Category Archives: Jochen Robes

22Jun/17

Betrieblich-berufliche Bildung

Quelle: weiterbildungsblog Autor: jrobes

Wenn wir uns – wie im laufenden Corporate Learning 2025 MOOCathon – über die Zukunft der Weiterbildung austauschen, dann bildet die digitale Transformation Ausgangspunkt und Treiber unserer Überlegungen. Wir haben Begrifflichkeiten wie E-Learning, 70:20:10 oder MOOCs, um die möglichen Veränderungen auszuloten. Doch wir sind ja nicht die Einzigen, die über zukünftige Lernprozesse nachdenken. Es gibt ja auch das BMBF, das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) in Berlin, die vielen Lehrstühle der Berufs- und Wirtschaftspädagogik, usw. Hier wird im großen Stil geforscht, untersucht und entschieden. Allerdings unter ganz anderen Vorzeichen, mit anderen Schwerpunkten und anderen Begrifflichkeiten und, so möchte ich behaupten, mit nur geringen Überschneidungen zur eingangs geschilderten Diskussion.

bwp@ ist ein Online-Fachjournal für alle an der Berufs- und Wirtschaftspädagogik Interessierten. Es ist seit 2001 (!) da. Die aktuelle Ausgabe trägt den Titel “Betrieblich-berufliche Bildung” und umfasst 17 Beiträge. Bildung heißt hier vor allem “duales Ausbildungssystem”. Nach dieser Vorwarnung kann ich einen Blick über den Gartenzaun nur empfehlen. Vielleicht bleibt man dann wie ich bei einem interessanten Titel wie “Wirksamkeit und Einflussfaktoren auf den Lerntransfer in der formalisierten betrieblich-beruflichen Weiterbildung – Eine qualitative Studie” (Cornelia Tonhäuser, Universität Göttingen) hängen …
Karin Büchter, Martin Fischer & Tobias Schlömer (Hrsg.), bwp@ 32 – Juni 2017

22Jun/17

Enterprise Social Networks und Lernen – Potentiale für die betriebliche Bildung?

Quelle: weiterbildungsblog Autor: jrobes

Joachim Niemeier und Ellen Trude haben sich Zeit genommen und sich darüber ausgetauscht, ob und wie Enterprise Social Networks (ESN), also die in Unternehmen eingeführten und eingesetzten Kollaborationsplattformen, auch für das Lernen genutzt werden können. Natürlich geht es im Gespräch auch um formales und informelles Lernen, um die Grenzen von Learning Management Systemen und die Frage, ob man sich in Corporate Learning überhaupt den Luxus leisten kann, an diesen Möglichkeiten vorbeizugehen. Weitere Stichworte sind MOOCs und Working Out Loud, die Beispiele kommen von Bayer und Bosch. Hier der Gesprächsleitfaden:

“- Gibt es bereits erfolgreiche Beispiele für Lernen mit einem ESN?
– Welche Features eines ESN kann man für das Lernen nutzen?
– Was kann man auf Basis eines ESN eigentlich nicht lernen?
– Und insbesondere: welche Veränderungen kommen im Bereich des informellen, aber auch des formellen Lernens, auf die betriebliche Weiterbildung beim Einsatz eines ESN zu?”

Joachim Niemeier, Gespräch mit Ellen Trude, Corporate Learning Community, 22. Juni 2017

21Jun/17

Wir müssen die Uni neu erfinden

Quelle: weiterbildungsblog Autor: jrobes

Viel Humboldt in der aktuellen ZEIT, denn der Gelehrte, geboren am 22. Juni 1767, wird 250. Einige Artikel finden sich im offenen Bereich, wie dieses Plädoyer von Manuel J. Hartung, dem Ressortleiter ZEIT Chancen. Er schreibt, dass es höchste Zeit ist, sich von Humboldts Bildungsideal zu verabschieden. Vor allem die Postulate von der zweckfreien Bildung, der Freiheit von Forschung und Lehre sowie der Einheit von Forschung und Lehre sind ein Hemmschuh, geschrieben vor langer Zeit und unter anderen Vorzeichen. Der Autor wünscht sich stattdessen viele neue Leitbilder, radikale Universitäten, die sich voneinander unterscheiden, aber “ihre Studenten vorbereiten auf den rapiden Wandel unserer Gesellschaft und Arbeitswelt … Ihre institutionelle Kernkompetenz lautete: Verunsicherungsfähigkeit.”
Manuel J. Hartung, ZEIT Campus, 21. Juni 2017

21Jun/17

WeiterLernen

Quelle: weiterbildungsblog Autor: jrobes

bmas_201706.jpgDer durch das Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) initiierte Dialogprozess Arbeiten 4.0 hat ja 2016 unter anderem zum Weißbuch Arbeiten 4.0 geführt. Weiterbildung und Qualifizierung spielen darin eine zentrale Rolle. Deshalb wurde das Thema in einem aktuell erschienenen Werkheft auf 176 Seiten vertieft. Natürlich steht hier die Diskussion ordnungspolitischer Rahmenbedingungen und bildungspolitischer Instrumente im Vordergrund. Auch der Ruf nach einer “nationalen Weiterbildungskonferenz” durchzieht wie ein roter Faden die Studie. Aber es gibt auch schöne Fotoserien (”Neue Lernwelten”). Und unter den Stichworten “Praxis” und “Perspektiven” interessante Beispiele und Projektberichte. Wobei die Pfade abseits der klassischen Bildungswege und Lernangebote eindeutig zu kurz kommen. Lernende, die z.B. an einem MOOC teilgenommen oder mit anderen Formen des netzgestützten Lernens Erfahrungen gesammelt haben, sucht man hier vergeblich. Eine Ausnahme bildet das Thema “digitale Kompetenzen”, das überall auf der Agenda zu stehen scheint.
Bundesministerium für Arbeit und Soziales, Werkheft 03, Juni 2017

20Jun/17

EDU002 Wie wird man zum „digitalen Bildungsstandort“? Das Beispiel Hamburg

Quelle: weiterbildungsblog Autor: jrobes

Zwei Nachrichten an dieser Stelle. Die Erste: Jöran Muuß-Merholz hat wieder eine interessante Podcast-Reihe gestartet. Sie heißt “edukativ.fm – im Sprechsaal mit Jöran” und verspricht “Gespräche rund um Bildung und Lernen im 21. Jahrhundert”. Um das Versprechen einzulösen, unterhält er sich zum Beispiel in der zweiten Folge mit Julia André (Körber Stiftung) über die Studie „Hamburgs digitale Hausaufgaben”.

Die Zweite: Er hat den Podcast gleich in eine Reihe gestellt, “edufunk.fm”. Dort versammeln sich seit Mai 11 Podcasts “mit Bildungshintergrund”, die gehört, abonniert und empfohlen werden können. Eine schöne Sache!
Jöran Muuß-Merholz, edukativ.fm, 16. Juni 2017

19Jun/17

How Do You Define Digital Learning?

Quelle: weiterbildungsblog Autor: jrobes

Josh Bersin, auf den ich ja regelmäßig an dieser Stelle verweise, schreibt einleitend: “Digital learning isn’t about the tools. It’s about how to integrate them into work …” Und mit Blick auf das Tempo der Veränderungen in der digitalisierten Arbeitswelt braucht es um so drängender eine “digital learning strategy”.

So weit, so gut. In seiner Glosse zitiert Josh Bersin aber noch einmal Ergebnisse und Stimmen, die auf täglich 20 Minuten oder gar nur acht Minuten hinweisen, die Mitarbeiter heute durchschnittlich für das Lernen haben. Diese Hinweise irritieren. Denn wenn es gilt, dass “work is learning and learning is the work” (Harold Jarche), dann sind solche Minutenzählereien überflüssig.
Josh Bersin, Chief Learning Officer, 11. Juni 2017

16Jun/17

Wetten über die Zukunft von Lernmaterialien

Quelle: weiterbildungsblog Autor: jrobes

Es gibt verschiedene Wege, um sich zukünftigen Bildungs- und Lernwelten zu nähern: Szenario-Techniken, Delphi-Methoden, Road-Mapping – und Wetten. Der Beitrag beschreibt, wie im Rahmen von L3T-Bet diese Methode umgesetzt wurde. Ich zitiere aus der Einleitung:

“Aus dem Wettverhalten, so die Erfahrung bei Sportwetten und Präsidentschaftswahlen, lassen sich relative gute Vorhersagen für den Ausgang von Sportereignissen und Wahlen ableiten. In diesem Beitrag wird das Konzept und Erfahrungen mit einer Live-Wette beschrieben, bei der Expertinnen und Experten auf kurzfristige Entwicklungen im Bereich der Lern- und Lehrmaterialien wetten. Der Beitrag schließt mit Empfehlungen für Nachahmer/innen.”
Sandra Schön und Martin Ebner, in: „Trendy, hip und cool”: Auf dem Weg zu einer innovativen Hochschule?. Hrsg. von Bücker, D., u.a., Bielefeld 2017, S. 33-44 (via E-Learning Blog)

13Jun/17

“Auf der Blockchain können wir das Lernen neu erfinden”

Quelle: weiterbildungsblog Autor: jrobes

Ganz ehrlich, der Beitrag wirft mehr Fragen auf, als dass er Antworten gibt. Es scheint offensichtlich sehr schwer, das Prinzip Blockchain zu beschreiben (oder es zu verstehen …). Okay, es ist eine “neue Technologie, die uns zum ersten Mal wirkliche Peer-to-Peer-Transaktionen ohne Plattform oder Mittelsmann dazwischen ermöglicht”. Hier ahnt man, ich formuliere es mal vorsichtig, Potenzial. Will man nun wissen, wie es wirklich funktioniert, im Alltag und im Kleingedruckten, stolpert man über Sätze wie “Über das Protokoll auf dem Peer-to-Peer-Netzwerk wird per demokratischem Beschluss aller Rechner aus dem Netzwerk über die Transaktion entschieden”. Aha!?

Doch im Interview geht es natürlich auch um Hochschulen und ihre Zukunft. Auch hier kommt das Peer-to-Peer-Prinzip zur Anwendung, denn Hochschulen stellen sich ja heute als Mittler zwischen zwei und mehr Menschen, die voneinander und miteinander lernen wollen. Als zentrale Instanz, die Abschlüsse vergibt, werden sie im Web 3.0 mit Hilfe der Blockchain überflüssig. So die Theorie. Aber vieles, so die Expertin, steckt noch in den Kinderschuhen. Aus meiner Sicht auch die Sprache der Beschreibungen.
Helena Häußler, Interview mit Shermin Voshmgir, Hochschulforum Digitalisierung/ Blog, 7. Juni 2017

12Jun/17

#AufgeMOOCt (MOOCs 3)

Quelle: weiterbildungsblog Autor: jrobes

Eine schöne Idee: ein Blended-Learning Seminar an der Hochschule mit der Teilnahme am Corporate Learning 2025 MOOCathon zu verbinden. Alexander Klier hat es getan, mit den Studierenden in München die Lernaktivitäten und das Kursformat diskutiert und die Erfahrungen zur Halbzeitpause des #cl2025 festgehalten. Stichworte sind unter anderem:

  • die im MOOC genutzte Sprache und die damit verbundene Herausforderung, alle Teilnehmer mitzunehmen;
  • die Infrastruktur des MOOC und die Frage, welchen Einfluss sie auf die Orientierung der Teilnehmer sowie ihre Lern- und Austauschprozesse hat;
  • die Lernzeiten und die Frage, wo Platz für die so wichtige Reflexion der Themen und Erfahrungen ist.

Das ist nur ein kleiner Ausschnitt. Ich hoffe, dass wir diese wichtigen Fragen auch in die zweite Hälfte des Kurses mitnehmen können.
Alexander Klier, Blog, 5. Juni 2017

09Jun/17

Bildung statt Grundeinkommen

Quelle: weiterbildungsblog Autor: jrobes

Viele interessante und wichtige Stichworte fallen in diesem längeren Video-Statement, und der Zusammenfassung des Stifterverbands ist eigentlich nichts hinzuzufügen. By the way, auch das Fragezeichen hinter dem bedingungslosen Grundeinkommen ist mir sehr sympathisch!

“Krankt unsere Wissensgesellschaft nicht daran, dass jeder am liebsten unter Seinesgleichen bleibt? Für Jutta Allmendinger, Präsidentin des Wissenschaftszentrums Berlin für Sozialforschung (WZB), ist die soziale Abschottung die Wurzel für viele Fehlentwicklungen. Und sie erklärt, wieso das bedingungslose Grundeinkommen zur Lösung dieser Probleme gar nicht tauge.”
Stifterverband, YouTube, 7. Juni 2017