Category Archives: Bildungsserver.de Blog

07Nov/16

„Ich möchte Lehrkräfte dabei unterstützen, ihre vielfältigen Aufgaben zu meistern“

Quelle: bildungsserver Blog Autor: Schumann

Das Redaktionsteam des Deutschen Bildungsservers stellt sich vor.

Christina König

Christina König


Christina König, 
FWU-Institut für Film und Bild in Wissenschaft und Unterricht, studierte in München und Rom Kunstgeschichte, Theaterwissenschaft, Bayerische Landesgeschichte und Italienischen Philologie. Sie betreut das Portal Lehrer werden verantwortet das  Themengebiet Schule beim Deutschen Bildungsserver.

 

Wann bist Du zum Team des Deutschen Bildungsservers gestoßen?

Ich hatte im September 2007 meinen Start als Redakteurin beim Deutschen Bildungsserver. Zuvor hatte ich schon mehrere Jahre beim FWU als Redakteurin für die Produktion von Bildungsmedien in den Bereichen Geschichte, Kunst und Musik für den Schulunterricht gearbeitet.

Wie bist Du zu diesen beiden Themengebieten gekommen? Was interessiert Dich persönlich daran?

Das FWU ist als das Medieninstitut der Länder ja sozusagen die „erste Adresse“ wenn es um Medien für die Schule geht, also alles, was die Lehrkraft im Unterricht einsetzen kann, um bestimmte Themen zu vertiefen, zu ergänzen oder anschaulich zu machen. So gesehen ist man als Mitarbeiterin des FWU schon von Haus aus mit Themen wie Schullandschaft, Lehrbetrieb, Bedürfnisse von Lehrkräften im Schulalltag und natürlich den unterschiedlichen Lehr- und Bildungsplänen vertraut. Das macht einen fit für die Aufgaben, die beim Deutschen Bildungsserver in den Bereichen „Schule“ und „Lehrer werden“ auf einen warten.

Für mich persönlich ist es außerdem immer sehr spannend zu sehen, wie sich der Schulalltag verändert, welche neuen Strömungen und Inhalte in der Schule gerade auftreten und wie die Lehrkräfte das alles stemmen. Da möchte ich unterstützen und wichtige Informationen bereithalten, damit sie diese Aufgaben meistern können.

Haben sich die Themen in der Schule in den letzten Jahren verändert? Gibt es eine Art Entwicklungslinie?

Da gibt es natürlich eine ganze Menge an Veränderungen. Ich will mal versuchen ein paar zentrale zu benennen:  Ganz wichtig sind die Themen Ganztagsschule und Inklusion, da tut sich unheimlich viel und es gibt auf allen Ebenen einen regen Diskurs.

Außerdem beobachte ich in vergangenen Jahren eine immer stärkere Mobilität: Die Themen Auslandsaufenthalte und Schüleraustausch werden immer wichtiger. Gleichzeitig steigen die Ansprüche sowohl an Schülerinnen und Schüler als auch an die Lehrkräfte was die Bewältigung des Schulalltags angeht. Zusätzlich zu den Anforderungen, die der reguläre Unterricht mit seinen sich stetig wandelnden Lehrplänen und zum Teil auch der Schuldauer – Stichwort G8 und G9 – mit sich bringt, werden immer mehr „weiche“ Kompetenzen erwartet. Sowohl Schüler als auch Lehrer sollen weitere Fähigkeiten entwickeln und ausbauen, sich künstlerisch und sozial engagieren, der Sport soll natürlich auch nicht zu kurz kommen. Da scheinen viele an ihre Grenzen zu stoßen, all die Anforderungen verunsichern zunehmend. Positiv sehe ich jedoch die wachsende Beweglichkeit der jungen Leute und ihre Kreativität, wenn sie ihre Ziele mal nicht auf direktem Weg erreichen können.

Haben sich deine Aufgaben – oder die Aufgabe des Deutschen Bildungsservers – in den letzten Jahren verändert?

Die Funktion des Wegweisers durch den Dschungel an Informationen, die das Internet zu allen möglichen Themen bereithält, ist in den vergangen Jahren immer wichtiger geworden. Gerade im schulischen Bereich breitet sich ja eine große Kommerzialisierung aus, etwa was das Angebot an Bildungsmedien, Unterrichtsmaterialien und Plattformen angeht. Da fällt es nicht immer leicht, sich zu orientieren und für sich Nützliches auszuwählen. Hier sind wir als Team vom DBS immer mehr gefragt, bei der Orientierung zu helfen und einen zuverlässigen und unabhängigen Ansprechpartner darzustellen.

Was melden die Nutzer Dir zurück?

Ganz oft freuen sich Nutzer zunächst einmal darüber, wenn sie eine schnelle Reaktion und konkrete Tipps bekommen, wie sie mit ihrem Anliegen weiterkommen. Manchmal hat man fast den Eindruck als wären es die Leute nicht mehr gewohnt zu sein, überhaupt eine Antwort zu erhalten. Auch die wechselnden, aktuellen Themendossiers und natürlich unsere ständigen Angebote mit Informationen für Quereinsteiger ins Lehramt, zu Lehrplänen, Möglichkeiten eines Auslandsaufenthalts und vielem mehr kommen gut an.

Was wünschst Du dem Deutschen Bildungsserver zum 20. Geburtstag?

Ich wünsche dem DBS, dass er auch die nächsten 20 Jahre eine feste Institution im Bildungsbereich bleibt und dass er als Leuchtturm im Internet-Meer stabil bleibt. Wir können unsere Nutzer ja schließlich nicht alleine lassen

 

04Nov/16

„Die Elementarbildung hat in den letzten Jahren immens an Bedeutung gewonnen“

Quelle: bildungsserver Blog Autor: Schumann

Das Redaktionsteam des Deutschen Bildungsservers stellt sich vor.

Andrea Völkerling

Andrea Völkerling


Andrea Völkerling,
wissenschaftliche Dokumentarin, studierte Erziehungswissenschaft in Mainz und betreut beim Deutschen Bildungsserver die Themengebiete Elementarbildung und  Sozialpädagogik.

 

 
 

Wann bist Du zum Team des Deutschen Bildungsservers gestoßen?

Gute Frage, eigentlich mehrmals – also, das allererste Mal 2004 bei einem Praktikum, später habe ich dann ein Volontariat im DIPF absolviert und habe dabei auch beim Deutschen Bildungsserver mitgearbeitet. Schließlich habe ich Ende 2009 den Redaktionsbereich zur Elementarbildung übernommen.

Wie bist Du zu diesen beiden Themengebieten gekommen? Was interessiert Dich persönlich daran?

Ich hatte mich schon während meines Studiums mit frühpädagogischen Themen beschäftigt und konnte darauf sehr gut aufbauen. Der Redaktionsbereich Sozialpädagogik kam dann später noch dazu, was mich besonders gefreut hat – das hatte ich auch schwerpunktmäßig studiert. Die beiden Themengebiete haben mit dem sozialpädagogischen Themenfeld Jugendhilfe, zu dem die Kindertagesbetreuung rechtlich zugeordnet ist, ja eine große Schnittmenge. Es bietet sich also an, diese zusammen zu bearbeiten.

Haben sich die Themen in der Elementarbildung in den letzten Jahren verändert? Gibt es eine Art Entwicklungslinie?

Ja, es ist spannend, die Veränderungsprozesse in den beiden Themengebieten zu begleiten. Die Elementarbildung hat in den letzten Jahren immens an Bedeutung gewonnen, im öffentlichen und politischen Diskurs, und von Forschungsergebnissen erhofft man sich neue Erkenntnisse, beispielsweise im Bereich der frühkindlichen Sprachförderung. Wenn man bedenkt, dass der Kindergarten bis vor gar nicht so langer Zeit hauptsächlich als Betreuungs- und Erziehungsstätte wahrgenommen wurde – erst nach dem so genannten PISA-Schock rückte sein Bildungsauftrag in den Fokus des Interesses, Bildungspläne folgten. Nach der Einführung des Rechtsanspruchs auf einen Kitaplatz ab dem vollendeten ersten Lebensjahr im Jahr 2013 und dem damit einhergehenden massiven quantitativen Ausbau im U3-Bereich steht nun die Qualitätsdebatte im Mittelpunkt. Nicht zuletzt der Professionalisierung frühpädagogischer Fachkräfte wird dabei zentrale Bedeutung beigemessen.

Und wie verhält es sich bei der Sozialpädagogik?

In vielen Feldern der Sozialpädagogik lässt sich beobachten, wie sich ihre Rolle als Bildungsinstanz verändert. Großen Einfluss haben z.B. Entwicklungen im Schulbereich wie Ganztagsbetreuung und Inklusion – hier ist u.a. die Schulsozialarbeit gefragt. Und von gesamtgesellschaftlichen Wandlungsprozessen ist die Entwicklung der Sozialpädagogik per se nicht trennbar – Stichworte sind das Auseinanderdriften der Gesellschaft, Radikalisierungstendenzen, wie auch die Integration von Flüchtlingen. Da steht auch die Sozialpädagogik vor riesigen Herausforderungen.

Haben sich deine Aufgaben – oder die Aufgabe des Deutschen Bildungsservers – in den letzten Jahren verändert?

Wir versuchen mit unserem Angebot ja die Informationsflut im Internet zum Thema Bildung für die Nutzerinnen und Nutzer zu reduzieren, indem wir Relevantes dokumentieren, müssen aber natürlich als Redakteurinnen genauso mit der wachsenden Informationsdichte umgehen. Viele neue Informationskanäle wie Twitter etc. sind hinzugekommen. Eine fachlich fundierte Selektion wird da immer wichtiger.

Melden die Nutzer manchmal etwas zurück?

Letztens hat mir eine Fachschullehrerin für angehende Erzieher/-innen berichtet, dass sie die Informationsrecherche im DBS gezielt in ihren Unterricht einbaut. Klar, das freut einen dann. Aber auch die Rückmeldung zu etwaigen Desideraten hilft. Der direkte Austausch mit den Nutzer/-innen ist oftmals aufschlussreicher als bloße Nutzungsstatistiken.

Was wünschst Du dem Deutschen Bildungsserver zum 20. Geburtstag?

Wir arbeiten derzeit intensiv an einem umfassenden Relaunch – ich bin selbst gespannt, wie das Endergebnis aussehen wird. Und mit einem moderneren und zeitgemäßen Erscheinungsbild wünsche ich ihm dann natürlich nochmal mindestens 20 Jahre 🙂

03Nov/16

Der Deutsche Bildungsserver: Im Zentrum der informationellen Bildungsinfrastruktur

Quelle: bildungsserver Blog Autor: Schumann

Prof. Dr. Michael Kerres

Prof. Dr. Michael Kerres

DAS WORT HAT Michael Kerres

Der Professor für Mediendidaktik und Wissensmanagement an der Universität Duisburg-Essen über Digitalisierung der Bildung, Lehr-Lernmittel der Zukunft und welche Rolle der Deutsche Bildungsservers dabei spielen kann.

 

 

 

 

Der Wandel hin zum Lernen mit digitalen Medien ist vielschichtig und erfordert ein koordiniertes Zusammenwirken verschiedener Akteure. Ein aktuelles Thema ist die Frage, wie wir die digitalen Lehr-Lernmittel für die Bildungsarbeit entwickeln und bereitstellen wollen. Bereits heute nutzen Lehrkräfte in Schulen diverse Materialien und Medien aus Quellen im Internet. Auf der einen Seite haben wir eine lange Tradition der Schulbuchverlage, die nach staatlicher Prüfung Medien für den Unterricht bereitstellen. Mit der Digitalisierung wird deutlich, dass diese Mechanismen auf diese Weise nicht mehr funktionieren, wenn es um die Frage der informationellen Bildungsinfrastruktur geht.

Wie wollen wir künftig Lehr-Lernmittel für die Bildungsarbeit bereit stellen?

Mit den „open educational resources“ zeichnen sich Varianten der Lizenzierung ab, die für die pädagogische Arbeit wichtige Vorteile mit sich bringen. Die digitalen Geräte mit den jeweiligen Software- und Hardwaremerkmalen und die Medieninhalte bilden – vernetzt durch das Internet – zunehmend eigenständige Ökosysteme, die von Unternehmen kontrolliert werden. Es sind Wege zu finden, wie die Lehr-Lernmittel der Zukunft –gemeinsam mit Software- und Hardwareanbietern, Verlagen oder anderen Akteuren – qualitätsgesichert und nachhaltig entwickelt und bereitgestellt werden können, um die pädagogische Arbeit sinnvoll zu unterstützen.

Die Digitalisierung zwingt dazu, neue Wege zu gehen.

Das föderale System der Bundesrepublik hat eine vielfältige Bildungslandschaft in den Bundesländern hervorgebracht, die sich auf diese neuen Rahmenbedingungen neu einstellen muss. Dazu gehören auch Landesbildungsserver, Landesmedienanstalten und andere Einrichtungen in den Ländern, die für die informationelle Bildungsinfrastruktur maßgeblich Verantwortung tragen. Die Digitalisierung zwingt dazu, neue Wege der Entwicklung und Bereitstellung zu gehen und gemeinsam kooperative Strukturen zu entwickeln, da bekanntlich das Internet nicht an Landesgrenzen halt macht. Im Dialog ist weiter zu klären, was die öffentliche Aufgabe bei der Gestaltung der digitalen Bildungsinfrastruktur letztlich ist.

Anforderungen müssen formuliert, Rahmenbedingungen geschaffen werden

Geht es darum, den Anbietern bei der Einführung effizienter Abrechnungssysteme in den Schulen zu helfen, geht es um eine vollständige Kontrolle aller Inhalte und Medien, die über das Internet für Unterricht bereit gestellt werden? Vermutlich nicht – es geht wohl eher darum, Anforderungen an eine pädagogische sinnvolle, informationelle Bildungsinfrastruktur zu beschreiben und die Rahmenbedingungen zu schaffen, dass diese gemeinsam mit privaten Anbietern und anderen Akteuren in der ganzen Vielfalt entsteht. Ein komplexes Unterfangen, das viel Koordination, einiges an Erprobung und Erforschung erfordert und den Mut gemeinsam, etwas Neues anzugehen.

Der Deutsche Bildungsserver“ ist ein wichtiges Bindeglied zu den Akteuren in den Bundesländern

Was hat das mit dem Deutschen Bildungsserver zu tun, werden Sie vielleicht fragen? Für mich ist die Antwort ganz naheliegend: Der „Deutsche Bildungsserver“ hat sich in den letzten Jahrzehnten zu einem zentralen Punkt entwickelt, der zum einen Informationen zu Bildungsthemen auswählt, bewertet, systematisiert und mit Metadaten anreichert. Zum anderen ist er ein Bindeglied zu den Akteuren in den Bundesländern. Betrachtet man die beschriebenen Entwicklungen für eine informationelle Bildungsinfrastruktur, dann würde ich mir für den „Deutschen Bildungsserver“ eine wichtige Rolle wünschen. Austauschformate, wie Elixier, oder andere Metadaten-Services haben für die Entwicklung eines „offenen informationellen Ökosystems“ eine zentrale Funktion. Hinzu kommen von Nutzenden generierte Metadaten auf der Plattform edutags.de, die das Learning Lab gemeinsam mit dem Deutschen Bildungsserver entwickelt hat, die einen Beitrag zur Qualitätssicherung leisten. Solche Mechanismen zu entwickeln und zu betreiben, erscheint mir eine Herausforderung, die nur national und koordiniert zu lösen ist. Der Deutsche Bildungsserver tritt damit nicht in Konkurrenz zu anderen privaten oder öffentlichen Inhalteanbietern, sondern managt Metadaten und den Austausch von Informationen der Anbieter.

Ich sage: Herzlichen Glückwunsch zum Jubiläum und alles Gute für die Zukunft!

02Nov/16

„Wichtig ist ein einfacher Zugang zu Bildungsinformationen und Materialien“

Quelle: bildungsserver Blog Autor: Mathieu Papdo

Das Redaktionsteam des Deutschen Bildungsservers stellt sich vor.

Ingo Blees

Ingo Blees

Ingo Blees hat an der RWTH Aachen Philosophie und Germanistik studiert und im Anschluss daran die Weiterbildung zum Wissenschaftlichen Dokumentar an der FH Potsdam absolviert. Beim Deutschen Bildungsserver ist er für die Projektkoordination und den Transfer zu den Themen Digitale Bildung und Open Educational Resources verantwortlich.

 
 

Wann bist Du zum Team des Deutschen Bildungsservers gestoßen?

In einem zweijährigen Volontariat am DIPF habe ich die Fortbildung zum Wissenschaftlichen Dokumentar durchlaufen. Das war in den Jahren 2005/2006. Da gab es viele Stationen, und neben solchen Etappen wie der Bibliothek oder der Literaturdokumentation auch das Kennenlernen der Redaktionsarbeit beim Deutschen Bildungsserver. Dann hatte ich das Glück, das Thema der Abschlussarbeit zum Wissenschaftlichen Dokumentar als reales Projekt beim Deutschen Bildungsserver durchführen zu können. Seinerzeit liefen neue Formen von Nutzerbeteiligung unter dem Label Web 2.0. So war ich dann einige Jahre für die Web 2.0-Angebote des DBS zuständig, wie etwa Wikis und Blogs, später auch Twitter und Facebook.

Welche Aufgabengebiete oder Themen betreust Du beim Deutschen Bildungsserver? Was interessiert Dich persönlich daran?

Momentan bin ich zuständig für die nachhaltige Fortführung von so genannten innovativen Projekten des Bildungsservers, wie etwa des Wiki Klimawandel oder auch Edutags, einem Online-Tool für Lehrkräfte zur kooperativen Recherche und Organisation von Webinhalten für den Unterricht. Ein größer werdendes Aufgabengebiet entstand in den letzten Jahren rund um das Thema Open Educational Resources (OER): beim Aufbau von Materialsammlungen, die den Akzent auf den Ausbau des OER-Materialpools setzen wie etwa das erwähnte Edutags oder das gemeinsame Projekt mit den Landesbildungsservern Elixier, aber auch im Rahmen von Studien und Publikationen oder Vorträgen und Workshops.

Wie bist Du zu den Aufgaben/Themen gekommen?

Am Beginn stand wie gesagt das Projekt Bildungsserver 2.0, also der Aufbau von Web 2.0-Angeboten, um dadurch den Nutzern mehr Möglichkeiten zu geben, aktiv Ihre Interessen, Ansichten und Wünsche an den DBS heranzutragen. Vieles war Experiment, manches hatte anfänglich große Resonanz, wie die Bildungsserver-Wikis, die aber über einen so langen Zeitraum nicht komplett nachhaltig aufrechterhalten werden konnten. Einzelne Angebote wie das Wiki zum Klimawandel – ein Kooperationsprojekt mit dem Hamburger Bildungsserver, Grüße an den Kollegen Dieter Kasang – erfreuen sich weiter großen Zuspruchs, manche Angebote liegen inzwischen in anderen Händen wie der Blog oder die Social Media-Kanäle. In den letzten Jahren ist, wie schon erwähnt, für meine Arbeit das Thema OER bzw. Digitale Bildung sehr stark in den Vordergrund gerückt.

Was hat sich in der Arbeit beim Deutschen Bildungsserver verändert, seit Du hier bist? Gibt es eine Art Entwicklungslinie?

In der Ausbildungszeit stand die klassische Dokumentationsarbeit natürlich ganz klar im Vordergrund. Hierbei setzt man sich mit einer großen Themenvielfalt auseinander, was mir beim Einstieg in den für mich damals neuen Bereich Bildung und Erziehung sehr geholfen hat. Nach und nach hat sich dann eine stärkere Fokussierung auf bestimmte Themen ergeben. Im Rückblick gibt es seit dem Web 2.0-Projekt aber schon eine Konstante: der einfachere Zugang zu Bildungsinformationen und Materialien und der Beteiligung an solchen Inhalten. Schon in meiner Abschlussarbeit zum Wissenschaftlichen Dokumentar gibt es ein Kapitel zu freien Lizenzen, damals 2006 waren Creative Commons noch nicht so stark verbreitet, Wikipedia z.B. hatte noch eine anderes inkompatibles Lizenzformat. Später habe ich mich intensiver damit beschäftigt, wie die partizipativen Online-Tools wie Wikis oder Blogs auch didaktisch gewinnbringend eingesetzt werden können – und dies auch in der Lehrpraxis an der Hochschule Darmstadt erprobt. Der nächste Schritt zur Konzentration auf das Thema OER war dann nicht mehr wirklich weit.

Was melden Dir Kooperationspartner oder Nutzer zurück?

Sehr erfrischend sind Rückmeldungen außerhalb des direkten Arbeitskontextes. Nachdem ich einem Bekannten auf die Frage, was ich denn so mache, geantwortet hatte, meinte er: „Der Bildungsserver, ja, den kenn ich, der ist nicht schlecht. Wenn ich für meine Kinder Material für die Schule zum Üben brauche, schaue ich da auch oft vorbei. Da ist eigentlich immer was Brauchbares mit dabei.“ Auch wenn wir natürlich wissen, dass wir mit der Darstellung unserer Inhalte auf der Höhe der Zeit bleiben müssen, und daher immer auch in regelmäßigen Abständen Untersuchungen zur Usability in Auftrag geben, ist die kontinuierlich gesicherte redaktionelle Kompetenz des Bildungsservers weithin anerkannt. Und auch bei Präsentationen vor einem kleineren Fachpublikum erweckt unsere Arbeit Interesse. Zum Beispiel wenn in anschließenden Gesprächen Anfragen kommen, wie man denn mit den eigenen Materialien an einer Sammlung wie dem oben erwähnten Elixier mitwirken könne.

Was wünschst Du dem Deutschen Bildungsserver zum 20. Geburtstag?

Dass er das Bildungsgeschehen weiterhin so vielfältig und mit einem starken, fachkompetenten Redaktionsteam begleitet wie in den letzten 20 Jahren, und sich dabei die Kreativität und den Mut bewahrt, immer wieder innovative Impulse für die Bildungsinformation zu geben.

 


01Nov/16

„Wir werden Antworten auf den Digitalen Wandel finden“

Quelle: bildungsserver Blog Autor: Schumann

Prof. Dr. Marc Rittberger

Prof. Dr. Marc Rittberger

FRAGEN AN

Prof. Dr. Marc Rittberger, dem stellvertretenden Direktor des DIPF und Leiter des Informationszentrums Bildung, zu Informationsinfrastrukturen im Bildungsbereich, ihren Nutzen für die Bildungsforschung und ihre Aufgabe beim Digitalen Wandel.

 


Herr Rittberger, warum brauchen wir den Deutschen Bildungsserver?

In einem föderalen System wie Deutschland braucht es einen zentralen Ort, an dem Informationen über Bildung gesammelt werden, an dem die verschiedenen Rahmenbedingungen, Institutionen Akteure und auch systemische Fragen abgebildet werden. Und zwar bezogen auf ganz Deutschland  und nicht nur auf die einzelnen Bundesländer, Städten und Kommunen. Diese Zusammenschau und Orientierung bietet der Deutsche Bildungsserver.

Und was haben Erziehungswissenschaft und Bildungsforschung von solchen Infrastrukturangeboten?

Die Bildungsforschung ist keine disziplinorientierte, sondern eine gegenstandsbestimmte Forschung, d.h. der zu untersuchende „Gegenstand“ muss eingegrenzt und beschrieben werden. Man benötigt also Informationen über ihn; der Wissenschaftsrat nennt u.a. Fakten, Fachliteratur, Forschungsdaten und Sammlungen als wesentliche Komponenten einer guten Informations- und Forschungsinfrastruktur. Unsere Angebote decken all das ab: Beim Deutschen Bildungsserver erhält man Infos und Fakten zum Bildungssystem, beim Fachportal Pädagogik wissenschaftliche Aufsätze und Monographien zur Bildungsforschung und beim Forschungsdatenzentrum Bildung in wissenschaftlichen Projekten erhobene Daten. Bildungshistorisch wertvolle Sammlungen sind übrigens in unserer Bibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung zu finden. Ergänzend dazu sprechen wir mit vertiefenden Angeboten wie Lesen in Deutschland, dem Portal Bildung weltweit oder auch dem InfoWeb Weiterbildung explizit spezifische Gruppen an.

Stichwort „Digitale Bildung“: Was kann ein Informationsportal wie der Deutsche Bildungsserver zur Digitalen Transformation beitragen?

Fest steht: Die zunehmende Vernetzung von Daten verändert die Arbeits- und Kommunikationsprozesse. Als zentrale Koordinations- und Distributionseinrichtung von Bildungsinformationen wird es uns beim Deutschen Bildungsserver deshalb in den nächsten Jahren bestimmt nicht langweilig werden! Wir werden Antworten darauf finden, wie wir grundsätzlich mit Daten umgehen wollen, und wie wir aus einer großen Informationsmenge passgenaue Informationen für unsere Zielgruppen herausfiltern. Was bedeutet Digitalisierung in den einzelnen Bildungsbereichen? Wie verändern sich dadurch die Prozesse in Schule, Weiterbildung oder Hochschulbildung? Es gibt hier eine große Expertise für die Beantwortung solcher Fragen.

Welche Veränderungen zeichnen sich aus Ihrer Sicht jetzt schon ab?

Das Wesen von Bildung ist ja ein immaterielles. Und immaterielles Wissen ist heute viel weniger als früher an einen Träger gebunden, wie einem Buch, einer Schallplatte oder einem Film – alles ist über Smartphones, Tablets und PCs verfügbar. Das führt nicht nur zu einem komplett anderen Kommunikationsverhalten in der Schule, sondern auch zu völlig anderen Arten zu lernen. Man denke nur an die Unabhängigkeit von Orten und Zeiten.

Können Sie dafür ein konkretes Beispiel nennen?

Ganz einfach: Wenn ich einen Arzttermin habe und deshalb nicht an der Vorlesung in der Hochschule teilnehmen kann, sehe ich mir die Aufzeichnung eben später an. Das ist eine individuelle Entscheidung, die ich als Chance sehe, die aber letztlich auch zu mehr Eigenverantwortung führt.

Und was für Konsequenzen hat das für die Schule?

Digitale Medien werden die traditionellen Trägermedien ablösen, auch in der Schule! Über unsere Suchmaschine ELIXIER bieten wir bereits seit acht Jahren freie Bildungsmedien zur Unterrichtsgestaltung an; jetzt werden es immer mehr Materialien, das Thema kommt in der Breite an. Und mit edutags haben wir ein tolles Werkzeug, das Lehrer/-innen erlaubt, sich diese Open Educational Resources auch selbst zusammen zu stellen und zu organisieren. Wir nutzen unsere Expertise, um solche Systeme mit den beteiligten Partnern in Bund und Ländern zu entwickeln, zu nutzen und sichtbar zu machen – als neutraler Koordinator. Dass wir die Kompetenz haben, zeigt auch das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung bewilligte und jetzt im November startende Projekt zum Aufbau einer OER-Informationsstelle. Gemeinsam mit unseren Kooperationspartnern werden wir eine zentrale Anlaufstelle für Informationen zu Open Educational Resources in Deutschland aufbauen.

Was wünschen Sie dem Deutschen Bildungsserver zum 20. Geburtstag?

Ein langes Leben! Denn Informationssysteme sind immer einem starken Wandel unterworfen, und auch bei der Digitalisierung wird es Gewinner und Verlierer geben. Und dem Bildungsserver-Team wünsche ich, dass es weiter so innovativ arbeitet und seinen Nutzerinnen und Nutzern und der Politik Informationen in guter Qualität kundenorientiert aufbereitet und weitergibt.


31Okt/16

Wir feiern 20 Jahre Deutscher Bildungsserver!

Quelle: bildungsserver Blog Autor: Schumann

2016 wird der Deutsche Bildungsserver 20 Jahre alt. Seit 1996 hat sich viel getan:

Angebote, Design und Technik haben sich weiter entwickelt, neue Themen und Portale wurden aufgesetzt und neue Entwicklungen in Projekten initiiert oder begleitet. Immer in der Absicht, in einem großen Verbund fachkompetenter Kooperationspartner verlässlicher Wegweiser zur Bildung im Netz zu sein.

Zum 20. Geburtstag im November lassen wir sie im bildungsserverBlog vier Wochen lang jeden Tag zu Wort kommen – die Menschen hinter dem Deutschen Bildungsserver: Wegbegleiter, Kooperationspartner und Teammitglieder.

DBS 20 Jahre wegweisend


31Okt/16

„Zur Entwicklung von Medienangeboten und Infrastrukturen sind innovative Projekte sehr wichtig“

Quelle: bildungsserver Blog Autor: Schumann

Das Redaktionsteam des Deutschen Bildungsservers stellt sich vor.

Axel Kühnlenz

Axel Kühnlenz


Axel Kühnlenz hat Germanistik  und Gesellschaftswissenschaften an den Universitäten Trier und Marburg studiert und eine postgraduale Ausbildung zum wissenschaftlichen Dokumentar am Institut für Information und Dokumentation in Potsdam absolviert. Er leitet die Geschäftsstelle des Deutschen Bildungsservers.

 

Wann bist Du zum Team des Deutschen Bildungsservers gestoßen?

Mit Einrichtung der koordinierenden Geschäftsstelle am DIPF, die im Herbst 1999 auf Beschluss von Bund und Ländern erfolgt ist. Dem Team gehörten damals übrigens lediglich vier Kolleginnen und Kollegen an, während heute achtzehn Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für den Deutschen Bildungsserver tätig sind sowie eine Kollegin des in Grünwald ansässigen Partnerinstituts FWU, dem Medieninstitut der Länder.

Welche Aufgabengebiete oder Themen betreust Du beim Deutschen Bildungsserver? Was interessiert Dich persönlich daran?

Ich koordiniere das Team und die Redaktion des Deutschen Bildungsservers am DIPF. Mein Aufgabenbereich umfasst auch weitere zum Bildungsserver gehörige Angebote wie z.B. den Internetauftritt Lesen in Deutschland oder unser Online-Magazin Bildung + Innovation, das ich gemeinsam mit einer Kollegin auch redaktionell betreue. Daneben bin ich verantwortlich für die Planung und Koordination diverser Projekte und Entwicklungsvorhaben im Kontext des Bildungsservers. In jüngerer Zeit haben wir beispielsweise im Auftrag des BMBF eine Machbarkeitsstudie zum Thema Open Educational Resources (OER) durchgeführt. Seit Ende der neunziger Jahre war ich an der Realisierung von mehr als 20 Entwicklungsvorhaben beteiligt, die zu einem größeren Teil auch durch den Bildungsserver selbst aufgesetzt wurden, dem für diesen Zweck gewisse Fördermittel zur Verfügung stehen.

Dieser Aspekt unserer Aufgaben, also die Konzeption und Initiierung innovativer Projekte zur Entwicklung von Medienangeboten und Infrastrukturen im Bildungsbereich ist von großer Bedeutung für die inhaltliche und technologische Anschlussfähigkeit des Deutschen Bildungsservers – sowohl an die Informationsbedarfe der Bildungspraxis, als auch an den medialen Wandel. Zum Beispiel haben wir in den vergangenen Jahren in Zusammenarbeit mit der Universität Duisburg-Essen ein Community-Tool für Lehrkräfte entwickelt. Diese Social-Bookmarking-Plattform „edutags“, die auch den didaktischen Einsatz frei lizenzierter Lehr-Lern-Materialien (OER) unterstützt, wurde 2016 zu unserer großen Freude mit dem erstmals vergebenen OER-Award ausgezeichnet. Solche Kooperationsprojekte und insgesamt die Vernetzung und fachliche Kommunikation mit unterschiedlichen Partnereinrichtungen sind für die Weiterentwicklung des Bildungsservers von zentraler Bedeutung. In diesem Zusammenhang ist ganz besonders auch die langjährige und enge Kooperation mit den Bildungsservern der Länder hervorzuheben. Gemeinsam mit ihnen konnten wir unter anderem den kollaborativen Content-Pool ELIXIER realisieren.

Was hat sich in der Arbeit beim Deutschen Bildungsserver verändert, seit Du hier bist? Gibt es eine Art Entwicklungslinie?

Das Aufgabenspektrum des Bildungsservers hat sich gegenüber seinen Anfängen als reines Verweissystem, das im Sinne eines Internetwegweisers im Netz verteilt vorliegende Bildungsinformationen Dritter systematisiert und bündelt, sehr stark ausdifferenziert und erweitert. Dies auch mit Blick auf gesellschaftliche und bildungspolitische Diskurse, die mediale Entwicklungsdynamik des Internet und das Aufkommen von Web 2.0-Technologien und Social Media. Während sich die redaktionelle Arbeit der Kolleginnen und Kollegen zunächst maßgeblich auf klassisch dokumentarische Methoden der Sammlung und Erschließung bildungsrelevanter Informationen in Form thematischer Katalogstrukturen konzentrierte, im Prinzip also auf systematische, durch Metadaten erschlossene  Link-Verzeichnisse, gestaltet sich die Kuratierung fachlicher Informationsangebote heutzutage ungleich komplexer: Um das Bildungsgeschehen angemessen abzubilden und einzuordnen, müssen – auch vor dem Hintergrund veränderter Nutzererwartungen – u.a. multimediale und publizistische Komponenten der Informationsvermittlung und die sozialen Medien einbezogen werden. Eine neue Herausforderung stellte in den Jahren 2007/2008 auch der im Zusammenhang mit der Föderalismusreform erfolgte Auftrag an das DIPF dar, diverse öffentlich geförderte Webauftritte und Medienprodukte unter dem Dach des Bildungsservers zusammenzuführen. Auch dieser Prozess hat die prioritäre Funktion des Portals als Online-Wegweiser und Meta-Server um zusätzliche Aufgaben erweitert: Wir mussten z.B. publizistische Formate, themenspezifische Datenbestände und Portale zu bestimmten bildungspolitischen Handlungsfeldern integrieren. Der Bildungsserver hat seither in unterschiedlichen Kontexten seine Rolle als Partner für Wissenschaft, Bildungspraxis und Bildungspolitik bei der Herausbildung innovativer Informationsinfrastrukturen festigen können.

Was wünschst Du dem Deutschen Bildungsserver zum 20. Geburtstag?

Vor allem möchte ich einem großartigen, fachkompetenten und kreativen Team anlässlich dieses runden Geburtstages gratulieren und für seine engagierte Arbeit danken. Und dem Deutschen Bildungsserver wünsche ich einen erfolgreichen Relaunch im kommenden Jahr – man darf gespannt sein!

31Okt/16

Gewinnspiel 20 Jahre DBS – Teilnahmebedingungen

Quelle: bildungsserver Blog Autor: Schumann

Grafik DBS-Quiz

Anlässlich des 20-jährigen Bestehens des Deutschen Bildungsservers findet vom 31.10. bis 25.11.2016 im Facebook-Account des DBS ein Gewinnspiel statt.

Teilnahmeberechtigt sind alle Personen, die mindestens 16 Jahre alt sind und ihren Wohnsitz in der Bundesrepublik Deutschland haben. Für die richtig beantwortete Frage gibt es jeden Tag einen USB-Stick (15,5 GB) zu gewinnen. Der Gewinn wird unter allen am jeweiligen Tag bis 24:00 Uhr eingegangenen, richtigen Antworten verlost. Der Gewinn wird nicht in bar ausbezahlt. Die Teilnahme ist ausschließlich per Facebook möglich.

Mitarbeiter des Deutschen Bildungsservers (DBS) sind von der Teilnahme ausgeschlossen. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Die Gewinner werden schriftlich benachrichtigt. Ihnen werden die Gewinne vom Deutschen Bildungsserver eigenverantwortlich versandt. Nur zu diesem Zweck werden die hierfür erforderlichen Gewinnerdaten gespeichert. Nach Beendigung und Abwicklung des Gewinnspiels werden diese Daten vollständig gelöscht.

06Jun/16

14. Deutscher Volkshochschultag – Digitale Teilhabe für alle! 9.-10.6.16, Berlin

Quelle: bildungsserver Blog Autor: Hirschmann

14. Volkshochschultag 2016 - Digitale Teilhabe für alle!

Unter dem Motto „Digitale Teilhabe für alle!“ veranstaltet der Deutsche Volkshochschul-Verband e.V. (DVV) am 9. und 10. Juni 2016 in Berlin den 14. Deutschen Volkshochschultag.
Bundespräsident Joachim Gauck wird den Kongress am 9. Juni um 12 Uhr feierlich eröffnen. Am zweiten Kongresstag wird Bildungsministerin Prof. Dr. Johanna Wanka eine Grundsatzrede halten.
Was wie ein Startschuss klingt, ist in Wirklichkeit ein ernst nehmen und ausbauen von bereits vielfältig vorhandenen Ideen, Erprobungen, Angeboten und Aktivitäten der Volkshochschulen und ihrer Verbände, die sich das Thema digitale Bildung in vielfältiger Weise bereits erschlossen haben und weiter erkunden.
Der Deutsche Bildungsserver begleitet den Volkshochschultag 2016 mit einem Dossier und stellt deren Aktivitäeten und Angebote zu digitaler Bildung vor.
Hier die Inhaltsübersicht des Dossiers:

 Dossier Deutscher Bildungsserver
22Mrz/16

OERde16: Blick zurück nach vorn

Quelle: bildungsserver Blog Autor: Blees

Der Eingang zum OERde16-Festival, Landesvertretung Schleswig-Holstein, (Foto von Thomas Trutschel, Photothek unter CC BY 4.0-Lizenz)

OERde16, ein dreitägiges „Festival“, in dem zu OER in Deutschland – und über den nationalen Tellerrand hinaus – informiert, diskutiert, polemisiert, aber auch ausgezeichnet, gewürdigt und gefeiert wurde. Nun hat die Transferstelle OER eine ausführliche informative und unterhaltsame Dokumentation des OERde16 zusammengestellt. Das OERde16 bestand aus zwei Teilen: einem zweitägigen BarCamp (=OERCamp) – einer so genannten Unkonferenz, bei der die Programminhalte der Sessions (hier die Sessionpläne) zum Tagesstart von den „Teilgeber/innen“ erst ad hoc zusammengetragen werden – und einem Fachforum am dritten Tag, das ein sehr abwechslungsreiches Programm mit Vorträgen und Diskussionsforen (sog. Thementischen) bot, das nahezu alle wissenschaftlichen und praktischen Perspektiven auf das Thema OER abzudecken vermochte und in dessen Rahmen auch erstmalig der OER-Award in einer Vielzahl von Kategorien verliehen wurde.

Ein Storify der Bundeszentrale für politische Bildung vermittelt sehr schön die kreative Gestaltung und angeregte Diskussions- und Arbeitsatmosphäre der Veranstaltung. Und wer das Geschehen noch detaillierter nachvollziehen will, kann dies über den Twitter-Hashtag #OERde16 tun

Die Dokumentation enthält sehr unfangreiche Mediensammlungen zum Fachforum und zur Preisverleihung, seien es Fotos (auf der Website, Twitter und Instagram), Podcasts oder Videos. Für die Podcast-Serie „zugehOERt“ spricht Moderatorin Alexandra Hessler in einer ersten Folge aus dem Sendebus des OER-Festivals mit André Hermes (@medienberater) und Wolf-Dieter Zimmermann (Free Software Foundation Europe) über Lehrende, OER-Werkzeuge und „Verführungsstrategien“.

Transferstelle OER, Podcast-Folge 27 aus der Reihe "zugehOERt"

Transferstelle OER, Podcast-Folge 27 aus der Reihe „zugehOERt“


 

Der offizielle OERde16-Film soll in Kürze erscheinen. Bis dahin gibt es einiges an Videodokumentation auf dem YouTube-Kanal der Transferstelle. Hier finden sich bereits die „Abendgala“ der Verleihung aller OER-Awards und die Panelbeiträge aus dem Saal, die sich ausführlich mit den Themen Infrastruktur und Internationale Erfahrungen mit OER wie auch mit Lizenzierungsfragen und Geschäftsmodellen beschäftigten. Sehr interessant der (auch als Printversion) zur OERde16 erschienene OER-Atlas, der als eine Art Branchenverzeichnis Akteure und Aktivitäten in den D-A-CH-Ländern nach Bildungsbereichen gegliedert dokumentiert. Der OER-Atlas soll künftig auf Basis der OER-World-Map fortgeführt und ausgebaut werden, einem von der Hewlett Foundation geförderten Projekt des Hochschulbibliothekszentrums NRW zur Kartierung der OER-Entwicklung weltweit. Hierzu auf dem OERde16 im Interview der Projektleiter Jan Neumann:

 

Schließlich listet die Dokumentation auch eine ganze Reihe von interessanten Textbeiträgen im Vorfeld des Festivals und zu dessen Nachlese auf (Vor- und Nachberichte). Stellvertretend sei hier auf den Beitrag des „ebildungslabors“ hingewiesen, der neben dem Hinweis auf die beiden von der Bildungspolitik initiierten Studien zu OER-Infrastrukturen (DIPF) und zur Implementierung von OER-Praxis (WMDE) weitere bedenkenswerte Punkte zur Fortsetzung des OER-Diskurses benennt: die breitere Verankerung von OER-Nutzung im Bildungssystem, die Verbindung von OER mit partizipativen didaktischen Konzepten und die Unterstützung der Möglichkeit zum Remixen von OER, sowohl hinsichtlich geeigneter technischer Formate als auch der Befähigung von Lehrenden und Lernenden zum didaktisch-kreativen Umgang mit digitalen Bildungsmedien.

CC-BY-SA