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17Sep/20

Online-Lehre 2020 – eine medienwissenschaftliche Perspektive

Quelle: Weiterbildungsblog Autor: jrobes

„Diskussionspapier“ trifft den Kern des vorliegendes Dokuments (12 S.), geschrieben von AutorInnen der Foren Bildung und Digitalisierung der Gesellschaft für Medienwissenschaft. Es ist eine Sammlung von Thesen, Überlegungen und Fragen, über denen groß der Begriff „Reflexion“ bzw. „Medienreflexion“ steht. Die Kapitelüberschriften lauten zum Beispiel: „Dozierende lernen online, Studierende lernen online. Inwiefern müssen sie sich angesichts dieser Anforderungen neu erfinden?“ Oder: „Was sind geeignete Bildungsinfrastrukturen und warum müssen wir darüber reden?“

„Die Autor*innen werfen einen medienwissenschaftlichen Blick auf die Online-Lehre des Sommersemsters 2020. Dabei betrachten sie unter anderem den Unterschied von klassischen Hörsälen zu den neuen, virtuellen Lernräumen, die aber auch physische Elemente beinhalten. Dabei regen sie an, den Einsatz von Lehr-Lern-Plattformen kritisch zu diskutieren und insgesamt die Lehre mit andauernder Medienreflexion zu begleiten.“
Björn Bohnenkamp u.a., Hochschulforum Digitalisierung, Diskussionspapier Nr. 10, 17. September 2020

17Sep/20

Zoom-Fatigue – Drei Erklärungsansätze, warum Videokonferenzen so anstrengend sind

Quelle: Weiterbildungsblog Autor: jrobes

Wer sich mit Video-Konferenzen beschäftigt, in welcher Rolle und aus welcher Perspektive auch immer, wird dem Begriff der „Zoom-Fatigue“ schon einmal begegnet sein. „Zoom-Fatigue“ bedeutet: Man empfindet Video-Konferenzen als anstrengend bzw. anstrengender als Konferenzen vor Ort.

Johannes Moskaliuk hat – nach einem Blick in die Medien- und Kognitionspsychologie – drei Thesen gesammelt, die diese Beobachtung stützen können:
„1. Ständig das eigene Bild zu sehen erhöht die Selbstaufmerksamkeit. … 
2. Nonverbale Hinweisreize sind irreführend. Das macht Kommunikation anstrengend. …
3. Wir sind weder hier noch da. Köper und Geist passen nicht zusammen. …“

Er weist aber auch darauf hin, dass es sich beim Begriff „Zoom-Fatigue“ nicht um ein wissenschaftliches fundiertes Konzept handelt und eine empfundene „Zoom-Fatigue“ viele weitere (situative, technische, individuelle usw.) Gründe haben kann. Aber die vorgestellten Thesen bieten interessante Ansatzpunkte.
Johannes Moskaliuk, wissensdialoge.de, 15. September 2020

Bildquelle: Chris Montgomery (Unsplash)

17Sep/20

Messung medienpädagogischer Kompetenz von Lehrenden in der Weiterbildung

Quelle: Weiterbildungsblog Autor: jrobes

Die AutorInnen haben ein Modell entwickelt, um die medienpädagogische Kompetenz von Professionellen in der Weiterbildung zu testen. Dieses Modell wurde auch erprobt, und im Artikel werden Modell, seine Ableitung sowie die Ergebnisse des Tests vorgestellt und eingeordnet. Zur Vorwarnung: Es ist ein fachwissenschaftlicher Artikel, aber durchaus mit Referenzen auf aktuelle Stichworte wie das „European Framework for the Digital Competence of Educators“ (DigiCompEdu) oder GRETA
Bernhard Schmidt-Hertha, Karin Julia Rott, Ricarda Bolten und Matthias Rohs, Zeitschrift für Weiterbildungsforschung (ZfW) 43/ 2020, S. 313–329

16Sep/20

Braucht digitale Bildung eine Blockchain?

Quelle: Weiterbildungsblog Autor: jrobes

Andreas Wittke (TH Lübeck) ordnet die Frage dankenswerter gleich ein: Die Blockchain ist kein Thema für PädagogInnen! Aber sie kann eine digitale Infrastruktur bereitstellen, um das Management von Bildungsprozessen zu vereinfachen. Und das ist schon aus bildungspolitischen Gründen notwendig (Stichwort „internationale Mobilität der Studierenden“). Die Vereinfachung, so Andreas Wittke, greift vor allem an zwei Punkten des Bildungsprozesses: dem Eintritt (Identität, „Wer bist Du?“) und dem Austritt (Urkunde, „Was bekommst Du?“) aus der Hochschule. Weitere Details finden Blockchain-Fans in seinem aufgezeichneten Vortrag, gehalten im Rahmen der letzten MoodleMoot (24. – 27. August 2020).
Andreas Wittke, Moodlemoot DACH, 9. September 2020 (via YouTube)

16Sep/20

Facebook Partners with Coursera to Launch Social Media Marketing Professional Certificate

Quelle: Weiterbildungsblog Autor: jrobes

Ist das die oder eine Zukunft der Weiterbildung? Courseras CEO, Jeff Maggioncalda, schreibt: „Today, we’re excited to announce a new Social Media Marketing Professional Certificate from Facebook – our newest industry partner. The certificate is designed for learners without a college degree or any prior experience to become ready for social media marketing jobs within a few months.“

Der Kurs ersetzt sicher keine fundierte Ausbildung, wie wir sie kennen. Wenn ich es richtig sehe, beginnt der Kurs am 20. September und soll in 20 Wochen enden. Selbstorganisiertes Lernen, zwischen zwei und fünf Stunden in der Woche. „Upon completion, learners will receive an industry-recognized certificate that they can use to apply for entry-level social media marketing roles.“

Der Kurs bzw. das Zertifikat haben auch ihren Preis, doch den konnte ich ohne Anmeldung nicht sehen. 1.500 Interessierte sollen sich bereits angemeldet haben. Ein schnelles, marktnahes Angebot mit einem sicher überschaubaren Investment.
Jeff Maggioncalda, Coursera Blog, 15. September 2020 

14Sep/20

Präsenz- oder Online-Trainings?

Quelle: Weiterbildungsblog Autor: jrobes

Karlheinz Pape versucht, erste Schlüsse aus den Erfahrungen der letzten Wochen zu ziehen. Auch vor dem Hintergrund der Tatsache, dass uns Corona noch für einige Zeit erhalten bleibt. Im Kern läuft seine Zusammenstellung auf ein „digital first“ hinaus: „Und für alle Themen, die nicht unbedingt physisches Erscheinen brauchen, sollten wir auch künftig auschließlich die Online-Variante anbieten.“

Natürlich werden solche Entscheidungen nicht nur unter didaktischen Gesichtspunkten getroffen. Auch die Geschäftsmodelle der Bildungsanbieter müssen aufgehen. Und hier liegen wahrscheinlich die größten Hürden:

„Ja, das erfordert ein anderes Geschäftsmodell für L&D. Weniger Räume werden gebraucht, Ein Bericht über geleistete Teilnehmertage ist nicht mehr möglich. Trainerkapazität muss anders genutzt werden (Wenn man z.B. die 8 Stunden eines Trainertages auf 15 Tln verteilt, dann könnte jeder Tln 32 Minuten individuelle Betreuungszeit erhalten). Die Lerninhalte müssen modularisiert zugänglich gemacht werden. Und und und …

Nur – wenn wir das nicht machen, dann kommen ganz sicher andere auf die Idee, Lernen individueller zu gestalten.“
Karlheinz Pape, Corporate Learning Community/ Blog, 13. September 2020

11Sep/20

Wie Weiterbildung über Twitter gelingt

Quelle: Weiterbildungsblog Autor: jrobes

Es heißt einleitend: „Eine neue Studie der Universität Tübingen und der University of Michigan hat untersucht, inwieweit professionelle Fortbildung über Social Media möglich ist. Dazu wurden Lehrkräfte in Twitter-Communitys befragt und ihre Tweets ausgewertet.“

Wobei „professionelle Fortbildung“ hier nicht zwangsläufig organisierte Fortbildung heißt. Und befragt wurden Lehrerinnen und Lehrer der Fächer Biologie, Chemie und Physik in den USA. Dort ist die Nutzung sozialer Netzwerke wie Twitter schon viel weiter verbreitet als hierzulande. Was Christian Fischer (Universität Tübingen) hier berichtet, ahnte man als langjähriger Twitter-Nutzer natürlich schon. Aber es ist schön, die eigenen Erfahrungen auch einmal im Rahmen einer wissenschaftlichen Studie bestätigt zu sehen.

Hier einige Ausschnitte aus dem Gespräch:
„Was haben Sie dabei festgestellt?
Die Lehrkräfte nutzen die Community vor allem, um Links zu Informationsquellen auszutauschen, curriculare Veränderungen zu besprechen und ihre Fragen zu stellen. …“

„Allerdings generieren nur etwa zehn Prozent der User neuen Content. Der größte Teil der Lehrkräfte nutzt also diesen Content, ohne selbst welchen einzubringen. …“

„Ich glaube, die Plattform [Twitter, JR] ist weniger wichtig als das Verhalten der Lehrkräfte auf diesen Plattformen. …“

Was ist der Vorteil von Social-Media-Kanälen gegenüber klassischen Weiterbildungsformaten?
Fortbildung über Social Media ist wesentlich direkter, und man bekommt Informationen immer zeitnah – also wenn man sie braucht. Außerdem ist die Struktur weniger hierarchisch. Weitere Vorteile sind, dass das Angebot kostenlos ist und dass der Austausch zu jeder Zeit, an jedem Ort möglich ist. Außerdem ist man hier schnell in einer fachspezifischen Community. Wenn es beispielsweise nur einen Physiklehrer an einer Schule gibt, hat er dort wenig Möglichkeiten, fachliche Probleme zu besprechen. Bei Twitter findet er sofort eine passende Community. …“

Durch die Corona-Pandemie konnten viele klassische Weiterbildungsformate gar nicht stattfinden. In welcher Weise hat das der Weiterbildung in sozialen Netzwerken einen Schub gegeben?
Die Corona-Krise hat gezeigt, wie notwendig digitale Weiterbildungsangebote sind. Wie stark der Wunsch nach Austausch in sozialen Netzwerken gestiegen ist, sieht man zum Beispiel an #twitterlehrerzimmer. Anfang des Jahres gab es hier ungefähr 10.000 Tweets pro Monat. In den ersten Monaten während der Corona-Krise waren es dann 20.000 bis 30.000 Tweets pro Monat. …“
Annette Kuhn, Interview mit Christian Fischer, Das Deutsche Schulportal, 7. September 2020

Bildquelle: MORAN (Unsplash)

11Sep/20

Dear Professors: Don’t Let Student Webcams Trick You

Quelle: Weiterbildungsblog Autor: jrobes

Wir hatten es schon einige Male an dieser Stelle: die ausgeschalteten Webcams der Studierenden. Soll man deshalb als Lehrender verlangen, die Kameras einzuschalten? Die Autorinnen sagen ganz klar „nein“ und zwar aus vier Gründen:

„First is the issue of equity.“ Nicht alle TeilnehmerInnen haben die gleichen technischen Möglichkeiten.
„Second, constantly being on webcam can detract from student learning. …“
„Third, requiring students to be on their webcams during class poses risks to good teaching. …“
„Fourth, requiring all students to constantly be on webcam does not provide the benefits that proponents imagine it would, as human instructors cannot monitor twenty or more webcam images at once. …“

Aber die Autorinnen raten auch nicht davon ab, die Webcams der Studierenden einzubeziehen. Aber es sollte einem klaren didaktischen Ziel folgen. Und man sollte bei der Sessionplanung auch an die denken, die ihre Kameras nicht einschalten können.
Matthea Marquart und Roxanne Russell, EDUCAUSE Review, 10. September 2020

Bildquelle: Chris Montgomery (Unsplash)

10Sep/20

The 7 Habits of Highly Successful Virtual Meetings

Quelle: Weiterbildungsblog Autor: jrobes

Es geht um das Format: einen Email-Kurs der We Are Open Co-op („We work to spread the culture, processes and benefits of open wherever we can.„). Eigentlich wollte ich ja den Kurs der Initiative verlinken, dem ich gerade gefolgt bin („what we talk about when we talk about open“), aber ich habe den Einstiegspunkt im Web nicht mehr gefunden. Wahrscheinlich war es ein Link in den Newslettern von Doug Belshaw oder Laura Hilliger, die ich auch sonst nur wärmstens empfehlen kann.

Aber zurück zur Sache: Email-Kurs heißt im vorliegenden Fall: 7 Mails („7 Habits …“), die einige zusammenfassende Informationen zu einem Thema oder Stichwort bieten. Manchmal gibt es noch Links zum Vertiefen, manchmal sind die Mails aufgeteilt in Rubriken wie „Let’s practice …“ oder „Next up“.

Mir gefällt das Format, weil es da ankommt, wo bei mir die meisten Infos, Newsletter und Alerts zusammenkommen, nämlich im Email-Eingang (aber das ist natürlich eine persönliche Vorliebe …). Und weil das Format flexibel und beliebig erweiterbar ist: Man kann es zum Beispiel als Teaser für ein größeres, strategisches Lernthema nutzen, man kann es mit weiteren Ressourcen im Netz hinterlegen oder um eine Community erweitern. Je nach Thema und Ressourcen.
Doug Belshaw, We Are Open co-op/ Blog, 26. Juni 2020

Bildquelle: We Are Open Co-op

09Sep/20

MOOCs and online degrees continue to grow worldwide

Quelle: Weiterbildungsblog Autor: jrobes

Der Artikel ist eine Zusammenfassung von verschiedenen Berichten, die jüngst auf Class Central erschienen sind und die MOOC-Nutzung der letzten Monate protokollieren. Von daher springe ich gleich zur Einschätzung von Tony Bates. Doch einen schlüssigen Reim auf das wieder erwachte Interesse an MOOCs kann er sich trotz Corona nicht machen. „Nevertheless, the concept of open (if not free) online learning is showing it has staying power, and has proved particularly valuable during the Covid-19 crisis.“
Tony Bates, Online Learning and Distance Education Research, 8. September 2020

Bildquelle: Class Central