28Aug/17

Warum gibt es in Deutschland kaum EdTech?

Quelle: Weiterbildungsblog Autor: jrobes

Ja, es geht Andreas Wittke, Chief Digital Officer beim Institut für Lerndienstleistungen an der FH Lübeck/ oncampus, auch um die EdTech-Szene hierzulande. Aber vor allem um die Technikignoranz der Erziehungswissenschaftler. Ihr Mantra lautet „Die Technik muss der Didaktik folgen“ offenbart. Auf diesem Boden, so der Autor, kann kein EdTech entstehen.

Aber dann zählt er doch einige zarte Anfänge und Hoffnungsträger auf. Eine Fachgruppe EdTech im Bundesverband Deutscher Startups. Natürlich Bertelsmann, auch wenn deren Herz eher für die amerikanische Szene schlägt. Und Bemühungen um den Bildungsinformatiker als neuen Ausbildungsschwerpunkt. Nachvollziehbar, unterhaltsam und lesenswert!

„Das Problem ist jedoch, dass die Gesellschaft zunehmend technologisiert wird, aber die Bildung weiterhin das Analoge als Leitmedium sieht. Hier spaltet sich Bildung und Alltag. Jeder von uns kennt inzwischen die Alltagsprobleme, wie WLAN-Router anschliessen, Apps installieren, Online-Banking, Netflix bedienen, Navi einstellen oder Bluetooth Boxen anschliessen. Das sind alles Themen, die uns täglich Zeit und Nerven kosten, aber nicht vermittelt werden. Dabei kann es gar nicht fachlich vermittelt werden, denn ob es Netflix, Amazon und Co noch in fünf Jahren gibt, weiss kein Mensch. Wir müssen alle lernen, wie man diese Probleme adhoc lösen kann. Wer keine IT Kentnisse hat, wird von den Digitalisten früher oder später entweder nicht ernst genommen oder schlimmer, er wird übern Tisch gezogen. Wir steuern hier auf eine Zweiklassengesellschaft hin und unsere Ausbilder, Lehrer und Profs sitzen fast ausnahmslos in der zweiten analogen Klasse.“

Andreas Wittke, Online by Nature, 28. August 2017

28Aug/17

„Innovationspotenziale Digitaler Hochschulbildung“ – BMBF schreibt zweite Förderlinie im Forschungsfeld „Digitale Hochschulbildung“ aus

Quelle: e-teaching.org-Blog Autor: e-teaching.org-Blog

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) hat aktuell eine neue Förderlinie zur Erforschung der digitalen Hochschulbildung ausgeschrieben. Bis zum 20.10. können sich Forschungsprojekte bewerben, Gelingensbedingungen für organisatorische, didaktische und technische Gestaltungskonzepte digitaler Hochschulbildung zu erforschen und auszugestalten. Einzelförderungen können in einer Höhe von bis zu 40 Millionen Euro beantragt werden.

28Aug/17

Forschendes Lernen – Vorbereitung für die zukünftigen Herausforderungen im Arbeitsprozess

Quelle: Weiterbildungsblog Autor: jrobes

Wenn Kompetenzen vor allem in der Praxis und im Handeln erworben werden, was bedeutet das für das Studium? Nimmt man die Frage ernst, so Werner Sauter, „rückt die didaktische Verknüpfung von Forschen, Lehren und Lernen in Form des forschenden bzw. forschungsnahen Lernens in den Fokus“. Denn im Prozess des forschendes Lernens durchlaufen Studierende alle Phasen einer Forschung, von der Formulierung der Fragestellung bis zur Präsentation, Diskussion und Reflexion ihrer Erkenntnisse. Die Konsequenzen selbstorganisierter Lernarrangements liegen auf der Hand:

„Die Studierenden
– bauen nachhaltig Kompetenzen zur Bewältigung der zukünftigen Herausforderungen in einer zunehmend digitalen Arbeitswelt auf,
– entwickeln ihre Medienkompetenz, um digitale Systeme zum selbstorganisierten Aufbau von Wissen, Qualifikation und Kompetenzen zu nutzen,
– sichern nachhaltig Wissen und Qaulifikation über die Interirorisierung ihrer Erfahrungen,
– bauen ihr persönliches Netzwerk und ihre Netzwerk-Kompetenz weiter aus,
– erarbeiten kollaborativ unter professioneller Begleitung Problemlösungen in Forschungsprojekten.“

Werner Sauter, Blended Solutions Blog, 27. August 2017

25Aug/17

Mein Wochenausklang: Von der Tagesschau zum Morning Brief

Quelle: Weiterbildungsblog Autor: jrobes

Vorneweg: Ich sehe, lese, höre gerne Nachrichten. Lange Zeit war das eine feste Routine, eine Kombination aus Tageszeitung, SPIEGEL Online und Tagesschau. Doch hinter meinem Rücken haben sich die Anteile unmerklich verschoben. Immer mehr Informationen über Aktuelles und Hintergründiges hole ich mir inzwischen aus dem Netz. Also habe ich mich Anfang des Jahres einmal hingesetzt, um diesen Prozess etwas aktiver zu steuern. Herauskam: Ein Verlierer in meinem Portfolio ist die abendliche Tagesschau. Sie kommt einfach zu spät und punktet nur noch bei Katastrophen. Aus der morgendlichen Tageszeitung wurde, nach einigen familiären Debatten („… und der Lokalteil?“), ein Digital-Abo einer Überregionalen. Hinzu kommt ein bunter Mix aus Newslettern und -diensten. Meine aktuellen Favoriten: SPIEGEL Online mit ihrem morgendlichen Briefing („Die Lage“, 6:00 Uhr), in dem sie in drei oder vier thematischen Blöcken halb zurück, halb nach vorn blicken; die Süddeutsche Zeitung mit „SZ Espresso am Morgen“ (7:45 Uhr), etwas kleinteiliger und zweimal täglich („… am Abend“); dann mein Favorit, das tägliche „Morning Briefing“ der New York Times mit der Europa-Ausgabe (7:20 Uhr), ein wunderbarer „ausgeschriebener“ Überblick, gegliedert in Rubriken und verlinkt mit den entsprechenden Online-Artikeln, aber die brauche ich für den schnellen Überblick eigentlich selten. Aus dem riesigen Angebot an (kostenlosen) Diensten der NYT gönne ich mir auch noch „What we are reading“ (mit Leseempfehlungen der Times-Redakteure), „Bits“ (über Nachrichten aus der IT) und den täglichen Podcast „The Daily“, in dem der wunderbare Michael Barbaro in Interviews über den amerikanischen Wahnsinn informiert.

Ich vermute ja, dass ich mit diesen Veränderungen nicht allein bin. Und wenn wir genau überlegen, werden wir solche Verschiebungen auch in anderen Lebensbereichen entdecken. Auch über Weiterbildung halten wir uns ja nicht mehr mit zwei Konferenzbesuchen, zwei Fachmagazinen und einem Sachbuch auf dem Laufenden. Online-Magazine, Newsletter, Blogs, RSS, Twitter bestimmen längst das Bild. Oder?

Bildquelle: Danielle MacInnes (Unsplash)

25Aug/17

Campus Technology 2017: Virtual Reality Is More Than a New Medium

Quelle: Weiterbildungsblog Autor: jrobes

Neben der Botschaft des Titels, dass Virtual Reality (VR) „the start of a new era“ ist, nehme ich nach Lektüre des Artikels mit: Inhalte, auch für Bildungszwecke, sind der Engpass. Zwar hat auch die Hardware noch viel Luft nach oben. Denn benutzerfreundlich sind die Headsets und Kabel noch nicht. Aber das bereitet derzeit weniger Sorgen. Hier heißt es:

„The next evolution, Craig said, will be glasses capable of supporting VR and augmented reality. He predicts they’ll become commonplace, eliminating the need for VR apps on a smartphone.“

Kurz: Die Experten empfehlen, noch mehr Menschen für die neue Technologie zu begeistern und gemeinsam über Einsatzmöglichkeiten nachzudenken. Denn das Spielfeld, gerade für die Weiterbildung, ist noch ziemlich leer.
Amy Burroughs, EdTech, 20. Juli 2017

Bildquelle: Maurizio Pesce (Flickr, CC BY 2.0)

24Aug/17

Amazon’s Alexa: Your Next Teacher

Quelle: Weiterbildungsblog Autor: jrobes

Vielleicht muss ich die Beiträge zum Thema zukünftig etwas dosieren. Es werden einfach zu viele. In diesem Fall geht es um eine Partnerschaft zwischen Canvas by Instructure, einem Lernplattform-Anbieter, der vor allem in den USA sehr präsent ist, aber auch als MOOC-Plattform mitmischt, und Amazon’s Alexa, dem digitalen Assistenten, der in unsere Wohnzimmer drängt. Die Partnerschaft kann bequem unter Stichworten wie „Teaching Bots“, „Learning Analytics“ oder „Learning Experience“ abgelegt werden. Steht die Verbindung zwischen Canvas und Amazon, können Studierende Fragen stellen und auf Antworten hoffen. Vielleicht geht sogar noch mehr („machine learning“), aber das hängt von der Offenheit der Schnittstellen, der Qualität der Algorithmen und den Bedenken bezüglich Privatsphäre und Datenschutz ab.

„To date, Canvas, like most learning management systems, can be accessed via a computer, mobile phone or tablet. With the Alexa addition, Canvas can now be accessed by voice and not simply via a keyboard. This means that students will be able to ask Alexa key questions (e.g., What were the main points made in today’s class?), and Alexa will be able to offer a summary. Students will also be able to ask Alexa to quiz them on key concepts in preparation for an upcoming quiz or test. Of course, students will also be able to ask other pressing questions, including “What is the homework for tomorrow? Do I have any readings? Where are the readings…are they posted on the website?” If an instructor has posted any videos online, students will now also have the option of watching them on their television rather than on their computer, smart mobile phone, or tablet.“

Cait Etherington, ElearningInside News, 29. Juli 2017

24Aug/17

OnTour: #Zukunftswerkstatt

Quelle: Weiterbildungsblog Autor: jrobes

Keine Universität, keine Schule, sondern eine Zukunftswerkstatt. Die hat Google vor einem Monat in München eröffnet. Aus den vielen Kurzmeldungen zum Termin vor Ort, habe ich mir das Protokoll von André Spang herausgesucht, der in Wort und Bild einige Eindrücke zusammengefasst hat. Es wird natürlich um die Vermittlung digitaler Kompetenzen gehen, es soll Kurse, auch online, und Zertifikate geben. André Spang erinnert das Ganze an eine Art Makerspace. Mit der Initiative „Zukunftswerkstatt“ steht Google nicht allein. Und man kann das eine (Weiterbildung) nicht ohne das andere (Vermarktung) sehen. André Spang:

„„Spannend“ auch, wie die großen Technologiefirmen auf den Bildungsmarkt drängen, denn Apple und Microsoft bieten mit ihren Angeboten Apple Teacher und Microsoft Innovative Educator Expert schon lange Angebote speziell für Lehrende an (ähnlich wie Google mit seinem Google Certified Innovator) und ich denke, weitere Angebote werden folgen. Im Ansatz kann man das begrüßen, realistisch muss man aber sehen, dass diese Unternehmen klar auch wirtschaftliche Interessen verfolgen (müssen) …“

André Spang, @tastenspieler, 17. Juli 2017

23Aug/17

openSAP: SAP-Know-how auf Eigeninitiative

Quelle: Weiterbildungsblog Autor: jrobes

Die MOOC-Plattformen hierzulande lassen sich an einer Hand abzählen. Aus dem universitären Diskurs sind sie fast verschwunden. Doch openHPI und openSAP waren schon früh dabei und machen keine Anstalten, ihr Engagement zurückzufahren.

„Knapp viereinhalb Jahre nach dem Launch der openSAP-Plattform haben sich die kostenlosen Online-Kurse, Massive Open Online Courses genannt, als Weiterbildungsformat für SAP-Themen längst etabliert. 125 „MOOCs“ gibt es bereits, mehr als 500.000 Mal wurden bereits Abschlusszertifikate vergeben.“

Der Artikel liefert noch weitere Zahlen über Kurse und Teilnehmer (siehe unten), stellt kurz den Aufbau der openSAP-MOOCs und zentrale Features vor und verweist darauf, dass fast jeder vierte Teilnehmer auch bis zum Ende durchhält. Die Veranstalter wiederum schätzen das schnelle, unmittelbare Feedback, wenn etwas gut oder schlecht läuft. MOOCs, zusammengefasst, haben sich als Form der Weiterbildung für Berufstätige etabliert. Offen bleibt, ob und wie sich das Lernen aus Sicht der Teilnehmer verändert hat und was es für sie bedeutet, eine/r von 10.000 Lernern zu sein.
Andreas Schmitz, SAP News Center, 26. Juli 2017

 

23Aug/17

Welche „Digitalen“ Kompetenzen benötigen wir in Zukunft? Ein Fallbeispiel mit generischem Wert

Quelle: Weiterbildungsblog Autor: jrobes

Das Fallbeispiel stammt aus der Schweizerischen Post. Joël Krapf ist Mitarbeiter, schreibt gerade an seiner Dissertation zum Thema und lässt uns über die Schulter auf das „laufende Verfahren“ schauen. Der Reihe nach: Über die Bedeutung digitaler Kompetenzen war man sich auch bei der Schweizerischen Post schnell einig. Um dann bei der Frage zu landen, was eigentlich unter „digitalen Kompetenzen“ zu verstehen ist.

Also hat man sich im ersten Schritt die vielen vorhandenen Modelle angeschaut und ist zu einer Unterscheidung gekommen: zwischen allgemeinen Kompetenzen, um in einer digitalen Welt erfolgreich bestehen zu können, und spezifischen Kompetenzen im Umgang mit digitalen Tools. Im zweiten Schritt hat man 3.000 Kolleg*innen der Post gefragt, ob es sich auch aus ihrer Sicht um die „richtigen“ und „wichtigen“ Kompetenzen handelt. Die Richtung, so das Feedback der Befragten, stimmte. Also sind die Projektleiter im nächsten Schritt hingegangen und haben das Modell inhaltlich und grafisch angepasst (siehe unten).

Daepp, U. (2017): SkillChange Digitale Transformation. Welche (neuen) Kompetenzen benötigen die Mitarbeitenden der Schweizerischen Post im Zuge der Digitalen Transformation. unveröffentlichte Bachelorarbeit: Universität St.Gallen.

Wer jetzt vielleicht neugierig fragt, welche Kompetenzen denn wie und wann entwickelt werden, muss noch etwas Geduld mitbringen (und den Blog abonnieren). Gerade für die Entwicklung der Schlüsselkompetenzen ist das sicher eine spannende Frage (via Sabine Seufert).
Joël Krapf, Blog, 24. Juni 2017