All posts by jrobes

26Jul/21

Widerstandsgeschichte auf Instagram: Was leistet das Projekt @ichbinsophiescholl?

Quelle: Weiterbildungsblog Autor: jrobes

Am 4. Mai 2021 haben der Südwestrundfunk (SWR) und der Bayerische Rundfunk (BR) das Projekt “@ichbinsophiescholl” gestartet. Hier diskutieren Social-Media-Redaktionsleiterin Suli Kurban und die Historikerin Charlotte Jahnz über Stärken und Schwächen des Formats. Es geht um neue, junge Zielgruppen, die das Projekt ansprechen soll, aber vor allem um die Frage, wie weit Fiktion und Storytelling gehen dürfen und ob zum Beispiel Sophie oder die Redaktion auf Kommentare der Nutzer:innen antwortet. Ich finde ja vor allem die 10-monatige Laufzeit des Projekts sehr herausfordernd.
Leonie Meyer, Bundeszentrale für politische Bildung (bpb), 28. Juni 2021

Bildquelle: Instagram

23Jul/21

World Café: Gruppendiskussionen mit Café-Atmosphäre

Quelle: Weiterbildungsblog Autor: jrobes

Die Methode “World Café” ist sicher den meisten bekannt und wird ja seit Jahren in vielen Spielarten umgesetzt. Da kann es ganz hilfreich sein, die eigenen Erfahrungen hin und wieder mit einer Beschreibung der Methode abzugleichen. Die vorliegende Handlungsanleitung gibt auch gleich nützliche Tipps, wie man die Methode im virtuellen Raum ducrhführt und umfasst weitere Linktipps.

“Ähnlich wie in einem Café soll eine Atmosphäre geschaffen werden, die zu formlosen Gesprächen zu einem bestimmten Thema einlädt. Die Teilnehmenden wechseln nach einer bestimmten Zeit die Tische, die Gruppenzusammensetzungen verändern sich und die Ideen aus vorherigen Gesprächsrunden werden weitergetragen. Zum Abschluss werden im Plenum die wichtigsten Gesprächsergebnisse zusammengetragen.”
Kathrin Quilling und Lars Kilian, wb-web, Februar 2015 und Juli 2021

Bildquelle: SuSanA Secretariat (Flickr, CC BY 2.0)

22Jul/21

Das Förderprojekt NAWID: KI-gestützte Systeme in der betrieblichen Bildung

Quelle: Weiterbildungsblog Autor: jrobes

In diesem Beitrag wird von einer neuen Lernumgebung bei Airbus berichtet, in der Mitarbeiter:innen in Echtzeit Hinweise von einem KI-basierten Assistenzsystem erhalten. Das geschieht mit Hilfe einer “technischen Kameralösung, die während der Schulung bei Airbus verwendet wird”. Entstanden ist die Lernumgebung im Rahmen eines INQA-Förderprojekts mit mehreren Partnern aus Wissenschaft und Industrie.

Im Bericht betonen die Beteiligten vor allem den sozialpartnerschaftlichen Austausch im Projekt, die intensive Beteiligung der Mitarbeiter:innen im Entwicklungsprozess und die konsequente Beachtung aller datenschutzrechtlichen Anforderungen. Die neue Lösung selbst rückt leider etwas in den Hintergrund …

“Wie das funktioniert? Das praktische Training bildet die manuelle Installation des A320-Klimarohrsystems ab. Als Explorationsobjekt wird ein physischer Demonstrator zur Nachbildung des Rohrsystems verwendet, der sich in der sogenannten Airbus Learning and Exploration Factory befindet. An diesem Ort wird den Trainingsteilnehmenden eine individuelle Begleitung und Lernunterstützung in Echtzeit geboten, indem sie Arbeitsanweisungen und Hilfestellungen per Tablet erhalten.”
Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS), Initiative Neue Qualität der Arbeit (INQA), 7. Juli 2021

22Jul/21

Show Students Their Data: Using Dashboards to Support Self-Regulated Learning

Quelle: Weiterbildungsblog Autor: jrobes

Die Ausweitung virtueller Lernumgebungen und Lernangebote führt dazu, dass immer mehr Daten über Lernaktivitäten zur Verfügung stehen. Learning Analytics verspricht, diese Daten zu nutzen, um Lernprozesse zu verbessern. Deshalb wird in vielen Hochschulprojekten an diesem Thema gearbeitet, aber häufig aus der Perspektive der Bildungsinstitutionen und Lehrenden. In diesem Projekt der University of Michigan ging es deshalb um die Entwicklung eines Learning Analytics-Dashboards für Studierende, “My Learning Analytics (MyLA)”, “designed to support adaptive motivation and self-regulated learning”.

Das Dashboard bietet den Studierenden drei Ansichten an, die sie nach eigenen Bedürfnissen anpassen können: “Resources Accessed”, “Assignment Planning” und “Grade Distribution”. Seit 2018 wird an der University of Michigan das Dashboard eingesetzt und weiter entwickelt. Das Feedback der Studierenden ist überwiegend positiv:
“Two-thirds (66%) of students reported changes in (1) how they studied, (2) their confidence that they understood the course material, and (3) the way they planned their course activity.”
Jennifer Love, Sean DeMonner und Stephanie Teasley, EDUCAUSE Review, 20. Juli 2021

Bildquelle: EDUCAUSE Review

21Jul/21

Social robots for 21st century skills: The new EdTech frontier?

Quelle: Weiterbildungsblog Autor: jrobes

Nun haben wir in den letzten Monaten viele Möglichkeiten, online zu kommunizieren und zusammen zu arbeiten, ausprobiert und diskutiert. Das Potenzial dieser Möglichkeiten haben wir sicher noch nicht einmal ansatzweise ausgeschöpft. Welche Lücken sollen also “social robots” jetzt schließen? In den Projekten von Jürgen Handke aus Marburg zum Beispiel wurden sie vor Ort und in der Lehre eingesetzt. In diesem Artikel wird die Studierende angesprochen, “sitting alone, in front of a computer screen, learning by herself”. Was ihr fehlt, ist soziale Interaktion, und hier kommen jetzt Social Robots als “teaching assistants” zur Hilfe.

Eines der wenigen konkreten Einsatzbeispiele, die im Beitrag erwähnt werden, zeigt wiederum in eine andere Richtung: “My current work focuses on what I consider to be one of the most important 21st century skills: ‘collaboration’. I have already been able to show that post-secondary students can learn when a social robot facilitates small group discussions, and I am now exploring how robots can encourage young children and adolescents, ages 6-18, to collaborate with one another.”

Kurz: Ich finde die hier beschriebene Entwicklung interessant, aber wo und wie Social Robots in Lehr- und Lernszenarien eingesetzt werden sollen, scheint noch sehr offen zu sein.
Goren Gordon, BOLD – Blog on Learning & Development, 8. Juli 2021

Bildquelle: Wikimedia (Mary Mark Ockerbloom, CC BY-SA 4.0)

20Jul/21

Disneyfication of learning

Quelle: Weiterbildungsblog Autor: jrobes

Ich bin nicht sicher, ob dieser Post (oder Rant) hier passt. Denn Donald Clark spricht zum einen von “online learning”, das sich in eine bestimmte Richtung entwickelt, und ich frage mich, ob es dieses eine “online learning” überhaupt gibt; zum anderen scheint “disneyfication” auf dem amerikanischen Bildungsmarkt (noch) leichter als hierzulande zu beobachten sein. Obwohl ja viele Stimmen auch hier nach einem “Netflix” für die Bildung rufen.

So führt uns Donald Clark jedenfalls in seine Beobachtung ein: “If online learning were streamed, it would most resemble the Disney Channel. I don’t have the Disney channel. Its target audience is the parents of young kids. It’s a stream of cartoon and animation-skewed, apple-pie, American product. It’s a world where everything is controlled, safe and anodyne.”

Die Symptome, an denen wir die “disneyfication of learning” festmachen können, lauten: fun, engagement, cartoon learning, games, gamification, badges, conferences, moralising. Alles natürlich in einer betimmten Ausprägung und am liebsten kombiniert …
Donald Clark, Donald Clark Plan B, 11. Juli 2021

Bildquelle: Tyler Nix (Unsplash)

19Jul/21

Open Space und Barcamp – ist das eigentlich das Gleiche?

Quelle: Weiterbildungsblog Autor: jrobes

Simon Dückert schreibt einleitend: “Für Menschen, die es eilig haben: nein.” Allen anderen stellt er beide Formate kurz vor und kommt anschließend auf die Unterschiede zu sprechen:

“Beim Open Space steht ein zu lösendes Problem oder eine zu beantwortende Fragestellung im Mittelpunkt.” Am Ende gibt es häufig einen Abschlussbericht, der die nächsten Arbeitsschritte zusammenfasst.
“Ein Barcamp hat entweder gar kein Thema oder es gibt ein Thema, das aber nur einen schwachen Rahmen vorgibt.” Eine Dokumentation des BarCamps als Ganzes gibt es in der Regel nicht.

Daran anschließend könnte man ergänzen, dass beim Open Space der Fokus mehr auf dem Thema, beim BarCamp mehr auf dem Netzwerken liegt. Open Spaces sind deshalb häufig singuläre Ereignisse, BarCamps eher regelmäßige Treffen einer Community.
Simon Dückert, Cogneon/ Blog, 17. Juli 2021

Bildquelle: Teilnehmer des EduCamps 2008 #1 an der TU Ilmenau (Wikipedia, Christian Leschke, CC BY-SA 3.0)

16Jul/21

Class Central Study Groups: Common Questions

Quelle: Weiterbildungsblog Autor: jrobes

Die Study Groups erinnern mich stark an die Idee der Learning Circles (Peer 2 Peer University). Oder an die lernOS-Leitfäden. Wie auch immer, der Autor zieht jedenfalls eine Verbindung zu Buchklubs bzw. Lesezirkeln: “Study Groups are an ongoing project at Class Central. You can think of them like a book club, but instead of reading a book, we’re taking an online course together with learners worldwide, supporting each other through a discussion forum, and meeting weekly for a Zoom chat.”

Der Punkt ist, dass es keine direkte, organisatorische Verbindung zwischen den Online-Kursen und den Studier-Gruppen auf Class Central gibt. Aber es ist eine naheliegende Idee, wenn man an die wachsende Zahl von Online-Ressourcen für das Selbststudium und an die Vorteile des gemeinsamen Lernens denkt. Es braucht nur etwas Initiative, entweder von öffentlichen Bildungseinrichtungen oder von engagierten Lernenden.
Manoel Cortes Mendez, The Report by Class Central, 13. Juli 2021

Bildquelle: Class Central

15Jul/21

Zur Bedeutung leiblicher Ko-Präsenz in Bildungsveranstaltungen. Warum digitale Lehre die Interaktion unter Anwesenden nur eingeschränkt simulieren kann

Quelle: Weiterbildungsblog Autor: jrobes

Bisher wurden Präsenzveranstaltungen in der Bildung als selbstverständlich betrachtet. Wenn nach der Pandemie die Karten für “online” und “Präsenz” neu gemischt werden, wird man genauer nach den Vorteilen des Zusammenkommens vor Ort fragen. Ein Vorteil, so der Autor, liegt darin, dass wir uns in Präsenz ganz anders wechselseitig wahrnehmen können, dass wir die Perspektive ändern können und dass diese Wahrnehmungen und Veränderungen wiederum von Anderen wahrgenommen werden können.

Diese Wahrnehmungsprozesse stellen ein konstitutives Element von Präsenzveranstaltungen dar: “Es geht darum, dass die Personen, die in Bildungsveranstaltungen in der Rolle der Teilnehmenden auftreten, in ihren situativen Wahrnehmungsbewegungen wahrgenommen werden und dass ihre Zuwendungsakte daraufhin beobachtet werden, inwiefern und wie sich durch sie neue Welt- und Selbstsichten entwickeln. Es geht – mit anderen Worten – darum, dass die Teilnehmenden wahrnehmen, wie sie von anderen in ihrem Lernen wahrgenommen werden.”

Das alles können zum Beispiel Videokonferenzen nicht bieten: “Die Videokonferenz konstituiert sich so über eine Standardisierung der Richtungen des Wahrnehmens. … Es ist im wörtlichen Sinne nicht möglich, aufeinander zuzugehen oder voneinander Abstand zu nehmen, sich jemandem zu- oder von jemandem abzuwenden. Man kann sich auch so den gemeinsamen Gegenständen nicht unterschiedlich annähern.”

Nun muss man anmerken, dass hier Unterschiede zwischen Präsenzveranstaltungen vor Ort und Videokonferenzen beschrieben werden. Ob es sich dabei um Vorteile oder Nachteile handelt, hängt letztlich immer vom konkreten Lehr- und Lernszenario und seiner Einschätzung durch die Lehrenden ab.
Jörg Dinkelaker, Hessische Blätter für Volksbildung (HBV), 2/ 2021, S. 30-40