Category Archives: Jochen Robes

29Jul/22

KI-Campus 1.0. Zwischenbericht des KI-Campus (Oktober 2019 – Juli 2022)

Quelle: Weiterbildungsblog Autor: jrobes

Den KI-Campus, die „Lernplattform für Künstliche Intelligenz“, gibt es seit 2020. Dahinter steht ein Förderprojekt des BMBF, das von einem Konsortium von fünf Partnern umgesetzt wird: Stifterverband, Deutsches Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI), Hasso-Plattner-Institut (HPI), NEOCOSMO und mmb Institut. Ziel des Campus ist es, „KI-Kompetenzen über innovative, digitale Lernangebote zu vermitteln. Lernende sollen in der Breite dazu befähigt werden, KI-Entwicklungen zu verstehen und zu hinterfragen und in der Spitze dabei unterstützt werden, als qualifizierte Fachkräfte neue KI-Entwicklungen mitzugestalten“ (S.1)

Im vorliegenden Zwischenbericht (49 S.) geben die Beteiligten sehr gewissenhaft darüber Auskunft, wie sich das Projekt in den letzten zwei Jahren entwickelt hat und wo es heute steht. Das Partner-Netzwerk wird vorgestellt, die Infrastruktur, die Curricula, die Inhalte usw. Selbst die Blogbeiträge der letzten Jahre werden minutiös aufgelistet. Insgesamt ist man mit dem Erreichten offensichtlich ganz zufrieden:
„Zusammenfassend konnte der KI-Campus in den ersten zwei Jahren seit seiner Veröffentlichung mehrere hunderttausend Lernende erreichen. … Insgesamt konnte der KI-Campus partnerübergreifend in den ersten zweieinhalb Jahren viele seiner Ziele übererfüllen …“ (S.3)

Ab 2025 soll der „KI-Campus 3.0“ auf eigenen Füßen stehen. Die Rede ist von einem „klaren Trägermodell mit langfristiger Beteiligung und Grundfinanzierung durch starke Partner“ sowie der „Umsetzung von Freemium-Modellen … bei gleichzeitig zuverlässigen Einnahmen“ (S.5). Bis dahin ist es sicher noch ein weiter Weg.
Florian Rampelt u.a., Berlin: KI-Campus, Juli 2022 (pdf)

 

Bildquelle: KI-Campus 1.0

29Jul/22

Futurelearn may not be a going concern

Quelle: Weiterbildungsblog Autor: jrobes

Donald Clark, auf den ich an dieser Stelle schon oft verlinkt habe, beklagt sich heftig über die Verluste, die FutureLearn seit seiner Gründung 2012 eingefahren hat: „Futurelearn accounts read like the script of a disaster movie“, schreibt er. FutureLearn, das zur Erinnerung, ist die MOOC-Plattform der britischen Open University. Sie hält heute noch 50 Prozent der Anteile am Unternehmen. Und, ja, aus ökonomischer Perspektive mag bei FutureLearn einiges schiefgelaufen sein (wie bei anderen MOOC-Anbietern auch!). Aber kann man Investitionen in öffentliche Bildung nicht auch anders betrachten und bewerten? Was natürlich einschließt, dass man Nutzen und Sinnhaftigkeit von Projekten kritisch auf den Prüfstand stellt.
Donald Clark, Donald Clark Plan B, 29. Juli 2022

Bildquelle: FutureLearn

29Jul/22

OER-Strategie. Freie Bildungsmaterialien für die Entwicklung digitaler Bildung

Quelle: Weiterbildungsblog Autor: jrobes

Ich glaube, Entwicklung und Präsentation einer OER-Strategie steht schon länger auf der Agenda des BMBF. Nun, kurz vor der Sommerpause, ist sie da. Zwei Kapitel und 24 Seiten. Im ersten Kapitel, „Ausgangssituation, Herausforderungen und Ziele“, wird der Rahmen gesetzt. „OER für eine chancengerechte Bildung“; eine „lernende OER-Strategie“, die jetzt gelebt und weiterentwickelt werden soll; die Verbindung zu den „21st Century Skills“; und schließlich: „Das Ziel der OER-Strategie ist daher ein tiefgreifender Wandel der Lernkultur“ (S. 5).

Im zweiten Kapitel werden sechs Handlungsfelder aufgezeigt und mit konkreten Förderthemen verknüpft:
„1. OER-Kompetenz pädagogischer Fachkräfte verankern und aufbauen …
2. Neue Kooperationen entwickeln: von OER zu Open Educational Practices (OEP) …
3. Technische Grundlagen und Strukturen für OER und OEP etablieren …
4. Innovation und lernortübergreifende Bildung mit OER unterstützen …
5. OER mit nutzerzentrierter, anwendungsorientierter und vernetzender Forschung begleiten …
6. Umsetzung: Initiativen und Akteure der digital unterstützten OER-Praxis zusammenführen …“

Das für den Moment. Ich werde in den nächsten Tagen einmal schauen, wie die OER-Community diese Strategie einordnet.
Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF), Juli 2022

29Jul/22

2022 Workplace Learning Report

Quelle: Weiterbildungsblog Autor: jrobes

Okay, ich bin ein bisschen spät dran mit diesem Link, denn der jährliche Report von LinkedIn ist schon im April erschienen. Aber irgendwo tauchte in dieser Woche eine Referenz auf, und ich habe mich noch einmal durch die deutschsprachige Ausgabe geblättert. Kurz die Eckdaten: LinkedIn hat auch für die sechste Ausgabe dieses Reports wieder über 2.000 Personalentwickler:innen und Mitarbeitende befragt, hat interne Quellen (LinkedIn/ LinkedIn Learning) und externe Studien ausgewertet und daraus eine aktuelle Roadmap für die Personalentwicklung bzw. Learning & Development erstellt.

Der Report umfasst neben der Einleitung vier Kapitel: „Die Personalentwicklung im Wandel“, „Neue Herausforderungen erhöhen den Druck“, „Synergieeffekte in der Personalentwicklung“ und „Zukunftsorientierte Personalentwicklung“. Ich will jetzt nicht auf die Details der Studie eingehen. Sie unterstreicht (wie auch alle vorherigen Ausgaben) die Bedeutung der Weiterbildung und stellt sie in den aktuellen Zusammenhang von Digitalisierung, Pandemie und den damit verbundenen Transformationsprozessen. An einer Stelle wird zum Beispiel auf die steigende Bedeutung des „praxisnahen Lernens am Arbeitsplatz“ hingewiesen. An anderer Stelle fällt das wichtige Stichwort „Wohlbefinden“. Auch der Vermerk zur strategischen Notwendigkeit unternehmensweiter Datenbanken mit Kompetenzprofilen fehlt nicht. 

Hängengeblieben bin ich bei den Seiten (ab S. 25), die sich auf die Kompetenzen und Weiterbildung der Personalentwickler:innen selbst beziehen. Das folgende Modell stammt aus einer Studie von RedThread Research, die von LinkedIn zitiert wird:

 

Dazu heißt es im Report: „Basierend auf einer aktuellen Umfrage unter mehr als 300 Personalentwickler:innen identifizierte RedThread Research sieben Kategorien und 39 Kenntnisse, die in der Personalentwicklung künftig unverzichtbar sein dürften. Bedenkt man, dass Personalentwickler:innen eine zunehmend strategische Rolle einnehmen, überrascht es nicht, dass neben den typischen Tätigkeitsbereichen auch verschiedene neue Aufgabengebiete genannt werden.“ (S. 26)
LinkedIn Learning, April 2022 (pdf)

Nachtrag (29.07.2022): siehe auch „Linkedin Workplace Learning Report 2022“ (Christoph Meier, scil, 30.04.2022)

28Jul/22

Hier gibt’s was auf die Ohren

Quelle: Weiterbildungsblog Autor: jrobes

Natürlich geht es um Podcasts. Kristina Enderle da Silva (wirtschaft+weiterbildung) leitet ein und stellt dann aktuelle Highlights vor. Zwar steht „Weiterbildung“ über der Liste, doch die Podcasts widmen sich auch anderen Personal-, Führungs- und New Work-Themen. Sie schreibt dazu: „Podcasts boomen förmlich. Viele Blogger sind inzwischen auf Podcasts umgestiegen oder haben diese zusätzlich im Programm, …“

Den Boom sehe ich auch. Doch einen „Umstieg“ fände ich schade, da für mich geschriebene Texte etwas anderes bedeuten.
Kristina Enderle da Silva, Haufe.de, 19. Juli 2022

Bildquelle: Clker-Free-Vector-Images (pixabay)

26Jul/22

Eight Ways to Finish Your Course

Quelle: Weiterbildungsblog Autor: jrobes

Ein kurzer Ratgeber, der Hinweise zu Zeitmanagement, Selbstorganisation und Motivation miteinander verbindet. Pomodoro taucht natürlich auf, SMARTE Ziele, Note-Taking. „To succeed at online learning, you need more than ambition. You also need a sound strategy to turn those dreams into reality.“
Pat Bowden, The Report by Class Central, 5. Juli 2022

Bildquelle: Victor (Unsplash)

25Jul/22

Von der Lochkarte zur Cloud – Objektgeschichte digitaler Speichermedien

Quelle: Weiterbildungsblog Autor: jrobes

Mir gefällt dieser Projektbericht aus der TU Darmstadt aus verschiedenen Gründen: da ist zum einen das Thema „digitale Speichermedien“, das in seiner Geschichte bereits einige interessante und fast schon wieder vergessene Objekte hervorgebracht hat; da ist der Blick hinter die Kulissen eines Hochschulprojekts und die Zusammenarbeit mit dem Museum für Kommunikation Frankfurt; und schließlich ist da das Ergebnis des Projekts, das auf Google Arts & Culture betrachtet werden kann. 

„Gemeinsam haderten wir an einigen Stellen mit technischen Schwierigkeiten wie fehlenden Bildern oder wechselnden Vorgaben durch eine neue Google Arts & Culture Version. Besonders für die Studierenden war es teilweise anstrengend, weil nicht alle gestalterischen oder inhaltlichen Vorstellungen realisiert werden konnten. Gleichzeitig unterstrich genau diese Erfahrung den Wert und Erfolg der Übung: Denn nur durch die aktive Mitarbeit bei der Ausstellungsgestaltung konnten den Studierenden Erfahrungen vermittelt werden, die sehr nah am Alltag von Kurator:innen sind. Ausstellungen zu kuratieren bedeutet immer wieder Frustration, aber nicht nur – denn am Ende steht in den meisten Fällen ein tolles Produkt.“
Noro Thorade und Martina Heßler, Neues zu E-Learning an der TU Darmstadt, 18. Juli 2022

21Jul/22

„Im Bereich der Allgemeinen Weiterbildung vollzieht sich ein Paradigmenwechsel, der sich schon länger abzeichnet“

Quelle: Weiterbildungsblog Autor: jrobes

Ein Gespräch mit VertreterInnen der Erwachsenenbildung über Corona, die Digitalisierung und ihre Folgen. Was hat funktioniert, was weniger? Das Ganze ist ein frei zugänglicher Artikel in der neuen Ausgabe von weiter bilden mit dem Schwerpunkt „Abbrüche, Anschlüsse, Aufbrüche“. Zwei Wortmeldungen habe ich mir notiert. Die eine betrifft Markt und Modell der „Kursleitenden“, die offensichtlich langsam an ihre Grenzen stoßen:

„Ich beobachte aber auch seit längerer Zeit, dass dieses Modell der Kursleitenden, die in der Erwachsenenbildung auf Honorarbasis arbeiten, langsam zeitlich überholt ist. Das stammt aus der Zeit, als
der Gymnasiallehrer ein oder zweimal in der Woche abends einen Kurs in seinem Fach oder nach seinen Interessen und Neigungen gehalten hat. Aber die Zahl der Lehrerinnen und Lehrer, die bei uns nebenberuflich tätig sind, geht gegen Null … Es geht eigentlich eher in die Richtung vollständig freiberuflich lebender Kursleitungen. Wenn ich mir aber die Honorarstrukturen anschaue, dann kann man als Kursleitender davon nicht auskömmlich leben; es sei denn man arbeitet 50 bis 60 Stunden in der Woche.“

Ein zweiter Hinweis bezieht sich auf die Zielgruppe der Erwachsenenbildung, und weil das ein längerer Einwurf ist, zitiere ich hier nur den Einstieg:

„Ich erlebe jetzt, dass sich im Bereich der Allgemeinen Weiterbildung ein Paradigmenwechsel vollzieht, der sich schon länger abgezeichnet hat. Die Erwachsenenbildung, die ich von früher her kenne, mit ihren Vortragsveranstaltungen und Seminaren, die von gutgebildeten Leuten besucht wurden, die sich weiterbilden wollen und an allem möglichen interessiert sind, gibt es immer weniger. … Das hat sich durchs Digitale verändert. Dort sind häufig jüngere Leute, …“
Anne Becke, Andreas Grünewald, Beate Schmidtken, Christine Schäfer, Jan Rohwerder, weiter bilden, 2/ 2022

20Jul/22

Why we need to redefine learning maturity for 2022

Quelle: Weiterbildungsblog Autor: jrobes

Die „Learning Benchmark Reports“, früher von Towards Maturity, jetzt von Mindtools for Business herausgegeben, liefern auf strategischer Ebene Argumentationshilfen. Sie richten sich, der Titel deutet es an, vor allem an Entscheider. Laura Overton, die die Reports lange Zeit verantwortet hat, hat hier eine Zusammenfassung der aktuellen Ausgabe geschrieben.

Natürlich geht sie dabei kurz auf die Merkmale ein, die erfolgreiche Learning & Development-Teams auszeichnet. Es folgen einige Ergebnisse der aktuellen Studie. Und ganz am Ende schließlich nimmt sie das Stichwort der Überschrift auf: 

„But this year’s report has flagged to me that our thinking about maturity needs to shift. 
Originally for me, learning maturity was all about results, all about that impact on performance, agility, people and organisations. 
But now I am wondering if we need to define what L&D maturity means for us individually to make a difference. …

As an adult or as a learning professional, maturity means:
– Taking personal responsibility for our own actions rather than blaming others
– Understanding that not everything will be going our way all the time
– Working with others to achieve goals rather than being the hero
– Knowing when we can make a difference and when we can’t
– Applying our knowledge and experience in new ways to cope with new challenges
– Letting go!“

Okay, das sind noch sehr allgemein gehaltene Appelle. Ich bin gespannt zu sehen, was sich daraus entwickelt.
Laura Overton, trainingzone, 13. Juli 2022

Bildquelle: MindTools for Business

19Jul/22

loscon22 Eröffnung und Impulsvorträge

Quelle: Weiterbildungsblog Autor: jrobes

Ich habe diese Woche angefangen, die Beiträge der lernOS Convention (5./6. Juli 2022) nachzuarbeiten. Los ging es mit den Impulsvorträgen, die dankenswerter Weise auf YouTube gestreamt wurden und so offen zur Verfügung stehen. Karlheinz Pape und Joachim Niemeier moderierten. Es war ja eine hybride Veranstaltung mit ca. 100 Teilnehmer:innen vor Ort und ca. 100 online. Das machte einige besondere Regieanweisungen nötig („nur mit Mikrofon reden“) und sicher auch einiges an Planung und Organisation.

Die Vorträge waren, auch im Nachhinein, eine gute Einstimmung. Die Entwicklung des Wissensmanagements war natürlich mit Blick auf das Motto des Events ein Thema (Simon Dückert, Karsten Ehms). Dann eine kurze Standortbestimmung („lernOS – State of the Union“, Simon Dückert). Flankiert wurden diese Beiträge von zwei Binnenansichten aus großen Unternehmen: „#DATEVlernt“ (Julia Bangerth mit vielen interessanten Stichworten) und „Fit2Collaborate“ (Birthe Cohrs, Otto Group, mit der Vorstellung einer konkreten Intervention). Und Simon Dückert durfte auch wieder kurz erklären, was denn „lernOS“ eigentlich sei. Ich bin jedenfalls gespannt, was die weiteren Aufzeichnungen noch bringen …
Cogneon Akademie, YouTube, 5. Juli 2022

DATEVlernt – von Unlearn bis Veränderungsoptimismus mit Julia Bangerth (DATEV)

lernOS – State of the Union mit Simon Dückert (Cogneon Akademie)

Fit2Collaborate – Euer Weg zur besseren Zusammenarbeit & nachhaltigem Wissensmanagement mit Birthe Cohrs (Otto Group)

Wie Siemens weiß, was Siemens weiß! mit Karsten Ehms (Siemens)