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19Mrz/19

Zukunft der Bibliotheken: Orte der Demokratie und Integration

Quelle: Weiterbildungsblog Autor: jrobes

Bibliotheken als „dritte Orte: „Die Menschen sollen sich wie zuhause fühlen, sich wohl fühlen. Und sich einfach hinsetzen mögen, um zu arbeiten, mit dem Laptop was zu machen oder ins Internet zu gehen.“ So Heinz-Jürgen Lorenzen, Präsident von Bibliothek und Information Deutschland (BID), dem Dachverband der deutschen Bibliotheksverbände, im Deutschlandfunk-Interview.

Eigentlich beschreibt er etwas Naheliegendes. Und nach einigen Verweisen auf Dänemark und die Niederlande fragt der DLF-Redakteur vorsichtig, ob es denn kein Beispiel in Deutschland gäbe, das man hervorheben könnte? Doch, antwortet Heinz-Jürgen Lorenzen, es gibt eins, in Köln-Kalk. Na, Gott sei Dank!
Heinz-Jürgen Lorenzen im Gespräch mit Vladimir Balzer, Deutschlandfunk Kultur, 18. März 2019

Bildquelle: Stadtteilbibliothek Köln-Kalk (Fachstelle für Öffentliche Bibliotheken NRW, flickr, CC BY 2.0)

18Mrz/19

Coworking aus Unternehmenssicht II: Out of Office – into the Flow?

Quelle: Weiterbildungsblog Autor: jrobes

Mit dem Phänomen Coworking hatte ich in der Vergangenheit nur am Rande zu tun. Die aktuelle Studie der Universität St. Gallen bot eine Gelegenheit, hier etwas aufzuholen. Worum ging es? In einem 12-monatigen Experiment, genannt „VillageOffice Coworking Experience“, konnten die Mitarbeiter aus fünf Unternehmen neben ihrem Arbeitsplatz oder dem Homeoffice auch Coworking Spaces frei nutzen. Die Universität St. Gallen (das Institut für Wirtschaftsinformatik und das Forschungsinstitut für Arbeit und Arbeitswelten) haben die Unternehmen und ihre Mitarbeiter begleitet und ihre Erfahrungen ausgewertet.

Die Studie ist vor allem interessant, weil sie in das Thema Coworking einführt und es in den größeren Rahmen einer Auseinandersetzung mit neuen Formen der Zusammenarbeit und des Austauschs von Wissen stellt. Dazu wird die Entwicklung dieser Angebote kurz skizziert, es werden verschiedene Angebotsformen vorgestellt sowie Rahmenbedingungen und Nutzungsszenarien diskutiert. In der vorliegenden Studie wurde dann ja noch einmal ein spezieller Fall untersucht: Die Teilnehmer kamen aus Unternehmen, konnten, mussten aber nicht, Erfahrungen mit Coworking sammeln – als weiteres, alternatives Arbeitsszenario. Das hat wohl auch dazu geführt, dass das Angebot im Untersuchungszeitraum von den Teilnehmern nur sehr verhalten genutzt wurde.

Coworking Spaces können sich als „Innovation Cluster“ präsentieren und bewusst mit Angeboten des Austauschs und der Vernetzung werben. Das macht sie auch als „Lernorte“ interessant. Leider kam dieser Aspekt im Rahmen der vorliegenden Studie aus unterschiedlichen Gründen nicht zum Tragen. Aber ich werde mal schauen, ob es über diese Seite des Phänomens Coworking bereits Studien gibt.

„Was, wenn Coworking Spaces die neuen Bibliotheken wären – eine solidarische Investition unserer Gesell­schaft in Bildung, Kultur und Chancengleichheit? Die Idee, Coworking Spaces als Dorfplatz 4.0 – einfach mit Steckdosen – zu sehen, besticht und beflügelt. Es wäre eine Antwort auf viele aktuelle Chancen und Herausforderungen des digitalen Zeitalters: von der Entlastung der Verkehrsinfrastruktur zu reduzierten Pendlerzeiten, der Belebung der Dörfer, bis hin zur Verhinderung von Entsolidarisierung und der Spal­tung der Gesellschaft.“
Barbara Josef, Anastasia Sapegina, Andrea Back und Antoinette Weibel, Universität St. Gallen, Januar 2019

Bildquelle: Shridhar Gupta (Unsplash)

15Mrz/19

Weniger „müssen“ müssen – mehr „wollen“ dürfen!

Quelle: Weiterbildungsblog Autor: jrobes

Wenn Harald Schirmer über den New Work Style von Continental spricht, weiß ich, dass es immer auch um Lernprozesse geht. Hier die beiden Absätze:

„Projekte bedeuten Veränderung und dass wiederum erfordert Lernen. Wir haben unsere Kollegen gefragt, wie sie lernen möchten – oder es aktuell machen – und sind mit mehr als einem Dutzend Antworten zurückgekommen, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Von „gib mir YouTube frei“ über „ich will eine Schulung“, „brauche nur Antworten auf Fragen“ bis hin zu „schick mir jemanden, der es mir an meinem Rechner zeigt“ war alles dabei – und wir haben alles umgesetzt!

Geht nicht? Richtig. In einer analogen, hierarchischen Welt geht das nicht. Bei serieller Umsetzung mit den üblichen Ressourcen würde das jeden Rahmen sprengen. Deshalb haben wir diverse Netzwerke aufgebaut, die knapp 20 Lernmethoden mit uns entwickelt, aufgebaut und umgesetzt haben. Von Webinaren über einen AI-Social Bot bis hin zu „Effizienzworkflows“ und Toolfindern wurden die meisten Wünsche erfüllt.“

Weitere Stichworte dieses Beitrags sind die Nutzung von Enterprise Social Media und die Zusammenarbeit mit dem Betriebsrat (eine schöne Reihung, wie ich gerade merke …). Wer mehr erfahren will, kann es zum Beispiel in München auf der PM Welt versuchen.
Harald Schirmer, projektmagazin-Blog, 15. März 2019

Bildquelle: Mummelgrummel (Wikimedia, CC BY-SA 3.0)

14Mrz/19

Offene Bildungsressourcen und Open Education. Openness als Bewegung oder als Gefüge von Initiativen?

Quelle: Weiterbildungsblog Autor: jrobes

Es gibt eine neue Ausgabe der „MedienPädagogik: Zeitschrift für Theorie und Praxis der Medienbildung“, die sich ganz dem Thema „Open Educational Resources“ widmet. Herausgeber ist Markus Deimann. Ich habe den ersten Beitrag der Ausgabe von Michael Kerres (Universität Duisburg-Essen) gelesen und kann ihn nur empfehlen. Er bietet uns eine interessante, differenzierte Lesart von „open“ an, nach der nicht alles, was mit dem Etikett daherkommt, einfach abgenickt werden kann. Schon die Diskussion um Massive Open Online Courses (MOOCs) hat uns ja gezeigt, dass offene Kursangebote nicht automatisch zu einer Öffnung von Bildung führen. Öffnung und Schließung von Wissen, so Michael Kerres, bedingen sich wechselseitig: „Ihr Zusammenspiel kann als elementarer Mechanismus gesellschaftlicher Entwicklung betrachtet werden, der regelmässig einer gesellschaftlichen Aushandlung bedarf.“

Michael Kerres, in: MedienPädagogik, 2019, Nr. 34 (Februar), S. 1–18

Bildquelle: Jan Tinneberg (Unsplash)

14Mrz/19

Future Skills: Strategische Potenziale für Hochschulen

Quelle: Weiterbildungsblog Autor: jrobes

Auf die Initiative „Future Skills“ des Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft bin ich an dieser Stelle erst einmal eingegangen. Jetzt gibt es wieder einen aktuellen Anlass, nachzulegen. Denn das dritte Diskussionspapier (15 S.) der Initiative ist gerade erschienen, gemeinsam entwickelt von Stifterverband und McKinsey. Es geht der Frage nach, „welche Wege Hochschulen gehen können, um den zukünftigen Bedarf an benötigten Future Skills zu decken und welche Chancen sich dabei für Hochschulen zur institutionellen Weiterentwicklung eröffnen“. Dafür wurden 600 Unternehmen befragt.

Vorneweg: Das Papier erörtert nicht im Detail, was unter „Future Skills“ zu verstehen ist. Hier ist es mit Blick auf eine fortschreitende Digitalisierung und Automatisierung eine Kombination aus „Technological Skills“, „Digital Citizenship Skills“ und „Classic Skills“, wobei die beiden letzten Kategorien auch als „Überfachliche Fähigkeiten“ bezeichnet werden.

Was schreiben die AutorInnen nun den Hochschulen ins Stammbuch? Die Rede ist von zwei zentralen Herausforderungen: „Für den Bereich der Technological Skills gilt es erstens, passende Studien- und Weiterbildungsformate zu entwickeln, um kontinuierlich aktuelle Forschungserkenntnisse zu transformativen Technologien weiterzugeben und den Arbeitsmarkt mit entsprechend ausgebildeten Experten zu versorgen. Dafür müssen Hochschulen verstärkt den Weiterbildungsmarkt erschließen.
Neben der Aus- und Weiterbildung technologischer Spezialisten wird von Hochschulen zweitens auch zunehmend erwartet, an alle Studierenden, fächerübergreifend die notwendigen digitalen und nicht digitalen Kompetenzen zu vermitteln (zum Beispiel Data Literacy, Entrepreneurial Skills, Kollaborationstechniken etc.).“

In dem Diskussionspapier werden diese Herausforderungen auf sieben Handlungsfelder heruntergebrochen. Auf diesen Handlungsfeldern müssen die Hochschulen aktiver werden. Die befragten Unternehmen würden auf dieser Grundlage eine verstärkte Zusammenarbeit begrüßen.


Volker Meyer-Guckel, Julia Klier, Julian Kirchherr und Mathias Winde, Stifterverband (Hrsg.), März 2019

13Mrz/19

2019 Tech Trends Report

Quelle: Weiterbildungsblog Autor: jrobes

Das amerikanische Future Today Institute hat seinen 12. Trend-Report veröffentlicht. Ein monumentales Werk, das 315 Tech-Trends auf 381 Seiten präsentiert („Do not try to read it in one sitting.“). Ich habe etwas gestöbert und gelesen. „Künstliche Intelligenz“ stellt nicht nur eine Reihe von Trends, sondern ist sicher der rote Faden, der sich durch die gesamte Studie zieht. Dann gibt es einleitend diese Key Takeaways:

„- Privacy is dead.
– VSO [Visual search optimization] is the new SEO.
– The Big Nine [Google, Amazon, Microsoft, Apple, IBM, Facebook; Baidu, Alibaba, Tencent].
– Personal data records are coming. China continues to ascend, and not just in artificial intelligence.
– Lawmakers around the world are not prepared to deal with new challenges that arise from emerging science and technology.
– Consolidation continues as a key theme for 2019.“

Wie gesagt, wenn wir an KI, an Chatbots, Robotics und Learning Analytics denken, betreffen unzählige Themen dieses Reports Weiterbildung und Lernprozesse. Drei Trends sprechen das Thema sogar direkt an:

– [274] Productivity Bots: Hier geht es zum Beispiel um Slack und viele andere nützliche Helfer im Arbeitsalltag …
– [275] Adaptive Learning: Hier geht es um personalisierte Lernangebote, die sich den Vorlieben und dem Wissen ihrer Nutzer anpassen …
– [276] Nanodegrees: Hier geht es um die neue Klasse von Zertifikaten, die Udacity (zumindest was den Begriff betrifft) vor einigen Jahren eingeführt hat … Was daran aber ein „Tech Trend“ sein soll, erschließt sich mir nicht ganz.
Future Today Institute, 9. März 2019

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12Mrz/19

What Kind Of Online Learner Are You?

Quelle: Weiterbildungsblog Autor: jrobes

Leider haben die Experten der MOOC-Plattform FutureLearn nur die eine Seite beleuchtet: Sie haben nur die Teilnehmer nach ihren Lernmotiven, ihren Präferenzen und ihrem Lebensstil gefragt (und 7.000 Antworten erhalten). Sie haben nicht die Aktivitäten auf der Lernplattform ausgewertet, daraus Typen entwickelt, um zu schauen, wie man Antworten und Verhalten der Lernenden zusammenbringt.

Wie auch immer: 7.000 Rückmeldungen haben ausgereicht, um drei Gruppen (Work and Study, Personal Life, and Leisure) und sieben Archetypen zu bilden und zu beschreiben: „Advancers“, „Explorers“ und „Preparers“ (Work and Study), „Fixers“ und „Flourishers“ (Personal Life) und „Hobbyists“ und „Vitalizers“ (Leisure).
Laurie Pickard, Class Central/ MOOC Report, 9. März 2019

08Mrz/19

Learning Experience Platform (LXP) Market Grows Up: Now Too Big To Ignore

Quelle: Weiterbildungsblog Autor: jrobes

Ein interessanter Artikel, weil er den Corporate Learning-Markt, seine Möglichkeiten und Begehrlichkeiten sortiert. Da ist zum einen die neue Kategorie der „Learning Experience Platforms“ (LXPs), die Josh Bersin ja schon länger beobachtet und uns schmackhaft macht. Diese Plattformen versprechen einen nutzerfreundlichen, individualisierten Zugang zu Lerninhalten, Ressourcen im Netz und Experten. Doch nach welchen Regeln können bzw. sollen sie sortieren? Josh Bersin unterscheidet sechs Perspektiven:

– Skills-Based Learning
– Usage-Based Recommendations
– AI-Based Content Analysis
– Chat With and Understand The Learner
– Expand The Learning Business Rules
– Store and Manage Data and Analytics

Zum anderen geht es auch um die Frage, wie Learning Management Systeme (LMS) und Learning Experience Platforms (LXP) zusammenspielen und ob es überhaupt zwei (teure) Systeme braucht. (By the way, wir hatten vor einigen Jahren auch einmal die Diskussion, ob nicht Learning Content Management Systeme (LCMS) die Zukunft sind, also Lernplattformen mit integrierten Autorentools …) Josh Bersin lässt diesen Punkt jedenfalls offen.

Und man darf nicht vergessen, dass er vor einigen Tagen selbst die Frage aufgeworfen hat, ob nicht „productivity platforms“ wie Microsoft Teams oder Slack die naheliegenden Ausgangspunkte für viele Lernaktivitäten der Mitarbeiter darstellen („learning in the flow of work“). 
Josh Bersin, 8. März 2019

Bildquelle: Samuel Wong (Unsplash)

08Mrz/19

Agiles Lernen im Unternehmenskontext

Quelle: Weiterbildungsblog Autor: jrobes

„Agiles Lernen“ ist das Thema des nächsten Corporate Learning Sprints am 15. März 2019 (ein offenes, zur Diskussion einladendes Online-Format, hier der Link zur Live-Session). Die Beteiligten, allen voran Nele Graf, haben zum Aufwärmen ein Video (16:27 Min.) aufgenommen: Nele Graf stellt hier unter anderem die Grundprinzipien und das Grundverständnis agiler Personalentwicklung vor, präsentiert eine Übersicht über agile Lernformate und zeigt auf, wie agiles Lernen Rolle und Aufgaben der Personalentwicklung verändert.

Viele Eckpunkte agilen Lernens sind alles andere als neu. Sie begegnen uns seit einiger Zeit unter Stichworten und Konzepten wie „e-learning 2.0“, „Kompetenzorientierung“, „70-20-10“ oder „social learning“. Aber vielleicht hilft das Prädikat „agil“ ja, daraus eine runde, überzeugende Geschichte zu machen …
Volkmar Langer, Corporate Learning Community, 5. März 2019

07Mrz/19

Für freie Lehrmaterialien – Markus Deimann im Interview

Quelle: Weiterbildungsblog Autor: jrobes

Markus Deimann, Bildungswissenschaftler an der FernUniversität Hagen, steht hier Rede und Antwort. Von der Frage, was Open Educational Resources (OER) eigentlich sind, bis zur konkreten Nutzung durch Lehrende. Auch die Förderung von OER in Deutschland ist ein Thema und die Frage, ob und wie sich hierzulande OER durchsetzen kann.

Die Schwierigkeiten von OER, und auch die gibt es, beginnen für Markus Deimann beim Begriff: „Open Educational Ressources klingt sperrig und technisch. Da gibt es einen Mismatch zwischen dem unhandlichen Begriff und der eigentlich guten Idee. OER sind Teil einer Kultur des Teilens. Da sind viele dafür, aber mit dem Begriff kann man nichts anfangen.“
Robert Meyer, Interview mit Markus Deimann, Netzpiloten Magazin, 6. März 2019