All posts by jrobes

27Aug/21

Virtuelle Weiterbildung: Wie effektiv ist sie und worauf kommt es an?

Quelle: Weiterbildungsblog Autor: jrobes

Die AutorInnen setzen bei der gegenwärtig gestiegenen Nachfrage nach netzgestützten Lösungen in der Weiterbildung an und rücken die Effektivität virtueller Weiterbildung noch einmal ins Zentrum der Aufmerksamkeit. Dabei stellen sie die Ergebnisse einiger Studien und Metaanalysen aus den letzten zwei Jahrzehnten vor. Verglichen werden dabei in der Regel verschiedene Präsenz- und Online-Formate.

Dabei zeigt sich (wieder), dass die Frage nach der Effektivität vor zwei großen Hürden steht: 

a) “Virtuelle Weiterbildung” ist heute ein weites Feld: Es reicht vom einstündigen Webinar bis zum mehrmonatigen Lehrgang, vom Web-based Training bis zum Online-Workshop. Vor allem ältere Studien, die die Bandbreite der Online-Lösungen noch nicht kannten, haben heute eigentlich keine Aussagekraft mehr.

b) Die AutorInnen weisen zu Recht immer wieder darauf hin, dass fast alle vorliegenden Studien die Zufriedenheit oder den Lernerfolg der Lernenden messen, nicht aber deren Handlungskompetenz, “da solche Messungen methodisch anspruchsvoll und aufwendig sind”. Ob also das Gelernte auch in der Praxis umgesetzt wird, bleibt in der Regel offen.

Im Mittelpunkt des Fazits stehen vor diesem Hintergrund – wenig überraschend – zwei Hinweise: “Virtuelle Weiterbildungsangebote sind gemessen am Lernerfolg nicht zwangsläufig besser oder schlechter als klassische präsenzorientierte Maßnahmen.” Und: “Auch bei virtuellen Weiterbildungsangeboten sollten Lehrende als Ansprechpersonen für die Lernenden zur Verfügung stehen.”
Carmen Aprea und Heiko Weckmüller, Haufe.de, 19. August 2021

Bildquelle: Judit Peter (pexels)

26Aug/21

9 Mythen des digitalen Wandels in der Hochschulbildung

Quelle: Weiterbildungsblog Autor: jrobes

Ich bin nicht sicher, ob dieser Blog der richtige Ort für diesen Link ist. Denn ich kann mir nicht vorstellen, dass die hier im Kontext des Hochschulforum Digitalisierung auf 20 Seiten vorgestellten und diskutierten Mythen wirklich noch verhandelt werden. Aber wer weiß? Deshalb will ich zumindest die Liste der neun Mythen hier festhalten:

“- Ein Großteil der Hochschulen wird aussterben
– Die Präsenzlehre soll abgeschafft werden
– Digitalisierung macht Lehrende überflüssig
– Digitale Lehre ist nicht auf das Lehrdeputat anrechenbar
– Digitalisierung schränkt die Freiheit der Lehre ein
– Digital Natives haben Digitalkompetenzen mit der Muttermilch aufgesogen
– Diskursive Formate sind digital nicht möglich
– Digitalkenntnisse sind wichtiger als didaktische Fähigkeiten
– Digitalisierung ist ein Sparmodell”

Julius-David Friedrich, Philipp Neubert und Josephine Sames, Hochschulforum Digitalisierung, Diskussionspapier Nr. 13, Juli 2021 (pdf)

Bildquelle: Dom Fou (Unsplash)

25Aug/21

Hybride Lehre

Quelle: Weiterbildungsblog Autor: jrobes

Die TU Darmstadt hat einige Szenarien zum Stichwort “Hybride Lehre” entwickelt und beschrieben: “In hybriden Lehrsettings nimmt ein Teil der Studierenden in Präsenz vor Ort an der Universität, der andere Teil der Studierenden online (z.B. von zu Hause) an der jeweiligen Lehrveranstaltung teil.” Diese Aufteilung – ein Teil der Teilnehmenden vor Ort, ein Teil online – wird uns auch in der Weiterbildung weiter beschäftigen. Deshalb hier kurz die Systematik, die die Redaktion des E-Learning-Teams entwickelt hat:

– Synchron organisierte Online-Teilnahme:
Szenario A: präsentierend
Szenario B: interaktiv

– Asynchron organisierte Online-Teilnahme:
Szenario C: Flipped Classroom mit 2-Kohorten-Lösung

Für die Szenarien gibt es: eine kurze Beschreibung des jeweiligen Settings, Hinweise auf die räumlich-technischen Rahmenbedingungen bzw. Anforderungen, auf die Größe der Zielgruppen, auf Ausbaustufen sowie kurze didaktische Überlegungen. Nützlich (via @AnnetteMHansen).
E-Learning-Arbeitsgruppe, TU Darmstadt, 2021

Bildquelle: https://www.e-learning.tu-darmstadt.de

24Aug/21

Die tatsächliche Hybridisierung der Bildung – warum sich Lernangebote im digitalen Wandel neu erfinden müssen

Quelle: Weiterbildungsblog Autor: jrobes

Der Beitrag schaut hinter die Kulissen des aktuellen Stichworts “hybrid”. Jöran Muuß-Merholz meint, dass es hier nicht einfach um die Verbindung zweier Formate (analog und digital) geht, sondern um eine grundlegende Neuausrichtung. Wenn wir früher Bildungsarbeit in einzelne Spielfelder aufgeteilt haben – Jöran Muuß-Merholz zählt hier Treffen und Veranstaltungen, Materialien und Publikationen sowie Austausch und Netzwerke auf -, so werden diese Spielfelder heute neu gemischt und verteilt. “Kuddelmuddeliger und vielfältiger” ist alles geworden.

“Die Beispiele zeigen: Hybrides Lehren und Lernen bedeutet, wenn man unter die Oberfläche schaut, dass die traditionellen Grenzen zwischen 1. Treffen/Veranstaltungen, 2. Materialien/Publikationen und 3. Austausch/Netzwerk verwischen. Die drei Bereiche vermischen sich und setzen sich neu zusammen, verweben und verzahnen sich. Die Digitalisierung macht unser Lehren und Lernen kuddelmuddeliger und vielfältiger. Wir können und müssen unsere Formen und Formate neu erfinden”.

Und: “PS: Jedes Lernen ist hybrides Lernen.”
Jöran Muuß-Merholz, selbstlernen.net, 31. Juli 2021

Bildquelle: blende12 (pixabay)

24Aug/21

Zukunft der Arbeit mit intelligenten Maschinen: Implikationen der Künstlichen Intelligenz für die Berufsbildung

Quelle: Weiterbildungsblog Autor: jrobes

Die Künstliche Intelligenz (KI) und ihre Bedeutung für Aus- und Weiterbildung ist sicher eines der Themen, die dieses Jahr geprägt haben. Und das, obwohl wir es hier heute meist noch mit Grundlagenarbeit, einzelnen Pilotprojekten und vielen Prognosen zu tun haben. In dieser Spezialausgabe der “Zeitschrift für Berufs- und Wirtschaftspädagogik” (ZBW) geht es um KI, und das Einleitungskapitel, das offen zugänglich ist, fällt eindeutig in die Kategorie “Grundlagenarbeit”. Die AutorInnen konzentrieren sich darauf, “Augmentation” als neues KI-Paradigma und damit das Zusammenspiel von Mensch und Maschine vorzustellen: der Fokus wechselt vom “Computer als Werkzeug” zum “Computer als Partner”, vom “Ersatz von Arbeitsplätzen” zur “Steigerung der menschlichen Fähigkeiten durch die Automatisierung”. Im Beitrag finden sich viele Schaubilder und Verweise, die dieses Paradigma erklären und stützen.

“Aus der Perspektive der Berufsbildung und der Personalentwicklung sollte daher die Augmentation in der Wissensarbeit statt deren Substitution im Vordergrund stehen. Ziel wäre, ein Konzept für eine gelungene Partnerschaft von Mensch und Maschine zu entwickeln, in der beide ihre jeweiligen Stärken einbringen können (De Maat et al., 2020). Vor diesem Hintergrund werden die Implikationen für die vom Menschen geforderten Kompetenzen in der Zusammenarbeit mit intelligenten Maschinen intensiv diskutiert.”

Im einen Teil der Themenausgabe geht es konkret um “Forschungsrichtungen zur KI in der beruflichen Bildung”. Stichworte sind hier unter anderem Lernortkooperationen, Learning Analytics, KI-basierte Assistenzsysteme und Augmented & Virtual Reality.
Sabine Seufert, Josef Guggemos und Dirk Ifenthaler, in: Sabine Seufert u.a. (Hrsg.): Künstliche Intelligenz in der beruflichen Bildung. Zeitschrift für Berufs- und Wirtschaftspädagogik – Beihefte. Franz Steiner Verlag, Stuttgart 2021 (via scil/ Blog)

Bildquelle: Markus Spiske (Unsplash)  

23Aug/21

Der CO² Fußabdruck von Events und von unserem #CLC21

Quelle: Weiterbildungsblog Autor: jrobes

Das Corporate Learning Camp #CLC21 am 9./10. September 2021 wird vor allem online stattfinden. Die CO²-Bilanz des Events wird also in jedem Fall besser aussehen als bei einem BarCamp vor Ort. Doch auch eine Videokonferenz im Netz verbraucht Ressourcen, auch wenn sich bis heute die Wenigsten darüber Gedanken machen. Für Karlheinz Pape Anlass genug zu fragen, “wieviel CO² verursachen wir eigentlich mit dem #CLC21, und wie berechnen wir das”.

Auf der Suche nach einer Antwort hat er einige Gespräche geführt und erste Informationen zusammengetragen. Das Thema soll auf dem #CLC21 fortgeführt werden. Und sicher auch darüber hinaus …
Karlheinz Pape, Corporate Learning Community/ Blog, 18. August 2021

Bildquelle: Trainermacher (YouTube)

26Jul/21

Widerstandsgeschichte auf Instagram: Was leistet das Projekt @ichbinsophiescholl?

Quelle: Weiterbildungsblog Autor: jrobes

Am 4. Mai 2021 haben der Südwestrundfunk (SWR) und der Bayerische Rundfunk (BR) das Projekt “@ichbinsophiescholl” gestartet. Hier diskutieren Social-Media-Redaktionsleiterin Suli Kurban und die Historikerin Charlotte Jahnz über Stärken und Schwächen des Formats. Es geht um neue, junge Zielgruppen, die das Projekt ansprechen soll, aber vor allem um die Frage, wie weit Fiktion und Storytelling gehen dürfen und ob zum Beispiel Sophie oder die Redaktion auf Kommentare der Nutzer:innen antwortet. Ich finde ja vor allem die 10-monatige Laufzeit des Projekts sehr herausfordernd.
Leonie Meyer, Bundeszentrale für politische Bildung (bpb), 28. Juni 2021

Bildquelle: Instagram

23Jul/21

World Café: Gruppendiskussionen mit Café-Atmosphäre

Quelle: Weiterbildungsblog Autor: jrobes

Die Methode “World Café” ist sicher den meisten bekannt und wird ja seit Jahren in vielen Spielarten umgesetzt. Da kann es ganz hilfreich sein, die eigenen Erfahrungen hin und wieder mit einer Beschreibung der Methode abzugleichen. Die vorliegende Handlungsanleitung gibt auch gleich nützliche Tipps, wie man die Methode im virtuellen Raum ducrhführt und umfasst weitere Linktipps.

“Ähnlich wie in einem Café soll eine Atmosphäre geschaffen werden, die zu formlosen Gesprächen zu einem bestimmten Thema einlädt. Die Teilnehmenden wechseln nach einer bestimmten Zeit die Tische, die Gruppenzusammensetzungen verändern sich und die Ideen aus vorherigen Gesprächsrunden werden weitergetragen. Zum Abschluss werden im Plenum die wichtigsten Gesprächsergebnisse zusammengetragen.”
Kathrin Quilling und Lars Kilian, wb-web, Februar 2015 und Juli 2021

Bildquelle: SuSanA Secretariat (Flickr, CC BY 2.0)

22Jul/21

Das Förderprojekt NAWID: KI-gestützte Systeme in der betrieblichen Bildung

Quelle: Weiterbildungsblog Autor: jrobes

In diesem Beitrag wird von einer neuen Lernumgebung bei Airbus berichtet, in der Mitarbeiter:innen in Echtzeit Hinweise von einem KI-basierten Assistenzsystem erhalten. Das geschieht mit Hilfe einer “technischen Kameralösung, die während der Schulung bei Airbus verwendet wird”. Entstanden ist die Lernumgebung im Rahmen eines INQA-Förderprojekts mit mehreren Partnern aus Wissenschaft und Industrie.

Im Bericht betonen die Beteiligten vor allem den sozialpartnerschaftlichen Austausch im Projekt, die intensive Beteiligung der Mitarbeiter:innen im Entwicklungsprozess und die konsequente Beachtung aller datenschutzrechtlichen Anforderungen. Die neue Lösung selbst rückt leider etwas in den Hintergrund …

“Wie das funktioniert? Das praktische Training bildet die manuelle Installation des A320-Klimarohrsystems ab. Als Explorationsobjekt wird ein physischer Demonstrator zur Nachbildung des Rohrsystems verwendet, der sich in der sogenannten Airbus Learning and Exploration Factory befindet. An diesem Ort wird den Trainingsteilnehmenden eine individuelle Begleitung und Lernunterstützung in Echtzeit geboten, indem sie Arbeitsanweisungen und Hilfestellungen per Tablet erhalten.”
Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS), Initiative Neue Qualität der Arbeit (INQA), 7. Juli 2021