30Aug/16

Lernmanagement-Systeme an Hochschulen: Resümee des Themenspecials

Quelle: e-teaching.org-Blog Autor: e-teaching.org-Blog

Das umfangreiche Special zum Thema Lernmanagement-Systeme (LMS) ist mittlerweile abgeschlossen. e-teaching.org-Redakteur Philip Meyer fasst noch einmal zusammen, was als Quintessenz bleibt.

In den vergangenen Monaten wurden auf e-teaching.org zahlreiche Beispiele für den Einsatz von LMS (was ist das überhaupt?) an Hochschulen zusammengetragen, vor allem in Online-Events und Erfahrungsberichten.

Besucher/innen des Portals erfuhren etwa, warum die Ruhr-Universität Bochum und die ETH Zürich – wie laut einer Umfrage die meisten Hochschulen – auf Moodle setzen, was die Schweizer Pädagogischen Hochschulen in Bern und Zürich sowie die Universität der Bundeswehr München sich von ILIAS versprechen, wieso die Universität Salzburg Blackboard Learn auch nach fünfzehn Jahren noch treu bleibt, und dass man in Rheinland-Pfalz landesweit auf OpenOLAT schwört. Außerdem stellten einige Hochschulen eigens entwickelte LMS-Lösungen vor, wie Learn@WU der WU Wien oder LEA der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg. Darüber hinaus ging es am Rande auch um stärker spezialisierte Systeme: reflexionsorientierte E-Portfolio-Plattformen wurden am Beispiel der PH Heidelberg im Special berücksichtigt, kompetenzfördernde Videolernumgebungen anhand des Edubreak Campus, der an verschiedenen Hochschulen Einsatz findet, und auf Skalierbarkeit ausgelegte MOOC-Plattformen mit „mooin“ der FH Lübeck.

Die vielen Beispiele verdeutlichen, dass LMS mittlerweile zum Establishment des hochschulischen Technologiearrangements gehören. So denken laut einer laufenden Umfrage (Sagen Sie uns Ihre Meinung!) die meisten e-teaching.org-Nutzenden, dass die Systeme ein wichtiger Bestandteil der universitären Lehre sind und auch in Zukunft bleiben sollten. Was aber macht sie so praktisch?

LMS als „Lernheimat“? Stärken der Systeme

Das LMS vereint die zentralen Funktionen für die Lehre und das Lernen überblicksartig an einem Ort. Es ist im Optimalfall „aus einem Guss“: Lehrende und Lernende müssen sich nicht mit viel Aufwand in Einzelsysteme einarbeiten. Dazu gehört auch, dass nur ein einmaliger Login bzw. ein Passwort benötigt wird.

Es bietet zudem höhere Datenschutzstandards als Tools von externen Anbietern, die unter Umständen umfangreiche Benutzerdaten speichern und weiterverwenden. Voraussetzung hierfür ist natürlich, dass sich LMS-Betreiber um den Datenschutz bemühen. Worauf man im Konkreten achten sollte, stellt der Mitschnitt unseres Online-Events „LMS und Rechtsfragen“ vor.

Die vielleicht größte Stärke des LMS liegt – wie der Name sagt – im Management: Es bietet einen Überblick über Kurse und digitalisierte Studienmaterialien sowie häufig Schnittstellen zu weiteren Systemen der Prüfungs-, Noten- und Raumverwaltung. Außerdem sind speziell lehr- und lernbezogene Funktionen in vielen LMS gut ausgeprägt: Dazu gehören u.a. die Möglichkeiten zur elektronischen Prüfung mit formativen und summativen Assessments oder zur Annotation von Lernmaterialien, wie das z.B. bei den interaktiven Videos in ILIAS der Fall ist, die an der Universität Freiburg entwickelt wurden. In jedem Fall gilt es den Lehrenden zu vermitteln, welche Funktionalitäten sie in welcher Form für ihre Kurse nutzen können. Dafür bietet sich ein E-Tutoren/-innen-Konzept an, wie das der Hochschule Ostwestfalen-Lippe, welches in einem Erfahrungsbericht ausführlich vorgestellt wurde.

Instruktionale PDF-Schleuern? Kritik an LMS 

In der Befragung der e-teaching.org-Community zeichnet sich ab, dass nicht wenige der Meinung sind, dass LMS tendenziell eher instruktionale Lernmodelle unterstützen. Es erfolge nur eine „verzögerte Übernahme von Kollaborations- und Kommunikationsbedürfnissen“. So tun sich LMS-Entwickler/innen schwer, mit der hohen Dynamik im Markt rund um Google, Facebook und Apple Schritt zu halten. Der instruktionale Charakter spiegelt sich auch darin wider, dass der Dokumenten-Upload durch Lehrende eine der am weitesten verbreiteten Online-Lehrtätigkeiten ist, wie eine Erhebung des KIT ergab. Dabei scheinen der e-teaching.org-Erhebung zufolge – anders als noch vor wenigen Jahren – nur wenige Lehrende die Position zu vertreten, dass die Vorab-Bereitstellung von Folien oder Texten die Aufmerksamkeit der Studierenden in Lehrveranstaltungen beeinträchtigt.

„LMS haben oft keine gute Nutzerführung. Die User Experience und damit die Motivation bleiben auf der Strecke.“
(Anonyme/r e-teaching.org-Nutzer/in)

Optisch und Usability-technisch entsprechen LMS teilweise nicht den aktuellen Webstandards. Auch wenn mittlerweile alle Hersteller über Mobil-Apps oder responsive Designs verfügen, sind die Systeme oft noch in einer hierarchischen Baumstruktur verhaftet, die davon ausgeht, dass Benutzer sich von Ordner zu Ordner zum Ziel klicken. Eine Alternative ist beispielsweise der Zugang über ein Suchfeld mit intelligenter Autovervollständigung. Wenn Usability und Design verbessert werden, sollte dies allerdings nicht zu Lasten der Sicherheit gehen: denn Ausfälle zu ungünstigen Zeitpunkten (Prüfungen, Anmeldephasen) und im schlimmsten Fall Datenverluste können unangenehme auch rechtliche Konsequenzen für die betroffenen Hochschulen nach sich ziehen.

Wer also online mit anderen zusammenarbeiten möchte, ist mit speziellen und am jeweiligen Bedarf orientierten Tools unter Umständen besser beraten. Zudem lohnt sich eine Einarbeitung hier häufig über den konkreten Hochschulkontext hinaus, da sich die Tools auch im privaten oder anderen beruflichen Bereich nutzen lassen. Doch auch hier gilt: LMS könnten als „Management-Systeme“ durchaus Schnittstellen bieten, die die Nutzung von Diensten wie Etherpads, Live-Dokumenteneditoren, Cloudsysteme u.a. ermöglichen.

LMS  wo kann die Reise hingehen?

Es gibt kaum jemanden, der an Hochschulen arbeitet und nicht mit Lernmanagementsystemen in irgendeiner Form konfrontiert ist. Die Bedeutung der Systeme nimmt zu, was auch das starke Interesse am e-teaching.org-Special zeigte. Dabei spielt die „Offenheit“ der Systeme zunehmend eine Rolle. Open-Source-LMS werden gerne genutzt und auch die Integration von Mechanismen zur Förderung offener Bildungsressourcen in die Systeme ist ein wachsendes Thema.

„Ideal wären solche, die mobile Endgeräte, kollaboratives Lernen und adaptive Lernpfade unterstützen, und dennoch Datensicherheit und zuverlässiges Tracking bieten.“
(Anonyme/r e-teaching.org-Nutzer/in)

Zu neuen Funktionsanforderungen gibt es häufig unterschiedliche Meinungen. Während sich einige Lehrende beispielsweise Lernanalyse-Möglichkeiten wünschen, sind die Daten der Studierenden für andere ein rotes Tuch. Um herauszufinden, welche Funktionalitäten ausgebaut werden sollten, ist es wünschenswert, die Endnutzerinnen, die Lehrenden und Studierenden, bei der LMS-Entwicklung einzubeziehen. LMS haben die Tendenz zu einer „funktionellen Standardisierung“, wie Klaus Wannermacher (HIS HE) beim Auftaktpodium zum Special feststellte. Damit LMS einen tatsächlichen Nutzen an den jeweiligen Hochschulen erreichen, stehen die Verantwortlichen deshalb vor der Aufgabe, Anpassungen unter der Berücksichtigung lokaler Bedürfnisse vorzunehmen. So geschah dies z.B. bei der Entwicklung der Open-Source MOOC-Plattform mooin der FH Lübeck. Diese beruht zwar auf Moodle, verfolgt mit einem neuen User-Interface-Design aber auch einen didaktischen Ansatz, der die Anpassung von bestehendem Content erfordert.

Letztendlich bleibt die Erkenntnis, dass die Implementation von Lernmanagementsystemen bei weitem nicht nur eine technische Aufgabe ist, sondern Hochschulen dazu bringt, zusammen zu kommen, sich abzustimmen und das eigene Bildungsverständnis zu hinterfragen: Welche impliziten Grundlagen für die Gestaltung der Lehre werden mit LMS geschaffen – und wie passt das zu der Lehre und den Lernräumen, die Hochschulen anbieten wollen? 

Alle Beiträge und Online-Events zum Special finden Sie gebündelt auf der Seite des Themenspecials LMS.

Übrigens: Die Umfrage „Was spricht für oder gegen den Einsatz von LMS?“ läuft noch – wer sich noch nicht beteiligt hat: Sagen Sie uns Ihre Meinung.

30Aug/16

Erschienen: Vom Modellprojekt über den Online-Kurs bis zum Handbuch – von gelungenen Projekten und Kooperationen im Bereich des Making mit Kindern (GMW Beitrag)

Quelle: Sandra Schön Autor: sansch

Schon vor Wochen ist auch der Beitrag erschienen – und wer auf die GMW kommt und Interesse an unserem Vortrag zum Beitrag hatte, sollte ihn auch schon vor dem Vortrag lesen – denn vorgestragen wird im „Flipped Conference“ Modus: Wir refererieren also nicht genau über den Text sondern sprechen und disktutieren den Text – und was darum herum für die Teilnehmer/innen wichtig und interessant ist.

Zur Vorbereitung also🙂

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  • Sandra Schön, Martin Ebner, Kristin Narr & Markus Peißl (2016). Vom Modellprojekt über den Online-Kurs bis zum Handbuch – von gelungenen Projekten und Kooperationen im Bereich des Making mit Kindern. In: GMW 2016, Tagungsband online (ebenso: München: Waxmann), URL: http://2016.gmw-online.de/097/

29Aug/16

Research Trends in Massive Open Online Course (MOOC) Theses and Dissertations: Surfing the Tsunami Wave

Quelle: weiterbildungsblog Autor: jrobes

Die Autoren haben 51 wissenschaftliche Abschlussarbeiten aus den Jahren 2008 – 2015 untersucht, die sich mit dem Thema MOOCs befasst haben. Gesucht wurden die Forschungstrends auf diesem noch jungen Gebiet. Dabei wurde festgestellt, dass die meisten Arbeiten aus dem Bildungsbereich kamen, es sich dabei vor allem um qualitative Studien (49 %) handelte und sich gerade in den letzten Jahren das Forschungsinteresse von den cMOOCs zu den xMOOCs bewegt hat. Aber die Autoren haben einleitend auch die MOOC-Entwicklung auf dem Gartner Hype Cycle abgebildet, was zu einer interessanten Darstellung und (die Autoren) zu dem Schluss führte: “MOOCs are at the verge of Plateau of Productivity which means that there will increasingly be a diversity in MOOC applications in the future.”
Aras Bozkurt, Nilgun Ozdamar Keskin und Inge de Waard, Open Praxis, Vol. 8, Issue 3, Juli – September 2016, S. 203-221 (via Academia.edu)

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29Aug/16

HS Kaiserslautern sucht Projektmitarbeiter/-innen E-Learning / Blended Learning

Quelle: e-teaching.org-Blog Autor: e-teaching.org-Blog

Am Studienort Zweibrücken der Hochschule Kaiserslautern sind im Referat Neue Lehr- und Lernformen ab 01.10.2016 zwei Vollzeitstellen (10 TV-L) zunächst auf zwei Jahre befristet zu besetzen. Bewerbungen sind bis zum 16. September 2016 möglich.

Den Schwerpunkt der beiden Stellen bilden „Zielgruppenspezifische Tutorien, Schulungen und Tools für die Personalentwicklung“.

Das Projekt FIS – Förderung individueller Studienwege – an der Hochschule Kaiserslautern berücksichtigt die individuelle Leistungsfähigkeit der Studierenden und entwickelt Maßnahmen für eine intensive Begleitung während des Studiums und zur Erleichterung der Übergänge in das Studium ebenso wie in die Berufstätigkeit. Das Projekt agiert in Handlungsfeldern, welche die Durchlässigkeit fördern, auf die individuelle Leistung der Studierenden eingehen und die Qualität der Betreuung verbessern. Entlang des gesamten Student-Life-Cycle sind spezifisch zugeschnittene Beratungs- und Unterstützungsangebote entstanden.

Zu den Aufgaben gehören u.a.:

  • Entwicklung und Implementierung von hybriden Lehr-Lern-Szenarien (einschließlich Medienproduktion) als zielgruppenspezifische Vorbereitungskurse und Tutorien in enger Zusammenarbeit mit weiteren Projektmitarbeiterinnen und Projektmitarbeitern der Hochschule
  • Unterstützung bei der Implementierung und Weiterentwicklung von innovativen (Fern)-Studienkonzepten
  • Technologie-Evaluation und -Auswahl
  • Durchführung von Schulungen/Workshops bzgl. der Verwendung von neuen Lehr-Lernformaten und Technologien mit Lehrenden und Studierenden an allen Standorten (Dienstreisetätigkeit) der Hochschule
  • (Weiter-)Entwicklung, Durchführung und Betreuung von standortübergreifenden Maßnahmen im Rahmen der E-Teacher-Qualifizierung in enger Zusammenarbeit mit der Personalentwicklung im Dezernat Haushalt und Personal
  • Vor-Ort-Betreuung der E-Learning-Labore und des technischen Equipments
  • Durchführung von Nutzungsanalysen
  • Erstellung von Berichten, Dokumentation u.ä.
  • Erarbeitung eines Nachhaltigkeitskonzeptes/Überführung von Ergebnissen in den Regelbetrieb
  • Mitarbeit bei der Projektevaluation (Zwischen-/Abschlussevaluation)

Profil:

  • Abgeschlossene einschlägige Hochschulausbildung (Medieninformatik o. ä.)
  • Sicherer Umgang mit Software/Webtechnologien im Bereich Multimedia, E-Learning, Web2.0
  • Umfassende Erfahrung in der Webentwicklung/-programmierung
  • Erfahrung im Umgang mit Content- bzw. Lern-Management-Systemen ist vorteilhaft
  • Erfahrung mit E-Learning/Blended Learning an Hochschulen ist vorteilhaft
  • Erfahrung in der Konzeption und Durchführung von Schulungen/Workshops ist vorteilhaft
  • Selbständige und ergebnisorientierte Arbeitsweise sowie hohe Einsatzbereitschaft
  • Kommunikations- und Teamfähigkeit

Bewerbungsfrist: Fr., 16.09.2016

Kennziffer: HS 2016/31

Kontakt: Simone Grimmig (E-Mail: simone.grimmig@hs-kl.de)

Weitere Details entnehmen Sie bitte der kompletten Stellenausschreibung.

29Aug/16

Erschienen: „Making in Schulen“ – ITug Band 6

Quelle: Sandra Schön Autor: sansch

Making in SchulenMarkus Peißl hat seine Masterarbeit zum spannenden Thema „Making in Schulen“ verfasst und er stellt diese für die ITuG-Serie zur Verfügung.

Zusammenfassung:

Die Making-Bewegung ist eine Do-It-Yourself-Kultur, bei der Selbststandigkeit, kooperatves Arbeiten und das Lernen durch Tun im Vordergrund stehen. Making-Workshops in Schulen sind eine Moglichkeit, unter Einhaltung von grundlegenden Prinzipien, mit verschiedensten Making-Werkzeugen ofene und nachhaltge Lernsetngs anzubieten. In zwei Interviews berichten Experten im 3D-Druck-Bereich daruber, wie Schulen erfolgreich 3D-Drucker im Unterricht einsetzen konnen und nehmen Stellung zu Hurden im Schulsetng. Beginnend mit der Planung, uber die Durchfuhrung bis hin zur Evaluierung wird ein an einer osterreichischen allgemeinbildenden hoheren Schule erfolgreich abgehaltener Making-Workshop analysiert. Diese Arbeit bietet eine, auf gesammelten Erfahrungen basierende, Checkliste fur die Planung zukunfiger Workshops an.

[Link zum Buch auf der ITuG-Webseite] [Buch bei Amazon]

29Aug/16

HAW Hamburg vergibt zwei Stellen im Bereich Mediendidaktik

Quelle: e-teaching.org-Blog Autor: e-teaching.org-Blog

In der Arbeitsstelle Studium und Didaktik (ASD) sind zum nächstmöglichen Zeitpunkt zwei Vollzeit-Stellen (13 TV-L) im Bereich Mediendidaktik befristet bis zum 31.12.2020 zu besetzen.

Die Arbeitsstelle Studium und Didaktik (ASD) hat zum Ziel, das Konzept des kompetenzorientierten Lehrens, Lernens und Prüfens durch den didaktisch begründeten Einsatz digitaler Medien zu fördern und zu unterstützen und die Lehrenden hierbei nachhaltig weiter zu qualifizieren.

Zu den Aufgaben gehören die Konzeption, Koordination und Durchführung von Qualifizierungs- und Beratungsangeboten für Lehrende und Studierende rund um das Thema kompetenzorientiertes Lehren, Lernen und Prüfen mit digitalen Medien an der HAW Hamburg in Abstimmung mit der Arbeitsstelle Studium und Didaktik und den Fachexperten/-innen in den Fakultäten und Studiengängen.

Ausführliche Informationen zur Stelle unter: https://www.haw-hamburg.de/fileadmin/user_upload/Personalservice/Ausschreibungen/2016-08-18_092-16-DM_Typo.pdf

26Aug/16

Wissenstransfer in Firmen: Teilen macht klüger

Quelle: weiterbildungsblog Autor: jrobes

Ein interessanter Artikel, der die Ergebnisse einer Befragung von 600 Führungskräften darstellt. Folgende Punkte habe ich mir notiert:

– Erfahrungswissen ist nicht gleich Erfahrungswissen: Unternehmen müssen immer wieder bestimmen, welche Erfahrungen weitergegeben werden sollen (und welche nicht).
– Es gibt personenzentrierte und faktenorientierte Methoden des Wissenstransfers: Erstere werden geschätzt, Letztere praktiziert.
– Komplexere Methoden (z.B. Online-Netzwerke oder Communities of Practices) werden nur von einer Minderheit angewandt.
– Führungskräfte stellen laut eigener Auskunft viel Raum und Zeit für den Erfahrungsaustausch bereit. Doch eine systematische Verankerung (Anreizsysteme) oder Evaluation wird nur aus einer Minderheit der befragten Unternehmen zurückgemeldet.

Kurz: Zwischen Theorie und Praxis klafft eine große Lücke. (via Christoph Schmitt)
Stefan Mair, Handelszeitung, 1. August 2016

26Aug/16

Monitor Digitale Bildung. Berufliche Ausbildung im digitalen Zeitalter

Quelle: weiterbildungsblog Autor: jrobes

monitor_201608.jpgDer “Monitor Digitale Bildung” der Bertelsmann Stiftung will zukünftig “eine umfassende und repräsentative empirische Datenbasis zum Stand des digitalisierten Lernens in den verschiedenen Bildungssektoren in Deutschland – Schule, Ausbildung, Hochschule und Weiterbildung” bieten. In dieser ersten Auflage des Monitors liegt der Fokus auf der beruflichen Ausbildung. Hier kommen die Autoren nach Auswertung der Befragungsergebnisse zu dem Schluss: “… dass digitale Bildung im dualen Ausbildungssystem in Deutschland noch am Anfang steht.” (S. 9) An folgenden Punkten wird diese Einschätzung festgemacht:

1. Verhaltene Modernisierung statt breite Innovation
2. Teilhabechancen für benachteiligte Gruppen bleiben noch ungenutzt
3. Innovation scheitert an mangelnden Kompetenzen und Ressourcen
4. Auszubildende und erfahrene Lehrkräfte treiben Veränderungen voran
5. Imagefaktor oft wichtiger als strategische Schul- und Unterrichtsentwicklung
6. Technische Infrastruktur: WLAN noch immer unzureichend

Hier eine kleine Kostprobe aus der Studie (48 S.): “Diese Ergebnisse belegen eine recht deutliche Diskrepanz zwischen der bevorzugten Lernmediennutzung in der Freizeit einerseits und in der Berufsschule bzw. am Ausbildungsplatz andererseits: Was in der Freizeit selten genutzt wird (z. B. PowerPoint-Präsentationen), dominiert den schulischen Alltag. Was hingegen in der Freizeit häufig Verwendung findet (z. B. Video, Wikipedia, Chat-Dienste und soziale Medien), bleibt in Schule und Betrieb weitgehend außen vor.” (S. 24)

Kurz: Die Studie enthält nichts Unerwartetes, belegt aber den Status Quo mit Zahlen und bringt so zentrale Herausforderungen auf den Punkt. Vier Handlungsempfehlungen (”Was ist jetzt zu tun?) schließen den Bericht ab. Durchgeführt wurde die Studie vom mmb Institut.
Ulrich Schmid (mmb Institut), Lutz Goertz (mmb Institut) und Julia Behrens (Bertelsmann Stiftung), Hrsg. v. Bertelsmann Stiftung, August 2016 (pdf)

26Aug/16

Personaler als Entwicklungsbegleiter der Mitarbeiter

Quelle: weiterbildungsblog Autor: jrobes

Karlheinz Pape wirbt in diesem Interview für das selbstgesteuerte Lernen, die Rolle der Personaler als Entwicklungsbegleiter und das sechste CorporateLearningCamp am 13./ 14. Oktober in Frankfurt.

“Mich treibt die Überzeugung, dass Lernen immer ein selbstgesteuerter Prozess der Lernenden ist. In fast allen bisherigen Lernsettings gestalten wir dieses Lernen aber von außen. Deshalb bemühe ich mich, die Corporate Learning Professionals selbst in Lern-Settings zu bringen, die ihnen die Erfahrung ganz anderen Lernens ermöglichen. BarCamps oder konnektivistische MOOC sind 2 Beispiele für Lernumgebungen, die selbstgesteuertes Lernen anregen und intensiv unterstützen.”
Jan C. Weilbacher, Interview mit Karlheinz Pape, Human Resources Manager, 22. August 2016