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20Apr/18

Das Hamburger Projekt „Digitale Unterrichtsbausteine“ – Martin Brause im Interview

Quelle: Weiterbildungsblog Autor: jrobes

Ein Blick über den Tellerrand von Corporate Learning: In Hamburg will man den Einsatz digitaler Medien im Unterricht ausbauen und bündelt deshalb Ressourcen und Kompetenzen in einem gemeinsamen Projekt. Im Interview berichtet Martin Brause, Chief Digital Officer der Behörde für Schule und Berufsbildung Hamburg (BSB), von den Zielen, den Strukturen und den organisatorischen Prozessen des Projekts. Herauskommen sollen am Ende des Tages Open Educational Resources (OER), wobei um die genaue lizenzrechtliche Ausgestaltung der Unterrichtsbausteine wohl noch gerungen wird. Leider sind „benachbarte“ Punkte wie die Ausstattung der Schulen, Kompetenzen und Motivation der Lehrenden, etc. nicht Thema dieses Interviews.
Jöran Muuß-Merholz, Interview mit Martin Brause, OERinfo, 18. April 2018

19Apr/18

Open Pedagogy Notebook

Quelle: Weiterbildungsblog Autor: jrobes

„This website is designed to serve as a resource for educators interested in learning more about Open Pedagogy“, heißt es einladend. Grundlage von Open Pedagogy (Notebook) sind die Prinzipien von Open Educational Resources (OER), die 5R’s und Offene Lizenzen, aber dann geht es um praktische Anwendungsfälle und Austausch. Die Seite scheint noch relativ neu zu sein. Der Grundsatzartikel „What is Open Pedagogy?“ ist empfehlenswert. Er spannt einen weiten Bogen, nicht nur zu OER, sondern zu „learner-centered approaches to education“, zu „constructivist pedagogy, connected learning, and critical digital pedagogy“.

Am Ende zählen die Initiatoren, Robin DeRosa und Rajiv Jhangiani, einige Beispiele für Open Educational Practices auf:

„- Adapt or remix OERs with your students. …
– Build OERs with your students.
– Teach your students how to edit Wikipedia articles. …
– Facilitate student-created and student-controlled learning environments. …
– Encourage students to apply their expertise to serve their community.
– Engage students in public chats with authors or experts.
– Build course policies, outcomes, assignments, rubrics, and schedules of work collaboratively with students.
– Let students curate course content. …
– Ask critical questions about “open.” …“

Ich werde Open Pedagogy Notebook mal auf dem Radar behalten.
Robin DeRosa und Rajiv Jhangiani, April 2018

18Apr/18

Das erste scil Interaktiv-Webinar im Rahmen des neuen Zertifikatprogramms

Quelle: Weiterbildungsblog Autor: jrobes

Die scil-Experten berichten hier ausführlich über ein neues Veranstaltungsformat, mit dem sie gerade experimentieren: ein interaktives Webinar. Das heißt, sie haben sich an zwei Terminen vier Stunden lang online mit den Teilnehmern ihres Moduls „Gamification & Motivationsdesigns“ organisiert. Ein „wirklich interaktives, abwechslungsreiches, anwendungsorientiertes und nachhaltiges“ Webinar zu gestalten, lautete die Vorgabe. Bei vier Stunden eine organisatorische und didaktische Herausforderung! Genutzt wurde die Meeting-Software Zoom, die vor allem im englischsprachigen Raum gerne und häufig eingesetzt wird.

In ihrem Erfahrungsbericht geht Sinah Scheu die einzelnen Stationen der Learning Journey systematisch durch: vom Onboarding der Teilnehmer bis zum abschließenden Wrap-up. Schließlich fasst sie das Ganze in einzelnen „Key Learnings“ noch einmal zusammen. So ist eine interessante, hilfreiche Vorlage entstanden. Danke!

„Im Gegensatz zu Präsenzseminaren, erfordert die Durchführung von Webinaren den besonderen Fokus auf digitale Tools, eine neue Art die fokussierten Arbeitsphasen zu unterstützen, strukturierte Orientierungshilfen für die Teilnehmenden und die Lernbegleitung in einer anderen Art und Weise.“

Sinah Scheu, scil-Blog, 17. April 2018

Bildquelle: scil

17Apr/18

„Blockaden im Kopf lösen“: Bottom-Up Digitalisierung @ Chinese University of Hong Kong

Quelle: Weiterbildungsblog Autor: jrobes

Jürgen Handke hat eine Woche an der Chinese University of Hong Kong verbracht und darüber ein Reisetagebuch beschrieben. Die Themen: (natürlich) Digitalisierung der Lehre, Flipped Classroom, Lehr-/ Lernvideos, OER, Lernapps. Seine Eindrücke: Begeisterung für das Thema Digitalisierung allerorten, große Motivation und die Bereitschaft zu teilen und zu kooperieren. Sein Fazit:

„So fliege ich mit gemischten Gefühlen heim. Auf der einen Seite die große Begeisterung für die Digitalisierung und das Vorhandensein aller Elemente und Strukturen in Hongkong; auf der anderen Seite die großen Probleme zu Hause. In Deutschland macht man genau das nicht, was anderswo und zumal in Hong Kong Standard ist: Man teilt häufig nicht, man kooperiert nur zögerlich, man redet von Strategien und Herausforderungen, man diskutiert Risiken und setzt den Fokus bei der Digitalisierung auf einen Top-Down-Prozess. (Und während ich diese Zeilen schreibe, wird Unsinn-Verbreitenden Ignoranten wie Manfred Spitzer im Deutschlandfunk auch noch eine Bühne gegeben). So wird das nichts mit der Digitalisierung der Lehre.“

Jürgen Handke, Hochschulforum Digitalisierung/ Blog, 6. April 2018

Bildquelle: Jürgen Handke/ Digitalisierung der Lehre (YouTube)

16Apr/18

MOOCs in Hochschule und Betrieb: Sieht so das Lernen der Zukunft aus?

Quelle: Weiterbildungsblog Autor: jrobes

Jörn Loviscach (FH Bielefeld) gibt einen schönen fundierten Überblick über die MOOC-Entwicklung und -Szene: von den Anfängen und großen Versprechungen, über das Experimentieren mit verschiedenen Geschäftsmodellen und Angebotsformen bis zur Frage nach der aktuellen gesellschafts- wie bildungspolitischen Einordnung von MOOCs.

Vielleicht ist gerade der letzte Punkt – im Artikel überschrieben mit „Unklare Wirkungen auf die Arbeitswelt“ – der interessanteste: Jörn Loviscach stellt hier MOOCs in den Kontext einer „virtualisierten und prekarisierten Arbeitswelt“, stellt Verbindungen zu Crowdworking, Startups und verschiedenen Formen der Selbstausbeutung her und denkt an Bewerber, die für ihren Lebenslauf zukünftig MOOC-Zertifikate wie früher Praktika sammeln. Ob man dann noch vom „Lernen der Zukunft“ sprechen sollte, ist wirklich die Frage.

Der Artikel ist übrigens in DENK-doch-MAL.de erschienen, einem Online-Magazin von Verdi und IG Metall. Die Ausgabe 2/2018 ist ganz dem Thema „(Berufliches) Lernen in digitalen Zeiten“ gewidmet. Vielleicht schaffe ich es noch, auf weitere Artikel dieser Ausgabe einzugehen. Es scheint sich zu lohnen.
Jörn Loviscach, DENK-doch-MAL.de, 2/2018

13Apr/18

2018 Global Human Capital Trends

Quelle: Weiterbildungsblog Autor: jrobes

„The rise of the social enterprise“ haben die Deloitte-Experten ihre jährliche Bestandsaufnahme betitelt. Dabei zielt das „social“ dieses Mal nicht auf die unternehmensinterne Vernetzung und Zusammenarbeit, sondern auf die Beziehungen des Unternehmens mit Mitarbeitern, Kunden, Partnern sowie lokalen und gesellschaftlichen Netzwerken.

„A social enterprise is an organization whose mission combines revenue growth and profit-making with the need to respect and support its environment and stakeholder network.“

Wie jedes Jahr ist der Titel des Reports wieder von zehn Human Capital-Trends eingerahmt. Sie lauten:

1. The symphonic C-suite: Teams leading teams
2. The workforce ecosystem: Managing beyond the enterprise
3. New rewards: Personalized, agile, and holistic
4. From careers to experiences: New pathways
5. The longevity dividend: Work in an era of 100-year lives
6. Citizenship and social impact: Society holds the mirror
7. Well-being: A strategy and a responsibility
8. AI, robotics, and automation: Put humans in the loop
9. The hyper-connected workplace: Will productivity reign?
10. People data: How far is too far?

Im Report wird jeder Trend noch einmal ausführlich vorgestellt. Was auf den ersten Blick auffällt: Learning & Development wird, im Unterschied zu den Reports der letzten Jahre, nicht explizit erwähnt. Es wird natürlich von einigen Trends mitgenommen. Zum Beispiel dort, wo AI, Robotics und Automatisierung angesprochen werden, „transforming in-demand roles and skills inside and outside organizations“. Aber vielleicht steckt ja in den Details des Reports noch mehr …
Deloitte, April 2018

Bildquelle: Deloitte

13Apr/18

Massive Open Online Courses: Offene Online-Kurse für Viele gestalten und umsetzen

Quelle: Weiterbildungsblog Autor: jrobes

Martin Ebner und Sandra Schön haben einige nützliche Erläuterungen, Empfehlungen und Checklisten für die Planung und Umsetzung von MOOCs zusammengestellt. Es ist eine Arbeitsversion. Sie enthält Informationen über die unterschiedlichen MOOC-Konzepte, Bausteine und Abschlussformen sowie Maßnahmen, um die Aktivität der Teilnehmer zu erhöhen. Kurz: Eine pragmatische Verbindung aus „Was Sie schon immer über MOOCs wissen wollten“ und „In sieben Schritten zum MOOC-Projektplan“.

Vielleicht wäre es hilfreich gewesen, zu Beginn des Artikels einmal kurz aufzuzählen, welche unterschiedlichen Organisationen und Einrichtungen heute schon MOOCs durchgeführt haben. Das hätte es MOOC-Interessenten erleichtert, sich mit ihrem Vorhaben einzuordnen.
Sandra Schön und Martin Ebner, in: Hohenstein, Andreas/Wilbers, Karl (Hrsg.): Handbuch E-Learning, Deutscher Wirtschaftsdienst (Wolters Kluwer Deutschland), Köln, 73. Erg. Lfg., April 2018 (via Academia.edu)

Bildquelle: Sandra Schön/ Martin Ebner

12Apr/18

The Myth of ‚Learning Styles‘

Quelle: Weiterbildungsblog Autor: jrobes

Man kann fast darauf wetten: Einmal im Jahr poppt das Thema auf und man versichert sich wieder gegenseitig, dass es „Lernstile“ nicht gibt. Die einen mit Nachdruck (so wie Markus Deimann und Christian Friedrich in der jüngsten Episode von „Feierabendbier“), die anderen etwas vorsichtiger (wie Elliott Masie im letzten Learning TRENDS Newsletter). Er verweist auch auf diesen Artikel, der angenehm unaufgeregt die wichtigsten Erkenntnisse zusammenfasst:

– Es gibt keine Belege dafür, dass Menschen spezielle Lernstile besitzen (wie es zum VARK, “Visual, Auditory, Reading, Kinesthetic“, nahelegt).
– Die Bestimmung von individuellen Lernstilen ist zudem alles andere als eine exakte Wissenschaft.
– Studien zeigen sogar, dass Lerner selbst oft dem Lernstil nicht folgen, den sie sich selbst zuschreiben.
– Und wenn sie ihrem Lernstil folgen, sind ihre Ergebnisse in der Regel nicht besser, als wenn sie es nicht täten.
– Nicht zuletzt geben oft das Thema oder die Aufgabe die Richtung der Beschäftigung vor. Bewegungsabläufe zum Beispiel versteht man am besten mit Hilfe von Bildern, unabhängig vom eigenen Lernstil.

Aber der Artikel unterstreicht auch, dass die Beschäftigung mit seinem eigenen Lernstil nicht nutzlos sein muss. Denn es ist eine gute Reflexion, um den eigenen Strategien, Routinen und Fähigkeiten auf die Spur zu kommen.
Olga Khazan, The Atlantic, 11. April 2018

Bildquelle: Mohammad Metri (Unsplash)

12Apr/18

Employee Centred Learning & Development: A Model for the Modern Workplace

Quelle: Weiterbildungsblog Autor: jrobes

Jane Hart hat ihren Ideen und Gedanken wieder einen neuen Anstrich gegeben: Employee Centred Learning & Development (ECLD). Im Zentrum des Modells stehen also die lebenslangen Lerner und um sie herum Führungskräfte und, bei Bedarf, Learning Professionals, die sie auf ihrem Weg begleiten und unterstützen. Ein schönes Schaubild führt die verschiedenen Rollen und ihre Aufgaben zusammen.

„The Employee-Centred Learning & Development (ECLD) Model – turns everything on its head. Here an employee’s professional learning and development lies at the very centre of the model. It is something they organise in a privately owned learning space and evidence in a privately owned digital portfolio. It is the role of their manager to enable the growth and development of all the members of his/her whole team, and the role of L&D to work with both managers and individuals to support all this – as summarised on the diagram below.“

Wir haben also drei Zielgruppen, „modern L&D professionals“, „modern managers“ und „modern employees“, für die Jane Hart auch gleich die entsprechenden Webseiten und Angebote entwickelt hat. Das nenne ich mal konsequent …
Jane Hart, Modern Workplace Learning Magazine, 10. April 2018

Bildquelle: Jane Hart (C4LPT)

11Apr/18

Von der Arbeits- zur Lernwelt

Quelle: Weiterbildungsblog Autor: jrobes

Die vernetzte Wissensgesellschaft, so die Autorin, sucht nach neuen Lernerfahrungen, „die nicht an schulischen Frontalunterricht erinnern“. Diese Lernerfahrungen gibt es, aber noch selten in Schulen und Büros. Stichworte lauten „vernetzte, spielerische Erfahrungen“, „erweiterte Realitäten, verschmilzt mit Gaming und Entertainment“ und „24/7“. Und dann folgen noch konkrete Lern- und Reiseempfehlungen:

„Inwieweit analog-digitale Wechselwirkungen Forschergeist wecken, intensive Lernerlebnisse erzeugen und damit ihre Aufenthaltsqualität und Relevanz steigern konnten, können interessanterweise die klassisch-kulturellen Lernorte, wie Museen und Bibliotheken bezeugen. So setzt das Wissenschafts-Center „Experimentarium“, nördlich von Kopenhagen, voll auf die Interaktion mit den Besuchenden, in Århus treffen sich Studierende zum Lernen lieber auf den Galerien und Terrassen im Kulturzentrum Dokk1 als in ihrer Universität und in Birmingham ist der Neubau der Bibliothek ein urbaner Magnet für Bürgerinnen und Bürger jeden Alters und jeder Herkunft. Nichts anders möchten Schulen und müssten Arbeitsstätten doch auch mit ihren Angeboten erzielen.“

Birgit Gebhardt, Arbeitswelten der Zukunft, 9. März 2018

Bildquelle: Villy Fink Isaksen (Wikimedia, CC BY-SA 4.0)