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11Dez/18

Blockchain in der digitalen Bildung – Hype oder Zukunft

Quelle: Weiterbildungsblog Autor: jrobes

Nach der Lektüre dieses Beitrags muss jeder selbst entscheiden. Einerseits wird die Blockchain-Technologie wohl kommen, irgendwann, und auch in der Bildung gibt es mit der Verwaltung digitaler Zertifikate einen Anwendungsfall. Einen einzigen … Irgendwie ist Andreas Wittke (TH Lübeck, oncampus) wohl selbst hin- und hergerissen. Als Chief Digital Officer möchte er gerne mitmachen, nicht abwarten. Aber er sieht auch die Fragen, die mit der Blockchain verbunden sind.

Sein Fazit: „Ich bin nicht so optimistisch zu glauben, dass Blockchains die Hochschulverwaltung reformieren wird. Ob sie überhaupt einen Einfluss auf die digitale Bildung haben, darf stark bezweifelt werden, denn ob eine Urkunde aus Papier ist oder auf einer MySQL-Datenbank oder in einer Blockchain liegt, ändert gar nichts am didaktischen Konzept. Allerdings ändern sich durch Technologien wie Blockchain, ähnlich wie Webkonferenzsysteme oder Smartphones, die Rahmenbedingungen. Verwaltung wird einfacher, Reichweite wird größer und Bildung wird globaler. Skalierbarkeit ist hier das Zauberwort und wir werden in Deutschland keine 400 Blockchains für 400 Hochschulen benötigen, genauso wenig, wie wir 400 LMS oder 400 Streamingserver brauchen. Hier wird es Zusammenschlüsse geben und das sind die Bildungsnetzwerke der Zukunft.“

Andreas Wittke, Online by Nature, 10. Dezember 2018

Bildquelle: Hitesh Choudhary (Unsplash)

07Dez/18

Mein Wochenausklang: Lernen mit Work Hacks

Quelle: Weiterbildungsblog Autor: jrobes

Vor einigen Tagen war ich auf einer Konferenz in Frankfurt, der „digital excellence“. Eine schöne Location, interessante und kompetente Expert*innen, viele Stichworte, die ich nicht immer auf dem Radar habe, wenn es um Digitalisierung geht. Und trotzdem hatte ich alle Themen schon mal gehört, so dass die großen „Aha“-Erlebnisse ausgeblieben sind. Mit einer Ausnahme.

Die Firma sipgate („Business-Telefonie in der Cloud“) hatte an exponierten Stellen der Konferenz ein Buch ausgelegt, das man im Vorbeigehen mitnehmen konnte. Der Titel: „24 Work Hacks … auf die wir gerne früher gekommen wären“. Ein schöner Titel, ein schönes Buch, also eingesteckt und geblättert. Die Work Hacks werden auf jeweils einer Doppelseite vorgestellt. Mit tollen Fotos aus dem Arbeitsalltag von sipgate und kurzen Texten, die die Work Hacks und ihre praktische Umsetzung vorstellen. Nur am Rande: Ich kannte sipgate vor der Konferenz noch nicht, war jetzt kurz auf ihrer Webseite und habe dort gesehen, dass sie 2004 gegründet wurden und heute mit über 150 Mitarbeiter*innen im Düsseldorfer Hafen angesiedelt sind.    

Der rote Faden dieser Work Hacks ist auch schnell klar: „2010 haben wir angefangen, agil nach Scrum zu arbeiten. Wenig später haben wir Lean für uns entdeckt. … Dieses Buch zeigt, was wir dabei gelernt haben und was wir für wichtiger als den Kickertisch halten. Lasst euch nicht vom Augenfälligen ablenken: Der Kicker ist Beiwerk. Achtet auf die darunter liegenden Werte. Vertrauen, Eigenverantwortung und Respekt entscheiden das Spiel.“

 

 

Die Work Hacks des Buches sind bunt, reichen von „Alles vollkleben“ bis „Pairing“, von „Demo“ bis „Peer Recruiting“. Eigentlich, und deshalb sind diese Work Hacks so faszinierend, decken sie alle das Thema „selbstorganisiertes Lernen in Teams“ ab! (und kommen, by the way, ganz ohne die Stichworte „online“ oder „Online-Lernen“ aus!) Open Fridays zum Beispiel (Nr. 01) sind alle zwei Wochen stattfindende BarCamps. Viele Formate – Stand-Ups (04), Demo (09), Retrospektiven (10, und die EINE  Sache, die man den Autor*innen zufolge in jedem Fall aus diesem Buch mitnehmen sollte!), Communities (15), Offenes Haus (23) – dienen unmittelbar dem Erfahrungsaustausch. Eine Fundgrube für jede Personalentwicklung, die überlegt, wie sie sich dem Thema „agile Werte- und Kompetenzentwicklung“ nähern kann!

Natürlich gibt es auch den Work Hack Nr. 18, „Kein Fortbildungsbudget“, der sich direkt der Weiterbildung widmet. Das Foto zeigt überraschenderweise eine riesige Bücherwand und wir erfahren: „2015 haben wir 12.000 Euro für Bücher ausgegeben …“. Aber dann lese ich: „Die Weiterbildungen sucht sich jeder selbst aus. … Eine Bedingung für Fortbildungen gibt es übrigens doch: Man muss das neu gewonnene Wissen weitergeben.“

Wie gesagt, alle 24 Work Hacks haben aus meiner Sicht mit Lernen zu tun. Workplace Learning, vernetztes Lernen, agiles Lernen. Das Buch kann man käuflich über die Webseite von sipgate erwerben. Dort gibt es auch einen kleinen Teaser. Und den Hinweis auf eine aktuelle Version des Buches: „18 Work Hacks … für leane und agile Personalarbeit“  

Bildquelle: sipgate, https://www.sipgate.de

07Dez/18

Digitalisierung und hochschuldidaktische Weiterbildung: Eine Kritik

Quelle: Weiterbildungsblog Autor: jrobes

Ich habe mir viele Stellen in diesem Text von Gabi Reinmann angestrichen (der Anhang zum Blogpost!). Hier meine Summary: In der Diskussion um die Digitalisierung der Hochschullehre kann es, so Gabi Reinmann, nicht darum gehen, Lehrende einfach „fit“ für den digitalen Wandel zu machen. Das würde an der Oberfläche bleiben und tiefergehende Veränderungen – sie nennt hier eine fortschreitende „Algorithmisierung und Personalisierung, Vermessung und datenbasierte Verbesserung“ – nicht in den Blick bekommen.

Vor diesem Hintergrund sollte sich die didaktische bzw. wissenschaftsdidaktische Weiterbildung am Ideal einer Scholarship of Teaching bzw. Digital Scholarship orientieren. Was das genau beinhaltet und wie sie erreicht werden kann, bitte ich im Original von Gabi Reinmann nachzulesen. Aber die folgende, wie ich finde gut nachzuvollziehende Selbstbeobachtung möchte ich gerne noch mitnehmen:

„Selber schwanke ich bei meinen Beobachtungen und eigenen Erfahrungen zwischen Freude und Entsetzen: Freude über die didaktische Kreativität, die digitale Technologien früher wie heute anregen, und Entsetzen über die Bildungsfeindlichkeit so mancher 4.0-Ideen. Ich schwanke zwischen positiver Erwartung an eine gestärkte Wissenschaftsdidaktik auch dank zahlreicher Initiativen in der Lehre und großer Sorge vor einer umfassenden Instrumentalisierung von Bildung und Didaktik für außerwissenschaftliche Zwecke.“

Gabi Reinmann, in: J. Heider-Lang & A.Merkert (Hrsg.): Digitale Transformation in der Bildungslandschaft – ein mehrperspektivischer Zugang. Augsburg: Hampp (Preprint via Gabi Reinmann)

Bildquelle: George Pagan III (Unsplash)

06Dez/18

Companion robot trialled in Victorian classrooms

Quelle: Weiterbildungsblog Autor: jrobes

Es ist sicher nicht der letzte Artikel, der uns von „teaching robots“ berichtet. In diesem Beispiel ist es „Matilda“, die australische LehrerInnen im Unterricht unterstützen soll. Das Besondere: Matilda kann an die spezifischen Bedürfnisse und Wünsche der LehrerInnen angepasst werden. Die großen Sprünge im Vergleich zu Programmen mit Spracheingabe und -ausgabe oder virtuellen Assistenten wie Alexa sehe ich nicht, aber das kommt vielleicht noch.

„Matilda can recognise human voices and faces, detect emotions, read and recite text, dance, and play music,“ said La Trobe Research Centre for Computers, Communication and Social Innovation (RECCSI) research project manager Dr Seyer Mohammed Sadegh Khaksar.“
Campbell Kwan, ZD Net, 5. Dezember 2018

Bildquelle: Alex Knight (Unsplash)

 

05Dez/18

Ein offener Brief: MILLA, Schulcloud und das offene Netz

Quelle: Weiterbildungsblog Autor: jrobes

Noch eine Rückmeldung zu MILLA, dem „Modularen Interaktiven Lebensbegleitenden Lernen für Alle”, der CDU. Wobei Christian Friedrich und Bernd Fiedler ausschließlich die Konzeptidee einer zentralen Bildungsplattform aufnehmen und ihr die Leitideen der Wikimedia Deutschland gegenüberstellen. Der Satz „Es gibt bereits eine Plattform für lebenslanges Lernen: das offene Netz“ bringt es sehr schön auf den Punkt.

Die Autoren des Bildungskonzepts MILLA sind übrigens inzwischen selbst in die Diskussion eingestiegen und haben auf einige Fragen geantwortet.
Christian Friedrich und Bernd Fiedler, Wikimedia Deutschland/ Blog, 30. November 2018

Bildquelle: Ankush Minda (Unsplash)

04Dez/18

Digitale Kompetenzen für Learning Professionals

Quelle: Weiterbildungsblog Autor: jrobes

Der Beitrag kommt schnell auf den Punkt. Sabine Seufert und Christoph Meier (Universität St.Gallen/ scil) bieten uns drei Perspektiven an, um die digitalen Kompetenzen von Learning Professionals zu strukturieren:

„- Kompetenzen zur Umsetzung eines erweiterten Leistungsportfolios (z. B. Formen technisch unterstützten Lernens),
– Kompetenzen zur Optimierung des L&D-Leistungsprozesses (z. B. Prozessautomatisierungen) und schliesslich auch
– Kompetenzen zur Veränderung von betrieblichen Lernkulturen (z. B. Stärken der Eigenverantwortung in Lernprozessen).“

Effektive Lernangebote und effiziente Lernprozesse entwickeln und den organisationalen Wandel managen. Digitalisierung als Thema und Treiber. Beim Stichwort „Lernkultur“ lohnt ein Blick auf das Beispiel der Swisscom („My Digital Fitness@Swisscom“).
Sabine Seufert und Christoph Meier, in: Karlheinz Schwuchow und Joachim Gutmann (Hg.): HR-Trends 2019. Strategie, Digitalisierung, Diversität, Demografie. Freiburg/ München/ Stuttgart: Haufe Gruppe, S. 253–265 (preprint)

03Dez/18

The 10 Best Microlearning Platforms

Quelle: Weiterbildungsblog Autor: jrobes

Ich vermute, über Microlearning können wir uns verständigen: das Lernen in kleinen Schritten bzw. das Lernen mit kurzen Lerneinheiten, von Erklärfilmen, Quizzes, Karteikarten, Infografiken bis Case Studies. Doch Microlearning-Plattformen? Natürlich will man – aus didaktischer Sicht – Microlearning gerne organisieren, steuern, gezielt anbieten, in Prozesse einbinden. Aber eine weitere Plattform? Oder doch eher eine punktuelle Lösung, für eine konkrete Zielgruppe und einen bestimmten Anlass?

Ich weiß es nicht genau. Was auch daran liegt, dass mir die vorgestellten 10 Plattformen als Nutzer weitgehend unbekannt sind. Der Autor versucht auch keine Definitionen und Abgrenzungen. Einfach 10 Beispiele mit kurzen Beschreibungen. Wiederkehrende Stichworte sind Mobile Learning, Gamification, Analytics und Social Learning.
Christopher Pappas, eLearning Industry, 29. November 2018

Bildquelle: Christin Hume (Unsplash)

30Nov/18

Mein Wochenausklang: Neue Nachrichten von Eisner

Quelle: Weiterbildungsblog Autor: jrobes

Nachdem ich letzte Woche etwas Werbung für „Ich, Eisner“, das Messenger-Projekt des Bayerischen Rundfunks, gemacht hatte, gab es mehr Rückmeldungen auf diesen Newsletter als gewöhnlich. Der Tenor: „Ich lese jetzt auch die Nachrichten von #KurtEisner“! Das freut mich! Ich hatte ja auch angedeutet, dass mir noch ein paar Puzzleteile fehlen, um das Projekt umfassend würdigen zu können. Zum Beispiel, was die Nutzung und Beteiligung der HörerInnen betrifft.

Aber wir schreiben ja das Jahr 2018, und meine Zeilen sind schnell auch bei Philipp Grammes, dem Digitalchef Bayern 2, gelandet. Er schrieb mir diese Absätze, die ich gerne an dieser Stelle mit allen neuen und alten Eisner-Fans teile:

„Im Kulturradio Bayern 2 haben wir breit über Eisner, die Revolution, das Freistaatsjubiläum etc. berichtet. Das alles bieten wir natürlich auch zum Nachhören als Podcast an. Neu ist die Web-Umsetzung als Messenger-Projekt „Ich, Eisner!“, das fantastisch angenommen wird. Wir erreichen damit eine historisch interessierte, aber äußerst diverse Zielgruppe: von Schulklassen bis zur Hausfrau, vom Geschichtsprofessor bis zu Eisners Familie ist alles dabei. Die Rückmeldung ist fast ausschließlich positiv. Sehr erfreulich ist auch die „Conversion“ auf unsere eigenen Seiten. Wenn wir Links posten, dann klicken dort mehr als 30 Prozent der Nutzer*innen drauf. Das sind Raten, von denen wir auf anderen Plattformen nur träumen können. Warum es funktioniert: Diese Hinweise sind so in die Erzählung eingebettet, dass die Nutzer*innen sie als organisch wahrnehmen. Das ist tatsächlich eines unserer wichtigsten Learnings.

Wir kriegen auch viele Antworten, etwa 2-5 Prozent der User*innen schreiben zurück. Das geht von Fragen nach weiteren Details, z.B. „wo hat Eisner in München gewohnt?“, bis hin zu emotionalen Nachrichten wie „gute Nacht, Kurt!“. Das zeigt uns: Wir sind mit diesem Projekt  dort, wo Menschen sich auch mit Freunden und Verwandten austauschen – das bedeutet, dass wir uns dieser Plattform im Duktus anpassen müssen, aber eben auch, dass wir dann entsprechende Antworten bekommen, für die wir ein Community-Management brauchen. Normalerweise bekommt jeder, der uns schreibt, eine Antwort. Wir verwenden dafür den Dienst MessengerPeople. Vorteil: Die Eisner-Nachrichten gehen wie ein Newsletter an alle. Sobald ein Nutzer antwortet, sind wir in einer geschützten Eins-zu-eins-Kommunikation.

Was uns außerdem gereizt hat: Wir können die Geschichte komplett crossmedial erzählen. Original-Quellen, Audios, Videos, Fotos, Text – alles das können wir über Messenger verbreiten und damit die Geschichte mehrdimensional darstellen.“

Dafür meinen Dank an Philipp Grammes! Allen anderen weiterhin viel Spaß mit Kurt Eisner!

Bildquelle: Unbekannt (Wikipedia)

30Nov/18

Nachhilfe als Geschäft. Privatunterricht boomt – auch im Netz

Quelle: Weiterbildungsblog Autor: jrobes

SWR2 Wissen, einer meiner Lieblings-Podcasts und ständiger Begleiter durch die Woche. In dieser Folge geht es also um das Geschäft mit der Nachhilfe, aber allein das wäre noch kein Grund, den Link an dieser Stelle zu kommentieren. Um Schule mache ich normalerweise gerne einen Bogen. Doch die Folge startet mit einem Auftritt der Gründer von Simple Club, und schon sind wir mitten drin in einer Erfolgsgeschichte des Online-Lernens. „Der Online-Markt an Nachhilfe wächst“, heißt es entsprechend. Aber es bestehen Zweifel, ob damit auch lernschwache Schüler erreicht werden. Ein Hörtipp.

„So gründeten zum Beispiel die Studenten Alex und Nico aus Mosbach im Neckar-Odenwald-Kreis vor 7 Jahren den Simple Club. Unter diesem Titel stellten sie selbstgedrehte Erklärvideos zum Fach Mathematik ins Netz. Mit Erfolg. Heute rufen pro Monat rund 600 000 Schüler und Studenten ihre Lernvideos ab.“
Manuel Waltz, SWR2 Wissen, 30. November 2018

30Nov/18

Pizza, Taxis und Erwachsenenbildung: Karrieremöglichkeiten in unserer Online-Welt

Quelle: Weiterbildungsblog Autor: jrobes

Der Artikel ist vor allem ein Appell und löst von daher nicht ganz ein, was sein Titel verspricht. Seinen Aufhänger bildet die Gig-Economy, die auf einer wachsenden Zahl an Selbständigen und Teilzeitbeschäftigten aufbaut. Wie funktionieren hier, jenseits der Weiterbildung klassisch Beschäftigter, Kompetenzentwicklung und Wissenserwerb? Wo und wie muss die Erwachsenenbildung aktiv werden?

Dazu der Autor: „Genauso wie diese Plattformen [der Gig Economy} Pizzakäufer/innen und -verkäufer/innen verbinden, müssen sie in der Erwachsenenbildung Ausbildende mit Lernenden verbinden. Wir müssen mit ihnen Umgebungen schaffen, in denen Ausbildende innovative Ansätze entwickeln können, um auf neu aufkommende Bedürfnisse einzugehen.“

Weitere Stichworte sind der flexible Zugriff auf kurze „Lern-Bits“ sowie die Online-Validierung informell erworbener Kompetenzen.
Andrew McCoshan, EPALE, 30. November 2018

Bildquelle: Hans (pixabay, CC0)