All posts by jrobes

18Okt/18

„Arbeit ist mehr als ein Finger, der auf eine Taste drückt“

Quelle: Weiterbildungsblog Autor: jrobes

Ein Blick auf die Digitalisierung und ihre Folgen für Arbeits- und Bildungsprozesse: Susanne Umbach ist Leiterin des Projekts „Kompetenzverschiebungen und Kompetenzentwicklung im Digitalisierungsprozess“ (Kompetenz 4.0) an der Universität Hamburg und berichtet, was sie in Gesprächen mit Mitarbeitern verschiedener Branchen mitbekommen hat. Gefallen hat mir der Hinweis auf eine „gewisse Gelassenheit“, die beim Stichwort Digitalisierung vor Ort anzutreffen ist, aber auch das verstärkte Bedürfnis, sich kollegial auszutauschen, wenn sich Aufgaben und Prozesse verändern. Am Ende steht das Plädoyer für eine „für eine partizipative Kompetenzanalyse“.

Welche Weiterbildungen braucht man, um in der digitalisierten Arbeitswelt mithalten zu können?
Es wird schon viel in Technik-Schulungen investiert. Wir haben allerdings festgestellt, dass es sich lohnt, genau darauf zu schauen, was für den Betrieb und für die konkrete Arbeit wirklich benötigt wird. Wir haben Beschäftigte gefragt, was sich aus ihrer Sicht verändert, und was das für ihre eigenen Tätigkeiten bedeutet. Also: Wo brauche ich Unterstützung? Und von wem? Von Kollegen? Mentoren? In welcher Form – Präsenzveranstaltung? Schulung? Es gibt ja viele Möglichkeiten. Mein Appell: Nehmt die Beschäftigten ernst als Experten für das, was sie tun; zieht in Betracht, was sie über ihre Arbeit sagen und welche Effekte Digitalisierungsprozesse für diese Tätigkeiten haben.“
Christine Schumann, Gespräch mit Susanne Umbach, Deutscher Bildungsserver, 4. Oktober 2018

Bildquelle: HesselVisser (pixabay, CC0)

17Okt/18

Lerndogmen und Bildungsmythen (1)

Quelle: Weiterbildungsblog Autor: jrobes

Es ist vor allem „das derzeit viel diskutierte 70:20:10 Dogma“, an dem sich Alexander Klier hier ausführlich und gewissenhaft abarbeitet. Ich finde zwar, dass er dabei der einfachen Formel, die ja meist eine handlungsaktivierende Funktion hat, etwas zuviel Ehre zuteilwerden lässt, aber gut …  Um zu „produktiven Lerngelegenheiten“ zu gelangen, müssen wir jedenfalls, so Alexander Klier,  den Blick weg von den Oberflächenphänomenen und hin zu den Organisationsstrukturen wenden, wo heute immer noch eine „systematische Entmündigung der Lerner*innen“ stattfindet.

„In den Beschreibungen und Angeboten der Sichtstruktur schlägt meiner Wahrnehmung nach deshalb auf, was auf der tieferen Ebene des betrieblichen Lernens die eigentliche Problemstellung ist: dass die derzeitige Organisation der betrieblichen Aus-, Fort- und Weiterbildung strukturell, d.h. bauplan- und damit komplexitätsbedingt nicht mehr in der Lage ist, adäquat auf die digitale Transformation zu reagieren.“

Der Artikel hat einen längeren Vorspann (über psychologische Lerntheorien und pädagogische Lern-Modelle). Ein zweiter Teil ist angekündigt.
Alexander Klier, Blog, 13. Oktober 2018

Bildquelle: https://www.pexels.com/de/foto/ausbildung-bildung-drinnen-handy-159844/

12Okt/18

Sprachumerziehung

Quelle: Weiterbildungsblog Autor: jrobes

Auch wenn die ganze Welt heute von „Digitalisierung“ und „digitaler Bildung“ zu sprechen scheint, in der bildungswissenschaftlichen Literatur ist dann doch noch meist von „Blended Learning“ die Rede, wenn es um das Lehren und Lernen im Netz geht. Dabei gibt es nach wie vor keine wirklich überzeugende Definition von Blended Learning. Und die Forschung fragt vor allem immer wieder nach Wirkungen und Lernergebnissen. Das sind einige der Punkte, die Gabi Reinmann aus der Lektüre einer aktuellen Metastudie mit dem Titel „Defining the nature of blended learning through its depiction in current research” mitgenommen hat.
Gabi Reinmann, Hochschuldidaktik, 10. Oktober 2018

Bildquelle: guilossio (pixabay, CC0)

11Okt/18

„Neue Jobprofile wird es längst geben, bevor sie einen Namen haben“

Quelle: Weiterbildungsblog Autor: jrobes

Bei Andrea Back denke ich immer gerne an unseren gemeinsamen Blog Carnival „Wissenswert“ zurück (vielleicht sollte ich dieses Format einmal wiederbeleben!?). In diesem Interview nimmt sie einige Stichworte auf, die ihr Daniel Stoller-Schai mit Blick auf die nächste „Learning Innovation Conference“ in Zürich (2./ 3. April 2019) zuruft. Hier ein kurzer Auszug:

Dr. Daniel Stoller-Schai: Welche Form des Lernens müssen Unternehmen anbieten, damit sie wettbewerbsfähig und für Arbeitnehmende attraktiv bleiben?

Prof. Dr. Andrea Back: Die Lernmöglichkeiten spielen sicher eine zunehmende Rolle bei der Entscheidung, für wen man arbeiten möchte und was. Die Aufgabe selbst, die man ausübt, ist das ergiebigste Lernangebot, d.h. die Arbeit braucht auch etwas Herausforderndes. Formen des Lernens sollten zur jeweiligen Arbeits- und Lebenssituation sowie persönlichen Motivation passen, Fokussierung (im Sinne des Buchs «Deep Work: Rules for Focused Success in a Distracted World) erlauben sowie wirksam und d.h. auch wertvoll für die persönliche bzw. berufliche Entwicklung sein. Es braucht bei Lernangeboten kein digitales Chi-Chi um attraktiv zu sein, aber Mittel und Methoden von vorgestern, die persönliche Zeit und Energie «verschwenden», das geht nicht mehr.“
LEARNING INNOVATION Conference, Business News 2019, 11. Oktober 2018

 

11Okt/18

Ich habe die ARD/ZDF-Onlinestudie 2018 gelesen, damit ihr es nicht müsst

Quelle: Weiterbildungsblog Autor: jrobes

Eine sympathische Überschrift! Gelesen hat die Studie, eines der jährlichen Standardwerke zur Internetnutzung, Dennis Horn, ARD-Experte für Digitalthemen. Seine Stichpunkte:

„Erstens: 90 Prozent der Deutschen sind online. …
Zweitens: Die Internetnutzung pro Tag ist extrem stark gestiegen. …
Drittens: Video schlägt Text schlägt Audio. …
Viertens: Die Videostrategie von Facebook und Instagram geht auf. …
Fünftens: Die Konkurrenz für Fernseh- und Radiosender wächst. …“

Dennis Horn, WDR.de, 10. Oktober 2018

Bildquelle: http://www.ard-zdf-onlinestudie.de

11Okt/18

CLP056 Wie können wir in Unternehmen Rahmenbedingungen für selbstverantwortetes Lernen schaffen?

Quelle: Weiterbildungsblog Autor: jrobes

Das Corporate Learning Camp (CLC) hinterlässt immer noch Spuren im Netz. So haben sich vier Teilnehmer – Antje Röwe, Stefan Diepolder, Pascal Guderian und Martina Pumpat – auf dem CLC im mobilen Studio von Simon Dückert getroffen, um über das Stichwort „selbstgesteuertes Lernen“ (die “burning question” des Camps!) zu diskutieren. Das Resultat ist diese Podcast-Folge.

Und Karlheinz Pape hat mir alle weitere Arbeit des Zusammenfassens auch schon abgenommen: „Angesprochen werden im lebhaften Gespräch die Themen “Mindset” und Menschenbild von Führungskräften und Mitarbeiter*innen, nötige Rahmenbedingungen zum Lernen vs. reellem Mangel an physischem und zeitlichem Raum zum Lernen, die Rolle der Selbstwirksamkeit und Selbsterkenntnis im Lernprozess sowie der Einfluss von Schule und Sozialisierung im Unternehmen auf die intrinsische Lernmotivation. Es wird debattiert, ob die nachrückende Generation nicht automatisch zu einer veränderten Lernwelt führt, welchen Einfluss Vorbilder auf Lernmotivation haben und welche Rolle insbesondere die Personalentwicklung heute sowie zukünftig bei der Gestaltung der Lernwelt einnehmen sollte.“
Karlheinz Pape, Corporate Learning Community, 10. Oktober 2018

10Okt/18

Lernen mit und ohne (#LernenMitUndOhne)

Quelle: Weiterbildungsblog Autor: jrobes

Dieser zweiwöchige MOOC startet am 15. Oktober und „richtet sich an Erwachsenenbildner*innen, Bildungsmanager*innen, Personalentwickler*innen und andere, die sich dafür interessieren, wie Lernen selbstorganisierter gestaltet werden kann – auch durch den Einsatz Digitaler Medien“. Der Kurs ist sicher eine gute Gelegenheit, das vernetzte Lernen einmal in der Praxis auszuprobieren. Die Organisatoren erhoffen sich jedenfalls einen „Dis-Kurs“, einen Austausch über die Ideen und Erfahrungen der Teilnehmenden. Und natürlich lauert in der „Gestaltung selbstorganisierter Lernprozesse“ auch ein Widerspruch, den es aufzulösen gilt. Auch das sollte neugierig machen.

Der MOOC ist Teil des Projekts DiEDa (Entwicklung einer Weiter­bildungs­didaktik für selbstorganisierte Lernprozesse mit Fokus auf lernerorientierte Differenzierung und unter sinnvollem Einsatz von digitalen Medien), das vom BMBF gefördert wird. Die Teilnahme ist kostenlos.
oncampus, Oktober 2018

10Okt/18

Research Article: Success factors for serious games to enhance learning: a systematic review

Quelle: Weiterbildungsblog Autor: jrobes

Karl Kapp zitiert zuerst das Abstract eines Forschungsberichts. Hier heißt es u.a.: „This article examines existing academic literature from 2000 to 2015, extracting shared serious game success factors that have had an encouraging impact on gameful learning experiences.“

Dann hält er einige Ergebnisse der Studie fest, die sich wie Handlungsempfehlungen für Serious Games-Entwickler lesen, zum Beispiel: „It seems that no matter how captivating the game, learners will not step away from a game with the desire to learn more about the subject matter. So, the designer must maintain situational interest and count on the in-game experience to drive the learning.“
Karl Kapp, Kapp Notes, 9. Oktober 2018

08Okt/18

Agiles L&D für die Arbeitswelt 4.0 – 5. scil Trend- & Community Day 2018

Quelle: Weiterbildungsblog Autor: jrobes

Christoph Meier hat – in seiner Rolle als Hausherr – gleich eine schöne Zusammenfassung des 5. scil Trend- & Community Day in St. Gallen geschrieben. So können wir lesen, dass es unter der Überschrift „Agiles L&D“ um digitale Kompetenzen, Ambidextrie und Augmentation ging. Von Konzepten, Praxisbeispielen aus Unternehmen und Studien wurde berichtet. Die Diskussion, das lese ich heraus, kreiste dabei vor allem um zwei Fragen: Was bedeutet Agilität für L&D selbst, das eigene Selbstverständnis und das eigene Arbeiten? Und was kann L&D unternehmen, um die Agilität des Unternehmens, von Teams und von Mitarbeitern zu unterstützen? Ich vermute fast, dass das Eine nicht ohne das Andere funktioniert.
Christoph Meier, scil-blog, 19. September 2018