Category Archives: Jochen Robes

31Aug/20

Warum digitale Präsenzlehre eine teure Sackgasse ist

Quelle: Weiterbildungsblog Autor: jrobes

Manchmal glaube ich, dass wir in diesen Wochen und an einigen Stellen schon etwas weiter sind: also Lernprozesse so gestalten, dass sie individuelle Vorlieben und institutionelle Rahmenbedingungen unter einen Hut bringen. Aber an vielen Stellen ist das noch nicht so. Allen voran die Schule. Christoph Schmitt weist darauf hin, dass wir unser gesellschaftliches Leben längst in einer „Kultur der Digitalität“ eingerichtet haben. Nur die Bildung haben wir vergessen.
Christoph Schmitt, Bildungsdesign, 28. August 2020

Bildquelle: sentidocomun (pixabay)

31Aug/20

6 Models for Blended Synchronous and Asynchronous Online Course Delivery

Quelle: Weiterbildungsblog Autor: jrobes

Einleitend heißt es: „This article proposes six models of blended online course delivery, ranging from a highly supported faculty-guided model to an independent self-paced model.“ Dabei setzt die Autorin zwei Schwerpunkte: Mit dem Kriterium „synchronous/ asynchronous“ löst sie ihre Blended Learning-Modelle schon einmal aus einem einfachen Zusammenspiel von Präsenz- und Online-Phasen (was ja gerade in Zeiten, in denen Präsenzlernen mit einigen Hürden verbunden ist, sicher dankbar gelesen wird).

Und indem sie die unterschiedlichen Modelle mit den  Selbstlernkompetenzen der Lernenden verknüpft, gibt sie eine klare Richtung vor: je autonomer bzw. kompetenter die Lernenden auf einem Wissensgebiet sind, um so höher kann der Anteil asynchroner Lernphasen sein.

Schließlich landet sie bei sechs Modellen: (1) flipped classroom; (2) guided lab time; (3) integrated lab time; (4) capstone/independent learning; (5) project-based; (6) self-directed. Aber das ist in meinen Augen nur ein Nebenprodukt (via Christoph Meier).


Heather Farmer, EDUCAUSE Review, 18. August 2020     

28Aug/20

7 Things You Should Know About Podcasting

Quelle: Weiterbildungsblog Autor: jrobes

Im bewährten Format stellen die Autoren noch einmal Podcasting vor (2005 haben sie es schon einmal getan). Der Einstieg: „In its most basic sense, a podcast is an audio file.“ Aber: „Purists would insist … that a podcast must be serialized content available through an RSS feed.“ Nachdem das geklärt ist, gibt es Antworten auf die Fragen „How does it work?“, „Who’s doing it?“, „Why is it significant?“, „What are the downsides?“, „Where is it going?“ und „What are the implications for teaching and learning?“.

Ich habe zwei Botschaften mitgenommen: Podcasting ist vielfältig, weil es Unterhaltung, Information, Lernaktivität oder Prüfungsformat sein kann (oder alles zusammen). Und: Podcasting ist ein wichtiger Teil dessen, was heute gerne „media literacy“ genannt und als „future skill“ hoch gehalten wird.
EDUCAUSE Learning Initiative (ELI), 1. September 2020

Bildquelle: Matt Botsford (Unsplash)

28Aug/20

Vom E-Learning zur Digitalisierung. Mythen, Realitäten, Perspektiven

Quelle: Weiterbildungsblog Autor: jrobes

Der Titel zeigt das Spannungsfeld auf, das die Beiträge dieses Sammelbandes aus der GMW-Reihe „Medien in der Wissenschaft“ ausloten. Auf der Verlagsseite heißt es dazu: „Der Begriff „Digitalisierung“ erscheint einerseits als Heilsversprechen, andererseits ruft er auch Skepsis und Ängste hervor. Zugleich fällt auf, dass „Digitalisierung“ selten konkret definiert wird – vielmehr wird meist unhinterfragt vorausgesetzt, es gäbe einen Konsens, was im jeweiligen Kontext damit gemeint ist. Daher erscheint es besonders interessant, einschlägige Narrative im Zusammenhang mit dem Digitalisierungsbegriff offenzulegen und zu diskutieren sowie aus einer wissenschaftlichen und praktischen Sicht kritisch zu hinterfragen.“

Ich habe den Band noch nicht gelesen (470 S.!), aber da der Waxmann-Verlag ihn zum freien Download anbietet, möchte ich ihn hier schon einmal verlinken. Apropos „verlinken“: Auch der Sammelband zur Tagung der Gesellschaft für Medien in der Wissenschaft ist gerade erschienen. Auch bei Waxmann. Auch zum Download: „Seamless Learning – lebenslanges, durchgängiges Lernen ermöglichen“ (2020, 264 S.).
Reinhard Bauer, Jörg Hafer, Sandra Hofhues, Mandy Schiefner-Rohs, Anne Thillosen, Benno Volk, Klaus Wannemacher (Hrsg.), Medien in der Wissenschaft, Bd. 76, Münster/ New York: Waxmann, 2020

27Aug/20

Skillsoft Reinvented: In A Bold And Exciting Way

Quelle: Weiterbildungsblog Autor: jrobes

Lange bevor es Coursera, Udacity, Udemy oder LinkedIn Learning gab, war da Skillsoft. „As the pioneering company in online learning …, the founders aggressively defined the market for web-based corporate training and rapidly dominated the landscape“, schreibt Analyst Josh Bersin. Vor einiger Zeit war zwar mal von Insolvenz die Rede. Aber das war wohl nur ein „formaler“ Akt im Rahmen einer groß angelegten Umstrukturierung.

Wie sich Skillsoft nun in den letzten Jahren neu erfunden hat, beschreibt Josh Bersin. Er zeigt aber auch auf, warum Skillsoft irgendwann von der Erfolgsspur abkam: Man hatte eine große Bibliothek an Kursen bzw. Content aufgebaut, die viele Unternehmenskunden irgendwann überforderte. Denn so faszinierend die Auswahl, die man bei Skillsoft einkaufte, auch war. Es war immer viel mehr als die Mitarbeitenden benötigten bzw. an Zeit investieren konnten. Man hatte also als Kunde immer zuviel eingekauft, war irgendwie unzufrieden und zögerte dann, die Lizenz zu verlängern. Ein Problem übrigens, das es heute noch gibt und das sich nicht nur auf Skillsoft beschränkt!

Doch von dem, was Josh Bersin heute sieht, ist er begeistert. Ein LXP, ein Brand, der anspricht, und irgendwie darf er wohl auch mit Skillsoft zusammenarbeiten …
Josh Bersin, Blog, 27. August 2020

Bildquelle: www.skillsoft.com 

27Aug/20

Resetting the way we teach science is vital for all our futures

Quelle: Weiterbildungsblog Autor: jrobes

Ein Appell, nicht bei der durch Corona erzwungenen Digitalisierung der Bildung stehenzubleiben. Der folgende, etwas längere Abschnitt bringt es sehr schön auf den Punkt:

„Education can no longer be about transferring explicit knowledge across generations. According to the OECD 2030 Future of Education and Skills Project: “We need to replace old education standards with an educational framework that combines knowledge with the 21st century skills of creativity, critical thinking, communication and collaboration.”

This won’t be achieved by simply moving classes from the chalkboard to a Zoom call, but radically transforming the way we teach and learn science and technology skills, from one-way content dissemination and memorization to personalized, self-directed learning.“

Im nächsten Abschnitt folgt ein zweiter Schwerpunkt: nämlich die Notwendigkeit, so etwas wie „scientific literacy“ herauszubilden. Auch hier liefert die Corona-Krise ausreichend Anschauungsmaterial.

Und nicht zuletzt enthält der Artikel auch ein schönes Schaubild der 21st-Century Skills:

Marga Gual Soler und Komal Dadlani, World Economic Forum, 13. August 2020

Bildquelle: WEF

26Aug/20

Personalized Learning: The Data Deep Dive

Quelle: Weiterbildungsblog Autor: jrobes

Personalized Learning, so heißt es, ist ein Deal. Zuerst gibt die Mitarbeitende – im Beitrag heißt sie Laurie und arbeitet im Kundenservice – Daten über sich preis: Sie füllt ihr Profil aus, zeigt in einem kurzen Selbsttest, wie fit sie im laufenden Job ist, und sagt, wohin sie sich zukünftig gerne entwickeln möchte. Das System ist und kann mehr als ein traditionelles Learning Management System. Es wertet die Informationen von Laurie aus, verbindet sie mit den Daten formaler HR-Systeme ihres Arbeitgebers, prüft, wie Mitarbeitende mit ähnlichen Profilen oder Profilwünschen vorgehen, und gibt ihr entsprechende Empfehlungen.   

„Today, we not only have multiple formal learning modalities, including in-person, virtual instructor-led, video, and self-paced, but we also need to include experiential and social learning. They are crucial for learning new jobs or roles. In addition, we need data about the skills people need and those they have. And we need to provide access to opportunities that let employees apply new skills, practice them, and grow.“

Der Beitrag findet sich im Blog von Degreed, die ja als „Learning Experience Platform“ bzw. „The Lifelong Learning Platform“, wie sie sich selbst nennen, für eine neue Klasse von personalisierten Lernumgebungen stehen. Aber ich muss gestehen: Zwar wird Degreed in vielen Fachartikeln hoch gehandelt, aber ich kenne hierzulande noch kein Unternehmen, das Degreed einsetzt.
Jim Holincheck, Degreed/ Blog, 20. August 2020

Bildquelle: Franki Chamaki (Unsplash)

25Aug/20

Offene KI-Bildung für alle

Quelle: Weiterbildungsblog Autor: jrobes

Noch einmal ein kleiner Werbeblock für den KI-Campus, der im Auftrag des Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) für rund 11 Millionen Euro gerade mit Leben gefüllt wird. Auf der einen Seite wird im Beitrag auf MERTON noch einmal die Dringlichkeit des Aufbaus entsprechender Kompetenzen beschworen. Und auf der anderen Seite wird erzählt, was man alles auf dem Campus in Zukunft erwarten darf. Eigens entwickelte, aber auch kuratierte Lern- und Informationsangebote. Für Studierende und Berufstätige. Eigentlich sollte für jeden etwas dabei sein.

Einen ersten Eindruck kann man sich auf der Plattform selbst verschaffen. Denn seit Juli sind die ersten Ressourcen in einer öffentlich zugänglichen Beta-Version verfügbar.
Corina Niebuhr, MERTON – Onlinemagazin des Stifterverbandes, 4. August 2020  

24Aug/20

Digitales Lernen nachhaltig entwickeln: Zielbild – Implementierungsstrategie – Umsetzung

Quelle: Weiterbildungsblog Autor: jrobes

Noch einmal kurz zum aktuellen Heft des personalmagazins (09/2020) mit dem Schwerpunkt „E-Learning“. Christoph Meier und Sabine Seufert haben sich in einem Beitrag der Frage gewidmet, wie man am besten vorgeht, wenn man E-Learning bzw. digitales Lernen nachhaltig im Unternehmen verankern will. Das Ergebnis ist etwas „Grundlagenarbeit“: „Für eine nachhaltige Veränderung von Lernen und Kompetenzentwicklung in Unternehmen und Organisationen in diese Richtung braucht es daher zwei Schritte: Der erste Schritt ist die Entwicklung eines Zielbilds, der zweite Schritt die Entwicklung einer Implementierungsstrategie.“

Wobei in der Praxis dann noch die Analyse des Status Quo hinzu kommt. Denn jedes Unternehmen, die AutorInnen deuten es kurz an, hat ja schon eine Wegstrecke zurückgelegt, hat Stärken und Schwächen und wird seinen eigenen Weg gehen müssen.
Christoph Meier, scil-Blog, 21. August 2020

Bildquelle: Headway (Unsplash)

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Meier, Christ

oph; Seufert, Sabine

21Aug/20

Online-Konferenzen in Zeiten von Corona – Ein Erfahrungsbericht

Quelle: Weiterbildungsblog Autor: jrobes

Lars Schmeink hat im Juli die CyberPunk Culture Conference organisiert, natürlich online, hat sie evaluiert und teilt hier seine Erfahrungen. Die Eckdaten: Es war eine zweitägige akademische Konferenz mit ca. 35 Präsentierenden und 120 Teilnehmenden.

– Aufbau: kostenneutral und pragmatisch (WordPress)
– Präsentationen: Die ReferentInnen wurden gebeten, ihre Beiträge im Vorfeld zu entwickeln. Video und Text-Bild-Formate wurden als Optionen angeboten. Der Umfang sollte 10 Minuten nicht überschreiten.

Lars Schmeink: „Eine vollständig auf synchrone „Live“-Übertragung ausgelegte Konferenz hätte einen Teil des Publikums ausgeschlossen. Die Lösung war für mich die Entkoppelung von Präsentation und Diskussion. Alle Präsentationen wurden bereits vor dem eigentlichen Termin der Konferenz veröffentlicht und standen über eine Woche zur asynchronen Nutzung bereit. Die Diskussion der einzelnen Beiträge war dann für die Zeit der Konferenz angesetzt, so dass ein direkter Kontakt mit den präsentierenden Wissenschaftler*innen möglich war.“

– Diskussionen: Gewählt wurde ein textbasierter Chat-Server mit individuellen Kanälen für jede Präsentation (Discord). Ein fixes Zeitfenster von 30 Minuten an den Konferenztagen war für den direkten Austausch zwischen Referierenden und Publikum reserviert. Die Diskussion war natürlich sowohl vor als auch nach diesem Zeitfenster möglich.

Das Fazit von Lars Schmeink: Auch online sollte man den informellen Austausch nicht vernachlässigen; die technischen Kompetenzen und Möglichkeiten der Teilnehmenden sollten nicht überschätzt werden; und man sollte für Experimente und das Ausprobieren neuer Tools offen sein. Absolut! 
Lars Schmeink, Hochschulforum Digitalisierung/ Blog, 10. August 2020

Bildquelle: http://cyberpunkculture.com