All posts by jrobes

05Dez/18

Ein offener Brief: MILLA, Schulcloud und das offene Netz

Quelle: Weiterbildungsblog Autor: jrobes

Noch eine Rückmeldung zu MILLA, dem „Modularen Interaktiven Lebensbegleitenden Lernen für Alle”, der CDU. Wobei Christian Friedrich und Bernd Fiedler ausschließlich die Konzeptidee einer zentralen Bildungsplattform aufnehmen und ihr die Leitideen der Wikimedia Deutschland gegenüberstellen. Der Satz „Es gibt bereits eine Plattform für lebenslanges Lernen: das offene Netz“ bringt es sehr schön auf den Punkt.

Die Autoren des Bildungskonzepts MILLA sind übrigens inzwischen selbst in die Diskussion eingestiegen und haben auf einige Fragen geantwortet.
Christian Friedrich und Bernd Fiedler, Wikimedia Deutschland/ Blog, 30. November 2018

Bildquelle: Ankush Minda (Unsplash)

04Dez/18

Digitale Kompetenzen für Learning Professionals

Quelle: Weiterbildungsblog Autor: jrobes

Der Beitrag kommt schnell auf den Punkt. Sabine Seufert und Christoph Meier (Universität St.Gallen/ scil) bieten uns drei Perspektiven an, um die digitalen Kompetenzen von Learning Professionals zu strukturieren:

„- Kompetenzen zur Umsetzung eines erweiterten Leistungsportfolios (z. B. Formen technisch unterstützten Lernens),
– Kompetenzen zur Optimierung des L&D-Leistungsprozesses (z. B. Prozessautomatisierungen) und schliesslich auch
– Kompetenzen zur Veränderung von betrieblichen Lernkulturen (z. B. Stärken der Eigenverantwortung in Lernprozessen).“

Effektive Lernangebote und effiziente Lernprozesse entwickeln und den organisationalen Wandel managen. Digitalisierung als Thema und Treiber. Beim Stichwort „Lernkultur“ lohnt ein Blick auf das Beispiel der Swisscom („My Digital Fitness@Swisscom“).
Sabine Seufert und Christoph Meier, in: Karlheinz Schwuchow und Joachim Gutmann (Hg.): HR-Trends 2019. Strategie, Digitalisierung, Diversität, Demografie. Freiburg/ München/ Stuttgart: Haufe Gruppe, S. 253–265 (preprint)

03Dez/18

The 10 Best Microlearning Platforms

Quelle: Weiterbildungsblog Autor: jrobes

Ich vermute, über Microlearning können wir uns verständigen: das Lernen in kleinen Schritten bzw. das Lernen mit kurzen Lerneinheiten, von Erklärfilmen, Quizzes, Karteikarten, Infografiken bis Case Studies. Doch Microlearning-Plattformen? Natürlich will man – aus didaktischer Sicht – Microlearning gerne organisieren, steuern, gezielt anbieten, in Prozesse einbinden. Aber eine weitere Plattform? Oder doch eher eine punktuelle Lösung, für eine konkrete Zielgruppe und einen bestimmten Anlass?

Ich weiß es nicht genau. Was auch daran liegt, dass mir die vorgestellten 10 Plattformen als Nutzer weitgehend unbekannt sind. Der Autor versucht auch keine Definitionen und Abgrenzungen. Einfach 10 Beispiele mit kurzen Beschreibungen. Wiederkehrende Stichworte sind Mobile Learning, Gamification, Analytics und Social Learning.
Christopher Pappas, eLearning Industry, 29. November 2018

Bildquelle: Christin Hume (Unsplash)

30Nov/18

Mein Wochenausklang: Neue Nachrichten von Eisner

Quelle: Weiterbildungsblog Autor: jrobes

Nachdem ich letzte Woche etwas Werbung für „Ich, Eisner“, das Messenger-Projekt des Bayerischen Rundfunks, gemacht hatte, gab es mehr Rückmeldungen auf diesen Newsletter als gewöhnlich. Der Tenor: „Ich lese jetzt auch die Nachrichten von #KurtEisner“! Das freut mich! Ich hatte ja auch angedeutet, dass mir noch ein paar Puzzleteile fehlen, um das Projekt umfassend würdigen zu können. Zum Beispiel, was die Nutzung und Beteiligung der HörerInnen betrifft.

Aber wir schreiben ja das Jahr 2018, und meine Zeilen sind schnell auch bei Philipp Grammes, dem Digitalchef Bayern 2, gelandet. Er schrieb mir diese Absätze, die ich gerne an dieser Stelle mit allen neuen und alten Eisner-Fans teile:

„Im Kulturradio Bayern 2 haben wir breit über Eisner, die Revolution, das Freistaatsjubiläum etc. berichtet. Das alles bieten wir natürlich auch zum Nachhören als Podcast an. Neu ist die Web-Umsetzung als Messenger-Projekt „Ich, Eisner!“, das fantastisch angenommen wird. Wir erreichen damit eine historisch interessierte, aber äußerst diverse Zielgruppe: von Schulklassen bis zur Hausfrau, vom Geschichtsprofessor bis zu Eisners Familie ist alles dabei. Die Rückmeldung ist fast ausschließlich positiv. Sehr erfreulich ist auch die „Conversion“ auf unsere eigenen Seiten. Wenn wir Links posten, dann klicken dort mehr als 30 Prozent der Nutzer*innen drauf. Das sind Raten, von denen wir auf anderen Plattformen nur träumen können. Warum es funktioniert: Diese Hinweise sind so in die Erzählung eingebettet, dass die Nutzer*innen sie als organisch wahrnehmen. Das ist tatsächlich eines unserer wichtigsten Learnings.

Wir kriegen auch viele Antworten, etwa 2-5 Prozent der User*innen schreiben zurück. Das geht von Fragen nach weiteren Details, z.B. „wo hat Eisner in München gewohnt?“, bis hin zu emotionalen Nachrichten wie „gute Nacht, Kurt!“. Das zeigt uns: Wir sind mit diesem Projekt  dort, wo Menschen sich auch mit Freunden und Verwandten austauschen – das bedeutet, dass wir uns dieser Plattform im Duktus anpassen müssen, aber eben auch, dass wir dann entsprechende Antworten bekommen, für die wir ein Community-Management brauchen. Normalerweise bekommt jeder, der uns schreibt, eine Antwort. Wir verwenden dafür den Dienst MessengerPeople. Vorteil: Die Eisner-Nachrichten gehen wie ein Newsletter an alle. Sobald ein Nutzer antwortet, sind wir in einer geschützten Eins-zu-eins-Kommunikation.

Was uns außerdem gereizt hat: Wir können die Geschichte komplett crossmedial erzählen. Original-Quellen, Audios, Videos, Fotos, Text – alles das können wir über Messenger verbreiten und damit die Geschichte mehrdimensional darstellen.“

Dafür meinen Dank an Philipp Grammes! Allen anderen weiterhin viel Spaß mit Kurt Eisner!

Bildquelle: Unbekannt (Wikipedia)

30Nov/18

Nachhilfe als Geschäft. Privatunterricht boomt – auch im Netz

Quelle: Weiterbildungsblog Autor: jrobes

SWR2 Wissen, einer meiner Lieblings-Podcasts und ständiger Begleiter durch die Woche. In dieser Folge geht es also um das Geschäft mit der Nachhilfe, aber allein das wäre noch kein Grund, den Link an dieser Stelle zu kommentieren. Um Schule mache ich normalerweise gerne einen Bogen. Doch die Folge startet mit einem Auftritt der Gründer von Simple Club, und schon sind wir mitten drin in einer Erfolgsgeschichte des Online-Lernens. „Der Online-Markt an Nachhilfe wächst“, heißt es entsprechend. Aber es bestehen Zweifel, ob damit auch lernschwache Schüler erreicht werden. Ein Hörtipp.

„So gründeten zum Beispiel die Studenten Alex und Nico aus Mosbach im Neckar-Odenwald-Kreis vor 7 Jahren den Simple Club. Unter diesem Titel stellten sie selbstgedrehte Erklärvideos zum Fach Mathematik ins Netz. Mit Erfolg. Heute rufen pro Monat rund 600 000 Schüler und Studenten ihre Lernvideos ab.“
Manuel Waltz, SWR2 Wissen, 30. November 2018

30Nov/18

Pizza, Taxis und Erwachsenenbildung: Karrieremöglichkeiten in unserer Online-Welt

Quelle: Weiterbildungsblog Autor: jrobes

Der Artikel ist vor allem ein Appell und löst von daher nicht ganz ein, was sein Titel verspricht. Seinen Aufhänger bildet die Gig-Economy, die auf einer wachsenden Zahl an Selbständigen und Teilzeitbeschäftigten aufbaut. Wie funktionieren hier, jenseits der Weiterbildung klassisch Beschäftigter, Kompetenzentwicklung und Wissenserwerb? Wo und wie muss die Erwachsenenbildung aktiv werden?

Dazu der Autor: „Genauso wie diese Plattformen [der Gig Economy} Pizzakäufer/innen und -verkäufer/innen verbinden, müssen sie in der Erwachsenenbildung Ausbildende mit Lernenden verbinden. Wir müssen mit ihnen Umgebungen schaffen, in denen Ausbildende innovative Ansätze entwickeln können, um auf neu aufkommende Bedürfnisse einzugehen.“

Weitere Stichworte sind der flexible Zugriff auf kurze „Lern-Bits“ sowie die Online-Validierung informell erworbener Kompetenzen.
Andrew McCoshan, EPALE, 30. November 2018

Bildquelle: Hans (pixabay, CC0)

29Nov/18

Uni-Revolution

Quelle: Weiterbildungsblog Autor: jrobes

Dreimal Jürgen Handke (Philipps-Universität Marburg): Erstens sitzt er in der Gründungskommission der neuen Technischen Universität Nürnberg (TUN), in der digitale Lehre eine zentrale Rolle spielen soll; zweitens steht er wie kein anderer Hochschullehrer hierzulande für das Modell des Inverted Classroom; und drittens experimentiert er aktuell im Rahmen des Projekts „H.E.A.R.T.“ („Humanoid Emotional Assistant Robots in Teaching“) mit dem Einsatz humanoider Roboter in der Lehre.

Der Artikel bringt alle drei Projekte zusammen. Der Titel („Uni-Revolution“) wäre dafür allerdings nicht zwingend notwendig gewesen.
Anna Günther, Süddeutsche Zeitung, 29. November 2018

Bildquelle: Jürgen Handke/ Digitalisierung der Lehre (YouTube)

29Nov/18

Die verdrängte Frage: Wer braucht noch Personalentwicklung?

Quelle: Weiterbildungsblog Autor: jrobes

Herwig Kummer hat nachgelegt. Auf der #ZPAustria in Wien hat er 40 Personaler mit drei Thesen in Unruhe versetzt:

These 1: Mit klassischen PE-Instrumenten werden wir in Zukunft keinen Mehrwert schaffen.
These 2 Mit klassischen Schulungsprogrammen sind wir nicht (mehr) „am Punkt“ bzw. „on time“.
These 3: Lernen findet überwiegend während oder nahe der Arbeit statt und muss den Lernenden Spaß machen.

Weitere Diskussionspunkte vor Ort waren: Sollen die Mitarbeiter ihr Lernen selbst organisieren? Sind Beziehungen die Kernaufgabe der PE? Immer wieder #NewWork. Und überhaupt der Begriff „Personalentwicklung“ …
Herwig Kummer, personaleum, 25. November 2018

Bildquelle: sik-life (pixabay, CC0)

 

28Nov/18

JIM-Studie 2018

Quelle: Weiterbildungsblog Autor: jrobes

Die neue JIM-Studie ist da. In der 20. Auflage, herausgegeben vom Medienpädagogischen Forschungsverbund Südwest (mpfs) und wieder mit allen wichtigen Daten und Informationen über den medialen Alltag von Jugendlichen in Deutschland. Befragt wurden 1.200 Jugendliche zwischen zwölf und 19 Jahren, ein „repräsentatives Abbild der ca. 6,4 Mio. deutschsprachigen Jugendlichen“.

Die Autoren betonen einleitend mit Blick auf die letzten 20 Jahre sowohl den Wandel wie auch die Konstanz: So hat sich einerseits das Medienangebot vervielfacht, und so wurden studiVZ und schülerVZ von WhatsApp, Instagram und Snapchat abgelöst. Andererseits haben Bücher und Radio ihren Platz in der Freizeitgestaltung Jugendlicher ohne große Abstriche bewahren können.

Die Studie enthält auch ein Kapitel „20 Jahre JIM-Studie“. Das ist mit Blick auf einige Entwicklungen schon aus historischer Sicht lesenswert, schließlich war 1998 noch die Zeit der HiFi-Anlagen. Ansonsten werden die bewährten Kennzahlen zu Medienausstattung, Freizeitaktivitäten sowie einzelnen Aspekten der Medien- und Internetnutzung hochgehalten. Hier die Ergebnisse, die die Redaktion selbst im ersten Absatz der heutigen Pressemitteilung hervorhebt:

„Der Siegeszug von Netflix und Co. bei den Jugendlichen hält an. Die Hälfte der Zwölf- bis 19-Jährigen schaut regelmäßig Sendungen, Serien und Filme bei Netflix (47 %), jeder Fünfte nutzt Amazon Prime Video (22 %). Damit hat sich der Anteil regelmäßiger Netflix-Nutzer im Vergleich zum Vorjahr fast verdoppelt (2017: 26 %). Weiterer Gewinner bei den Jugendlichen ist Spotify, erstmals verzeichnet die Musiknutzung über Spotify einen höheren Anteil regelmäßiger Nutzer als die Musiknutzung live im Radio.“

Medienpädagogischer Forschungsverbund Südwest (mpfs), 28. November 2018

27Nov/18

Digitale Transformation und L&D. Ergebnisse einer Standortbestimmung und Handlungserfordernisse

Quelle: Weiterbildungsblog Autor: jrobes

Ein „Benchmarking-Bericht“ heißt es. Dafür hat das swiss competence centre for innovations in learning (scil) im Auftrag der Allianz University (AllianzU) Vertreter aus 15 Bildungsorganisationen befragt, um mehr über die zukünftigen Aufgaben von Learning & Development zu erfahren. Es sind 12 Themen, die angesprochen wurden. Sie reichen vom L&D-Leistungsportfolio bis zu den Veränderungen des Bildungsmarktes. Dabei wurden die Befragten gebeten, sowohl über den Status Quo als auch über die erwarteten Veränderungen Auskunft zu geben.

Der Bericht enthält viele interessante Hinweise und Details, auf die ich hier nicht eingehen kann. Aber die 12 Handlungsanforderungen bieten einen guten Überblick:
– Die Veränderung des Spielfelds für betriebliche Bildungsanbieter durch externe, Cloudbasierte Anbieter beobachten.
– Anpassungen bei Rolle und Auftrag der Bildungsorganisation in Richtung CoE / Broker / Ermöglicher prüfen.
– Mehr Agilität bei der Steuerung der Bildungsorganisation in Betracht ziehen.
– Orientierungsrahmen zu «digitalen» Kompetenzen nutzen und ausbuchstabieren.
– Kundenreise & Kundenerlebnis mit Blick auf digitale Touchpoints bewusst gestalten.
– Das Leistungsportfolio zur Kompetenzentwicklung ausweiten und Formate wie z.B. selbstgesteuertes Lernen oder Lernen im Prozess der Arbeit bewusst integrieren.
– Mediengestütztes Lernen – die Potenziale medialer Formen in der gesamten Breite nutzen.
– Potenziale der Digitalisierung und Automatisierung für die Leistungsprozesse von L&D prüfen.
– Neue Kompetenzprofile für Bildungsverantwortliche gezielt entwickeln.
– Verrechnungs- und Ertragsmodelle für Bildungsdienstleistungen prüfen bzw. anpassen.
– Die Wertorientierung der betrieblichen Bildungsarbeit durch Aufwandsvermeidung
(Automatisierung) sowie durch wirkungsorientierte Evaluationen stärken.
– Kennzahlen zur Bildungsarbeit systematischer Nutzen, um die Leistungen von L&D
darzustellen.
Christoph Meier, Daniela Bäcker und Diana Seibold, scil Arbeitsbericht Nr. 29, November 2018

Bildquelle: rawpixel (Unsplash)