 2020

19Mai/20

Blended, Video, Mobile, Micro: Trends in der digitalen Weiterbildung

Quelle: Weiterbildungsblog Autor: jrobes

Referat und Diskussion sollten ursprünglich im Bildungszentrum der IG Metall in Sprockhövel stattfinden. Das war ja nun aus den bekannten Gründen nicht möglich. Um so schöner, dass das Forum „Bildung Digital 2020“ trotzdem stattfand, wenn auch im virtuellen Raum. Nachdem Claudia Bremer am Morgen die didaktische Seite digitaler Bildung beleuchtet hatte, habe ich mich am Mittag auf einige Bewegungen der Bildungsmärkte im Netz, in der Bildungspolitik sowie auf dem Feld der Bildungstechnologien konzentriert. Am Ende habe ich noch kurz eine Brücke zum laufenden Corporate Learning MOOCamp geschlagen.

Aus der Diskussion im Anschluss sind mir zwei Punkte in Erinnerung geblieben: zum einen die Prognose, dass die digitalen Angebote, die gerade überall entstehen, dann eine Überlebenschance besitzen, wenn sie etwas Neues bieten, etwas, das nicht nur eine Übersetzung eines Präsenzformats darstellt; und zum anderen die Hoffnung, dass die Verfügbarkeit digitaler Instrumente vielleicht dazu führt, Präsenzzeiten neu und höher zu gewichten. Gute Punkte.
Jochen Robes, SlideShare, 18. Mai 2020

Bildquelle: Lucrezia Carnelos (Unsplash)

 

15Mai/20

„Auf Wissen bauen – mit systematischem Wissensmanagement zur digitalen Verwaltung“

Quelle: Weiterbildungsblog Autor: jrobes

Auf diesen Trendreport im Rahmen der Reihe „Digitaler Staat“ bin ich im aktuellen Newsletter der Gesellschaft für Wissensmanagement (GfWM) aufmerksam geworden. Es ist ein Gemeinschaftsprojekt von Behörden Spiegel und Prognos AG. Die 28 Seiten sind eine vorsichtige Annäherung. Auf ihnen wird für ein systematisches Wissensmanagement als Antwort auf die durch Demografie und Digitalisierung gestellten Herausforderungen geworben, vor denen der öffentliche Sektor steht.

Den roten Faden des Reports bilden die einzelnen Bausteine des Wissensmanagements (Gilbert Probst u.a.). Sie ermöglichen den AutorInnen einen Überblick über einzelne Handlungsfelder, werden um ausgewählte Methoden ergänzt und mit kurzen Praxisberichten veranschaulicht (u.a. Stadt Karlsruhe, Rheinisch-Bergischer Kreis, BMVg, Bundesverwaltungsamt, Bundesagentur für Arbeit). Weitere Kapitel sind der strategischen Bedeutung des Themas, einer notwendigen Kultur des Wissensteilens und neuen Plattformen und Tools des Wissensmanagements gewidmet – wobei die Hinweise auf Social Intranets und Kollaborationstools wahrscheinlich als Aufruf und Ermunterung gedacht sind. Wie auch immer: eine nützliche Übersicht.
Behörden Spiegel und Prognos AG, Februar 2020 (pdf)

13Mai/20

Viessmann – Der Dienstag

Quelle: Weiterbildungsblog Autor: jrobes

Der Untertitel dieses Beitrags ist etwas sprechender: „Wie regen wir Nicht-Lerner (in dem gestern beschriebenen Setting) an, zu Lernenden zu werden?“ Die Nicht-Lerner, um die es hier geht, sind Handwerker. Der Fragesteller ist die Viessmann Academy, die ihre Angebote mit den besagten Handwerkern zusammenbringen möchte. Und die Frage gehört zur dritten Woche unseres MOOCamps 2020, in dem Viessmann gerade die Rolle des Gastgebers ausfüllt, 

Nun hat die Viessmann Academy bis heute eine breite Palette an Angeboten entwickelt, um ihrer Zielgruppe alle notwendigen Informationen und Lernangebote zukommen zu lassen. Stefan Hoffmann (Viessmann Academy) hat das als „Reusen-Modell“ des Blended Learning vorgestellt.

Damit war auch die Diskussion eröffnet. 73 Kommentare, Ideen und Überlegungen habe ich bis jetzt gezählt. Allerdings keine einfachen Lösungen. Oder, wie es ein MOOCamp-Teilnehmer ausdrückt:  

„Die heutige Frage ist für mich eine der größten Herausforderungen, da es tatsächlich darum geht, Menschen dazu zu bringen, sich in eine Richtung zu verändern, die im Bildungswesen- und Berufskontext in unserer Gesellschaft in vielen Bereichen nicht vorgelebt wird. Außerdem wird „Lernen“ noch immer defizitär betrachtet („wenn Du etwas nicht kannst, musst Du es halt lernen“) und als Kostenfaktor angesehen.“
steffenpeter, Corporate Learning Community, 12. Mai 2020

12Mai/20

Typology of Free Web-based Learning Technologies

Quelle: Weiterbildungsblog Autor: jrobes

Diese Typologie ist eine Neuauflage. Das Original erschien 2015 („A Typology of Web 2.0 Learning Technologies“), und Matt Bower und Jodie Torrington haben jetzt den Titel angepasst, einzelne Cluster ergänzt („3D Modelling tools, Coding tools and Learning Management Systems“) und schlussendlich wieder eine Sammlung von 226 Tools zusammengetragen. In guter Web 2.0-Tradition haben sie nach „free, browser-based, interactive, tools“ gesucht, „that can be used to foster creativity and sharing“. Die einzelnen Cluster und Kategorien werden in kurzen Absätzen beschrieben.

„The analysis makes it possible to gauge trends in online learning technologies over the last five years, for instance the unsustainability of many smaller tools, the marketisation of many others, the trend towards more integrated platforms of tools, and greater dominance by larger providers.“
Matt Bower und Jodie Torrington, EDUCAUSE, 29. April 2020

09Mai/20

Wrap Up der Woche

Quelle: Weiterbildungsblog Autor: jrobes

MOOCamp 2020: Was mir an dieser Zusammenfassung des Porsche-Teams besonders gefällt, das sind die offene Schilderung der Fragen, die das Team vor der Teilnahme umtrieb, und der Erfahrungen, die man jetzt aus der gemeinsamen Anstrengung mitnimmt. Ganz abgesehen von den Rückmeldungen, die man auf das Konzept des Porsche Learning Labs im Laufe der Woche erhalten hat. Das zeigt schon der schnelle Blick auf die Twitter-Wall (siehe unten), das Ideen-Board der Co-Creation Challenge sowie die Impressionen des Fotocontests (siehe unten).

„Learning 1: Teamübergreifende und virtuelle Zusammenarbeit motiviert auch in schwierigen Situationen …
Learning  2: Management Buy-In und Servant Leadership sind nicht nur Modeworte …
Learning 3:  die #krasseherde –  Lernen im Netzwerk und mit neuen Tools eröffnet uns neue Perspektiven …“
miriamruhkamp, Corporate Learning Community, 8. Mai 2020

08Mai/20

eLearning Journal: eLearning AWARD 2020

Quelle: Weiterbildungsblog Autor: jrobes

Das eLearning Journal berichtet: „Zum zehnten Mal verlieh die Jury des eLearning Journal in 2020 den eLearning AWARD. Mit über 200 Projekt-Einreichungen war das Interesse am eLearning AWARD ungebrochen. Am Ende konnten sich in 57 Kategorien aktuelle State of the Art-Projekte durchsetzen.“

Nun ja, „57 Kategorien“ lassen einen zunächst einmal schmunzeln. Und wie bereits im letzten Jahr angemerkt: Man darf vermuten, dass am Ende für jeden Preisträger auch eine Kategorie gefunden wurde. Trotzdem lohnt der Blick: Denn „57 Kategorien“ bedeuten auch, dass hier wieder eine kleine Bibliothek mit Projektbeschreibungen vorliegt. Sie informiert, welche Unternehmen mit welchen Anbietern und welchen Tools unterwegs waren. Und sie zeigen an, in welchen neuen Kategorien Einreichungen in diesem Jahr ausgezeichnet wurden (wobei man das halt nur bedingt als „Trends“ bezeichnen kann, siehe oben). Hier eine kleine Auswahl der neuen Kategorien: Agiles Projektmanagement, Fernstudium, Kollaboratives Lernen, Learning Experience Platform, Performance Support, Personal Learning Environment, Smartwatch Learning, User-generated Content, Webinar.
eLearning Journal, 2020

08Mai/20

Remote Work Is Sinking In: And The Impact Is Bigger Than We Realized

Quelle: Weiterbildungsblog Autor: jrobes

Die zentrale Botschaft von Josh Bersin lautet: Wir werden nach der Krise nicht mehr zu den alten Arbeitsroutinen zurückkehren. Remote work bzw. Homeoffice wird als feste Option oder Regel bleiben. Damit verbunden sind eine Reihe von Beobachtungen, Fragen und Veränderungen, die er in diesem Beitrag sammelt. Dazu gehört auch:

„We have seen explosive demand for online learning. Companies tell me their learning catalog is “flying off the shelf” and the demand for video-based learning on work practices, personal fitness and leadership, and all sorts of information about the virus and safety is huge.“

Über den „explosive demand for online learning“ würde ich gerne mehr erfahren. Gehen jetzt wirklich MitarbeiterInnen hin und stöbern in den Kurskatalogen ihrer Unternehmen? Gibt es Unternehmen, die schnell noch Lizenzen auf Kursplattformen einkaufen, um ihren MitarbeiterInnen in diesen Zeiten etwas anbieten zu können? Wie sinnvoll oder nachhaltig kann so etwas sein? Oder ist es bereits mehr? Und gilt es auch hierzulande? Ich bin nicht sicher …
Josh Bersin, Blog, 5. Mai 2020

Bildquelle: Austin Distel (Unsplash)

07Mai/20

Digitales Semester. Willkommen im Neuland

Quelle: Weiterbildungsblog Autor: jrobes

Ein Stimmungsbild von einer der größten Hochschulen hierzulande, der Fankfurter Goethe-Universität. Auch hier wurde am 20. April der Betrieb abrupt und komplett auf online umgestellt. Seitdem beherrschen Stichworte wie Moodle, Zoom, synchron oder asynchron den Alltag. Der Beitrag stellt aus verschiedenen Perspektiven vor, was ein digitales Semester an Fragen aufwirft: für die Uni-Präsidentin, Lehrende, Studierende, Labore. Fazit: „Hört man sich unter Studierenden und Dozierenden um, sind trotzdem alle geduldig und im Wir-kriegen-das-schon-hin-Modus. Es läuft besser als befürchtet. Eigentlich läuft es an vielen Stellen sogar gut.“
Amna Franzke, Sara Tomšić und Carla Baum, ZEIT Campus, 5. Mai 2020

Bildquelle: Nathan Dumlao (Unsplash)

06Mai/20

Für wie lange?

Quelle: Weiterbildungsblog Autor: jrobes

Als das digitale Lehren und Lernen mit der Corona-Krise für Hochschulen (und andere Bildungseinrichtungen) auf einmal alternativlos wurde, führte ein erster Reflex oft zur Frage: Welche Systeme und Tools können wir jetzt eigentlich nutzen? Schnell kursierten zum Beispiel Listen mit Video-Conferencing-Anbietern. Nachdem diese Entscheidung irgendwann gefällt war, stand man vor der nächsten Frage: Was können wir mit diesen Tools denn alles machen? Welche Methoden, Konzepte und Kniffe gibt es denn? Auch hier sind bis heute eine Reihe einschlägiger Listen entstanden.

Gabi Reinmann, seit 2015 Professorin für Lehren und Lernen an Hochschulen an der Universität Hamburg, geht noch einen Schritt weiter (oder, je nachdem, zurück …) und stellt eine Heuristik zur Förderung sozialer Interaktion in digitalen Lehrangeboten vor. Diese Heuristik umfasst vier Dimensionen: Zweck, Adressat, Richtung und Modus. Dies ergänzt Gabi Reinmann um eigene Erfahrungen, die sie in kurzen Gestaltungsempfehlungen zusammengefasst hat. Slides und Audio (16:18 Min.). Nützlich.


Gabi Reinmann, Blog, 30. April 2020