All posts by jrobes

25Nov/22

Oh no, it’s another metaverse hot take

Quelle: Weiterbildungsblog Autor: jrobes

Warum ist Second Life damals, nach dem Höhenflug 2006/ 2007, eigentlich gescheitert? Martin Weller nennt drei Gründe: „a lack of purpose“, „technical and accessibility issues“ und „high user investment“. Kann Metaverse das gleiche Schicksal ereilen, ist dann die nächste Frage. Technisch ist heute vieles besser und benutzerfreundlicher. Bleibt „pupose“, also das „warum?“. Hier ist Martin Weller skeptisch. Zwar kann das Metaverse in einzelnen Bereichen ganz neue Möglichkeiten eröffnen. Er nennt beispielhaft Simulationen, Augmented Reality und Digital Labs. Aber er befürchtet, dass die Beteiligten, allen voran Facebook, mehr wollen.

„But that desired ubiquity is its downfall too. One of the issues with Second Life was that it very strongly divided people into pro- and anti-camps, with little balanced perspective. We are seeing this pattern of overenthusiastic initial adoption, when it is applied as a universal tool, when in reality it is better suited as a more selective and appropriate application. But Meta are not interested in being a specialist tool, they are very much of the “have it all” camp, and this central tension may be its undoing.“
Martin Weller, The Ed Techie, 24. November 2022

Bildquelle: Spiegel (Nr. 8 / 16.02.2007)

24Nov/22

DigcompEDU

Quelle: Weiterbildungsblog Autor: jrobes

Wenn man als Lehrender die über 50 Fragen beantwortet (es geht relativ schnell), erfährt man, wie es um die eigenen digitalen Kompetenzen bestellt ist. Das Self-Assessment basiert auf dem European Digital Competence Framework for Educators (DigCompEdu). Die Fragen bleiben etwas an der Oberfläche, aber für eine erste Standortbestimmung mag es nützlich sein. Das Tool wurde vom Center for Digital Dannelse entwickelt. Die Darstellung des Kompetenzmodells und der Ergebnisse ist grafisch gut gelöst.
Center for Digital Dannelse, November 2022

Nachtrag (25.11.2022): Es gibt unter dem Titel „DigCompEdu Bavaria“ offensichtlich auch eine deutschsprachige Version des Self-Assessments.

Bildquelle: Center for Digital Dannelse

23Nov/22

Beyond Project Management: Consider Agile Learning

Quelle: Weiterbildungsblog Autor: jrobes

Ein naheliegender Gedanke: Wenn man sich einmal mit den Prinzipien des agilen Projektmanagements angefreundet hat, ist es naheliegend, auch Lernprozesse neu zu denken. Die Autorinnen sehen dabei vor allem die folgenden Veränderungen bzw. Schwerpunkte:

„- The learner’s existing and needed knowledge is the central focus as learning is shaped into a personal learning path …
– Learners set individual learning goals …
– Learning is self-organized and can be informal, collaborative, or social …
– Learning, application, and feedback are integrated and ongoing …“

Die weiteren Stichworte: „agile learning“ ist arbeitsintegriertes Lernen; es motiviert, den persönlichen Lerninteressen und Lernwegen zu folgen. Aber agil Lernende werden nicht allein gelassen, ihnen stehen „agile learning coaches“ zur Seite.

Abschließend: Das Thema „agiles Lernen“ begegnet uns heute häufig und in verschiedenen Lesarten: Mal wird das Lernen bereits in der täglichen Praxis des agilen Projektmanagements, in Reviews und Retrospektiven, gesehen; mal sind es Lernprozesse, die unmittelbar der agilen Regie und ihren Rollen, Events und Artefakten folgen; und mal bildet „agiles Lernen“ nur einen losen Rahmen, um für BarCamps, Communities und WOL zu werben. Der hier verlinkte Beitrag wählt den Mittelweg.
Susanne Ambros und Pamela Hogle, Learning Solutions Magazine, 21. November 2022

Bildquelle: Patrick Perkins (Unsplash)

23Nov/22

Sammlung meiner WOL Ressourcen

Quelle: Weiterbildungsblog Autor: jrobes

Der Einstieg von Simon Dückert: „Mittlerweile ist [es] im Internet um Working Out Loud ja wieder recht ruhig geworden.“ Ich verfolge jetzt die WOL-Wellen nicht so aufmerksam, deshalb nehme ich diese Beobachtung einfach mal so mit. Im Folgenden hat Simon Dückert seine eigenen Beiträge zu WOL, die sich in den letzten Jahren angesammelt haben, aufgeführt. Wer sich mit Working Out Loud und lernOS näher beschäftigt und nach Gemeinsamkeiten bzw. Unterschieden fragt, findet hier Antworten.
Simon Dückert, Connect, 19. November 2022

Bildquelle: Azedelmaier (Wikimedia, CC BY-SA 4.0)

22Nov/22

„Der hat den Funken bei mir entzündet“ – wenn aus individuellem Lernen organisationales Lernen wird

Quelle: Weiterbildungsblog Autor: jrobes

Im Mittelpunkt dieser Selbstreflexion steht das Zusammenspiel von individuellen Lernerfahrungen und organisationalen Entwicklungen. Christian Kaiser (DATEV) zeichnet einige persönliche Stationen und Begegnungen der letzten zehn Jahre nach und bringt sie in einen größeren Zusammenhang: vom ersten BarCamp zu den DigiCamps und CoCreationCamps, zu denen die DATEV heute regelmäßig einlädt. Natürlich fehlen auch Hinweise auf die Software Craft Commnity, einem weiteren Leuchtturm des Unternehmens, nicht.

Wenn ich mich richtig erinnere, habe ich diesen Hinweis bzw. Link aus dem Newsletter, den Christian Kaiser unter dem Hashtag #Christianlernt regelmäßig auf LinkedIn veröffentlicht.
Christian Kaiser, Change & Transition, 20. November 2022

Bildquelle: Christian Kaiser

21Nov/22

ÜBERARBEIT #25: Wieder was gelernt

Quelle: Weiterbildungsblog Autor: jrobes

quäntchen + glück ist eine Agentur aus Darmstadt. Vor einiger Zeit haben sich zwei Botschafter:innen der Agentur auch der Frankfurter Corporate Learning Community vorgestellt. Ihr New-Work-Quartett liegt sicher bei vielen Leser:innen dieses Blogs auf dem Tisch. Und einen regelmäßigen Newsletter der Agentur gibt es obendrein. Womit ich schon beim Thema bin: Die aktuelle bzw. letzte Ausgabe ist ganz dem „Lernen“ gewidmet. Stichworte sind unter anderem New Learning, Weiterbildung („Lernen wie ein Quäntchen“) und ein Lean Coffee Fishbowl.

Ich zitiere einfach mal kurz aus dem Einstieg des Newsletters:

„Ein gutes Training allein ist nicht genug. Die Lernenden brauchen Strukturen, die ihnen ermöglichen, selbstorganisiert weiterzulernen.

 Learning Circles und Communities, Lern- und Werkschauen in Meetings, Teams- oder Slack-Channels, Hackdays und interne Barcamps (immer noch eine gute Idee!) – all das ist mindestens so wichtig wie die Fortbildungen selbst. Neues Wissen allein macht eine Organisation noch nicht zur lernenden Organisation. Es bedarf wie immer: der Arbeit am System! Oder in buzzwördisch: New Work braucht New Learning!“
quäntchen + glück, November 2022

Bildquelle: quäntchen + glück

18Nov/22

Neustart oder Reform? Die Nationale Bildungsplattform auf dem Prüfstand

Quelle: Weiterbildungsblog Autor: jrobes

Die Wikimedia Deutschland hat unter dem Titel „Werte und Strukturen der Nationalen Bildungsplattform“ (Autor:innen: Michael Seemann, Felicitas Macgilchrist, Christoph Richter, Heidrun Allert und Jürgen Geuter) eine Konzeptstudie in Auftrag gegeben und die Ergebnisse am 8. November 2022 der Öffentlichkeit vorgestellt. Man kann sich den Ergebnissen auf zwei Wegen nähern: zum einen fasst der hier verlinkte Beitrag wichtige Thesen der Studie und einer Podiumsdiskussion zusammen; zum anderen gibt es die Studie selbst, 84 Seiten, die offen zugänglich sind.

Die Studie besteht im Wesentlichen aus drei Teilen:
a) einer Analyse der Nationalen Bildungsplattform (NBP), die sich auf Technik, bildungswissenschaftliche Grundlagen und Fragen der Governance konzentriert;
b) einer bildungstheoretischen Positionierung, mit der die Autor:innen ihr Verständnis von Lernen und Bildung präsentieren (und damit die Messlatte für die NBP);
c) Handlungsempfehlungen in Form von zwei Implementierungsvorschlägen.

Einige Stichworte und Ergebnisse der Konzeptstudie:
– Ein zentraler Vorwurf der Studie: die Vorstellung der Projektträger, es handele sich bei der NBP um eine „neutrale Plattform“, um eine „pädagogisch neutrale Bildungsinfrastruktur“ (S. 42). So etwas gibt es nicht.
– Eine weitere, zentrale Herausforderung: Es existiert offensichtlich noch kein Betriebskonzept, und Fragen der Governance sind ungeklärt (S. 42ff.).
– Annahmen, die sich, so die Autor:innen, durch die Konzeptionen, Beschreibungen und Entscheidungen der NBP ziehen: die „Verkürzung des Wortes ‚Lernen‘ auf nur individuelle, kognitive, zielgerichtete Lernprozesse“ (S. 15); die „Annahme von Lernen und Bildung als datafizierbare Prozesse“ (S. 32); eine „output-orientierte Organisation von Lern- und Bildungsprozessen“ (S. 32); eine „rein output-orientierte Kompetenz- und Zertifikatslogik“ (S. 41); eine „Individualisierung“ von Lern- und Bildungsprozessen (S. 42); die „marktförmige Ausrichtung der NBP“ (S. 46).
– Schließlich: „Eine derart zentrale digitale Infrastruktur darf in einer demokratischen Gesellschaft nicht unter Ausschluss der Öffentlichkeit als rein technisches Projekt entworfen werden.“ (S. 68)

Hier noch drei Punkte, die ich ergänzen möchte: 
– Ich sehe durchaus eine Verbindung zwischen MILLA (Modulares interaktives lebensbegleitendes Lernen für alle), dem Konzept der CDU/CSU-Bundestagsfraktion aus dem Jahr 2018, und der NBP. Die Konzeptstudie, wenn ich es richtig sehe, setzt den Startpunkt für die NBP dagegen 2020.
– Im hier verlinkten Beitrag zur Präsentation der Studie wird die berechtigte Frage gestellt: „Inwieweit unterscheidet sich die Nationale Bildungsplattform von Google?“ Das ist eine grundsätzliche Frage, die mir schon bei der ersten Präsentation des Projekts in den Sinn kam. Diese Grundsatzfrage wird in der Konzeptstudie ausgelassen, die beiden Implementierungsvorschläge der Autor:innen („Neustart“ und „Reform“) sind da moderater.
– Auch die Frage, wie eine NBP die Grenze zu internationalen, offenen Bildungs- und Lernprozessen zieht, wird in der Konzeptstudie nicht thematisiert. LinkedIn Learning, Coursera, Udemy, Auslandserfahrungen … Ich vermute fast, dass diese Zielgruppe eine NBP nicht benötigt und auch nicht nutzen wird.

Bevor ich jetzt aber über das Ziel hinausschieße, noch einmal die Empfehlung, das Original in die Hand zu nehmen. Und hoffen wir, dass die Öffnung der Debatte mit diesem Aufschlag gelingt.
Sarah-Isabella Behrens und Franziska Kelch, Wikimedia Deutschland, 16. November 2022

18Nov/22

Digital literacies literacy

Quelle: Weiterbildungsblog Autor: jrobes

Einige interessante Gedanken, die Philip Kerr hier festhält. Auslöser bildet offensichtlich ein aktuelles Buch zum Thema (Pegrum, M., Hockly, N. & Dudeney, G. (2022) Digital Literacies. 2nd Edition. New York: Routledge). Mir hat besonders gefallen, wie er die Diskussion über „digital literacies“ beschreibt: „Being ‘digitally-literate’ literate is an ongoing task.“ Das sind die Kapitelmarken seines Beitrags:
„- How useful it is to talk about digital literacies?
– Can digital literacies be taught?
– Should digital literacies be taught as part of the English language curriculum?“
Philipp Kerr, Adaptive Learning in ELT, 17. November 2022

Bildquelle: markpegrum.com

17Nov/22

OERcamp 2022: Cable Green zur Open Climate Campaign (Keynote)

Quelle: Weiterbildungsblog Autor: jrobes

„If we are going to solve the world’s biggest problems, then the knowledge about them must be open.“ Das ist der Appell, den Cable Green, Director of Open Knowledge at Creative Commons, den Teilnehmer:innen des OERcamps 2022 in Hamburg zurief. Und das steht auch im Zentrum der Open Climate Campaign, die Cable Green in seiner Keynote (17:30 Min.) vorstellte und die jetzt als Aufzeichnung offen zugänglich ist.
Susanne Grimm, OERinfo, 17. November 2022

Bildquelle: Cable Green

17Nov/22

Das Fediverse als ‚Lerntool‘

Quelle: Weiterbildungsblog Autor: jrobes

In den nächsten Tagen, so der Plan, werde ich mich auch auf den Weg ins Fediverse begeben und mir Mastodon näher anschauen (einen Account, das ergab ein schneller Check, habe ich schon vor einiger Zeit dort eingerichtet). Nele Hirsch ist schon einen Schritt weiter und zählt auf, was alles für das Fediverse bzw. Mastodon als „Lerntool“ spricht. Das reicht von „1. Rahmen für eine konstruktive Diskussionskultur“ bis „7. Integration mehrerer Accounts mit unterschiedlichen Funktionen“. Einige ihrer Punkte beziehen sich dabei unmittelbar auf Mastodon, andere allgemein auf das Fediverse. Während es ihr in diesem Beitrag um Argumente geht, hat sie ihre Erfahrungen auch schon, aber an anderer Stelle festgehalten.
Nele Hirsch, eBildungslabor, 15. November 2022

Nachtrag (18.11.2022): Ich könnte hier noch eine lange Liste mit Beiträgen zum Thema „Mastodon“ einfügen. Stellvertretend will ich auf den Aufruf von Karlheinz Pape (Corporate Learning Community) hinweisen: „Projekt-Team für eine eigene CLC-Mastodon-Instanz“ (18.11.2022).

Bildquelle: Eugen Rochko (Wikimedia)