Category Archives: Jochen Robes

27Jan/20

Vision 2025: Digitale Bildung

Quelle: Weiterbildungsblog Autor: jrobes

Der Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien (Bitkom) hat ein „digitalpolitisches Grundsatzpapier“ (42 S.), eine Art „Weckruf“ in Sachen Digitalisierung, herausgebracht. Deshalb der Titel „Last Call: Germany!“: „Die digitale Welt ist in Bewegung, und Deutschland hält nicht Schritt. Wo andere nach vorne gehen, treten wir auf der Stelle oder legen gar den Rückwärtsgang ein. Deutschland war und ist Europas industrieller Motor, ein digitaler Antreiber sind wir nicht. Das müssen und das können wir ändern.“  

Im Strategiepapier sind die Forderungen auf drei Kapitel verteilt: „Digitale Gesellschaft“, „Digitale Wirtschaft“ und „Digitaler Staat“. Alle Kapitel starten mit einer kurzen „Vision 2025“, auch das Kapitel „Digitale Bildung“ als Abschnitt der „Digitalen Gesellschaft“. Stichworte sind hier unter anderem die „digitale Grundbildung“, die „digitale Weiterbildung“ sowie ein „digital transformiertes Bildungssystem“. Hier noch die konkreten bildungspolitischen Handlungsempfehlungen des Bitkom:

„- Schulen zu Smart Schools ausbauen“
„- Digitalpakt zügig umsetzen und zweiten Digitalpakt anstoßen“
„- Kooperationsverbot in der Bildung abschaffen“
„- Berufliche Bildung stärken“
„- Weiterbildung digital und flexibel gestalten“ („Die nationale Weiterbildungsstrategie sollte zügig umgesetzt und als Anlass genutzt werden, eine Weiterbildungskultur zu etablieren, die Transparenz und Nutzerorientierung in den Mittelpunkt stellt.“)
„- Hochschulbildung zeitgemäß und attraktiv gestalten“
Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien (Bitkom), 14. Januar 2020

24Jan/20

„Umsonst ist wenig, oft bezahlt man mit seinen Daten“

Quelle: Weiterbildungsblog Autor: jrobes

Vom Bildungsreporting zu Learning Analytics. Nicht mehr Kennzahlen über vergangene Bildungsmaßnahmen sammeln, sondern Lernenden helfen durch eine Personalisierung der Lernangebote und -prozesse. Das ist der Punkt, den Thomas Jenewein (SAP) in diesem Interview macht. Anschließend stellt er sich noch tapfer den Fragen nach weiteren Lerntrends, der Bedeutung von Weiterbildung im „war for talents“ und der DSGVO.

„Lernen in Unternehmen ist nicht mehr das einmal durchgeführte Seminar oder eine kurze Intervention. Es ist in einer sich ständig ändernden Umwelt ein permanenter Prozess (mit den damit verbundenen Kosten). Die entsprechenden Ressourcen effizient einzusetzen, ist ein legitimes Interesse eines Unternehmens. Die Steuerung des Ressourceneinsatzes durch Prüfung der Wirksamkeit von Lernangeboten ist ein wichtiges Ziel von Learning Analytics.“
Interview mit Thomas Jenewein, DATAKONTEXT/ hr performance, 24. Januar 2020

Bildquelle: Javier Allegue Barros (Unsplash)

24Jan/20

The Edu-Decade That Was: Unfounded Optimism?

Quelle: Weiterbildungsblog Autor: jrobes

Geoff Cain blickt zurück auf ein Jahrzehnt Online-Lernen und zählt die Dinge auf, die ihn bewegt und weitergebracht haben: „cMOOCS and Connectivism“, „Annotating the Internet“, „Equity and Inclusion“, „Data Literacy“, „Open Pedagogy, ‚A Domain of One’s Own,‘ and DS106“, „Open Education Resources“, „Micro-Credentials and Badging“ und „Stephen Downes“ („As in all decades in my career as an educator, I owe so much to the hard work and generosity of Stephen Downes.“).

Geoff Cains Liste will bewusst einen Kontrapunkt zu den kritischen Bewertungen der EdTech-Historie setzen (siehe Audrey Watters, „The 100 Worst Ed-Tech Debacles of the Decade“), ohne diese abzuwerten oder einfach die üblichen Trends der letzten Jahre herunterzubeten. Ich habe mich jedenfalls in seiner Aufstellung wiedergefunden, inklusive der Verbeugung vor Stephen Downes.
Geoff Cain, Brainstorm in Progress, 18. Januar 2020

Bildquelle: corina ardeleanu (Unsplash)

23Jan/20

BarCamp digital

Quelle: Weiterbildungsblog Autor: jrobes

In diesen Tagen wurden einige Online-BarCamps angekündigt, einige haben bereits stattgefunden (leider ohne mich), andere sollen in den nächsten Wochen folgen (z. B. hier). Fürs Protokoll verlinke ich hier das „BarCamp digital“, das ein Team der FernUniversität Hagen am 17. Januar durchgeführt und hier vorgestellt hat. Für Sessionsplanung, Ablauf und Plattform (Adobe Connect) liegt somit ein Muster vor, auf dem man aufbauen kann.

18 Uhr: Beginn
18 – 19 Uhr: Begrüßung, Planung der Sessions
19 – 20 Uhr: Session 1
20 – 21 Uhr: Session 2
21 – 21:30 Uhr: Abschied

FernUniversität in Hagen, Januar 2020

22Jan/20

Digital innovation in education | Learning in a Digital Society

Quelle: Weiterbildungsblog Autor: jrobes

Vorneweg: Ich mag das Format und den Erzähler, hier Geoff Stead, Chief Product Officer bei Babbel. Seine Botschaft: „Digital learning is happening right now“ (siehe die 20 Millionen MOOC-Lerner!), und wir müssen es „nur“ schaffen, dieses Enthusiasmus auch in die Seminarräume bzw. die  Klassenzimmer zu bringen.

Die Video-Serie, die mit dem Beitrag von Geoff Stead startet, wird unter dem Dach der niederländischen Forschungsinitiative „The Digital Society“ von der Open Universiteit und dem Centre for Education and Learning (CEL) at Leiden-Delft-Erasmus entwickelt (via Graham Attwell).
Digital Society, YouTube, 20. Januar 2020 

 

22Jan/20

HR Transformation In The Experience Age

Quelle: Weiterbildungsblog Autor: jrobes

Josh Bersin schreibt: „Today I believe the biggest change is not just the role of technology, it’s the need to focus on “Experience Design” in our work. We can no longer think of HR as a function that creates “programs” that people adopt and use. We have to design and deliver “experiences,” just like we do for customers. … This new idea, HR designed as an agile design and delivery function, is a big shift.“

Das deckt sich mit den Ausführungen von Thomas Jenewein, auf die ich gestern hier verlinkt habe. HR auf dem Weg zur „agilen Organisation“. Auf der anderen Seite bleiben die Mitarbeitenden in der Rolle vom Empfängern: heute von „Services“, morgen von „Experiences“. Da ist mir der „Lernbegleiter“ irgendwie sympathischer als der „Learning Experience Designer“ … Josh Bersin hat übrigens noch eine kleine Anleitung (9 S.) zum besseren Verständnis dieses „big shift“ geschrieben.
Josh Bersin, Josh Bersin/ Blog, 18. Januar 2020

21Jan/20

9. Treffen der Corporate Learning Community Frankfurt

Quelle: Weiterbildungsblog Autor: jrobes

Das ist doch keine schlechte Bilanz: Neunmal hat sich die regionale RheinMain-Gruppe der Corporate Learning Community in den letzten zwei Jahren getroffen! Und das nächste Treffen am 24. Februar in den Räumlichkeiten der Deutschen Bahn ist auch schon geplant!

Aber noch einmal zurück: Hier sind wir noch bei den Zeilen, mit denen Annette Sell unseren Austausch im Dezember 2019 zusammenfasst. Dabei mussten wir etwas improvisieren, da unser Top Act des Abends kurzfristig ausgefallen war. Also haben wir spontan Themen gesammelt, priorisiert und jeweils 10+5 Minuten diskutiert:
1. Wie lässt sich informelles Lernen messen?
2. Unsere Lernhacks (von den Anwesenden “wie lerne ich”)
3. Was genau sind eigentlich Digitale Kompetenzen?
4. Erfahrungen mit Blended Learning
5. Wie funktioniert Weitergabe von Wissen?
6. Lernen – Unternehmensevolution
7. Nachhaltigkeit, Transfer, Wirksamkeit
Annette Sell, Corporate Learning Community, 21. Januar 2020 

21Jan/20

Learning Experience Management & Design – ein neues Paradigma

Quelle: Weiterbildungsblog Autor: jrobes

„Experience“ ist vielleicht das Schlagwort in HR und Corporate Learning, das in den letzten Monaten am häufigsten strapaziert wurde. Nun sind „Learning Experiences“ oder „Lernerfahrungen“ erst einmal ein sehr deutungsoffenes Konzept, und das war vielleicht auch für Thomas Jenewein (SAP) der Anlass, einige lose Fäden einmal zusammenzuführen. Herausgekommen ist eine ausführliche und, wie er selbst sagt, noch nicht abgeschlossene Übersicht.

Hier einige seiner Stationen: die „Experience Economy“; dann das „Learning Experience Management“, das „den Lernenden und seine Erfahrung in den Mittelpunkt“ stellt; erfahrungsbasiertes Lernen, Connectivism und situiertes Lernen als theoretische Verbindungsstücke; agile Ansätze von SCRUM, Lean-Startup bis Design Thinking; Learning Experience Platforms und Personalisierung. 

Das führt ihn schließlich zum „Learning Experience Flywheel“, und so, wie aus dem Instructional Designer jetzt der Learning Experience Designer wird, so löst der neue Learning Experience-Designprozess ältere Prozessmodelle wie ADDIE ab. Es folgen noch zahlreiche Beispiele aus den Lernumgebungen der SAP sowie einige Handlungsempfehlungen. Kurz: Viel lesenswerter Stoff.

Einige offene Punkte: Ich bin nicht sicher, ob „Learning Experience Management“ nicht näher an einem „Instructional Design 2.0“ ist als an Konzepten des selbstorganisierten Lernens. Dann: Bei einigen der aufgeführten Modelle und Konzepte sehe ich nur schwache Verbindungen zum neuen Paradigma (z. B. Connectivism oder situiertes Lernen). Und: Dem Wechsel zwischen „Learning Experience Management“ (der L&D-Perspektive) und „Learning Experience“ (der Lernenden-Perspektive) zu folgen, ist nicht immer ganz einfach.
Thomas Jenewein, LinkedIn/ Pulse, 17. Januar 2020

Bildquelle: Thomas Jenewein

 

20Jan/20

Warum HR Blogs und soziale Netzwerke braucht #PKNM10

Quelle: Weiterbildungsblog Autor: jrobes

Das kommt vor: Bloggen im Recruiting und fürs Employer Branding. Schon seltener: Blogs in der Personalentwicklung und fürs Lernen. Und Personaler, die selbst bloggen? Hier knüpft Herwig Kummer an: „Warum blogge ich eigentlich?“ Schließlich ist das Bloggen nicht zuletzt ein erhebliches Investment an Zeit. Doch für Herwig Kummer lohnt es sich. „Mein Blog ist mein Lerninstrument“, schreibt er. Ein Beitrag im Rahmen einer Blogparade. Dort finden sich weitere Einsichten.
Herwig Kummer, personaleum, 19. Januar 2020

Bildquelle: Hannah Olinger (Unsplash)

17Jan/20

Welche Kernkompetenzen sind im digitalen Zeitalter entscheidend?

Quelle: Weiterbildungsblog Autor: jrobes

Unter dem Label „Learning Insights“ sind in den letzten Monaten einige Videos über das Lernen am Arbeitsplatz entstanden. In diesem Beitrag berichtet Simone Wanken, Learning Department der DATEV eG, über einige Projekte und Aktivitäten ihres Unternehmens. Notiert habe ich mir ihren Hinweis auf Corporate Learning Coaches, die die DATEV zukünftig einsetzen wird. Sie sollen MitarbeiterInnen „1 zu 1“, also im persönlichen Gespräch, bei der Entwicklung und Umsetzung ihrer Lernwege unterstützen; und dass die Frage nach Selbstlernkompetenzen immer stärker in den Vordergrund rückt, also die Fähigkeiten der Bewerber- wie MitarbeiterInnen, selbstorganisiert die Entwicklung der eigenen Kompetenzen voranzutreiben.
Peter Littig im Gespräch mit Simone Wanken, Learning Insights, 17. Januar 2020