Category Archives: Jochen Robes

24Mrz/17

Auf dem Weg zum virtuellen Hörsaal

Quelle: weiterbildungsblog Autor: jrobes

Die Titel der ausgewählten Förderprojekte lauten zum Beispiel “LearnMap”, “CaTS” oder “FAMULUS”. Insgesamt sind es 20 Einzel- und Verbundprojekte, die bis 2020 mit mehr als zwölf Millionen Euro vom BMBF gefördert werden. Im Rahmen der “Bildungsoffensive für die digitale Wissensgesellschaft” sollen sie untersuchen, wie digitales Lernen und Lehren ein Studium verbessern kann. Die Ziele einzelner Projekte sind zum Teil sehr ambitioniert formuliert. Zum Beispiel: “Im Projekt LearnMap sollen bestehende Produkte, Projekte und Initiativen im Bereich der digitalen Hochschullehre auf nationaler Ebene identifiziert und analysiert werden. Das Ziel ist, daraus Erfolgsfaktoren für wirksame und effiziente Lehr-/Lern-Arrangements abzuleiten und auf dieser Basis die nationale Vernetzung der Akteure zu fördern.” (LearnMap) Die Budgets einzelner Projekte überschreiten deshalb schon mal die Millionengrenze. Am 13. März wurde der neue Forschungsschwerpunkt auf einer Pressekonferenz vorgestellt. In der Mitteilung finden sich auch Links zu den einzelnen Projekten. Man darf, wieder einmal, gespannt sein.
Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF), Pressemitteilung, 13. März 2017

24Mrz/17

If you want more people to use the intranet at work

Quelle: weiterbildungsblog Autor: jrobes

“… a fully-functional enterprise social network, could make a dramatic difference in how people worked”, schreibt John Stepper. Aber der Weg, der von dieser Erkenntnis in eine neue Arbeitspraxis führt, ist bekanntermaßen weit, und er dauert. Davon berichtet John Stepper. Vor allen Dingen müssen liebgewordene Routinen und der gerne angeführte Mangel an Zeit überwunden werden. Hier kann Working Out Loud (WOL) helfen.

“People won’t start using new digital tools because of IT training or because someone told them to. But they will use them if, as in a WOL Circle, they feel it’s related to a goal they care about, that it gives them more control over their career and access to opportunities.”
John Stepper, Working Out Loud, 22. März 2017

23Mrz/17

Lernen und Arbeiten 4.0 – Das Lernen verschmilzt mit der Arbeitswelt

Quelle: weiterbildungsblog Autor: jrobes

Rüdiger Keller und Sebastian Lesch (Apollo-Optik) beschreiben, wie Arbeiten und Lernen immer mehr zusammenfallen und welche Rolle die Digitalisierung in diesem Prozess spielt. Die Stichworte sind bekannt: sie reichen von der 70:20:10-Formel, über ein verstärktes Angebot kurzer Lernbausteine bis zur stärkeren Praxisorientierung aller Lernaktivitäten. Formales Lernen hat seinen Platz, wird sich aber auch verändern: kürzer, individueller, arbeitsplatzbezogener. Leider lassen die Autoren einen nicht über die Schulter schauen, um zu zeigen, wie sich unter diesen Vorzeichen die Personalentwicklung bei Apollo-Optik verändert. Aber vielleicht gibt es ja eine Fortsetzung …
Rüdiger Keller und Sebastian Lesch, Bertelsmann Stiftung/ Blog “Zukunft der Arbeit”, 22. März 2017

22Mrz/17

Warum E-Learning gescheitert ist

Quelle: weiterbildungsblog Autor: jrobes

Wenn Andreas Wittke schreibt, dass E-Learning gescheitert ist, so meint er das Geschäftsmodell E-Learning, nicht die pädagogischen Konzepte hinter E-Learning. Denn wenn man nur einen einzelnen Kurs “digitalisiert” oder um Online-Komponenten erweitert, wenn Lehrende neben ihren Präsenzpflichten jetzt auch noch in die Entwicklung, Durchführung und Betreuung von Online-Kursen involviert sind, wird das neue Bildungsangebot teurer. Es rentiert sich nicht. Das ist absurd, meint Andreas Wittke, wo doch die Digitalisierung in allen anderen Bereichen zum gegenteiligen Effekt führt. Digitale Bildung, so die Konsequenz, muss endlich zu Ende gedacht werden, skaliert, automatisiert. MOOCs sind ein Anfang. Wenn ich alles richtig verstanden habe …

“Das Problem des E-Learning sind die Grenzkosten. Wenn wir weiterhin in analogen Strukturen denken, das heisst wir unterrichten in Semestern, in Klassengrößen und prüfen zu einer bestimmten Zeit alle Lerner gleichzeitig, wird E-Learning scheitern bzw. ist gescheitert. Das kann niemand bezahlen. Man kann in digitalen Prozessen jedoch nahezu unendlich denken, ähnlich wie Amazon, die auch mehr E-Books im Lager haben, als jede Bibliothek der Welt, denn digital kostet kein Geld.”
Andreas Wittke, Online by Nature, 21. März 2017 

21Mrz/17

Potenzialwirtschaft. Die zweite Etappe der Zukunft der Arbeit

Quelle: weiterbildungsblog Autor: jrobes

Joël Luc Cachelin hat sich wieder mit der Zukunft der Arbeit auseinandergesetzt und dieses Mal das Bild der “Potenzialwirtschaft” als Fixpunkt für seine neue Studie gewählt. Um keine Missverständnisse aufkommen zu lassen, heißt es einleitend klar und deutlich: “Die Zukunft der Arbeit findet in der digitalen Matrix statt.” Und das heißt vor allem, Roboter, KI und Bots, die uns Arbeit ab- und wegnehmen werden; und das bedingt eine Re-Organisation der Arbeit, um mit diesen Veränderungen umzugehen. Die Studie beschreibt notwendige Veränderungen und Anpassungsleistungen, plakativ und auffordernd. Die soziale Seite dieser Veränderungen ist allerdings kein Thema.

Die einzelnen, schön illustrierten Kapitel bieten verschiedene Perspektiven zum Weiterdenken und -handeln an:
– Perspektive: Potenzial statt Kafka
– Räume: Tätigkeiten statt Strukturen
– Arbeitsteilung: Marktplätze statt Organigramme
– Positionierung: Stories statt Produkte
– Führung: Signale statt Kommandos
– HR: Allianzen statt Prozesse
– Gesellschaft: Potenzialwirtschaft statt Vollbeschäftigung

Zum “Re-Design der Wirtschaft” gehört selbstverständlich auch ein Re-Design der Weiterbildung: “Unser Bildungssystem nimmt zu wenig Bezug auf eine Arbeitswelt, die von Maschinen und digitalen Hilfsmitteln geprägt ist und unsere Kreativität, Kommunikationsfähigkeit und Initiative besonders gefragt sind. … die didaktischen und pädagogischen Konzepte der Weiterbildung sind heute noch zu wenig potenzialorientiert. Sie sind gemäss eigener Erfahrung zu lehrerzentriert, präsenzorientiert und wissensfokussiert. Dabei verpasst man es die von den Lernenden gemeinsam verbrachte Zeit für das Vernetzen und Diskutieren zu nutzen.”
Dr. Joël Luc Cachelin’s Wissensfabrik, März 2017

21Mrz/17

Microdesign

Quelle: weiterbildungsblog Autor: jrobes

Microlearning ist derzeit ein gerne zitierter Begriff, der es manchmal sogar bis zum Trend schafft. Anlass für Clark Quinn vor zwei Missverständnissen zu warnen: Wenn es nur darum geht, etwas schnell nachzuschlagen, um ein Problem zu lösen oder eine Frage zu beantworten, sollte man lieber von Performance Support und nicht von Learning sprechen. Das gilt auch, wenn ein bestehender Kurs nur in kurze Bausteine aufgeteilt wird. Das, so Clark Quinn, ist zu wenig: “We have to design an experience!” Microdesign eben.

“Microlearning is the right thing to do, given our cognitive architecture. Only so much ‘strengthening’ of the links can happen in any one day, so to develop a full new capability will take time. And that means small bits over time makes sense. But choosing the right bits, the right frequency, the right duration, and the right ramp up in complexity, is non-trivial.”
Clark Quinn, Learnlets, 14. März 2017

20Mrz/17

Vage Begriffe im Digitalisierungszeitalter

Quelle: weiterbildungsblog Autor: jrobes

In Blended Learning-Veranstaltungen wechseln sich Präsenz- und Online-Phasen ab. Was auf den ersten Blick klar erscheint, ist es, so Gabi Reinmann, bei näherem Hinschauen nicht mehr. Vor allem den Begriff der Online-Phase hält sie inzwischen für irreführend: “Vielleicht wäre die Bezeichnung „dezentrale Phase” treffender als „Online-Phase” – als Abgrenzung zum „Lernen vor Ort” in der Präsenz?” Wobei auch die Präsenz-Phase, möchte ich ergänzen, zum Beispiel mit Blick auf Webinare weniger eindeutiger ist, als es scheint.
Gabi Reinmann, Hochschuldidaktik, 19. März 2017

17Mrz/17

Videos erstellen – leicht gemacht

Quelle: weiterbildungsblog Autor: jrobes

Noch etwas Praktisches zum Wochenende: Der Artikel ist eigentlich nur ein kurzer Teaser, der auf zwei Tutorials führt. Im einen gibt Stefan Will eine kurze Anleitung zum Filmen mit dem Smartphone. Und im anderen erklärt Joachim Sucker auf charmante Weise, wie man mit Bordmitteln etwas für Bild, Ton und Licht tun kann. Eine Einladung in Sachen Medienkompetenz.
Beatrice Winkler, Erweiterte Lernwelten, 15. März 2017

17Mrz/17

FutureLearn’s New Pricing Model Limits Access to Course Content After the Course Ends

Quelle: weiterbildungsblog Autor: jrobes

Mit “monetization over massiveness” hatte das Nachrichtenportal Class Central die Entwicklung der kommerziellen MOOC-Anbieter Ende des letzten Jahres zusammengefasst. Dazu passt auch dieser Schritt von FutureLearn, der MOOC-Plattform der britischen Open University. Dort hat man jetzt den freien Zugriff auf die Kursinhalte eingeschränkt. Sie gelten jetzt nur noch für die Dauer des Kurses. Wer darüber hinaus Zugang zu allen Kursbausteinen sowie, nach erfolgreicher Bearbeitung des Kurses, ein Zertifikat haben will, muss “upgraden”.

“… charging for certificates hasn’t proven to be an effective business model for MOOC providers”, heißt es. Also kosten jetzt auch die Inhalte. Und die Preise werden sich über kurz oder lang wohl auch erhöhen, prognostiziert Dhawal Shah.
Dhawal Shah, Class Central, 16. März 2017