All posts by jrobes

15Jul/16

Fünf Übergänge zu Arbeit & Bildung 4.0

Quelle: weiterbildungsblog Autor: jrobes

Ein programmatischer Text, der irgendwo zwischen Vision und Handlungsempfehlung zu Hause ist. Christoph Schmitt, “Bildungsnomade & Bildungsdesigner”, startet mit vier Thesen, in denen er tägliche Beobachtungen in der Bildung einmal ausformuliert: Unsere Vorstellungen von Wissensvermittlung, von Lehre, von Präsenzpflicht sowie von Curricula & Zertifikaten sind nicht mehr zeitgemäß. An ihre Stelle müssen zum Beispiel “social workgroup learning”, “mentoring”, “coaching” und “enabling” sowie “personal learning networks” und “e-portfolios” treten.

Doch, so Christoph Schmitt, das ist nur die Oberfläche, der kulturelle Wandel geht tiefer. Er betrifft fünf Übergänge:

1. From competition to compassion (Vom Wettbewerb zur Empathie)
2. From fear of failure to stories of faith (Von Versagensängsten zu Geschichten des Zutrauens)
3. From success to succeeding (Vom Erfolg zum Gelingen)
4. From meet to match (Bedingungen gemeinsam schaffen statt (sie) nur zu stellen)
5. From effects to efficacy (Vom Messbaren zum Wirksamen)

Wie gesagt, ein programmatischer Text mit Manifest-Charakter. Viel Stoff zum Nach- und Weiterdenken. Reibungspunkte und Fragezeichen inklusive, weil an vielen Stellen Kapitalismuskritik und Netzutopien Hand in Hand gehen. Es fehlt halt heute, anders als in den 1960/70er Jahren, eine politische oder soziale Bewegung, die diesen Ideen eine Heimat bieten könnte. Wer sich davon nicht aufhalten lassen will, ist eingeladen, den Wandel auf die eigene Bildungs- und Lernarbeit vor Ort herunterzubrechen.
Christoph Schmitt (in Kollaboration mit Angelica Laurençon und Anja C. Wagner), FlowCampus, 13. Juli 2016

15Jul/16

Are MOOCs Forever?

Quelle: weiterbildungsblog Autor: jrobes

Coursera, die MOOC-Plattform mit dem weltweit größten Kursangebot, sorgt regelmäßig für Schlagzeilen. Die jüngsten: Mit dem Umzug auf eine neue technische Plattform verschwinden unzählige alte Kurse. Nutzer sind empört. Im Interview relativiert Daphne Koller, Gründerin von Coursera: Die meisten Kurse ziehen nur zeitversetzt um. Ansonsten wird es mehr “on demand”-Angebote geben, die nicht an feste Kurszeiten gebunden sind. Auf das Geschäft mit Zertifikaten wird nicht eingegangen. Stattdessen berichtet sie vom notwendigen Marketing, von interessanten Erfahrungen der Lehrenden sowie den Beziehungen zwischen Coursera und ihren Partner-Hochschulen. Auch als Podcast.
Jeffrey R. Young, Interview mit Daphne Koller, The Chronicle of Higher Education, 14. Juli 2016

14Jul/16

„Die ‘Erweiterten Lernwelten’ verknüpfen die digitale und die analoge Welt“

Quelle: weiterbildungsblog Autor: jrobes

Die Volkshochschulen beschäftigen sich (endlich) mit der Digitalisierung. Der Artikel hält fest: 2013 entwickelte eine Gruppe engagierter Vordenker ein erstes Konzept. Daraus wurde 2016 das Strategiepapier „Erweiterte Lernwelten” des Deutschen Volkshochschulverbandes (DVV). In der Zwischenzeit wurden Projekte angestoßen (MOOCs, BarCamps, “Digicircles”), das VHS-Portal entsprechend ausgebaut. Vielleicht ist es ja noch nicht zu spät …

“In dem Konzept werden die Lernenden in den Mittelpunkt gestellt und die analoge und die digitale Welt miteinander verknüpft. Der klassische Unterricht an Volkshochschulen wird mit Hilfe des Internets und zugunsten der Lernenden inhaltlich, sozial und räumlich ausgeweitet: Alle Orte mit Netzanbindung werden zu Lernorten, Lernsettings sind durch den Einsatz von Online-Lernspielen nicht mehr zeitgebunden, klassische Lerninhalte werden aufgebrochen und Teilnehmende zu Wissensproduzenten und Lerngestaltern, die Lernbausteine sowohl im Web als auch in der analogen Welt finden, diese in Gruppenarbeit anwenden, Kursthemen und Aufgaben eigenständig entwickeln und ihren persönlichen Lernfortschritt selbst verantworten. Lehrende agieren als Lernwegbegleiter in der Rolle von Lernscouts bzw. Lernmoderatoren.”
Petra Schraml, Bildung + Innovation, 14. Juli 2017